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Thema: Insolvenz-zusammenziehen- fällt Kindesunterhalt weg?

  1. #1
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    Standard Insolvenz-zusammenziehen- fällt Kindesunterhalt weg?

    Hallo liebe Fories,

    ich habe mehrere Fragen.

    Also :

    Ich, mehrere Jahre in der Insolvenz, eine Unterhaltspflichtige Person (Kind) wohne nicht mit der Kindesmutter und Kind zusammen, zahle ihr logischerweise Kindesunterhalt welcher auch in der Unterhaltspflichtigen Personen Tabelle berücksichtigt wird, wodurch nicht soooviel vom Lohn gepfändet wird.
    Frau bekommt Hartz4, macht aber Ausbildung gefördert vom Jobcenter.

    Nun möchte ich aber bald mit der Kindesmutter und Kind zusammen ziehen und genau da , kommt mir eine sehr wichtige Frage auf.

    Wenn wir zusammen ziehen, muss ich dann keinen Kindesunterhalt mehr zahlen bzw. wird das dann in der Tabelle nicht mehr berücksichtigt sodass, viel mehr Geld vom Lohn an den Insoverwalter geht?
    Ich kann das kaum glauben, habe aber von folgender Geschichte erfahren:

    Bekannte, auch ein Paar (Mann, Frau und Kind) wohnen zusammen, Frau bekommt volles Geld vom Amt, Mann ist auf 600€ angestellt , laut deren Aussage, weil sie zusammen leben, muss der Mann weder Kindesunterhalt noch Unterhalt für die Frau zahlen (unverheiratet, jedoch muss man ja die ersten drei Jahre auch Unterhalt für die Frau zahlen).

    Ich kann nicht glauben das er keinen Kindesunterhalt zahlen muss, sie wohnen zwar zusammen aber trotzdem?

    Wenn beide arbeiten würden und nichts vom Amt bekommen, sehe es anders aus, da kann man das ja unter sich klären, aber die Situation sieht halt so aus, dass sie Geld vom Amt bekommen (Hartz4 usw.)


    Und wo wir schon mal bei sind, weiß jemand vielleicht grob , ob und wieviel Hartz4 die Kindesmutter ungefähr noch bekommen würde, wenn wir zusammen ziehen? Ich denke mal das ich bei meinem Lohn, ca. 2100 Netto, komplett für Sie und Kind (Bedarfsgemeinschaft) aufkommen müsste und Sie weder Mietsgeld noch andere Ansprüche hat, stimmts?

    Viel wichtiger ist mir aber die Frage, wie das dann mit dem Kindesunterhalt aussieht, ob ich dann wirklich keines mehr zahlen muss bzw. es dann auch nicht mehr in der Tabelle als eine Unterhaltspflichtige Person berücksichtigt wird.

    Danke vielmals!

  2. #2
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    Zitat Zitat von mr.sunshine Beitrag anzeigen
    Wenn wir zusammen ziehen, muss ich dann keinen Kindesunterhalt mehr zahlen bzw. wird das dann in der Tabelle nicht mehr berücksichtigt sodass, viel mehr Geld vom Lohn an den Insoverwalter geht?
    Klar bist Du weiter Deinem Kind gegenüber zum Unterhalt verpflichtet.

    Zitat Zitat von mr.sunshine Beitrag anzeigen
    Und wo wir schon mal bei sind, weiß jemand vielleicht grob , ob und wieviel Hartz4 die Kindesmutter ungefähr noch bekommen würde, wenn wir zusammen ziehen? Ich denke mal das ich bei meinem Lohn, ca. 2100 Netto, komplett für Sie und Kind (Bedarfsgemeinschaft) aufkommen müsste und Sie weder Mietsgeld noch andere Ansprüche hat, stimmts?
    So ist es. Abgesehen von der Unterhaltsverpflichtung des Kindesvaters gegenüber des Kindes der Dame.

    Ich persönlich würde ja in so einer Konstellation einen Teufel tun und in eine Bedarfsgemeinschaft zusammenziehen. Das hat nichts mit Gefühlskälte oder Egoismus zu tun. Die beiden könnten gerne meine Schlüssel kriegen, quasi dauerhaft zu Gast sein und nur einmal die Woche zum Lüften nach Hause fahren... alles andere wäre aber bei der aktuellen Gesetzeslage der "Bedarfsgemeinschaft" wirtschaftlich ziemlicher Unsinn.
    Geändert von Caffery (07.04.2018 um 16:18 Uhr)

  3. #3
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    Wirtschaftlich "Unsinn"? Nu ja. Nicht für den Steuerzahler. Vielleicht bin ich altmodisch, aber ich dachte, dass man sein Kind, seine Frau und sich selbst vorrangig selbst versorgt, sofern man das denn kann.

  4. #4
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    Naja, ich will nicht sagen, dass meine Aussage nicht auch kritisch gesehen werden kann aber entweder Du hast die Konstellation nicht richtig gelesen oder aber Du siehst die Situation tatsächlich ganz deutlich "christlicher" als ich.
    Was aber auch völlig okay ist. Ich gebe zu bei dem Thema einen für manche etwas extrem anmutenden Standpunkt zu vertreten - den ich auch "auf der Arbeit" nicht so formulieren würde.

  5. #5
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    Okay, ich habs nochmal gelesen und muss leicht zurückrudern. Ich (und nicht shopgirl) hatte es teilweise falsch gelesen und ziehe meinen angesichts dessen "extremen" Einwand zurück. (sorry! - ich blöd!)

    Weiterhin will ich folgendes ergänzen:

    Du musst wenn Du mit Deiner Partnerin und eurem gemeinsamen Kind (wenn ichs nun hoffentlich richtig verstanden haben) zusammenziehst keinen Barunterhalt mehr leisten. Zum Unterhalt verpflichtet bist Du natürlich trotzdem noch, wirst dann aber Naturalunterhalt leisten. In der Pfändungstabelle wird das Kind dann natürlich weiterhin pfändungsoptimierend ins Feld zu führen sein.

    Einen SGB II Antrag würde ich dann auf jeden Fall auch stellen. Dabei wäre Dein bereites Einkommen voll zu berücksichtigen. Also jenes was nach Abzug des durch die Insolvenz abgetretenen Einkommen übrig bleibt. Je nach Höhe der (angemessenen) Miete könnte dabei ja durchaus noch ein Restanspruch übrig bleiben.
    Auch ein Wohngeldantrag wäre denkbar.
    Geändert von Caffery (07.04.2018 um 17:12 Uhr)

  6. #6
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    Ach, eins noch: Wie alt ist denn das Kind?

  7. #7
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    Ach, du hattest überlesen, dass es sein Kind ist? Okay, dann haben wir da aneinander vorbei geredet

  8. #8
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    @Caffery

    Natürlich seh ich das genau wie du und das beste wäre es ensteht keine Bedarfsgemeinschaft, solangsam möchte man aber zusammen in eine größere Wohnung ziehen und zusammen wohnen, es gehört sich ja auch einfach so.

    4 ist das Kind.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Shopgirl Beitrag anzeigen
    Ach, du hattest überlesen, dass es sein Kind ist?
    Genau! In diesem Falle reicht auch meine Christlichkeit definitv aus um Vorbehalte gegen eine Familienzusammenführung unter einem Dach aufgrund der m.E. unsäglichen Bedarfsgemeinschaftsregelung für unangebracht zu halten.

    Zitat Zitat von mr.sunshine Beitrag anzeigen
    Natürlich seh ich das genau wie du und das beste wäre es ensteht keine Bedarfsgemeinschaft, solangsam möchte man aber zusammen in eine größere Wohnung ziehen und zusammen wohnen, es gehört sich ja auch einfach so.
    definitiv
    Zitat Zitat von mr.sunshine Beitrag anzeigen
    4 ist das Kind.
    hmmm... dann hattest Du bis vor Kurzem (bis zu seinem vierten Geburtstag) gem. § 1615l Abs. 2 Satz 3 BGB mit hoher Wahrscheinlichkeit noch eine zweite Unterhaltsverpflichtung - gegenüber der Kindesmutter obschon ihr nicht verheiratet seid. Dein Text liest sich nicht so als ob Du davon gewusst oder Gebrauch gemacht hättetst.
    Laut § 1615 lAbs. 2 Satz 4 BGB kann man diesen Zeitraum ein Einzelfällen auch verlängern.

  10. #10
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    Das ist vom Tisch , dazu gab es einen anderen Thread und das soll hier nicht das Thema sein, danke trotzdem für die Tipps.

    Hier ging es mir nur darum, ob man wenn man zusammenzieht trotzdem noch Kindesunterhalt zahlen muss.

    Und ob das dann weiterhin in der Tabelle berücksichtigt wird.

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