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Thema: Freibetrag unterhaltsberechtigte Personen (Frau und Kind)

  1. #1
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    Standard Freibetrag unterhaltsberechtigte Personen (Frau und Kind)

    Hallo,

    meine Partnerin und ich erwarten demnächst ein Kind und überlegen, ob es (auch aus finanziellen Gründen) Sinn macht, zu heiraten.

    Meine Partnerin hat ab dem Zeitpunkt der Entbindung noch folgendes Einkommen:

    - Arbeitslosengeld 1 = ~530 € (Steuerklasse 1) / 470 € (Steuerklasse 5)
    - Elterngeld = 300 € (da das Arbeitslosengeld angerechnet wird)

    Ich habe zur Zeit ein Nettoeinkommen von 1930 € (Steuerklasse 1) / 2196 € (Steuerklasse 3)

    Würde meine Partnerin, nach der Hochzeit, bei einem Einkommen von ~770 € evtl. als unterhaltsberechtigte Person anerkannt werden?

    Bzgl. des Freibetrages für das Kind würde mich interessieren wie sich der Freibetrag berechnet, sofern mir das Kind nur anteilig (z.B. 50 %) angerechnet wird.

    Vielen Dank für eure Hilfe!

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von Malak Beitrag anzeigen
    Bzgl. des Freibetrages für das Kind würde mich interessieren wie sich der Freibetrag berechnet, sofern mir das Kind nur anteilig (z.B. 50 %) angerechnet wird.
    An der exakten Erklärung dessen breche ich mir regelmäßig die Zunge ab. Deswegen mache ich es mir mal einfach und poste folgenden Link aus dem sowohl die Berechnungsgrundlagen, als auch der Grund für die Schwierigkeiten mit meiner Zunge m.E. ganz ordentlich veranschaulicht wird.

    https://www.schuldnerhilfe-direkt.de...aendungsrecht/

    PS: Bei dem genannten Einkommen Deiner Frau würde sie wahrscheinlich ganz oder größtenteils herausgerechnet solange kein Kind da ist. Sobald es da ist, wird sich dies wahrscheinlich ändern. Auf keinen Fall aber bleibt die Frau (fast) komplett herausgerechnet und das Kind zur Hälfte. Insoweit kann ich Dich also beruhigen. Aber es sind im Prinzip alles - wie Du ja schon weißt - individuelle Einzelfallentscheidungen.

    Deine Partnerin wäre übrigens auch unterhaltsberechtigt wenn ihr nicht heiraten würdet wegen des § 1615I BGB.
    Geändert von Caffery (24.09.2018 um 19:16 Uhr)
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  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von Caffery Beitrag anzeigen
    ...
    Deine Partnerin wäre übrigens auch unterhaltsberechtigt wenn ihr nicht heiraten würdet wegen des § 1615I BGB.
    Durch die bessere Steuerklasse ergibt sich dadurch bei uns ein großes Plus, deswegen ziehen wir es in Betracht.

    Danke für die ausführliche Antwort, ich arbeite das mal durch

  4. #4
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    Hi,
    Zitat Zitat von Caffery Beitrag anzeigen
    An der exakten Erklärung dessen breche ich mir regelmäßig die Zunge ab. Deswegen mache ich es mir mal einfach und poste folgenden Link aus dem sowohl die Berechnungsgrundlagen, als auch der Grund für die Schwierigkeiten mit meiner Zunge m.E. ganz ordentlich veranschaulicht wird.
    da das hier wirklich gut erklärt wird, lasse ich diesen Link auf eine kommerzielle Seite mal stehen.
    Allerdings ist nicht alles 100%ig richtig.

    Zunächst einmal ist der Rückgriff auf die Tabellenwerte nicht grundsätzlich falsch, sondern nur dann, wenn im Beschluss nicht darauf Bezug genommen wird - was aber durchaus vorkommt.

    Dann wundert mich beim ersten Beispiel, dass 50% von 426,71 € 213,35 € sein sollen, wo doch 231,355 € aufgerundet werden müssen, obwohl weiter unten die 22,284 € dann doch aufgerechnet werden. Ok, nur 1 Cent zuviel berechnet, aber dennoch nicht nachvollziehbar falsch.
    Beim zweiten Beispiel werden dann 186,865 € fehlerhaft abgerundet, aber weiter unten 31,479 € fehlerhaft aufgerundet, was im Endeffekt jedoch zu einem korrekten Ergebnis führt.

    Ich bin ja mal gespannt auf die dort angekündigte Excel-Tabelle und ob diese korrekt rundet wie meine hier in einem anderen Thread verlinkte, die übrigens auch beispielhafte Vergleichsberechnungen zwischen der prozentualen und tabellenbezogenen Unterhaltsberücksichtigungen enthält.

    Gruß
    Ingo

    P.S.: in diesem Beitrag hatte es unser sehr kompetenter User herb bereits vor Deiner Zeit hier erläutert.

  5. #5
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    Standard

    Zitat Zitat von Ingo Beitrag anzeigen
    da das hier wirklich gut erklärt wird, lasse ich diesen Link auf eine kommerzielle Seite mal stehen.
    oops! Für diesen Fauxpas leiste ich Abbitte und gelobe Absichtslosigkeit!
    Zitat Zitat von Ingo Beitrag anzeigen
    P.S.: in diesem Beitrag hatte es unser sehr kompetenter User herb bereits vor Deiner Zeit hier erläutert.
    Von nun an werde ich ausschließlich diese - wirklich sehr gute Erklärung - verlinken.
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  6. #6
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    Standard

    Moin,

    vielen Dank nochmal für die beiden Links, ich konnte mir somit eine kleine Excel-Datei bauen.

    Nach der Geburt des Kindes werde ich bei meinem Arbeitgeber die Geburtsurkunde einreichen und entsprechend das Kind zu 100 % berücksichtigen lassen.

    Verhält sich das nach der Hochzeit genauso? Also die Heiratsurkunde beim Arbeitgeber einreichen?

    Muss ich den IV und/oder das Gericht über Heirat/Kind informieren?

    Habt ihr evtl. praktische Erfahrungen wie es mit dem herausrechnen von Ehegatten/Kindern aussieht? Ich rechne zur Zeit mal mit 50 % bei beiden, sind jetzt aber willkürliche zahlen.

  7. #7
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    Ich hätte noch ein paar offene Fragen und hoffe, dass ihr mir helfen könnt:

    Meine Partnerin ist jetzt innerhalb der 8 Wochen vor Entbindung und hat somit, wie von Caffery erwähnt, einen Unterhaltsanspruch. Sie wird vor der Entbindung voraussichtlich keinen Mutterschutz in Anspruch nehmen, hat also noch ca. ein Einkommen von 900 €.

    - Wie kann ich nun die unterhaltspflichtige Person nach §1615 BGB eintragen lassen?

    - Muss ich diesen Unterhalt 1:1 per Überweisung an meine Partnerin abführen?

    - Wie erreiche ich die Berücksichtigung der unterhaltsberechtigten Person nach unserer Hochzeit?

    - Ist es richtig, dass die Berücksichtigung der unterhaltsberechtigten Person nur durch Einspruch eines Gläubigers teilweise oder ganz erlischt?

    Danke für eure Hilfe!

  8. #8
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    Standard

    Hi,
    Zitat Zitat von Malak Beitrag anzeigen
    Sie wird vor der Entbindung voraussichtlich keinen Mutterschutz in Anspruch nehmen, hat also noch ca. ein Einkommen von 900 €.
    dann könnte sie nicht oder zumindest teilweise als Unterhaltsberechtigte herausfallen.

    Zitat Zitat von Malak Beitrag anzeigen
    Wie kann ich nun die unterhaltspflichtige Person nach §1615 BGB eintragen lassen?
    Du meinst bestimmt nicht das Erlöschen des Unterhaltsanspruchs nach dem Tode des Berechtigten sondern § 1615l BGB.

    Zitat Zitat von Malak Beitrag anzeigen
    Wie erreiche ich die Berücksichtigung der unterhaltsberechtigten Person nach unserer Hochzeit?
    Indem Du die Heiratsurkunde dem Arbeitgeber vorlegst.

    Gruß
    Ingo

  9. #9
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    Standard

    Hi,

    Zitat Zitat von Ingo Beitrag anzeigen
    Hi,

    dann könnte sie nicht oder zumindest teilweise als Unterhaltsberechtigte herausfallen.
    nicht herausfallen = vollständig unterhaltsberechtigt?


    Zitat Zitat von Ingo Beitrag anzeigen
    Du meinst bestimmt nicht das Erlöschen des Unterhaltsanspruchs nach dem Tode des Berechtigten sondern § 1615l BGB.

    ups...https://forum.f-sb.de/images/smilies/rolleyes.png

    Zitat Zitat von Ingo Beitrag anzeigen
    Indem Du die Heiratsurkunde dem Arbeitgeber vorlegst.
    Wenn ich den Unterhalt nach § 1615l BGB leisten muss, dann muss ich sicherlich die Vaterschaft anerkannt haben, richtig?

    Muss ich zusätzliche pfändungsfreie Beträge in einer vorgegebenen Form an die unterhaltsberechtigte Person abführen?

  10. #10
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    Hi,
    Zitat Zitat von Malak Beitrag anzeigen
    nicht herausfallen = vollständig unterhaltsberechtigt?
    sorry, falsch formuliert. Nicht berücksichtigt oder teilweise herausfallen.

    Zitat Zitat von Malak Beitrag anzeigen
    Wenn ich den Unterhalt nach § 1615l BGB leisten muss, dann muss ich sicherlich die Vaterschaft anerkannt haben, richtig?
    Ja.

    Gruß
    Ingo

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