Seite 1 von 4 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 35

Thema: Restschuldbefreiung 35% Quote??? Honorar InsoV total abgehoben

  1. #1
    Registriert seit
    14.03.2018
    Beiträge
    3

    Standard Restschuldbefreiung 35% Quote??? Honorar InsoV total abgehoben

    Sehr geehrte Mitschuldner,

    folgendes Problem. Im Juni 2015 wurde bei mir das Insoverfahren eröffnet, ich rechnete eigentlich damit das ich nach 36 Monaten die Restschuldbefreiung bekomme.

    Finanzielle Schwierigkeiten nach Trennung/Scheidung, Sorgerechtsstreit, Steuerklasse 1, Bürgschaften für meine EX-Frau usw.
    Das gute ist, die Kinder sind in meinem Haushalt geblieben, obwohl ich der Vater bin. Aber es wahr nicht leicht.
    Bin auch wieder verheiratet, war also nicht all zu lange Single.

    Anfänglich hatte ich ca. 35000€ Schulden/Bürgschaft. Durch die Zwangsversteigerung meines Hauses usw. wurden am Ende 95000€ festgestellt.

    Bei 95000€ brauch ich also 33250€ Tilgung für die 35% Quote.

    Nun ist es aber so das der InsoV bis zur Pfändung von 25000€ 40% Honorar berechnet.
    Danach dann 25%
    Ab dem Moment wo die Wohlverhaltensphase beginnt, also er die Schlussrechnung dem Gericht vorlegt, er nur noch 2% Honorar abziehen darf.

    Bedeutet, je mehr Zeit er sich lässt, desto mehr Honorar generiert er. Irgendwelche Fadenscheinigen Argumente warum er die Schlussrechnung nicht fertig hat.
    Jetzt Heute endlich bekam ich die Schlussrechnung, nach 32 Monaten. Das ist der Hammer. Weil er so lahmarschig wahr, also viel länger 40 bzw. 25% Honorar kassiert hat, der Aufwand war ja ach so groß, Rechnet der sein Honorar noch mal mit dem Faktor 1,25, also 25% mehr extra.
    Es wurden seit beginn 38000€ gepfändet und er nimmt sich davon ein Honorar von 24300€ für sich. Dann kommen diverse Kosten und die Gerichtskosten usw. dazu
    Bleiben am Ende nur noch 10500€ für die Gläubiger. Das kann doch wohl nicht wahr sein. 1/4 nur für die Gläubiger?????
    Bis Juni (3 Jahre) sollten durch Gehaltspfändung plus Bonus usw. noch ca 10000€ dazu kommen. Am Ende sind mir also 48000€ insgesamt gepfändet worden.
    Wie soll ich denn so die 35% Quote schaffen.
    Fühle mich Mega verarscht.
    Müsste jetzt quasi nochmal 13000€ besorgen um die Quote zu erfüllen, wie soll das gehen?

    Ist das alles so rechtens, das der InsoV soviel Honorar bekommt? Er alleine bekommt ja mehr als alle Gläubiger zusammen.
    Warum ist die Gebührenordnung da so aufgestellt, das der InsoV für Lahmarschigkeit mit mehr Honorar belohnt wird und dann noch sagen kann, ich war nur so langsam weil es alles soooooo schwierig war und deshalb kommen nochmals 25% Honorar dazu????
    Sollte ich die RSV jetzt nicht schaffen, dann verlängert sich das ganze ja nochmal um 2 Jahre. Bedeutet für mich und meine Familie (3 Kinder) das mein Gehalt weiter gepfändet wird, was dank Bonuszahlungen, Weihnachtsgeld usw. am Ende nochmal mit 30000€ zu buche schlägt.

    Kann mir da einer einen Tipp geben was ich machen kann, wie ich dagegen angehen kann. Denn meiner Meinung nach bin ich dann mit 48000€ von 95000€ schon über die 50%.
    Das alles weil ich für meine EX-Frau (Frau) einige Bürgschaften unterschrieben hatte, für ihre Selbstständigkeit.
    Dann noch mein Haus verloren........

    Vielen Dank im voraus.

  2. #2
    Registriert seit
    11.06.2016
    Beiträge
    382

    Standard

    Ihr Frust ist absolut zu verstehen, aber ob da der Insolvenzverwalter dran Schuld ist, wage ich mal zu bezweifeln.

    Das Vergütungsrecht hier zu erläutern, würde den Rahmen deutlich sprengen. Das ist tatsächlich noch komplizierter und umstrittener als die insolvenzrechtlichen Vorschriften.

    Das Sie das alles als fadenscheinig ansehen ist auch klar. Aber anscheinend wurde ein Haus versteigert. Der Insolvenzverwalter kann natürlich erst das Verfahren beenden, wenn alles pfändbare, was Ihnen gehört, verwertet wurde, somit auch das Haus. Oder welche "fadenscheinigen" Gründe meinen Sie?

    Im Gründe hat der Verwalter Anspruch auf die Regelvergütung (wie von Ihnen berechnet). Einfach gesagt: Wird es erheblich schwieriger als der Normalfall, kann er Zuschläge beantragen; wird es erheblich einfacher, muss er Abschläge hinnehmen. Gründe für Abschläge wären im allgemeinen keine Verwertungsmaßnahmen (scheint aber bei Ihnen der Fall zu sein), schriftliches Verfahren angeordnet und wenig Gläubiger (10 und weniger). Aber selbst, wenn ein Abschlag gemacht werden würde, müsste bei Ihnen ein 50% Abschlag gemacht werden, damit es reicht. Das scheint aus meiner Sicht utopisch, so Leid es mir tut.

  3. #3
    Registriert seit
    23.05.2015
    Beiträge
    892

    Standard

    Zitat Zitat von benj3001 Beitrag anzeigen
    Sehr geehrte Mitschuldner,

    folgendes Problem. Im Juni 2015 wurde bei mir das Insoverfahren eröffnet, ich rechnete eigentlich damit das ich nach 36 Monaten die Restschuldbefreiung bekomme.

    Finanzielle Schwierigkeiten nach Trennung/Scheidung, Sorgerechtsstreit, Steuerklasse 1, Bürgschaften für meine EX-Frau usw.
    Das gute ist, die Kinder sind in meinem Haushalt geblieben, obwohl ich der Vater bin. Aber es wahr nicht leicht.
    Bin auch wieder verheiratet, war also nicht all zu lange Single.

    Anfänglich hatte ich ca. 35000€ Schulden/Bürgschaft. Durch die Zwangsversteigerung meines Hauses usw. wurden am Ende 95000€ festgestellt.

    Bei 95000€ brauch ich also 33250€ Tilgung für die 35% Quote.

    Nun ist es aber so das der InsoV bis zur Pfändung von 25000€ 40% Honorar berechnet.
    Danach dann 25%
    Ab dem Moment wo die Wohlverhaltensphase beginnt, also er die Schlussrechnung dem Gericht vorlegt, er nur noch 2% Honorar abziehen darf.
    So ist das nun mal. Ich würde beim Gericht nachfragen warum mit 1,25% abgerechnet wird - aber das dürfte der einzige Ansatz sein.

  4. #4
    Registriert seit
    03.04.2009
    Beiträge
    4.318

    Standard

    Es gibt halt auch keinen Rechtsanspruch auf die Verkürzung auf drei Jahre.

  5. #5
    Registriert seit
    01.01.1970
    Ort
    hoch im Norden
    Beiträge
    959

    Standard

    Zitat Zitat von benj3001 Beitrag anzeigen
    Ist das alles so rechtens, das der InsoV soviel Honorar bekommt? Er alleine bekommt ja mehr als alle Gläubiger zusammen.
    Ja, es ist durchaus möglich, dass das rechtlich ganz einwandfrei ist. Die Regelvergütung des IV ist gesetzlich eindeutig festgelegt: § 2 InsVV. Das Gericht prüft die Berechnungsgrundlage und muss auch prüfen, ob Voraussetzungen für Zuschläge oder Abschläge vorliegen. Die Gründe für Zuschläge oder Abschläge sind in § 3 InsVV genannt.

