Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Negativer Schufaeintrag bei Verjährung

  1. #1
    Registriert seit
    20.12.2004
    Beiträge
    58

    Standard Negativer Schufaeintrag bei Verjährung

    Hallo, ich habe folgendes Anliegen: Es geht um einen Schufa Eintrag. Ich habe mir einen aktuellen Auszug geholt und dort steht ein negativer Eintrag von Universum Inkasso. Ich habe nun alles durchgesucht und folgendes gefunden:
    Von Karstadt (früherer Arbeitgeber) eine Mahnung über 350 Euro aus dem Jahre 2010. Dann einen Mahnbescheid von 2010 von Continental Inkasso. (Einen Titel finde ich nicht und kann mich auch nicht daran erinnern. Dort steht der Betrag als Ursprungsforderung. Karstadt ging in dieser Zeit in die Insolvenz.) Seit 2011 wurde der Betrag in der Schufa immer wieder neu saldiert + Zinsen. Seit 2014 steht dort sinngemäß: es wird davon ausgegangen, dass die Forderung uneintreibbar bzw eine Durchsetzung unwirtschaftlich wäre. Seit 2014 nichts mehr.
    Wenn kein Titel besteht ist die Forderung doch verjährt oder?
    Kann man beim Amtsgericht nachhaken, ob es doch einen gibt? (ich kann es mir aber eigentlich nicht vorstellen)
    Wie bekommt man den negativen Eintrag aus der Schufa weg?
    Greift hier das AZ AZ 23 U 68/12 vom OLG Frankfurt, nachdem verjährte Forderungen nicht negativ ausgelegt werden dürfen.
    Ich habe dem Betrag nicht widersprochen und auch noch keine Einrede der Verjährung vorgenommen.
    Wie könnte man hier am besten vorgehen?

  2. #2
    Registriert seit
    22.05.2011
    Beiträge
    744

    Standard

    Wenn es einen Mahnbescheid gab, wäre es logisch, dass das Gericht, dass den Mahnbescheid ausgestellt hat, auch einen Vollstreckungsbescheid erlassen hat. Falls du den Mahnbescheid noch hast, kannst du ja mal dort unter Angabe des Geschäftszeichen aus dem Mahnbescheid anfragen, ob der Vollstreckungsbescheid erlassen bzw. wann und wo dieser zugestellt wurde.

  3. #3
    Registriert seit
    20.12.2004
    Beiträge
    58

    Standard

    Dazu müsste sie es aber ja beantragt haben oder? Ich habe seit diesem Mahnbescheid nicht einen einzigen Brief bekommen. Nur die Eintragung in die Schufa und dort das letzte Mal 2014. Das Inkasso hätte doch auch längst versucht einzutreiben? Im Schufauszug steht: Es wird davon ausgegangen dass die Eintreibung unwirtschaftlich ist. Dann werde ich da mal nachhaken. Ob dir mir überhaupt Auskunft am Telefon geben?

  4. #4
    Registriert seit
    06.03.2018
    Beiträge
    19

    Standard

    Ich spreche aus Erfahrung:

    erstmal... wenn ein Vollstreckungsbescheid besteht, dann bleibt er Eintrag natürlich. Das unbedingt zuerst prüfen.
    Besteht keiner und es wurde tatsächlich nur Mahnbescheid erlassen und dann kam nichts mehr?

    Dann melde dich schriftlich bei der SCHUFA und gib an, dass die Forderung unberechtigt sei und du ihr ausdrücklich widersprochen hast. Der Eintrag wird dann erstmal gesperrt, für ca. 14 Tage.
    Darüber kriegst du dann auch eine Nachricht von der SCHUFA. Die SCHUFA wird dann Rücksprache mit dem Inkassounternehmen halten.
    Jetzt kann es passieren, dass das Inkasso sagt: Nö, die Forderung ist berechtigt. Das ist aber unwahrscheinlich, wenn sie verjährt ist.
    Wenn du Glück hast (so war es wohl bei mir) reagiert das Inkasso dann gar nicht und der Eintrag wird dann nach 14 Tagen gelöscht, darüber kriegst du von der SCHUFA dann wieder eine Nachricht. In dem Moment wird dann auch dein Score neu berechnet und steigt meist schlagartig.

    Mit dem Inkasso würde ich mich gar nicht erst rumschlagen, die reagieren nicht. Die SCHUFA hält da schon Rücksprache. Notfalls wendest du dich an den Ombudsmann oder gleich an den Datenschutzbeauftragten.

  5. #5
    Registriert seit
    22.05.2011
    Beiträge
    744

    Standard

    Auch wenn ein Vollstreckungsbescheid nicht zugestellt werden konnte (z.B. wegen Umzug ohne Ummeldung), verjährt ein erlassener Vollstreckungsbescheid erst nach 30 Jahren. Die Zustellung ist nur die Vorraussetzung für die Zwangsvollstreckung und lässt die Einspruchsfrist zu laufen beginnen.

    Daher muss dringend geprüft werden, was aus dem gerichtlichen Mahnverfahren geworden ist.

  6. #6
    Registriert seit
    22.05.2011
    Beiträge
    744

    Standard

    Nachtrag:
    Und es gibt auch Zustellungen durch Niederlegung (§ 181 ZPO). Wenn man dann den Infozettel nicht mehr in Erinnerung hat, ist das von Nachteil.

  7. #7
    Registriert seit
    01.01.1970
    Beiträge
    6.195

    Standard

    Zitat Zitat von Xerxas Beitrag anzeigen
    Nachtrag:
    Und es gibt auch Zustellungen durch Niederlegung (§ 181 ZPO). Wenn man dann den Infozettel nicht mehr in Erinnerung hat, ist das von Nachteil.
    Nicht im Mahnverfahren.
    Liebe Grüße
    A D O N I S
    --
    Die von mir gemachte Äußerungen beruhen meist auf eigenen Erfahrungen, und sind als eigene Meinung zu einem öffentlichen Diskussionsthema zu sehen. Auf keinen Fall sind meine Äusserungen als Rechtsberatung im Sinne irgendwelcher Gesetze/Verordnungen zu verstehen. Im Zweifelsfall sollte fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

  8. #8
    Registriert seit
    01.01.1970
    Beiträge
    6.195

    Standard

    Zitat Zitat von sminty99 Beitrag anzeigen
    Hallo, ich habe folgendes Anliegen: Es geht um einen Schufa Eintrag. Ich habe mir einen aktuellen Auszug geholt und dort steht ein negativer Eintrag von Universum Inkasso. Ich habe nun alles durchgesucht und folgendes gefunden:
    Von Karstadt (früherer Arbeitgeber) eine Mahnung über 350 Euro aus dem Jahre 2010. Dann einen Mahnbescheid von 2010 von Continental Inkasso. (Einen Titel finde ich nicht und kann mich auch nicht daran erinnern.....)
    Greift hier das AZ AZ 23 U 68/12 vom OLG Frankfurt, nachdem verjährte Forderungen nicht negativ ausgelegt werden dürfen.
    Wenn bisher kein Vollstreckungsbescheid beantragt wurde, könnte man möglicherweise noch gegen den Mahnbescheid Widerspruch einlegen.

    "Möglicherweise" deshalb, weil ein Mahnbescheid ohne Antrag auf erlass eines Vollstreckungsbescheid irgendwann seine Rechtskraft verliert, als als nicht beantragt gilt.

    Ich würde einfach beim zuständigen Mahngericht anfragen, ob jemals ein Vollstreckungsbescheid beantragt bzw. erlassen und zugestellt wurde, und dann entsprechend handeln...

    Grüße
    A***************
    Liebe Grüße
    A D O N I S
    --
    Die von mir gemachte Äußerungen beruhen meist auf eigenen Erfahrungen, und sind als eigene Meinung zu einem öffentlichen Diskussionsthema zu sehen. Auf keinen Fall sind meine Äusserungen als Rechtsberatung im Sinne irgendwelcher Gesetze/Verordnungen zu verstehen. Im Zweifelsfall sollte fachliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •