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Thema: Verhandeln mit Gläubiger, bester einstiegs Punkt?

  1. #1
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    Standard Verhandeln mit Gläubiger, bester einstiegs Punkt?

    Guten Abend liebe Gemeinde.

    Da ich nach stillem mitlesen nun auch etwas Mut und Motivation getankt habe, poste ich nun auch mal

    Ich habe folgendes Anliege. Seit 2008 habe ich ein Paar Schulden aufgebaut. Leider bin ich krankheitsbedingt im ALG 2 Bezug (schon länger) weshalb ich keine Ratenzahlungen mehr leisten konnte. Ich habe Probleme mit folgenden Gläubigern:

    500€ Gläubiger A (ein Inkasso) - Seit 2013, noch keinerlei Zahlung geleistet
    500€ Gläubiger A (ein Inkasso) - Seit 2014, noch keinerlei Zahlung geleistet
    1500€ Gläubiger B (eine Bank, abgewickelt über ein Rechtsanwalt) - Seit 2009 , Zahlungen bis 2011 geleistet.
    1600€ Gläubiger C (ein Inkasso) - Seit 2016, noch keinerlei Zahlung geleistet
    4700€ Gläubiger D (ein Inkasso) - Seit 2012, noch keinerlei Zahlung geleistet

    Die Werte sind Ca angaben und schwanken um maximal + - 30€. Gläubiger A ist absichtlich 2 mal aufgelistet, da dort 2 Fälle geführt werden.

    Eine EV ist bereits mehr als einmal abgegeben wurden. Alle Forderungen sind bereits Tituliert.

    Nun hat mein Onkel sich bereit erklärt, mir 3000€ zur Verfügung zu stellen, da ich ihm früher einmal in einer Finanziellen Notlage geholfen habe. Bedingung ist natürlich, dass dieses Geld für die Schulden verwendet wird. Die Überweisung würde direkt durch ihn erfolgen.

    Wie sollte ich am besten vorgehen? Ich würde Spontan einem Gläubiger ein vergleichsangebot unterbreiten. Nur bin ich mir unschlüssig, wie hoch ich dieses ansetzen soll. Hier im Forum habe ich bereits des öfteren gelesen, dass man am besten mit 1/10 in die Verhandlung gehen sollte. Nur wenn ich bedenke, dass z.b 1/10 bei Gläubiger A rund 50€ Betragen würde, habe ich natürlich die Befürchtung, dass jeglicher Verhandlung direkt abgewunken wird, da dadurch ja noch nicht einmal deren Inkassokosten gedeckt wären.

    Habt ihr vielleicht Tipps, wie ich dort am besten rangehen sollte? Ich würde die Gläubiger gerne per Einmalzahlung befriedigen.

    Ich danke euch bereits ganz herzlich im voraus und wünsche euch einen angenehmen Abend

    Liebe Grüße
    Der Wanderer

  2. #2
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    Zitat Zitat von Der Wanderer Beitrag anzeigen
    Wie sollte ich am besten vorgehen?
    Ich machs kurz:
    Geh zu einer Beratungsstelle und bitte sie einen außergerichtlichen Einigungsversuch + u.U. gerichtlichen Schuldenbereinigungsplan zu versuchen.

    Wenn Du da in Eigenregie irgendwas vor Dich hin verhandelst geht die Chance gegen 100, dass da nicht viel bis nichts bei rauskommt.

  3. #3
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    Das nenne ich mal Kurz, knapp und Verständlich. Danke dir.

    Dann werde ich wohl doch den weg über die Beratungsstelle gehen, auch wenn es wohl sehr viel länger dauern wird. Dennoch bin ich über weitere Tipps und Hinweise Dankbar

  4. #4
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    Zitat Zitat von Der Wanderer Beitrag anzeigen
    Dann werde ich wohl doch den weg über die Beratungsstelle gehen, auch wenn es wohl sehr viel länger dauern wird.
    Dein Beitrag hat an keiner Stelle den Eindruck erweckt, dass Eile geboten ist.

    Wohl aber, dass Du Dich gerne mit den 3000 Euro mit einer möglichst hohen Wahrscheinlichkeit komplett entschulden möchtest.

    Ohne Einigungsversuch über eine Beratungsstelle und die damit verbundene Möglichkeit einer Zustimmungsersetzung ist das (in Eigenregie) meiner Erfahrung nach bei den dargelegten Eckdaten irgendwas zwischen extrem unwahrscheinlich und praktisch ausgeschlossen.
    Geändert von Caffery (09.03.2018 um 20:34 Uhr)

  5. #5
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    Finde ich gut, dass du das so offen und direkt sagst. Sehr viel besser als irgendetwas schön zu reden.

    Eine Komplette entschuldung mit den 3000€ wären natürlich Super. Eile per see ist nun nicht geboten, war eben wohl einfach unglücklich formuliert. Ich bin einfach nur jemand, der wenn er sich dann mal aufgerappelt hat schnellstmöglichst alles erledigen möchte. Ein netter Nebeneffeckt wäre natürlich, dass wenn alles dieses Jahr über die Bühne gehen würde, ich schon einmal 1 Jahr früher aus der Schufa draußen wäre, da diese Ja 3 weitere Kalenderjahre die Erledigung speichert.

    Ich werde aber Montag erstmal bei der Beratungsstelle durchklingeln und ich mich informieren. Habe diese eben via Google ausfindig gemacht.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Der Wanderer Beitrag anzeigen
    Ich werde aber Montag erstmal bei der Beratungsstelle durchklingeln und ich mich informieren.
    Mach das. Die Aufgabe zumindest ist für eine Beratungsstelle eigentlich eine schöne. 5 Gläubiger, durch Unpfändbarkeit gute Verhandlungsposition und ein Einmalvergleichsbetrag um die 35%. Da sollte sich doch ein Berater finden der da Spaß dran hat
    Ich zumindest mache sowas immer gerne.

    Wünsch Dir viel Glück und hoffe schonmal inständig, dass Du nicht mehr als eine Inkassobude dabei hast zu deren Geschäfts- und Verhandlungskonzept "immer Nein sagen" gehört

  7. #7
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    Danke, Spaß werden wir hoffentlich haben

    Sollte es nicht zu lange dauern, werde ich berichten damit ich nicht einen uraltthema wieder aufleben lasse . Meine Position schätze ich grundsätzlich gar nicht mal als so schlecht ein. Natürlich, es sind zwar "nur" knapp 35%, jedoch auch "nur" 4 Gläubiger und darüber hinaus habe ich alle Papiere, worüber sich der Bearbeiter sicher auch sehr freuen wird . Gibt ja genügend, die mehr Gläubiger haben, keinerlei Papiere und nicht einmal einen Überblick ob und wo Schulden bestehen.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Der Wanderer Beitrag anzeigen
    Natürlich, es sind zwar "nur" knapp 35%, jedoch auch "nur" 4 Gläubiger und darüber hinaus habe ich alle Papiere, worüber sich der Bearbeiter sicher auch sehr freuen wird . Gibt ja genügend, die mehr Gläubiger haben, keinerlei Papiere und nicht einmal einen Überblick ob und wo Schulden bestehen.
    Ja, das klingt nach einem sympathischen Fall.
    Zitat Zitat von Der Wanderer Beitrag anzeigen
    Gibt ja genügend, die mehr Gläubiger haben, keinerlei Papiere und nicht einmal einen Überblick ob und wo Schulden bestehen.
    Wem sagst Du das?


    PS: Ich wollte Dich übrigens nicht desillusionieren oder sowas. Es ist aber leider so, dass sehr viele Inkassobuden den Schuldner selbst einfach nicht für voll nehmen. Selbst wenn Du die gleichen Formulierungen benutzen würdest.
    Die Mögichkeit eines Schuldenbereinigungsplans hast Du zudem eben nur über eine Beratungsstelle (geeignete Stelle nach § 305 InsO!) oder einen Anwalt. Aber wenn Du letzteren bezahlt hast, ist die Hälfte des Geldes weg
    Geändert von Caffery (09.03.2018 um 21:07 Uhr)

  9. #9
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    Naja wenn du Alg 2 bekommstist für dich vielleicht §16 a SGB II kommunale Eingliederungsleistung hier Schuldnerberatung greifen
    Wenn du auf absehbare Zeit nicht arbeitsfähig bist wieso bekommst du dann SGB II und nicht SGB XII oder EU Rente, denn bei längerer Erwerbsunfähigkeit dürften Gläubiger schon erkennen das sie vielleicht je nach Alter mit dem Vergleich besser dran sinda

    Und ich möchte noch mal was zu bedenken geben aus eigner Erfahrung als ich mit den Gläubiger damals ohne Schuldnerberatung verhandelt habe
    Ein Betrag von 35 % ist meiner Meinung nach zu hoch angesetzt zum verhandeln, gerade wenn man in der jetzigen finanziellen Situation ist denn dann hat man keinen Spielraum mehr nach oben

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