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Thema: BGH Urteil: Gebühren für Ticktes zum selbst ausdrucken (print@home) unzulässig.

  1. #1
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    Standard BGH Urteil: Gebühren für Ticktes zum selbst ausdrucken (print@home) unzulässig.

    Ich werde ja nicht müde solche Dinge zu "bewerben".

    Die Verbraucherzentrale NRW hat sich dieser Tage letztinstanzlich gegen den Riesen-Tickethändler Eventim durchgesetzt und deren Gebühren (bei Eventim waren es 2,50 Euro je Bestellung) für das Ausdrucken von Ticktets am eigenen Rechner für generell unzulässig erklärt.

    Von daher können Betroffene auch in der Vergangenheit (zu unrecht) gezahlte Beträge zurückfordern. Die VZ-NRW stellt dafür dieses Musterschreiben zur Verfügung:

    https://www.verbraucherzentrale.nrw/...ntathome_0.pdf

    Natürlich funktioniert dies nur für Vorgänge die noch nicht der Anspruchsverjährung des BGB "zum Opfer gefallen" sind. Konkret heißt das Stand heute: Ihr könnt alles ab dem 01.01.2015 zurückfordern.

    Es wird ebenfalls darauf aufmerksam gemacht, dass nach Ansicht der Verbraucherzentrale (und auch meiner persönlichen) dieses Urteil grundsätzlichen Charakter hat. Was bedeutet, dass auch alle anderen Anbieter die derartige Kosten in Rechnung gestellt haben von dem Urteil betroffen sind und daher auch eine solche Rückforderungsaufforderung vor den Latz geschickt bekommen sollten.

    BGH, Urteil vom 23.08.2018 - AZ III ZR 192/17
    Geändert von Caffery (27.08.2018 um 11:37 Uhr)
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  2. #2
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    Also grundsätzlich bin ich ja auch dafür, nichts zu zahlen was man nicht zahlen muß bzw. nichts zu zahlen was nicht rechtens ist.

    Insofern finde ich deine Einstellung und deinen "Kampfeswillen" durchaus gut. :-))

    Allerdings ist es dann auch so, daß ich mir die Frage stelle, ob sich das für 2,50 Euro pro Fall wirklich lohnt. Man muß sich hinsetzen und schreiben, daß Zeugs per Brief (0,70 Euro) Fax oder Mail verschicken. Dann, weil sie nicht zahlen werden mahnen.................und dann? Tatsächlich irgendwann klagen bzw. einen Mahnbescheid beantragen?

    Das ist doch bei den 0180er Nummern genau das gleiche Spiel. Sky ist erst vor kurzem dazu verdonnert worden, die Gebühren für die Anrufe zu senken, also auf das übliche für Festnetzgespräche anfallende Niveau zu senken,

    https://www.teltarif.de/hotline-sky-...ews/73748.html

    Und nu? Selbst die Deutsche Bahn, immerhin ein "halb staatliches" Unternehmen hält sich nicht an solche Vorgaben und kassiert munter für Anrufe ab.

    Die wissen genau, der einzelne Betroffene wird aufgrund der geringen Beträge nichts machen und bis die Verbraucherzentralen ein endgültiges Urteil erreicht haben, haben die Unternehmen damit soviel abkassiert, daß sich auch ein verlorenes Gerichtsverfahren durchaus noch lohnt.

  3. #3
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    Tief im Herzen bin ich ja auch ein kleiner Berufspessimist aber ich finde u.a. bei solchen Dingen ist das wirklich fehl am Platze. Dies möchte ich anhand folgender Stichpunkte begründen.

    1. Das Urteil ob der teuren Servicenummern (Sky etc.) ist noch nicht rechtskräftig, das von mir genannte aber schon - weshalb Dein Gleichnis hinkt.
    2. Ein Fax kostet in aller Regel nichts.
    3. Es dürfte nicht wenige Leute geben bei denen es nicht "nur" um 2,50 Euro geht weil sie in den letzten knapp 4 Jahren mehrmals Betroffen waren wodurch sich der Betrag summiert.
    4. Die von Dir genannte "bringt ja eh nichts" Argumentation dürfte so ziemlich exakt der Strategie entsprechen welche die Gegenseite(n) gerne in die öffentliche Wahrnehmung zementieren möchte(n).
    5. Meiner Erfahrung nach passiert bei derartigen Geschichten wo es um vergleichsweise kleine Beträge geht folgendes: Die Unternehmen setzen einen kreativen Musterbrief auf der an alle geschickt wird die eine Rückforderung stellen. Inhalt frei formuliert: "Eigentlich müssten wir nicht zahlen weil *blub* - wir tun es aus Kulanz aber dennoch" und zahlen dann.
    Nur wenn es um wirklich große Beträge - etwa bei Banken oder Versicherungen - geht weigern sich diese häufig trotz eindeutiger Rechtsprechnung mit kreativen Begründungen zu zahlen. Scheinbar in der Hoffnung, dass die Betroffenen dann einfach aufgeben. Aber dafür gibt es dann ja zum Glück Ombudsstellen.
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  4. #4
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    Dein Engagement finde ich klasse, Caffery.
    Ich muss allerdings zugeben, dass mir die vielleicht 25€, die ich wieder bekommen könnte, nicht den Aufwand wert sind, alle Vorgänge der letzten Jahre rauszusuchen und ein Schreiben dahin zu schicken/faxen/mailen. Meine Freizeit ist mir mehr wert als die (aus privater Sicht: "paar") Kröten.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Eule2017 Beitrag anzeigen
    Dein Engagement finde ich klasse, Caffery.
    Ich muss allerdings zugeben, dass mir die vielleicht 25€, die ich wieder bekommen könnte, nicht den Aufwand wert sind, alle Vorgänge der letzten Jahre rauszusuchen und ein Schreiben dahin zu schicken/faxen/mailen. Meine Freizeit ist mir mehr wert als die (aus privater Sicht: "paar") Kröten.
    Naja, also mal ganz abgesehen von der "Prinzip"-Frage ist das vielleicht auch eine Typ-Frage. Ich persönlich freue mich auch ganz abgesehen von meinem beruflichen oder prinzipgeschwängerten Engagement immer wie Bolle wenn solche Urteile gefällt werden und ich in meinen Unterlagen (in diesem Falle sinds ja nur die Emails) rumkramen kann um "Geld zu suchen".

    Ich verstehe aber, dass sowas nicht jedermanns liebste Freizeitbeschäftigung ist. Schließlich bin ich ja auch "blöd genug" mich hier in meiner Freizeit teilweise episch auszulassen und das natürlich sogar gerne zu tun - ist auch nicht jedermanns Sache

    Dennoch würde ich gerne noch mal kurz mit der Prinzip-Keule schwingen:

    Leute: Diese Riesenfirmen werden nicht müde euch allen mit irgendwelchen Fantasiekosten Geld aus der Tasche zu ziehen. Das ist im Prinzip absolut nichts anderes als die überhöhten Inkassokosten und der ganze kreative Spesenkäse der hier (zurecht) ständig Thema ist. Natürlich ist es ein Kampf gegen Windmühlen und natürlich frage auch ich mich oft wieso die VZ sich ausgerechnet um sowas kümmert und sich nicht z.b. einfach mal diese unappetitliche Kanzlei in der Pfalz an einem Bach (Stammleser wissen wer gemeint ist) zur Brust nimmt.

    Diese Unternehmen erheben meines Erachtens in dem vollem Bewusstsein Kosten von denen sie von vornherein genau wissen, dass sie niemals vor einem Gericht haltbar wären. Deshalb ziehen sie sowas episch in die Länge und spekulieren nur darauf, dass sie 1. die Kosten so lange lustig weiter erheben können bis der BGH abgewortet hat und 2. die Leute nach der finalen BGH-Abwortung zu uninformiert, langsam und faul sind sich darum zu kümmern.

    Ich finde: Das geht garnicht! Soweit meine heutige Rede zur Schlacht
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  6. #6
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    Wie gesagt, du hast vollkommen Recht und ich bewundere dein Engagement und deine Prinzipien. Daumen hoch!

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