Hallo alle miteinander,

und zwar hab ich hier schon mal geschrieben zwecks meiner Schulden. Nur war es da noch nicht so akut bzw. ich bekam zuletzt scheinbar meine Schulden in den Griff und dachte damit wäre die Sache ausgestanden. Wie man da schon heraus "hören" kann, nur scheinbar. Ich wünschte mir im Nachhinein ich hätte auf den ein oder anderen Ratschlag von hier gehört. Vermutlich wäre es nicht so gekommen. Gilt sicher insbesondere für den Punkt "weitere Schulden machen bringt nichts". Jedenfalls sind seit meinem ersten Beitrag meine Probleme deutlich akuter bzw. verschlimmert. Ich hatte damals schon um die 6000 € Schulden, die ich allerdings dank des in meinem letzten Beitrag erwähnten Kredites eigentlich nur verschleppt hatte. Also teuer Zeit erkauft. Ich war damals ja schon in einer nicht gerade stabilen Situation - auch von psychologischem Aspekt her. Ich hab damals bereits ja erwähnt, dass ich mich an eine Beratungsstelle gewendet hatte, die mir in dem Bereich helfen sollte. Leider war ich damals doch noch nicht weit genug das Angebot auch bis zu letzt durchzusetzen und durch zuziehen. Teils lag das an mir, aber auch wegen der Einstellung meiner Familie zu dem Thema. Ich kann nicht genau sagen wieso ich es mir unnötig schwer mache.

Jedenfalls hat sich an meiner psychischen Situation nichts verändert und auch die Belastung an sich ist viel schlimmer geworden. Vor allem wegen meiner Schulden ist es ziemlich schlimm. Ich kann mich nicht mehr auf mein Leben konzentrieren. Nicht mehr auf mein Studium. Ich kann meinen Alltag nicht mehr bewältigen, weil sich alles ums Geld dreht und auch um meine eigene Psyche. Der Druck ist enorm gestiegen. Ich versuche mein Studium zu schaffen, aber krieg die eigene Ansprüche an mich selbst auch nicht mehr hin. Im Gegenteil. Ich habe stark abgebaut und das Pensum weiter gedrosselt, da ich aufgrund meiner psychischen Situation einfach nichts mehr auf die Reihe kriege. Vor den Prüfungen lerne ich halt so viel, aber ich krieg die Inhalte nicht rein und der Leistungsdruck verschlimmert alles noch. Und davon fühl ich mich einfach nur mies und sehe mich in meinen Versagensängsten bestätigt. Darauf folgt dann eine Phase, in der ich tagelang einfach nur im Bett liege und mich zu nichts durchringen kann, abgesehen von der Arbeit, da mir eben auch bewusst ist, dass ich Geld mehr als nötig brauche.

Bezüglich des eigentlichen Themas: Ich hab seit dem letzten Mal meine Schulden mehr als verdoppelt. Anstatt der ursprünglichen 6000 € bin ich mittlerweile bei 15.000 €. Vieles ist halt vorgefallen. Zum einen hab ich eine zeitlang einfach wieder angefangen zu Spielen. Gerade nach diesen Down-Phasen ist das ab und an passiert, weil ich einfach paradoxerweise dann denke, ich muss doch auch mal Glück haben und wenn ich es nicht versuche, dann kann es ja auch nicht passieren. Aber ich kenne den Spruch und weiß es ja auch schon, dass die Spielbank immer gewinnt. Und so ist es ja auch. Glücklicherweise sind diese Ausrutscher dank meiner "Umpolung" vom letzten Mal sehr sehr selten und auch vom ursprünglichen Umfang (ganz früher in den Anfangsphasen hab ich auch schon mal 400 € -auch mal mehr - verspielt) deutlich geschrumpft. Jetzt verspiel ich in solchen Phasen maximal 100 €, aber das sind dennoch Beträge, die mir aufgrund der Schuldenbelastung wehtun.

Die anderen Gründe wieso sich die Schulden verdoppelt haben sind wohl, dass ich zwischenzeitlich auch mal versucht habe mir eine Selbstständigkeit aufzubauen, wofür ich mich wieder eines Kredites bedient hatte. Ich wollte halt meine Einnahmen erhöhen. Also eigentlich richtige Ambition, aber falscher Ansatz. Und vor allem falscher Zeitpunkt. Ich hätte es mir eigentlich denken können, aufgrund meiner psychischen Problematik, dass das so nicht funktioniert. Jedenfalls kam es dann zum Domino-Effekt. Ich hatte wieder höhere Raten, ich hab wieder Kredite aufgenommen um die Raten zu bewältigen. Im Alltag kamen dann auch noch Ausgaben auf mich zu, die ich wegen der Raten auch nicht ohne weiteres bewältigen konnte. Ich hab zum Überbrücken alles mögliche von Wert verkauft. Und der Turm wurde halt nicht kleiner, da ich eigentlich immer nur die Schulden verschleppt habe und mir immer ein bisschen Zeit erkauft habe. So ging das jetzt Monat für Monat - ich hab es bisher immer irgendwie geschafft, dass so ohne fremde Hilfe zu bewältigen.

