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Thema: Mahn- und Vollstreckungsbescheid nicht erhalten

  1. #1
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    Standard Mahn- und Vollstreckungsbescheid nicht erhalten

    Hallo zusammen,

    ich bekam völlig überraschend Post von einem Inkassobüro. Die Forderung werden gegen mich erhoben, weil ich in einem Vollstreckungsbescheid, der vor 11 Jahren gegen meine Frau erwirkt wurde, als Mitschuldner aufgeführt bin. Wie ich nach einigen Recherchen erfahren habe, hat meine Frau damals eine Kreditkarte beantragt, in der sich mich als Mitantragsteller aufgeführt hat und meine Unterschrift erkennbar gefälscht hat, um die Sache vor mir geheim zu halten. Da ich damals für einige Zeit aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen bin, hat Sie dies genutzt um das zwischenzeitlich gegen sie ergangene Mahnverfahren ebenfalls vor mir geheim zu halten. Ich habe von alledem nichts gewusst.

    Ich habe mich dann auch von meiner Frau endgültig getrennt und 11 Jahre nichts gehört. Ich fiel aus allen Wolken, als ich erfuhr, was ich oben geschildert habe.

    Ich habe diese Kreditkarte nie beantragt, sondern bin durch eine betrügerisch gefälschte Unterschrift in eine Mithaftung geraten. Ich habe nie einen Mahn- oder Vollstreckungsbescheid gesehen, und demzufolge, auch keinen Widerspruch erheben können. Ich habe 11 Jahre lang nichts von diesen Vorgängen gewusst.
    Das Inkassobüro droht mir aktuell mit einem Vollstreckungsauftrag an den Gerichtsvollzieher. Die Forderungssumme beträgt 13.500,- Euro. Meine Frau hat zwischenzeitlich eine eidesstattliche Versicherung abgegeben.

    Kann ich noch irgendetwas tun, um mich gegen den 11 Jahre alten Vollstreckungsbescheid zu wehren und die Forderung abzuwehren. Kann mir jemand helfen und mir einen Rat geben, wie ich jetzt weiter vorgehen sollte.

    Im Voraus vielen Dank.

  2. #2
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    Standard

    Wann exakt hast du den VB das erste Mal zu Gesicht bekommen? Ist das länger als 14 Tage her? Er ist an eine Adresse gerichtet, wo du damals bei Zustellung nachweisbar nicht mehr gewohnt hast?

  3. #3
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    Ich habe den Vollstreckungsbescheid auch aktuell nicht gesehen. Das Inkassobüro hat mir mitgeteilt, dass es ihn gibt mir das entsprechenden Geschäftszeichen mitgeteilt. Als der VB im Jahr 2006 zugestellt wurde, war ich noch an der Zustellungsadresse wohnhaft, habe aber in der Zeit, vorübergehend bei einem Freund gewohnt.

  4. #4
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    Habe ich noch vergessen. Mein Sohn war bei meiner Frau und hat sich den VB zeigen lassen. Ich stehe als Gesamtschuldner mit drin.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Rolli0707 Beitrag anzeigen
    Ich habe den Vollstreckungsbescheid auch aktuell nicht gesehen. Das Inkassobüro hat mir mitgeteilt, dass es ihn gibt mir das entsprechenden Geschäftszeichen mitgeteilt. Als der VB im Jahr 2006 zugestellt wurde, war ich noch an der Zustellungsadresse wohnhaft, habe aber in der Zeit, vorübergehend bei einem Freund gewohnt.
    Damit gilt der VB als zugestellt, das du "deine" Post nicht bekommst weil er dir vorenthalten wird ändert nichts daran. Du kannst Strafanzeige gegen deine Ex stellen und sie Schadensersatzpflichtig machen.

    Du kannst dich natürlich darauf berufen das deine Unterschrift gefälscht wurde, aber bevor das nicht eindeutig (gerichtlich) festgestellt wurde hast du wohl die A*Karte.

  6. #6
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    Auch wenn die Info ernüchternd ist, danke dafür. Strafanzeige macht keinen Sinn, weil die Sache mit der gefälschten Unterschrift verjährt ist. Schadensersatzklage bringt auch nichts, denn sie hat eine EV abgegeben und hat nichts mehr. Ich habe im Internet etwas gelesen von einer Vollstreckungsgegenklage. Würde mir die evtl. helfen.? Hat jemand Infos darüber?

  7. #7
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    [QUOTE=Rolli0707;729020Strafanzeige macht keinen Sinn, weil die Sache mit der gefälschten Unterschrift verjährt ist. [/QUOTE]
    Halo,

    nicht unebdingt idt die strafrechtliche Sache verjährt, da die Frist möglicherweise erst ab Kenntnisnahme zu startn beginnt....

