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Thema: Frage zum Zweitgehalt / Nebentätigkeit

  1. #1
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    Standard Frage zum Zweitgehalt / Nebentätigkeit

    Hallo zusammen,

    Ich befinde mich im ersten Jahr der Regelinsolvenz als Selbstständiger.

    Ich arbeite derzeit 3 Jobs:
    - 1: Vollzeitjob mit Steuerklasse 1 mit einem Nettogehalt von 2.634,10 (40 Stunden / Woche)
    - 2: Nebenzeitjob mit Steuerklasse 6 mit einem Nettogehalt von 753,07 (11 Stunden / Woche)
    - 3: Selbstständigkeit mit einem cirka Verdienst von 1000€ nach Kosten + Steuern mit cirka 10 Stunden / Woche.

    In den letzten Monaten war es so, dass vom Nettogehalt 1.047,34€ gepfändet wurden nach Pfändungstabelle.
    Zudem wurde meine Selbstständigkeit freigegeben, mit der Bedingung, dass ich monatlich 500€ an den Insolvenzverwalter zahle, der Rest interessiert Ihn dann nicht.

    Nun wurde der Nebenjob für die ersten 4 Monate freigegeben, damit ich von dem dort erhaltenen Betrag dann ein Auto (kleiner gebrauchter Wagen) zur Erhalt der 3 Jobs nötig, kaufen kann.
    Dieser Monat ist der 5. Monat meiner Insolvenz und mein Verwalter hat mir nun mitgeteilt, dass von meinem 753€ nun über 525€ gepäfndet werden.

    Ich war doch SEHR erschrocken, dass es hier knapp 66% sind.
    Von den übrigens 225€ zahle ich knapp 210€ Sprit um überhaupt zum 2. Job (in einer Nachbarstadt) mehrfach die Woche hin und zurück zu fahren...
    Was einen "Lohn" von ein paar Cent macht pro Stunde der mir da übrig bleibt...

    Hat jemand eine Idee / einen Rat was man hier machen könnte?

  2. #2
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    Standard

    Zunächst mal: Hut ab!

    Zitat Zitat von Wassertrunk Beitrag anzeigen
    mein Verwalter hat mir nun mitgeteilt, dass von meinem 753€ nun über 525€ gepäfndet werden.

    Ich war doch SEHR erschrocken, dass es hier knapp 66% sind.
    Du warst zu Recht erschrocken, da das natürlich falsch ist. Ich bin für meinen Teil auch immer wieder erschrocken - und zwar darüber wie häufig Verwalter das "vergessen" was jeder von ihnen einfach wissen muss:
    Die Erwerbsobliegenheit bedeutet: Vollzeitstelle. Nicht mehr und nicht weniger. Deine Erwerbsobliegenheit erfüllst Du mit Job 1.
    Alles was darüber hinausgeht ist "überobligatorisch". Das Wort kennt er sicher - und nach (felsenfester) gängiger Rechtsprechung gem. § 850a Abs. 1 ZPO wie Mehrarbeit zu betrachten zur Hälfte komplett pfändungsfrei. An der anderen Hälfte darf er sich vergnügen. Was aber nicht bedeutet, dass diese Hälfte komplett weg ist sondern gemäß Pfändungstabelle dem Hauptjob hinzugerechnet wird.
    vgl. BGH, Beschluss vom 26.06.2014 - IX ZB 87/13 sowie die dazu einschlägige Kommentierung (kennt der Verwalter sicher)

    Die von Dir genannte Regelung mit den 500 Euro und der Selbständigkeit finde ich auch nicht ganz optimal (für ihn schon - für Dich nicht). Aber fang lieber erstmal mit dem offensichtlicheren an.

    Zitat Zitat von Wassertrunk Beitrag anzeigen
    Hat jemand eine Idee / einen Rat was man hier machen könnte?
    Das offenbar verlorengegangene Wissen des Verwalters schriftlich auffrischen, ggf. mit gleicher Post an Dein Insolvenzgericht.
    Geändert von Caffery (02.10.2018 um 18:52 Uhr)
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  3. #3
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    Standard

    *öhm*

    Nach nochmaligen draufrumlesen: Sorry, wenn das alles etwas großkotzig klang. Ich hatte einen harten Tag und bin grade irgendwie dauergenervt

    In der Sache stimmte mein Geschriebenes aber schon. Nur solltest Du es dem Verwalter vielleicht etwas weniger großkotzig zur Kenntnis bringen als ich es getan habe.
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  4. #4
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    Alles gut, hatte aucvh einen 12 Stunden Tag und muss noch 2 Stunden von Zuhause arbeiten Ich kenne das Gefühl.

    Danke dir aber!

  5. #5
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    Caffery hat unter Bezugnahme auf die BGH-Entscheidung Recht. Man müßte wohl bei den beiden Nebenverdiensten entsprechend § 850a Ziffer 1 ZPO die Hälfte zum pfändbaren dazurechnen.
    Das gemäß § 850c ZPO zu berücksichtigende Einkommen wäre wohl wie folgt zu berechnen:

    Job 1 100%: 2.634,10 €
    Job 2 50%: 376,53 €
    Job 3 50%: 500,00 €

    insgesamt: 3.510,63 €

    alles über 3.475,79 € ist voll pfändbar, somit sind schon mal 34,84 € weg
    Des Weiteren bei 0 Unterhaltspflichten sind 1.635,34 € pfändbar.

    D.h. insgesamt wären 1.670,18 € abzuführen, wenn man die Rechnung wie oben durchführt. Wie viel führen Sie insgesamt ab?

  6. #6
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    Moment mal - der TE ist nebenbei selbständig, führt aber den Betrag aus seinem Hauptjob ab.. Warum muss er hier 500 Euro zahlen?
    Wer selbständig ist soll doch nur das abführen, was er abführen würde, wenn er im Vollzeitjob angestellt wäre. Da er aber angestellt ist führt er doch das ab - ist damit nicht die Selbständigkeit komplett ihm zu belassen?
    Ich würd das gern mal verstehen ;-)
    Solange die Registrierung hier nicht funktioniert habe ich ein übergangsweises Forum eingerichtet:
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  7. #7
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    Standard

    weil:

    .....
    Zudem wurde meine Selbstständigkeit freigegeben, mit der Bedingung, dass ich monatlich 500€ an den Insolvenzverwalter zahle, der Rest interessiert Ihn dann nicht.
    .....

    Da stellt sich schon die Frage, wie man so eine Vereinbarung erfolgreich ändert.

    Ohne vor Ort Beratung geht das vermutlich nicht gut.

  8. #8
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    Zitat Zitat von tidus82 Beitrag anzeigen
    Moment mal - der TE ist nebenbei selbständig, führt aber den Betrag aus seinem Hauptjob ab.. Warum muss er hier 500 Euro zahlen?
    Wer selbständig ist soll doch nur das abführen, was er abführen würde, wenn er im Vollzeitjob angestellt wäre. Da er aber angestellt ist führt er doch das ab - ist damit nicht die Selbständigkeit komplett ihm zu belassen?
    Ich würd das gern mal verstehen ;-)
    Die ganze Konstellation ist verquer. Da er seine Selbständigkeit nicht als Hauptjob, sondern als Nebenverdienst ausführt, kann er sich hinsichtlich der Selbständigkeit sicherlich nicht darauf berufen. Ich persönlich würde, um halbwegs auf der sicheren Seite zu sein, den Weg wie oben beschrieben gehen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von imker Beitrag anzeigen
    weil:

    .....
    Zudem wurde meine Selbstständigkeit freigegeben, mit der Bedingung, dass ich monatlich 500€ an den Insolvenzverwalter zahle, der Rest interessiert Ihn dann nicht.
    .....

    Da stellt sich schon die Frage, wie man so eine Vereinbarung erfolgreich ändert.

    Ohne vor Ort Beratung geht das vermutlich nicht gut.
    Das sehe ich auch so. Wenn man das wirklich rechtlich aufdröseln und möglicherweise keine "persische Markt"-Lösung haben will, muss man sich vor Ort mit den konkreten Begebenheiten beraten lassen.

  10. #10
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    Hut ab, dass du so viel arbeitest..aber es gibt Leute die sind auch schon tot umgefallen vor lauter Arbeit/ Stress..
    Was hast du davon wenn du evtl. das Ende der Inso nicht erlebst

    Sorry, aber das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen....

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