Im Januar musste ich es mir nun endgültig eingestehen, dass ich ein Problem habe und es einfach nicht mehr selber bewältigen kann. Und das ich irgendwo jetzt auch mal anfangen muss. Mein Leben muss sich ändern. Radikal. Es geht so nicht mehr. Ich kann einfach auch nicht mehr. Ich hab mich daher gezwungen mich der Situation zu stellen und habe konsequent alle Schulden mal zusammengerechnet. Ohne eigenes belügen, was man gerne in so einem Fall mal macht und ohne Scheuklappen. Erst da hab ich mich wirklich mal gefragt: "Hey, was machst du da denn nur? Wie denkst du soll das weitergehen?" Und ich wollte auch nicht mehr so weitermachen. Alles dreht sich für mich nur noch ums Geld. Ich liege nachts im Bett und kann nicht schlafen, weil in meinem Kopf einfach jedes Mal die Frage aufploppt: "Wo kriegst du noch Geld her? Was kannst du noch tun?" Zum Verkaufen ist einfach nichts mehr da. Und ich hatte schon genug emotionale Zusammenbrüche in so einem Fall. Ich bin jetzt 29 Jahre alt geworden, lebe bei meiner Oma, mittlerweile mietfrei und hab in dem Sinne kein eigenes Leben. Ich hasse mein Leben so wie es jetzt ist. Ich hasse mich selbst, wenn das so weitergeht. Ich geh nicht mehr aus dem Haus, lebe wie ein Einsiedler - abgesehen von meiner Familie.

Ich will endlich zurück ins Leben. Vor allem ein Leben ohne Schulden und Ängste. Somit hab ich nach dem Kassensturz bzw. eher Schuldensturz direkt Nägel mit Köpfen gemacht und mich an eine Schuldnerberatung gewandt. Direkt im Januar noch und habe für die darauffolgende Woche zum Glück sofort einen Termin (31.01.19) bekommen. Als ich da war hat der Schuldnerberater auch schon gesagt, dass das unfassbar ist wie viel Schulden ich angehäuft habe, zumal ich ja ohne mein Bafög nur ein sehr geringes Einkommen habe. Ich habe ja nur un-/regelmäßiges Einkommen von der Reinigungskraftstelle (unregelmäßig bezogen auf Einkommen, da Springertätigkeit). Und dennoch hat man mir mehrere höhere Kredite gegeben. Ich versteh auch nicht wieso man das getan hat. Ich war bei meinen Kreditanträgen immer ehrlich und habe das angegeben, was ich habe oder auch nicht habe. Ich hatte zwar einen positiven Schufa-Score, aber man hätte eigentlich sehen müssen, dass das ganze zu hoch war. Genauso wie ich es auch hätte besser wissen müssen. Aber na ja - passiert ist passiert. Ich kann es nicht mehr ändern.

Jedenfalls hat der Schuldnerberater mir auch schon gesagt, dass er nicht glaubt, dass die Gläubiger großartig auf ihre Forderungen verzichten werden. Meistens wollen die ja mindestens 50 % der Forderungen haben. Und das kann ich so oder so nicht zahlen. Daher sieht er nur die Möglichkeit einer Privatinsolvenz. Damit hab ich an sich auch kein Problem mehr. Ich hab zuvor zwar immer versucht das zu vermeiden, aber letztlich will ich einfach nur noch aus den Schulden raus. Und wenn das nur durch eine Privatinsolvenz geht, dann muss das eben so sein. Auf jeden Fall verhindert diese auch, dass ich weitere Schulden überhaupt anhäufen kann. Ich versuch es positiv zu sehen, dass ich jetzt zumindest den ersten richtigen Schritt unternommen habe. Es fühlt sich komischerweise ein bisschen wie eine Befreiung an, weil ich durch den Schuldnerberater beruhigt bin irgendwie. Er kümmert sich halt jetzt darum, wofür ich mich nicht in der Lage fühlen würde.

Seit heute merk ich auch, dass das ganze so langsam in Bewegung kommt und mein Schuldnerberater wohl auch schon aktiv geworden ist. Habe heute einen Brief von der Bank meiner Kreditkarte bekommen, dass die zu sofort das Kreditkartenkonto kündigen und ich den ausstehenden Betrag bis Ende des Monats begleichen soll. Mein Schuldnerberater hat mir dahingehend auch schon die Angst genommen und gesagt, dass ich diese Sachen an ihn weiterleiten soll bzw. denen auch sagen soll, dass sie sich damit an ihn wenden sollen. Auch von meiner Sparkasse, wo ich noch einen Dispo von 330 € offen habe, hab ich einen Brief erhalten, dass der ausgeglichen werden soll.

Das allerdings führt mich zum eigentlichen Anliegen. Ich nehme ja mal an es wird, wie mein Schuldnerberater gesagt hat, auf eine Privatinsolvenz hinauslaufen. Jetzt wo ja so langsam die Briefe eintreffen von den Gläubigern - speziell auch weil es mein Sparkassenkonto betrifft - macht es da doch auch schon Sinn mir ein neues Konto zu machen bzw. P-Konto, solange ich noch eine gute Bonität habe? Wenn ja: Gibt es Konten bzw. Banken, die man empfehlen kann? Ich hab mal gelesen, dass man nach Möglichkeit keine Konten bei Banken haben sollte, die mit Banken in Verbindung stehen, bei denen man einen Kredit hat. Wo finde ich das raus? (habe Kredite bzw. Kreditrahmen bei der Fidor Bank, der SWK Bank, die Landesbank Berlin, Deutsche Handelsbank AG, N26 Bank) Gibt es noch weitere Dinge, die ich tun sollte bzw. beachten muss? Oder worauf ich mich einstellen sollte?

Bin allgemein, falls es Dinge gibt, die ich noch nicht angesprochen habe, für Tipps/Hilfestellungen dankbar.

Bedanke mich auch fürs Lesen.

Viele Grüße
Mimix