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Thema: Nachprüfungstermin halbes Jahr her - nichts tut sich

  1. #1
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    Standard Nachprüfungstermin halbes Jahr her - nichts tut sich

    Hallo zusammen,

    ich bin seit 12/2016 in der PI. Ich habe max. 45-47 k Schulden, habe seit Eröffnung jeden Monat knapp 750 Euro vom Lohn gepfändet bekommen und etliche Nachzahlungen wurden auch einbehalten, z.Bsp. 13. Jahresgehalt, etc.

    Die Assistentin von dem Insolvenzverwalter teilte mir letztes Jahr mit, dass ein Schlusstermin noch lange nicht fest steht, und ich hatte einen Nachprüfungstermin, ich kopiere mal den Text hier rein:

    In dem Verbraucherinsolvenzverfahren über das Vermögen der xxxxxx, wird die Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen im schriftlichen Verfahren angeordnet (§ 177 Absatz 1 Satz 2 InsO).
    Die Verfahrensbeteiligten können bis zum 30.08.2017 gegen die Höhe, den Grund oder den Rang einer zu prüfenden Forderung bei dem Insolvenzgericht xxxx, schriftlich Widerspruch erheben.
    Die Anmeldeunterlagen sowie eventuell eingehende Widersprüche liegen bis zum Ablauf der Widerspruchsfrist in der Geschäftsstelle des Insolvenzgerichts zur Einsicht der Beteiligten aus.
    Die Eintragung des Prüfungsergebnisses in die Tabelle erfolgt nach Ablauf der Widerspruchsfrist.
    Hinweis: Gläubiger, deren Forderungen festgestellt werden, erhalten keine Benachrichtigung über das Ergebnis der Prüfung.


    Ich bin Mitte Oktober umgezogen, habe dies dem Gericht und dem Insolvenzverwalter mitgeteilt, selbst ein Nachsendeantrag läuft noch, was soll ich sagen, gar nichts gehört seit dem! Ist das normal???
    Ich weiß natürlich um die 40%, die der Verwalter im eröffneten Verfahren einbehalten darf und mache mir schon keine Hoffnung mehr auf die 3 Jahre, obwohl es von Anfang an hieß ich schaffe das aufgrund meiner Einkommenssituation. Was ratet ihr mir? Ähnliche Erfahrungen?
    Ich muss sagen, wenn es länger als 3 Jahre dauert ist das für mich ein dickes Minusgeschäft und ich hätte auch hartzen können, hätte ich genausoviel von, sorry wenn ich das mal so deutlich sage.
    Vielen Dank.

  2. #2
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    Es ist immer schwierig, aus der Ferne etwas zu sagen zu den konkreten Fällen. Wie immer gilt: gehen Sie ins Gericht und schauen sie sich den aktuellen Bericht des Insoverwalters an. Irgendwas muss noch laufen, da Schlussbericht eingereicht werden kann, wenn alles außer das pfändbare Einkommen verwertet ist. Das dürfte sich aus den Berichten ergeben. Sie sind auch Beteiligter und können ohne weiteres einsehen.
    Im Grunde ist es aber normal, dass sie nix hören.
    Die Hoffnung sollten sie nicht aufgeben. Wie viele Gläubiger hatten Sie? ist es einstellig und war das schriftliche Verfahren angeordnet und sind keine weiteren Verwertungsmaßnahmen vorzunehmen gewesen, dann sollte das Gericht gemäß ständiger REchtsprechung einen Abschlag auf die Vergütung vornehmen. Sie können da Stellung zum Antrag nehmen, wenn er dann vorliegt.
    Wenn man ihre Werte so liest, scheint doch die Chance auf 3 Jahre ganz gut zu sein.

  3. #3
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    Zitat Zitat von milii Beitrag anzeigen
    Ist das normal???
    Ich höre solche Geschichten ständig.

    Das Thema ist hier (und auch an vielen anderen Orten) eine never ending story.

    Wenn es bei Dir keine komplizierte Vermögensverwertung (oder gar überhaupt kein Vermögen zu verwerten) gibt, besteht kein sachlicher Grund Dein Verfahren nicht abzuschließen. (§ 196 Abs. 1 InsO) Du kannst Einsicht in Deine Akte bei Gericht nehmen und schauen was der Verwalter da aktuell noch "so vor sich hin verwertet". Wenn da nichts zu erkennen ist, kannst Du Dir überlegen ob Du mal zart nachhaken möchtest.

    Das Thema ist (warum nur?) besonders für Verwalter einigermaßen pikant. Man könnte z.b. einen Brief an das Gericht verfassen. So in dem Tenor:

    Liebes Gericht. In meinem Verfahren wurden vorhandene Vermögenswerte meiner Kenntnis nach bereits vor XX Zeit verwertet. Aus meiner Akte sind keine entsprechenden Aktivitäten ersichtlich. Weiteres Vermögen ist nicht vorhanden. Sollte es etwas geben was einem Abschluss des eröffneten Verfahrens im Wege steht und sich derzeit meiner Kenntnis entzieht bitte ich um entsprechende Mitteilung.

    Dabei sollte man aber extrem zärtlich vorgehen und formlieren und muss dennoch befürchten, dass der Verwalter es persönlich nimmt.

    PS: Wieso konnte bei dem Einkommen und der Verschuldung die Insolvenzeröffnung nicht verhindert werden? Ich habe immer ein bisschen Schwierigkeiten zu verstehen wie ein AEV/SBP bei sowas scheitern kann. Es sei denn man hat einen extrem unnachgiebigen Hauptgläubiger...
    Geändert von Caffery (09.03.2018 um 19:46 Uhr)

  4. #4
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    Zitat Zitat von Graf Wadula Beitrag anzeigen
    Es ist immer schwierig, aus der Ferne etwas zu sagen zu den konkreten Fällen. Wie immer gilt: gehen Sie ins Gericht und schauen sie sich den aktuellen Bericht des Insoverwalters an. Irgendwas muss noch laufen, da Schlussbericht eingereicht werden kann, wenn alles außer das pfändbare Einkommen verwertet ist. Das dürfte sich aus den Berichten ergeben. Sie sind auch Beteiligter und können ohne weiteres einsehen.
    Im Grunde ist es aber normal, dass sie nix hören.
    Die Hoffnung sollten sie nicht aufgeben. Wie viele Gläubiger hatten Sie? ist es einstellig und war das schriftliche Verfahren angeordnet und sind keine weiteren Verwertungsmaßnahmen vorzunehmen gewesen, dann sollte das Gericht gemäß ständiger REchtsprechung einen Abschlag auf die Vergütung vornehmen. Sie können da Stellung zum Antrag nehmen, wenn er dann vorliegt.
    Wenn man ihre Werte so liest, scheint doch die Chance auf 3 Jahre ganz gut zu sein.
    Danke für Ihre Antwort! Mich wundert ja schon, dass nichtmal die Gesamtsumme und die Tabelle fest stehen.
    Ich habe nichts pfändbares außer Einkommen, ich hatte keinen PKW o.ä. was hätte veräußert werden können. Gläubiger sind es glaube ich 9, wobei ich nicht weiß, ob noch jemand nach gereicht hat in diesem Termin im August. Ich denke, Sie haben Recht, nur eine Akteneinsicht hilft. Bekommt mein Insolvenzverwalter das gemeldet?

    EDIT

    @Caffery: Auch danke für die Antwort!
    Wie gesagt, ich tendiere zu der Akteneinsicht. Darf man sich da Notizen machen? Oder wie läuft das ab?
    Geändert von milii (09.03.2018 um 20:32 Uhr)

  5. #5
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    Zitat Zitat von Caffery Beitrag anzeigen
    PS: Wieso konnte bei dem Einkommen und der Verschuldung die Insolvenzeröffnung nicht verhindert werden? Ich habe immer ein bisschen Schwierigkeiten zu verstehen wie ein AEV/SBP bei sowas scheitern kann. Es sei denn man hat einen extrem unnachgiebigen Hauptgläubiger...
    zu PS: Damals, also 2016, hatte ich ein unbefristetes Anstellungsverhältnis mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld, ich habe bei der Bank keinen Kredit erhalten und der Anwalt konnte keinen Vergelich erreichen. Tja, hätte ich meinen Partner ein halbes Jahr früher kennen gelernt, hätten wir locker einen Kredit bekommen und das wäre erledigt, ohne Gerichtskosten, etc. Mittlerweile habe ich 2 Mal den Job gewechselt, jedes Mal etwas mehr Gehalt raus handeln können, nur nützt es mir gar nichts, wie gesagt, mein 13. Gehalt wird so ziemlich komplett eingezogen. Ich fühle mich auch leicht hängen gelassen seitens Bank/Anwalt, aber gut, nun ist es so.
    Achja, meine derzeitige Stelle ist befristet bis nächsten Mai, kann das eine Rolle spielen? Ich bin aber sicher, übernommen zu werden oder etwas anderes zu finden, aber gut, es ist eine gewisse unsichere Konstante....

  6. #6
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    Zitat Zitat von milii Beitrag anzeigen
    Darf man sich da Notizen machen?
    Klar, Du kannst auch Fotos machen.
    Ich würde aber zuvor kurz bei Gericht anrufen und fragen wann Du in der Sache kommen kannst. Nicht dass die Akte "unterwegs" ist.

    Danke für Deine Ausführungen zur Vorgeschichte. Hat mich nur allgemein interessiert. Bei dem unsicheren Beschäftigungsverhältniss und der positiven Jobentwicklung nach Eröffnung ist die Geschichte so natürlich verständlich.

    Ganz allgemein sind 14 Monate aber noch nicht dramatisch lang. Dennoch wäre ich an Deiner Stelle natürlich auch an einer Beschleunigung interessiert. Besonders natürlich wenn es augenscheinlich keinen Grund dafür gibt das Verfahren nicht anzuschließen.

  7. #7
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    Zitat Zitat von milii Beitrag anzeigen
    Danke für Ihre Antwort! Mich wundert ja schon, dass nichtmal die Gesamtsumme und die Tabelle fest stehen.
    Ich habe nichts pfändbares außer Einkommen, ich hatte keinen PKW o.ä. was hätte veräußert werden können. Gläubiger sind es glaube ich 9, wobei ich nicht weiß, ob noch jemand nach gereicht hat in diesem Termin im August. Ich denke, Sie haben Recht, nur eine Akteneinsicht hilft. Bekommt mein Insolvenzverwalter das gemeldet?

    EDIT

    @Caffery: Auch danke für die Antwort!
    Wie gesagt, ich tendiere zu der Akteneinsicht. Darf man sich da Notizen machen? Oder wie läuft das ab?

    Das ist nicht verwunderlich. Oft ist auch die Passivseite ein Problem. Wenn Sie in die Akte schauen (Nein, ihr Verwalter bekammt das nicht gemeldet) können sie dort auch die Tabelle der angemeldeten Forderungen einsehen. Dort sehen Sie dann auch das "Ergebnis der Forderungsprüfung". Gucken Sie mal, ob das Forderungen bestritten sind und auch, ob da Forderungen "für den Ausfall" festgestellt sind. Diese Forderungen können zur Klärung etwas Zeit benötigen.

    Insgesamt, wenn man ihre Situation so sieht, sollte das Verfahren alsbald schlussgerechnet werden. Und aus meiner Sicht ist auch Ihr Verfahren eines, wo ein Abschlag auf die Vergütung zu erfolgen hätte: schriftliches Verfahren, keine 10 Gläubiger, nur einsammeln von pfändbaren Beträgen, im Verhältnis dazu hohe Berechnungsgrundlage. Das ist der Paradefall der Entscheidungen des BGH. Vielleicht sollten Sie das aml im Gericht erfragen; Versuchen Sie doch einfach mal den zuständigen Rechtspfleger bei der Akteneinsicht zu fragen, ob die in dem Gericht Abschläge vornehmen.

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