    Offenbar hat der IV in seinem Vergütungsantrag Gründe genannt, die aus seiner Sicht für eine Erhöhung sprechen (Faktor 1,25). Du kannst bei Gericht Akteneinsicht nehmen, wenn Du den Wunsch hast, den Verfahrensablauf und die Tätigkeit des IV besser nachvollziehen zu können. Es sollten sich aus den Berichten des IV auch die Gründe für die lange Bearbeitungszeit ergeben. Grundloses Warten (oder "Lahmarschigkeit") wäre eindeutig nicht in Ordnung.

    Wurdest du denn vor der Insolvenz zur 35%-Quotenregelung irgendwie beraten? Ich weise hier in der Beratung immer sehr ausführlich auf die "Kostenfalle" hin, damit sich Schuldner nicht vorschnell unbegründete Hoffnung machen. Maßgeblich für die 35%-Quote ist leider nun mal das, was die Gläubiger tatsächlich erhalten.

    Der Schock ist natürlich groß, wenn einen die Vergütungsabrechnung so völlig unvorbereitet trifft.

  6. #6
    Registriert seit
    20.01.2018
    Beiträge
    252

    Standard

    Das Gesetz steht evtl. auf der Seite des IV.

    Es ist für mich aber schon ein starkes Stück. Mir kommt echt die Galle hoch wenn ich sowas lese. Da liegt einer auf dem Boden und andere machen ein Geschäft draus. Oh je, armes Deutschland. Irgendwas stinkt hier zum Himmel.

  7. #7
    Registriert seit
    03.04.2009
    Beiträge
    4.318

    Standard

    Oh je, armes Deutschland
    Muss so ein populistisches Gekeife immer sein? Man kann ja den Einzelfall kritisieren, ist aber überflüssig, so lange man die Details nicht kennt. Ganz grundsätzlich: Soll ein IV umsonst arbeiten? In den meisten Fällen kommt ja keine oder wenig Masse rum. Dann erhält der IV eben seine Mindestvergütung und arbeitet für 100 Euro im Jahr. Man kann 40% von großer Masse zu viel finden, das ist völlig legitim. Das ist aber nunmal vom Gesetzgeber so festgelegt. Wem das stinkt, dem bleibt es unbenommen, eine Petition einzureichen und sich dafür einzusetzen, das Insolvenzrecht zu ändern. Sich in Foren über "das arme Deutschland" auszukotzen, ist sicher der falsche Weg.

    Ist ja nun auch nicht so, dass diese Zahlen nicht irgendwie bekannt wären, oder?

  8. #8
    Registriert seit
    20.01.2018
    Beiträge
    252

    Standard

    Soll ein IV umsonst arbeiten?
    sorry, Du hast natürlich vollkommen recht und Dir war es auch schnuppe wer die Kohle einkassiert. Und ich finde das der IV sich die 24.000 Euro richtig verdient hat. Soll der Schuldner doch 2 Jahre weiter zahlen, wen interessiert das schon. Dich jedenfalls eher nicht.

  9. #9
    Registriert seit
    20.01.2018
    Beiträge
    252

    Standard

    Dann erhält der IV eben seine Mindestvergütung und arbeitet für 100 Euro im Jahr.
    Verstehe ich nicht

  10. #10
    Registriert seit
    20.12.2014
    Beiträge
    688

    Standard

    Zitat Zitat von Päffläff Beitrag anzeigen
    sorry, Du hast natürlich vollkommen recht und Dir war es auch schnuppe wer die Kohle einkassiert. Und ich finde das der IV sich die 24.000 Euro richtig verdient hat. Soll der Schuldner doch 2 Jahre weiter zahlen, wen interessiert das schon. Dich jedenfalls eher nicht.
    Da hast Du natürlich recht. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass das einzig faire wäre, wenn der IV gar nichts bekommt, weil es ihn einfach nicht gibt und der Schuldner seine kompletten Schulden tilgt.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •