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Thema: Insolvenzverfahren und Vereinsvorstand

  1. #1
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    Standard Insolvenzverfahren und Vereinsvorstand

    Hallo Forum, ich finde nur ältere Beiträge zu dem Thema, deswegen frage ich hier einfach mal, wie der Stand der Dinge wohl jetzt in 2018 ist.
    Sachstand: Ich wurde gefragt, ob ich bereit wäre, mich zum Vorstand unseres (Sport-)Vereins wählen zu lassen, ich habe mir Bedenkzeit erbeten, denn ich möchte eigentlich nicht, dass evt. alle Vereinsmitglieder erfahren könnten, dass ich im Insolvenzverfahren bin. Aber würden sie es überhaupt erfahren? Welche Probleme könnten auf mich zukommen, wenn ich z.B. die Vollmacht für das Vereinskonto bekäme? Es ist ja nicht mein Geld, über das ich dann ggfs. verfügen würde, sondern das des Vereins. Oder könnte mein IV auf 'dumme Gedanken' kommen? Ich bin noch im eröffneten Verfahren, so lange die Erbschaftssache nicht geklärt ist, wird der IV wohl auch keinen Schlussbericht schreiben, vermute ich mal.

    Der Verein ist übrigens auch Arbeitgeber. Neben einigen Übungsleitern gibt es auch einige geringfügig Beschäftigte. Finanziell geht es dem Verein ganz gut, da muss sich wohl niemand Sorgen machen. Und ich hätte natürlich besonders darauf ein Auge, dass der Verein nicht in eine finanzielle Schieflage geraten würde (ist aber auch recht unwahrscheinlich dank unserer Sponsoren).

    Vielen Dank für Tipps und Hinweise.

  2. #2
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    Lass Dich in den Beirat wählen. Finger weg von allem anderen, insbesondere vom Vorstandsamt. Natürlich kann jedes Mitglied über das Internet (www.insolvenzveröffentlichungen.de) Deinen Status erfahren. Dein Insolvenzstatus liefert im Fall von Vereinskonflikten [und die kommen (Arbeitgeberstatus!) und werden ganz schnell auch persönliche Konflikte (!!)] immer eine lohnendes Argument, Dich persönlich zu demontieren.
    Die Fragen, die Du aufgeworfen hast, sind alle rational zu lösen. Aber diese Fragen sind nicht die zentralen Fragen.
    Geändert von Klaus (13.03.2018 um 09:24 Uhr)

  3. #3
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    Danke für Deine Antwort, Deinen Rat, Klaus.

    Du redest von vereinsinternen Konflikten, die kommen können.
    Das sehe ich genauso, deswegen auch meine Bedenken.

    Und welche 'externen' Probleme könnte es geben?
    Selbst wenn ich für das Vereinskonto eine Vollmacht hätte, kann der IV doch nicht darauf durchgreifen - oder?

  4. #4
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    Rein rechtlich wäre es unproblematisch, wenn alles - so wie es sein soll - sauber getrennt ist. Vereinsvermögen und Privatvermögen dürfen sich nirgendwo vermischen, die Kassen (auch Bargeldbestände) müssen einwandfrei geführt sein.

    Alles was den Verein betrifft, läuft über das Konto des Vereins - als Privatperson tauchst Du nirgendwo als Kontoinhaber auf, sondern halt nur als Bevollmächtigter des Vereins.

    Falls Du für eine Vereinstätigkeit eine Vergütung oder Aufwandsentschädigung bekommst, wäre dies allerdings in deinem Verfahren anzugeben und könnte ggf. als Einkommen pfändbar sein.

    Wie Klaus schon schrieb, sind diese "rationalen" Fragen lösbar. Seine Erfahrungen wecken aber die Befürchtung, dass man als Vereinsverantwortlicher in der Praxis kein leichtes Leben hat. Da kann ich mangels eigener Erfahrung nichts zu sagen.

  5. #5
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    Meine Frau war während der gesamten Insolvenzzeit Vorsitzende eines Vereins. Wenn man die von Olaf K genannten Punkte beachtet, ist das nach meiner Erfahrung problemlos möglich. Allerdings war das ein kleiner fast familiärer Verein praktisch ohne bezahlte Mitarbeiter. Das ergibt natürlich weniger Konfliktpotential.

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