Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 12

Thema: P-Konto vor dem Insolvenzantrag oder danach

  1. #1
    Registriert seit
    07.08.2016
    Beiträge
    36

    Standard P-Konto vor dem Insolvenzantrag oder danach

    Hallo,
    ist es besser ein P-Konto noch vor der Beantragung an das Amtsgericht zu eröffnen, oder danach? Da ja alle Konten angegeben werden müssen, weiß ich nicht, was dann mit dem schon vorhandenen P-Konto passiert.
    Danke.

  2. #2
    Registriert seit
    03.01.2018
    Beiträge
    170

    Standard

    Moin,

    auf jeden Fall das Hauptkonto vor Antragstellung in ein P-Konto umwandeln!

    Mich hat es böse erwischt, da ich diese Info nicht von der SB bekommen habe und mein Girokonto nicht in ein P-Konto umgewandelt habe.

    Die Bank hat nach Eröffnung das Konto gekündigt und das Guthaben (1 Monatsgehalts weil Ende des Monats) auf ein Zwischenkonto verschoben.
    Für ein "normales" Konto gibt es keinen Pfändungsschutz und ich musste über das Gericht einen Antrag stellen, dass ich über den unpfändbaren Teil meines Gehaltes verfügen kann.
    Im Beschluss des Gerichts, das ich darüber verfügen darf und die Bank mir das Geld auszahlen muss, steht allerdings extra drin, dass es ausnahmsweise nach § xy freigegeben wird, wegen unbilliger Härte, da ich Familie habe ... eigentlich sagte der Rechtspfleger zu mir ... Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

    Mit einem P-Konto wird bei Verfahrenseröffnung zwar meist das Konto für ein paar tage auch eingefroren, aber auch wieder automatisch freigegeben und du kannst im Rahmen deines Freibetrags über Guthaben verfügen ...

    Die dazugehörigen Paragraphen können die Praktiker sicher beisteuern.

  3. #3
    Registriert seit
    27.06.2009
    Ort
    NRW
    Beiträge
    5.657

    Standard

    Hi,
    theoritisch würde ein nicht umgewanteltes Konto zwar erlöschen, aber wenn der Insolvenzverwalter dieses freigibt, kann weiter darüber ohne Beschränkung verfügt werden.

    Da die meisten unserer Verwalter das Konto nach Durchsicht der Kontoauszüge aus dem Insolvenzbeschlag freigeben rate ich den mutigen Schuldnern, die über in Einkommen in von mir nicht zu bescheinigender Höhe verfügen, das Konto noch nicht umzuwandeln. Denn sie ersparen sich dann Freigabeanträge beim Insolvenzgericht und ggf. bei Quellenfreigaben wegen unterschiendlichen Verdiensten auch ggf. längere Wartezeiten zur Auszahlung von über dem Grundfreibetrag liegenden Guthaben bei ihren Kreditinstitut.

    Gruß
    Ingo

  4. #4
    Registriert seit
    07.08.2016
    Beiträge
    36

    Standard

    Vielen Dank an euch.

    Jetzt lese ich 2 verschiedene Meinungen, und weiß nicht weiter.

  5. #5
    Registriert seit
    11.09.2007
    Beiträge
    739

    Standard

    Wenn man sich Ingos Antwort durchliest, muss man nicht zwangsläufig auf die Idee kommen, dass es zwei Meinungen gibt. Ingo spricht von mutigen Schuldnern, denen er unter bestimmten Umständen einen Ratschlag gibt. Wenn du kein mutiger Schuldner bist und auch die von ihm beschriebenen Voraussetzungen nicht vorliegen, dann gilt für dich, dass er dir nicht rät, die Umwandlung nicht vorzunehmen. Ich würde es positiv so ausdrücken: wandle um.

  6. #6
    Registriert seit
    27.07.2005
    Beiträge
    667

    Standard

    Grundsätzlich hatte ich auch "mutigen" SchuldnerInnen empfohlen, ohne P-Konto in die Inso zu gehen.

    Mittlerweile neige ich dazu, meine Klienten nur noch mit P-Konto in die Insolvenz gehen zu lassen. Es gibt inzwischen so viele mögliche Komplikationen (Anfechtung von Zahlungen, Lastschriftrückgaben etc.), dass mir das Risiko jetzt zu hoch erscheint, ohne P-Konto ins Verfahren zu gehen.

  7. #7
    Registriert seit
    03.01.2018
    Beiträge
    170

    Standard

    Zitat Zitat von Ingo Beitrag anzeigen
    theoritisch würde ein nicht umgewanteltes Konto zwar erlöschen, aber wenn der Insolvenzverwalter dieses freigibt, kann weiter darüber ohne Beschränkung verfügt werden.
    Nicht nur theoretisch ...je nach Bank geht das so schnell, das man nichst mehr machen kann.
    Meine vorherige Bank hat das Konto ohne weitere Mitteilung an mich gekündigt, das Geld geparkt und den IV angeschrieben, wo sie es denn hin überweisen soll.
    Eine Umwandlung in ein P-Konto haben sie am Tag nach der Insoeröffnung verweigert und selbst das intervenieren der Schuldnerberatung als auch des Rechtspflegers haben nichts gebracht. Wir mussten fast 3 Wochen von nichts leben.

    Einziger Vorteile für mich, mittlerweile in der Wohlverhaltsperiode:
    Ich konnte mein neues Konto, das ich in Absprache mit dem IV einige Tage nach Verfahrenseröffnung neu eröffnet habe, problemlos mit Aufhebung des Verfahrens wieder in ein normales Girokonto umwandeln, da ich mir 100% sicher sein konnte, das keine Altpfändungen auf dem Konto lagen ...

    Mein IV hat übrigens nichts frei gegeben und fühlte sich auch nicht zuständig. Ich sollte über das Gericht so schnell wie möglich einen Freigabebescheid erwirken, da er mir das Geld nicht zurück gegeben hätte, sobald es bei ihm gelandet wäre ...

  8. #8
    Registriert seit
    07.08.2016
    Beiträge
    36

    Standard

    Vielen Dank an alle.

    Wäre also das Beste nach Abgabe des Antrages an das Gericht, sogleich ein P-Konto zu eröffnen? Oder lieber noch etwas warten?
    Wenn ich den Antrag stelle, müsste ich, wenn es mit einer Eröffnung des P-Kontos klappt, diese neue Kontonummer nachliefern?
    Das Einzige wovor ich Angst habe, dass es irgendwie klemmt zb. mit der Abbuchung der Miete, ich möchte keine Probleme

  9. #9
    Registriert seit
    03.01.2018
    Beiträge
    170

    Standard

    Die Umstellung eines vorhandenen Kontos in ein P-Konto bedeutet nicht automatisch eine neue Kontonummer.

    Bei Verfahrenseröffnung wird das Konto für ein paar Tage auch als P-Konto oft gesperrt.

    Abbuchungen sollten kein Probem sein, diese werden ein paar Tage später als geplant ausgeführt, wenn sie sich mit der Eröffnung/Sperrung überschneiden.
    Lastschriften können zurück gehen und Ungemach verursachen, aber auch das lässt sich klären.

    Was genau hält dich davon ab dein Konto alsbald umzuwandeln?

  10. #10
    Registriert seit
    07.08.2016
    Beiträge
    36

    Standard

    Vielen lieben Dank.
    Ok, eine Umwandlung ist nicht das Problem.
    Es ist vielfältig lesbar, dass es zu Komplikationen mit Konten bei Verfahrenseröffnung kommt.
    Dann lese ich, wenn ich das Konto vorher in ein P-Konto umwandle, dass Banken dieses Konto dann ebenfalls gern mal kündigen. Da man dann erst mal ohne Konto dasteht, muss man auf die Spur nach einem neuen P-Konto, klingt vielleicht einfacher als es ist, wenn man vor oder in der Verfahrenseröffnung steht.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •