Ergebnis 1 bis 7 von 7

Thema: HILFE! IV legt zu hohes fiktives Gehalt für Weiterführung der Selbständigk. fest!

  1. #1
    Registriert seit
    17.03.2018
    Beiträge
    3

    Standard HILFE! IV legt zu hohes fiktives Gehalt für Weiterführung der Selbständigk. fest!

    Hallo.
    Ich habe ein riesiges Problem.
    Ich muss (betrieben durch Pfändungen vom Finanzamt) Insolvenz anmelden, da ich keine Zahlungen mehr leisten kann.
    Ich bin Freiberufler, über 50 und habe einen Angestellten.
    Das Gericht hat bei Einreichung des Antrags einen Gutachter und späteren Insolvenzverwalter bestellt. Dieser soll ein Gutachten erstellen. Das tut er gerade. Gleichzeitig bekundete der Anwalt, mir eine Freigabe der weiteren selbständigen Tätigkeit zu geben. Ich dachte da noch an ein Planverfahren. Soweit so gut. Aber jetzt kommt der Haken:

    Der Anwalt setzt ein fiktives Gehalt von 60000,- € an. Lt. Statistiken und meinen vielen Jahren Erfahrung ist das absolut unrealistisch, da das durchschnittliche Gehalt in meiner Barnche zwischen 36000,- und 40000,- Euro (ERA 5) liegt. 50000,- bekommt man in einer Managementposition. Die bekomme ich sicher nicht.
    Er argumentiert, dass ich ja einen Angestellten habe, der zusätzlich Umsatz bringt. Mein Argument dagegen war, das Gehalt sei unrealistisch und evtl. durch die Höhe auf Dauer nicht haltbar. Ausserdem verhindert eine zu hohe Rate die Durchführung eines Planverfahrens, da ich gehört habe, man sollte 35% in 3 Jahren anbieten. Er besteht aber darauf.

    Was soll ich nur tun? Bin absolut ratlos!

    Ich wäre dankbar für eine Antwort.
    RobiTobi

  2. #2
    Registriert seit
    06.01.2016
    Beiträge
    340

    Standard

    Weder IV noch Gericht legen das fiktive Gehalt fest, sondern Du. Die Faktoren dafür sollten ja bekannt sein. Ist es nach Meinung der Gläubiger zu niedrig, kann daraus eine Versagung der RSB erfolgen. Allerdings müsste der Gläubiger seine Ansicht schlüssig darstellen. Zum Planverfahren findest Du ein paar Infos hier im Forum und 35% hat damit nichts zu tun. Wieviele Gläubiger hast Du denn? Das FA ist zumindest eine gute Partie wenn es um Zustimmungen im Planverfahren geht ;-)

  3. #3
    Registriert seit
    17.03.2018
    Beiträge
    3

    Standard

    Hallo.
    Vielen Dank für die Antwort. Hatte nicht gehofft, so schnell eine Rückmeldung zu bekommen.
    Ja, hab ich gehört. Aber der Gutachter und IV meinte, er gestattet mir alles, aber er möchte dann 750,- € aus meinem Einkommen haben, sonst lohnt es nicht und er gibt keine Empfehlung wegen Selbständigkeit im Gutachten!
    Das ist quasi Erpressung!
    Ich habe 5 (FA, KK [wegen Nachforderungen bezüglich Steuererklärungen der letzten Jahre], Bank und 2 kleinere) und eine Gesamtsumme von 150000 (incl. Firmenkredit).
    Ich war überzeugt, dass ich die Schulden aus der Fa. selbst abbauen kann, wenn das FA nicht gewesen wäre.
    Hab keine Ahnung, was ich tun soll. Ich habe einen Anwalt gefragt, der meinte: UG anmelden auf die Frau.

  4. #4
    Registriert seit
    28.11.2011
    Ort
    Hamburg/Tostedt
    Beiträge
    718

    Standard

    Lass Dir das vom Anwalt mal schriftlich geben - manchmal "überhört" man die Haftungsprobleme insbesondere mit dem Finanzamt aus § 75 AO bei der "einfachen" Fortsetzung. Wenn er das so mit der Fortsetzung schreibt, kann man nichts mehr überhören. Die Haftung ist dann nicht mehr erwähnt.

    Aber ohne Ironie oder dgl.: Fortsetzen ist gefährlich - die UG hilft, wenn man die Gesellschaft vor der Aufgabe des "Einzelunternehmens" gründet und in Betrieb nimmt. Erst Inso und dann mit neu gegründeter UG den Betrieb mit gleichem Angestellten und gleichem Kunden weitermachen - mir wäre das viel zu HAFTUNGSGENEIGT.

    Nicht selbst fortsetzen, SGB beantragen und dann wird der IV den Betrieb ja wohl nicht fortsetzen. Dann wegen § 75 AO mal eine Beratung einholen und ggf. die Option mit der UG wählen. Der MA wird ja wohl Insolvenzausfallgeld o.ä. beantragen und erhalten.

    Kann der freie Beruf denn als UG geführt werden??

  5. #5
    Registriert seit
    17.03.2018
    Beiträge
    3

    Standard

    Hallo.
    Nochmals Danke für die Antwort.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen:
    Ich möchte ja in dieser Privatinsolvenz selbständig bleiben, da die Firma Gewinne abwirft, und ich 400 - 500 € zahlen könnte, aber nicht 750,-. Damit ginge ein Planverfahren, wenn die monatliche Rate nicht zu hoch ist und das ist Sie. Die Fortführung der Selbständigkeit wäre besser, als eine "reguläre" Privatinsolvenz. Aber der Gutachter und IV möchte eine zu hohe Rate.
    Ich weiss einfach nicht, wie ich darauf reagieren kann.
    Könnte ich, wenn der Gutachter zu dem Schluss kommt, eine Fortführung der Selbständigkeit ist nicht zu empfehlen, das anfechten?
    Der frei Beruf könnte als UG geführt werden.
    Grüße

  6. #6
    Registriert seit
    06.01.2016
    Beiträge
    340

    Standard

    Zitat Zitat von RobiTobi Beitrag anzeigen
    Der frei Beruf könnte als UG geführt werden.
    Grüße
    Zur UG: Bitte nie die laufenden Kosten der Gesellschaftsform (GmbH) wie StB, Jahresabschluss & Veröffentlichungen oder aber Rücklagen außer Acht lassen!

  7. #7
    Registriert seit
    28.11.2011
    Ort
    Hamburg/Tostedt
    Beiträge
    718

    Standard

    In welchem Geschäftszweig erfolgt die freiberufliche Tätigkeit?
    Wer soll den Insolvenzplan erstellen?
    Woraus ergibt sich, dass der Insolvenzplan für die Gläubiger attraktiver als die normale Verfahrensstruktur ist?
    Glaubst Du, dass der Plan mit monatlichen Ratenzahlungen aus der fortgeführten und freigegebenen selbständigen Tätigkeit genehmigt werden wird?
    Trifft es zu, dass die "Insolvenzanmeldung" mit eigenem know-how erfolgte und Fremd-know-how nicht eingeflossen ist?

    Die Frage, ob die Feststellung im Gutachten, die Fortführung der Selbständigkeit sei nicht zu empfehlen, angefochten werden kann, macht mich mich in besonderem Masse unruhig.

    Wenn der Gutachter die Fortführung nicht empfiehlt, kannst Du das gleichwohl und dennoch machen. Entscheidend ist allein, ob er die Tätigkeit frei gibt - ich hoffe noch, dass Du nicht in einer selbstgebauten Falle aufwachen wirst.

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •