Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 44

Thema: Überschuldung durch Scheidung

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Registriert seit
    10.03.2018
    Beiträge
    3

    Standard Überschuldung durch Scheidung

    Erst einmal entschuldigt, falls ich einen ähnlich gelagerten Fall überlesen haben sollte. Ich habe wirklich viele Beiträge durchgelesen, aber es war nicht mal ansatzweise etwas dabei.

    Mein Mann und ich werden uns scheiden lassen. Wir haben uns letztes Jahr im Januar getrennt.GsD sind wir uns mehr oder weniger einig und kämpfen nicht um jeden Löffel. Leben und leben lassen, auch unserer beiden Kinder, 8 und 10, zuliebe. Wir arbeiten beide Vollzeit, ich verdiene etwas mehr als er, die Kinder wechseln im 2 Wochen Ry*********us hin und her (kein Barunterhalt).

    Gemeinsam waren unsere Verbindlichkeiten kein Problem, oder zumindest kein großes. Es war immer knapp, aber schaffbar. Nun ist es aber so, dass mein Ex nach der Scheidung für seine Hälfte der Verbindlichkeiten nicht mehr aufkommen können wird. Wir waren bereits bei einer Schuldenberatung, welche uns bestätigt hat, dass unser Plan, alles gerecht zu verteilen, gut ist. Leider scheitert dieser Plan nun, und zwar an meiner Schwiegermutter!

    Unsere Schulden sind eigentlich übersichtlich, aber die Umstände machen es sehr komplex (daher auch der lange Text - bitte vielmals um Entschuldigung, ich habe versucht, möglichst viele Informationen direkt strukturiert abzubilden):

    4.800 € finanziertes Fahrzeug
    48.000 € Privatkredit Targobank
    28.000 € Bauspardarlehen Schwäbisch Hall
    114.000 € Immobilie A (gekauft 09/2008, Eigentum 50:50, bewohne ich zzt. mit den Kindern) bei der BHW
    Und jetzt kommt das Problem und der größte Fehler meines Lebens:
    88.000 € Immobilie B, Eigentum 50:50, bei der BHW
    Dieses Haus haben wir der Schwiegermutter nach dem Tod meines Schwiegervaters vor 12 Jahren abgekauft (zu einem Preis, der etwas höher war als die Schulden, die noch drauf waren), da mein Schwager sein Erbe ausgezahlt haben wollte. Der Schwiegermutter haben wir zur Sicherheit ein unentgeltliches lebenslanges Wohnrecht eintragen lassen, welches nur erlischt, wenn sie freiwillig auszieht oder stirbt (sie ist jetzt 61 und trotz chronisch krank quietschfidel). Das Wohnrecht steht im Grundbuch hinter der Bank.

    Unser Plan war es, dieses Haus zu verkaufen, damit mein Ex seine Hälfte der Verbindlichkeiten zahlen kann. Das andere Haus wollten wir, da das Zuhause der Kids, erhalten.

    Alle Versuche, die Schwiegermutter freiwillig ausziehen zu lassen, um das Haus auf dem freien Markt zu verkaufen, sind gescheitert (inkl. Abfindungsangebot aus dem Erlös -nicht riesig, aber immerhin überhaupt etwas). Sie beharrt auf ihrem Recht, es ist nicht ihre Schuld, dass wir uns scheiden lassen, wir sollen sehen, wie wir klarkommen. Sie hat sogar damit gedroht, uns auf die ihr zustehende Abfindung zu verklagen, einen Titel zu erwirken, den sie dann nach der ZV und einer evtl. PI zum Tragen kommen lassen will (welcher Rechtsverdreher ihr dazu geraten hat, weiß der Henker). Ihr eigener Sohn und ihre ach so heißgeliebten Enkel, sind ihr plötzlich scheiß egal.

    Ist es theoretisch möglich, die BHW zu bitten, nur diese Immobilie in Zwangsversteigerung zu geben?

    Mein Ex teilte mir bereits mit, sobald die Scheidung rechtskräftig ist, wird er die Finger heben, alle Zahlungen einstellen und PI beantragen. Da wir alle Verträge gemeinsam unterschrieben haben, kommen die Gläubiger dann direkt zu mir. Ich kann aber die Verbindlichkeiten auch nicht alle alleine tragen. Muss ich dann auch in PI?

    Was würde passieren, wenn wir Immobilie A vorher auf dem freien Markt verkaufen (erst ab September möglich wegen der Vorfälligkeitsentschädigung)? Wir könnten mit dem Erlös die Schulden von Immobilie A sowie einen großen Teil der anderen Schulden begleichen. Das wäre natürlich nicht machbar, wenn auch diese Immobilie durch ZV verkauft würde. Wenn wir dann anschließend die Raten für Immobilie B nicht mehr zahlen, wäre immer noch eine ZV möglich? Und ist eine ZV überhaupt ohne PI möglich?

    Immobilie A nicht zu verlieren, ist unser vorrangiges Ziel, da die Kinder wirklich sehr daran hängen. Vor allem der große, der überhaupt nicht verstehen kann, dass seine geliebte Oma ihm indirekt sein Zuhause wegnimmt. Der Junge ist völlig fertig. Leider konnten wir in der ganzen Zeit nicht alles von ihm fernhalten.

    Wenn es allerdings nicht anders geht, und wir das Haus sowieso nicht retten können, möchte ich dieser Frau auch nicht weiterhin kostenlosen Wohnraum zur Verfügung stellen. Vor allem, da ich für sie (um die Finanzierung zu bezahlen), statt Zeit für meine Kinder zu haben, weiter Vollzeit gearbeitet habe. Und sie mit ihrer Aktion auch meinen Kindern schadet. Mein Ex sieht das genauso.

    Grundsätzlich habe ich nichts gegen eine PI, ich arbeite in einem großen Unternehmen, wo Pfändungen an der Tagesordnung sind. Allerdings fürchte ich trotzdem um meinen Job, da ich nämlich selber in der Personalabteilung arbeite. Ich kenne unseren Flurfunk. Und ich befürchte, dass mein AG mich nicht mehr als vertrauenswürdig betrachten könnte. Nicht meine direkte Vorgesetzte, die weiß, dass ich mich in einer schwierigen Situation wegen der Trennung befinde.

    Ich habe allerdings noch einen weiteren Grund, die PI meiden zu wollen. Und zwar mein Stiefvater. Er möchte mich gerne adoptieren (sein RA meinte, es wäre besser, bis nach der Scheidung zu warten). Da er keine leiblichen Kinder hat, würde sein Erbe an seine Geschwister gehen. Da er bereits beim Tod seiner eigenen Mutter um sein Haus kämpfen musste, möchte er natürlich nicht, dass diese sein Haus anschließend doch noch erhalten. Meine Eltern würden sich erst gegenseitig beerben, ich bin einzig verbliebenes Kind. Er hat eine sehr aggressive Form von Blutkrebs. Es ist also nicht sehr wahrscheinlich, dass er meine Mutter überlebt, dennoch könnte es passieren. Und wenn er dann stirbt, während ich in PI bin, und das Haus erben sollte, ist es weg.

    Ich habe morgen spontan einen weiteren Termin bei meiner Schuldenberatung bekommen, aber meine Gedanken drehen sich momentan extrem im Kreis. Vielleicht habe ich noch eine Möglichkeit übersehen?

    Lieben Dank fürs lesen!
    Maunz

  2. #2
    Registriert seit
    01.01.1970
    Ort
    Hangover
    Beiträge
    1.217

    Standard

    Liebe Maunz, ich habe mir Deinen Beitrag mehrmals und in Ruhe durchgelesen. Ich komme zu der Meinung, dass es keine einigermaßen "sozialverträgliche Lösung" Eurer Kreditverhältnisse unter der Prämisse "Scheidung" gibt.
    Auch wenn es sich vielleicht paternalistisch anhört: überlegt Euch diesen Schritt noch einmal. Gruss Klaus

  3. #3
    Registriert seit
    28.11.2011
    Ort
    Hamburg/Tostedt
    Beiträge
    725

    Standard

    und wenn der Stiefvater einen Teil der Belastung des BHW auf B erwirbt und dann von der Position aus die ZV betreibt - dann ist technisch das Ziel der ZV zu erreichen - die Schiegermutter wird wird sich unsauberbehandelt fühlen.
    Das löst aber nicht das Problem der Zahlungen für A - wenn der Ehemann in die Inso geht, wird der IV den hälftigen Wert haben wollen - wo hoch ist denn die freie Spitze??
    Bin sehr gespannt, was die Schuldnerberatung dazu meint.

  4. #4
    Registriert seit
    14.08.2006
    Beiträge
    8.400

    Standard

    Zitat Zitat von Klaus Beitrag anzeigen
    Liebe Maunz, ich habe mir Deinen Beitrag mehrmals und in Ruhe durchgelesen. Ich komme zu der Meinung, dass es keine einigermaßen "sozialverträgliche Lösung" Eurer Kreditverhältnisse unter der Prämisse "Scheidung" gibt.
    Auch wenn es sich vielleicht paternalistisch anhört: überlegt Euch diesen Schritt noch einmal. Gruss Klaus
    das halte ich ja nun wirklich für einen sehr merkwürdigen Rat.
    Wird dadurch dass man sich nicht scheiden lässt das Geld mehr ?
    Und wie soll sowas aussehen, ein Leben in einer nicht mehr tragfähigen Ehe wegen zwei Immobilien? Was lebt man da den Kindern vor? Die Hütte ist wichtiger als alles andere??

  5. #5
    Registriert seit
    23.05.2015
    Beiträge
    892

    Standard

    Zitat Zitat von camilla Beitrag anzeigen
    Wird dadurch dass man sich nicht scheiden lässt das Geld mehr ?
    Man braucht aber deutlich weniger Geld wenn man in einem gemeinsamen Haushalt lebt.

  6. #6
    Registriert seit
    14.08.2006
    Beiträge
    8.400

    Standard

    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Man braucht aber deutlich weniger Geld wenn man in einem gemeinsamen Haushalt lebt.
    und das tut man dann um jeden Preis über Jahre nur wegen einer Hütte?
    Und da lebt man den Kindern eine gescheiterte Beziehung vor weil Geld wichtiger ist?
    Nein, nicht meine Welt.

  7. #7
    Registriert seit
    03.06.2015
    Beiträge
    84

    Standard

    Man kann ja auf dem Papier verheiratet bleiben und trotzdem getrennte Leben leben. Gibt es auch des öfteren... Ist sicher aber keine Lösung für jeden.

  8. #8
    Registriert seit
    23.05.2015
    Beiträge
    892

    Standard

    Zitat Zitat von camilla Beitrag anzeigen
    und das tut man dann um jeden Preis über Jahre nur wegen einer Hütte?
    Und da lebt man den Kindern eine gescheiterte Beziehung vor weil Geld wichtiger ist?
    Nein, nicht meine Welt.
    Du verzichtest auf maximale Selbstverwirklichung weil dir deine Kinder wichtig sind. Klar kann man seine Beziehung als gescheitert betrachten - wenn die Kosequenz ist das Kinder die in einem Mittelstandshaushalt aufwachsen danach in prekären Verhältnissen aufwachsen - kann man evtl. das ganze anders betrachten.

    Es geht nicht um Geld das wichtiger ist, es geht um Kinder die jetzt in einem Haus aufwachsen das sie mögen, evtl. ist es wert so etwas zu erhalten - weil es wichtiger ist als Tabula Rasa zu machen.

  9. #9
    Registriert seit
    14.08.2006
    Beiträge
    8.400

    Standard

    manchmal hilft einfach nur noch ein großer Knall.

    Wie hoch ist denn dein monatliches Einkommen?
    Davon ist ja vermutlich mit zwei Kindern nicht so viel pfändbar.

    Ich würde mir an deiner Stelle JETZT eine Wohnung mit den zwei Kindern suchen, die du von unpfändbaren Teil deines Gehalts zahlen kannst.
    Ja, das ist ein Umzug, aber das machen Millionen Menschen mit Kindern.

    Und zwar jetzt, bevor alle Kredite geplatzt sind.

    Und dann alle weiteren Zahlungen einstellen und die Hütten in die ZV gehen lassen und DANACH in die Inso gehen.

    Unabhängig davon Scheidung.

  10. #10
    Registriert seit
    20.01.2018
    Beiträge
    259

    Standard

    Wenn ich Schuldensumme zusammen ziehe, kommt da der Wert der Immobilen überhaupt mit?

    Immobilie B ist mit dem Wohnrecht wohl nicht so Wertvoll.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •