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Thema: Irgendwie kommt mir mein Insolvenzverwalter "zu locker" vor ...

  1. #1
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    Frage Irgendwie kommt mir mein Insolvenzverwalter "zu locker" vor ...

    Hallo,

    ich muss unbedingt mein Gespräch mit dem IV hier wiedergeben, da er mir echt zu locker vorkommt, bzw ich Angst habe, dass ich am Ende eine "böse Überraschung" erlebe ...

    1. Wegen Gewerbeannmeldung: "melden sie es einfach an und schicken sie mir die Anmeldung. Am Ende des Jahres eine Aufstellung was sie verdient haben, sie werden schon nichts zum abführen haben"

    2. Ich habe 100 EUR überwiesen als freiwillige Zahlung: seine Aussage " um gottes willen! Überweisen SIE NICHTS!!!" Meinte ich, dass ich ja gern auch meinen Zahlungswillen zeigen möchte.. er dann" WARUM DENN, ABER WARUM DENN... überweisen sie nichts! Sie bekommen am Ende von mir eine Rechnung für die Gerichtskosten und für meine Kosten ca. 1500 EUR das können sie auch in Raten zahlen."

    Stimmt das mit den 1500 EUR ca am Ende?

    3. Auf meine Sorge hin, dass ich angst, habe das am Ende ein Gläubiger querschießt meinte er dann, ich soll aufhören mir Sorgen zu machen, dass wir alles DURCH IHN GEFILTERT! Es passt doch alles" ...

    Irgendwie les ich hier immer, dass man so schnell was falsch machen kann und er klingt für mich eben so locker.. so, zahlen sie am ende die Gerichtskosten und mich und alles ist gut.

    Wie seht ihr das?

    LG usy

  2. #2
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    Zitat Zitat von usy Beitrag anzeigen
    Wie seht ihr das?
    Die Realität ist eher Ponyhof

    Zunächst liegt es in der Natur der Sache, dass hier eher Leute schreiben die Probleme haben. Bei manchen habe ich sogar das Gefühl, dass sie sich die Probleme selbst einreden und vielleicht sogar erfinden

    Von daher spiegelt das Forum hier ein etwas verzerrtes Bild der wahrscheinlichen Realität wider. Diese ist im Normalfall: Insolvenzen sind ein Massengeschäft und weder der ordinäre Inkassogläubiger, noch der Durchschnittsinsolvenzverwalter spendet diesen Massenveranstaltungen normalerweise mehr Aufmerksamkeit als unbedingt notwendig.

    Aber natürlich kann man das alles nicht versprechen da die theoretischen Möglichkeiten von Gläubigern und Verwaltern deutlich weiter gehen als sie dann in aller Regel in der Realität überhaupt in Betracht gezogen werden.

    Es macht also durchaus Sinn sich als Betroffener so zu verhalten, dass man für den (unwahrscheinlichen) worst case gewappnet ist. Ich persönlich berate auch ganz eindeutig in diese Richtung und halte nicht viel von "Es passiert sowieso nichts - also brauchen Sie das alles garnicht zu wissen/näher zu beachten"-Beratungen. Dadurch sind die meisten Rückfragen und Sorgen "meiner Leute" in eine ähnliche Richtung wie Deine. "Warum passiert denn nichts? Mache ich was falsch? Muss/kann ich nicht was machen? Sollte nicht dies oder jenes passieren?" Das ist mir aber allemal lieber, als umgekehrt.

    Zu Deinem Fall konkret kann ich nicht viel sagen. Da Du schon in der WVP bist können freiwillige Zahlungen natürlich Sinn machen wenn Du auf eine Beendigung nach 5 Jahren aus bist.
    Auch kann eine Selbständigkeit dazu führen, dass Gläubiger auf ein fiktives (pfändbares) Einkommen bestehen. Ob das in Deinem Einzelfall ein realistisches Szenario ist - keine Ahnung.
    Geändert von Caffery (19.04.2018 um 09:40 Uhr)

  3. #3
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    Da kann man Caffery nur zustimmen - ich beobachte jeden Tag die Insolvenzbekanntmachungen von meinem Amtsgericht - wenn überhaupt, dann werden vielleicht 1-2% an Insolvenzen versagt - und davon 90% widerrum wegen §298 Inso - Also die Deckung der Mindestvergütung des Treuhänders - das passiert jedoch nicht, wenn die Kosten gestundet wurden.
    Versagungen auf Gläubigerantrag hab ich in den letzten 2 Jahren vielleicht eine Handvoll gesehen.

    Und natürlich sieht man in dem Forum nur die "Probleme" und "Hilferufe" und "Was-wäre-wenn"-Konstellationen - dafür ist das Forum ja auch da. :-)
    Also lehn dich zurück, halte dich an deine Obliegenheiten und informiere deinen TH so wie er es dir gesagt hat dann wird ziemlich sicher nichts passieren.
    Übrigens - auch ich zahle monatlich 50 Euro freiwillig, damit die Treuhänder- / Gerichtskosten nach 5 Jahren gedeckt sind und ich früher raus komme. Das ist durchaus legitim. Vielleicht wollte der TH nicht zu viel Arbeit haben ;-)

  4. #4
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    Danke für eure beruhigenden Worte!

    @tidus: ich würde ja auch gern immer schön immer was abbezahlen, ABER er will das gar nicht. er sagt ja ich bekomme am ende die Rechnung und dann kann ich das bezahlen oder in Raten...

    ich bin auch nur so extrem ängstlich, da ich bei den Gläubigern einen drinnen habe, der ein wenig ungut ist, deshalb hab ich so grosse Bedenken, dass der vielleicht am Ende Gründe suchen wird um mir das Leben schwer zu machen.

    Und einer meiner Bedenken ist halt, da ich nur Geringfügig arbeite ... ich führe zwar Bewerbungsauflistung, aber es gibt hier im Umkreis nur bedingtes Angebot an Jobs. Tue mich echt schwer überhaupt auf drei Bewerbungen zu kommen in der Woche. Das was ich gelernt habe, kann ich net arbeiten .. und das was ich sonst gemacht habe, gibt es hier im Umkreis so gut wie keine Jobs.

    Aber danke schon mal für euer Feedback!

    LG usy

  5. #5
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    ..HOFFENTLICH BEKOMME ICH auch , wenn ich nun den Schritt wage, auch einen netten Isolvenzverwalter, ich habe ja soviel Angst, falle on einer Angstattacke in die nächste.
    Ich muss auch wieder Fragen stellen.. das mache ich in den kommenden Tagen

    Grüsse an Alle

  6. #6
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    Insolvenzverwalter sind typischerweise nicht so schlimm, wie man es sich ausmalt, aufgrund von diversen Threads hier.
    Wie geschrieben, der Großteil der Insolvenzverwalter wollen ganz in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen - das bestehende Vermögen verwerten und bei einem Null-Plan entschwindet die Arbeitslaune sowieso drastisch, weil die damit nur wenig Geld verdienen und das nur "nebenher" läuft.
    Die Insolvenzverwalter können sich auch die Aufträge nicht aussuchen, sie können nur aus wichtigen Gründen (bsp. Befangenheit o.Ä.) ablehnen, wenn ich richtig informiert bin.

  7. #7
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    Hallo,

    meistens wird hier ja auch nur von den negativen Erfahrung die man gemacht hat berichtet, deswegen ist deine Sorge natürlich schon verständlich.
    Aber... nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird, wie man so schön sagt.

    Bei mir lief das Erstgespräch mit dem IV ähnlich ab. Als ich ihm sagte was ich plane monatlich an ihn abzuführen, schaute er mich an als hätte er einen Geist gesehen, und fragte wörtich "ob es mir noch gut gehen würde"... Ich als Selbstständiger wäre doch ziemlich dumm wenn ich etwas abführen würde ohne es zu müssen, da würde er lieber erst nochmal etwas "Stress" bei den Gläubigern machen und sich gezahlte Raten zurückzahlen lassen. Sollte das dann nicht die Kosten des Gerichts und seine Kosten decken, dann könnte man sich mal über freiwillige Zahlungen zur Deckung der Kosten unterhalten um nach 5 Jahren durch zu sein.
    Sein O-Ton, "ich habe schon sehr sehr sehr viele RI´s begleitet, aber bis dato wäre ich einer der wenigen gewesen die wirklich etwas freiwillig zahlen wollten".
    Solange man keine privaten GL hat die warum auch immer einen "Hass oder ähnliches" auf einen haben, sollte man sich als Selbstständiger keine Gedanken über Zahlungen machen. So die Aussage meines IV bzw. jetzt TH.

    Gruss
    Fragender01

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