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Thema: Verstorbene Mutter hinterlässt Finanzchaos: wo anfangen aufzuklären ?

  1. #1
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    Standard Verstorbene Mutter hinterlässt Finanzchaos: wo anfangen aufzuklären ?

    Hallo,
    in der Familie meiner Eltern war meine Mutter immer diejenige, die sich um sämtliche Finanzsachen gekümmert hat. Mein Vater ist, was solche Sachen angeht, vollkommen unbeholfen. Da beide ihr Leben lang finanziell nie gerade auf Rosen gebettet waren, hat meine Mutter im Grunde das gemacht, was viele ansich überschuldete Haushalte machen: sie hat zwar versucht, Schulden abzubauen, aber auch ständig Geld umgeschichtet, um ein Finanzloch zu stopfen,indem man ein anderes öffnet. Und wie auch in anderen Familien gab es auch für meine Mutter die berühmte "Giftschublade", in der alle Rechnungen, Mahnungen, Vollstreckungsbescheide landeten, die die nicht sofort bezahlbar waren. Das sind alles Sachen, von denen mein Vater immer am Liebsten gar nichts wissen wollte.

    Nun, leider ist meine Mutter letzte Woche gestorben (an Covid). Und da mein Vater so schnell wie möglich umziehen möchte, da er mit der bisherigen Wohnung zuviele Erinnerungen an meine Mutter verbindet, haben meine Schwester und ich angefangen, nicht nur die Klamotten meiner Mutter auszumisten, sondern die finanziellen Angelegenheiten auch gleich mit. Dass sie noch gewisse Außenstände hatten, wussten wir zwar, aber leider haben wir noch weitere Stellen in der Wohnung gefunden, wo sie irgendwelche Rechnungen, Mahnungen usw versteckt hatte. Das können wir unserem Vater natürlich nicht so direkt offenbaren, weil der durch den Todesfall eh schon sehr depressiv ist. Ist wohl verständlich.

    In den letzten Tagen haben wir also viel Zeit damit verbracht, die gefundenen Dokumente ein wenig vorzusortieren, aber offenbar fehlt noch immer so einiges, so dass bislang kaum feststellbar ist, was überhaupt noch an Schulden da ist, was erledigt ist,für welche Sachen irgendwelche Titel vorhanden sind, was eigentlich verjährt ist usw. Da natürlich auch Kontoauszüge nicht lückenlos vorhanden sind, hilft uns der Umstand,dass meine Cousine bei der Hausbank arbeitet und zumindest die Kontoauszüge der letzten 10 Jahre besorgen kann. So können wir hoffentlich in den so dass wir in den nächsten Tagen zumindest rausfinden können,wohin meine Mutter in den letzten Jahren noch Geld überwiesen hat und wo wir folglich nach einer Art "Forderungsstand" anfragen müssen.

    Nun, ich denke, dass wir wohl über die Schufa am Besten erfahren, welche Vollstreckungstitel es überhaupt gibt und von dem sie erwirkt wurden und -sofern nicht als erledigt gekennzeichnet- nach dem aktuellen Stand bei der Tilgung anzufragen. Ich weiß auch, dass bei nicht-titulierten Forderungen die Verjährungsfrist (3 Jahre zum Jahresende) jedesmal neu zu laufen beginnt,wenn man eine Teilzahlung leistet. Daraus ergeben sich bei mir folgende Fragen, die vielleicht nativ klingen:
    a) angenommen, wir finden auf den Kontoauszugen Ratenzahlungen, die zuletzt 2018 bedient wurden...wäre es dann nicht sinnvoll, die Füße stillzuhalten, bis zum Jahreswechsel 2021/22 die Verjährung eingetreten ist, bevor man fragt, ob da noch was offen gewesen wäre ?
    b) bei Forderungen, wo die Verjährung schon eingetreten ist (da z.B. zuletzt 2017 was gezahtlt wurde), sollte man da von sich aus die Einrede der Verjährung stellen oder einfach abwarten,ob der Gläubiger sich von allein nochmal meldet und es erst dann tun ?

    Hat noch jemand Tips, wie wir weiterverfahren können, um Herr über dieses ganze Chaos zu werden ?

  2. #2
    Registriert seit
    25.12.2009
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    958

    Standard

    Hallo Marco,

    zunächst ist mal zu prüfen, wer Gläubiger der Schulden ist. Sollte das deine verstorbene Mutter alleine sein, Erbschaft einfach innerhalb der gesetzlichen Frist ausschlagen und die Angelegenheit sollte erledigt sein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bankkaufmann
    Banker lesen gründlicher als Bücherliebhaber, denn sie wissen genau, was für Nachteile aus flüchtiger Lektüre entstehen können.

    ( Bertolt Brecht (1898-1956), dt. Dramatiker und Dichter )

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