    Grüße
    A***************
    Liebe Grüße
    A D O N I S
    --
    Die von mir gemachte Äußerungen beruhen meist auf eigenen Erfahrungen, und sind als eigene Meinung zu einem öffentlichen Diskussionsthema zu sehen. Auf keinen Fall sind meine Äusserungen als Rechtsberatung im Sinne irgendwelcher Gesetze/Verordnungen zu verstehen. Im Zweifelsfall sollte fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

  8. #8
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    Hallo,

    voweg das Kleingedruckte: Das Nachfolgende kann und darf natürlich nur Gültigkeit haben, wenn der Sachverhalt vollständig und korrekt dargestellt wurde; das bedeutet nicht, dass ich glaube, dass dies der Fall ist, aber, man steckt da nicht drin - falls es doch der Fall sein sollte, gilt der erste Teil des Satzes.

    ich würde hier doch dringend empfehlen, die Sache einem Anwalt vorzustellen, denn hier ist die Fallhöhe ja durchaus enorm; darüber hinaus sind auch weitere Fragen zu klären, und zwar auch insbesondere die des Schadenersatzes, die an ganz praktischen Dingen scheitern kann: So kann es passieren, dass Unterlagen, wie das Antragsformular mit der gefälschten Unterschrift nach Ende der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen vernichtet werden, falls das nicht schon passiert ist.

    Und EV hin oder her: Du weiß nicht, ob Deine Ex nicht in den kommenden Jahren wieder zu Geld kommen wird, oder ob Sie in die Privatinsolvenz geht, und Du hast ein erhebliches Interesse daran, dass Deine Ansprüche vollstreckbar festgesetzt werden, so dies möglich ist.

    Es ist aber auch einmal mit kundigem juristischen Blick darauf zu schauen, ob damals bei der Zustellung wirklich alles korrekt gelaufen ist, oder ob man da was machen kann - man sollte wenigstens mal drüber nachdenken.

    Auch zu prüfen ist die Forderungshöhe, und warum man erst nach zwölf Jahren an Dich herantritt: Man würde bei solchen Summen ja schon erwarten, dass man sich zeitnah an alle Beteilogten wendet.

    Darüber hinaus ist auch nicht gesagt, dass strafrechtlich relevantes Handeln tatsächlich vollständig verjährt ist. Denn hier gibt es mehrere Aspekte: Der Kreditkartenbetreiber hat damals durch die gefälschte Unterschrift Leistungen erbracht, die er möglicherweise andernfalls nicht erbracht hätte, und ist dadurch geschädigt worden. Dies dürfte mittlerweile verjährt sein; aber damit hast Du nichts zu tun. Du bist hier ebenfalls, separat davon, geschädigt worden, aber nicht schon damals, sondern erst zu dem Zeitpunkt, zu dem man mit Forderungen an Dich heran getreten ist, also ungefähr jetzt. Ob dieser Vorgang strafbar ist, lässt sich hier nicht bewerten; die Vermutung ist aber zumindest mal da.

    Man muss sich aber auch überlegen, ob eine Strafanzeige zielführend wäre, denn wenn die Staatsanwaltschaft am Ende tut, was sie gerne mal tut, und Geldstrafe fordert, schmälert das Deine Chance, von eventuellen Zahlungen etwas wieder zu sehen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch möglich, dass ein Gericht im Zuge einer Schadenersatzklage auch gerne wissen möchte, was die Strafgerichtsbarkeit dazu zu sagen hat.

    Und nicht zuletzt ist es aber auch so, dass Anwälte oder Schuldnerberater auch sehr viel mehr Gewicht haben, als Du selbst, und auch bei Gläubiger und / oder Ex Verständnis / Einsicht erzeugen können, dass es Sinn macht, sich an die Ex zu halten / trotz EV zu zahlen, und wer daran zweifelt: Versuch macht klug.

  9. #9
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    Vielen Dank für die umfangreichen Hinweise. Ich bin mir noch nicht sicher, in welche Richtung ich gehen soll. Ich werde aber wahrscheinlich
    doch ein Beratungsgespräch mit einem Anwalt führen.

    Hat jemand schon mal etwas von dieser Vollstreckungsgegenklage gehört? Über Infos hierüber wäre ich dankbar.

  10. #10
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    Standard

    Die Vollstreckungsabwehrklage bringt dich nicht weiter.
    Es gibt ersteinmal einen Titel gegen dich. Ob der aus der Welt zu schaffen ist ohne Zahlung ist m.E. sehr fraglich.

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