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Thema: Zweite Ausbildung in der Wohlverhaltensphase

  1. #21
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    Zitat Zitat von camilla Beitrag anzeigen
    bei dir lese ich eine sehr starke "wasch mich aber mach mich nicht nass" Haltung heraus.
    Du versteigst dich in Wunschdenken, Träumereien.

    Also die Regeln der Insolvenz sollen schon gelten, aber bitteschön nicht für dich.
    Du möchtest schuldenfrei werden, in fünf Jahren und nimmst dafür gleich mal neue Schulden in kauf, weil du würdest dir dafür das Geld ja von Freunden "leihen"
    Du stellst irgendwelche Theorierechnungen an was du nicht verdienen kannst und was du anderswo verdienen würdest.

    Mein ganz ernsthafter Rat: Komm weg davon und werd realistisch.

    Wann hast du zuletzt wirklich Vollzeit gearbeitet?
    Wann hast du dich wie intensiv darum bemüht?
    Ja hier geht es auch um bloße Theorie bzw. Träumereien wie du es nennst, was ist daran verwerflich? Ich möchte wissen, was mich in Zukunft erwartet und was für Möglichkeiten ich habe trotz Handicaps anders zu Leben als ich es bisher tat.

    Die Rechnungen sind allerding Realität und ich kenne den Einzelhandel... Ich weiß wer wo wieviel verdient und was mich erwarten könnte. Wenn ich auf einen spendablen Chef hoffen würde, dann wäre ich unrealistisch.

    Ich arbeite derzeit als Helfer für 9,3€ seit 2 Jahren im selben Betrieb... ich schreibe derzeit auch viele Bewerbungen und bemühe mich eine Ausbildung zu finden. Einen besser bezahlten Job kann ich mit meinem Lebenslauf/Bildung nicht erwarten, weswegen ich ja nach einer Ausbildung strebe. Diese Stellen gibt es zumindest bei uns in der Gegend nicht, die mir einen besseren Verdienst als Ungelernten oder Verkäufer zusichern und das ist Realität.

  2. #22
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    Ahoi.

    Im Gegensatz zu einigen (wenigen) Anderen hier, habe ich die moralische Keule leider vor längerer Zeit entsorgt.

    Es bleibt hier knapp festzustellen, dass der TE seinen Obliegenheiten höchstwahrscheinlich nicht nachkommen würde, wenn er während der Insolvenz eine Ausbildung beginnen würden. Maßgeblich ist vorliegend nur, was der Betroffene in einem seiner Qualifikation, seinem Gesundheitsstand und sonstigen Historie angelehnten Beschäftigungsverhältnis verdienen könnte. Führt er zuwenig ab, hat er ein Problem und muss sich entlasten.

    Ein Versagungsantrag eines Gläubigers wäre möglich, worauf der Schuldner entweder darlegt, dass er seine Pflichten nicht verletzt hat, weil für ihn anhand der vorgenannten Kriterien kein pfändbares Einkommen zu erzielen gewesen ist (was evtl. schwierig ist, ich kenne das Berufsbild nicht gut genug), oder alternativ die Beeinträchtigung der Gläubiger eliminiert.

    Maßgeblich ist nicht, dass die Gläubiger durch die neue Ausbildung einen irgendwie gearteten Vorteil haben oder haben könnten. Zwar sagt eine Meinung, dass eine Unterbrechung der Erwerbstätigkeit (oder eine reduzierte Erwerbstätigkeit) zu Fortbildungszwecken grundsätzlich nur zulässig ist, wenn diese anschließend zu einem höheren Einkommen führt und dadurch die Befriedigung der Gläubiger insgesamt verbessert wird (Landfermann in HK-InsO, 6. Aufl., § 295Rz. 6). Dies deckt sich allerdings nicht der Versagungsmöglichkeit des § 296 Abs. 1 Satz 1 InsO, der auf eine (konkret unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten messbare) Beinträchtigung der Befriedigung der Gläubiger abstellt.

    Diese Beeinträchtigung zu eliminieren wäre insoweit möglich, als dass der Schuldner aus seinem pfändungsfreien Einkommen freiwillig Beträge abführt. Da es ihm in der Wohlverhaltensphase auch unbenommen ist, sich z.B. Geldbeträge von Dritten schenken zu lassen (wie wohl bereits aus dem Bekanntenkreis angeboten), die eine solche Summe abdecken könnten, könnte nach dem derzeitigen Stand der Rechtsprechung der Versagungsantrag ins Leere gehen. Oder er zahlt es eben aus einer Nebentätigkeit und wohnt zuhause.

    Von daher wäre eine Insolvenz nicht per se ausgeschlossen, wobei die Berufsausbildung evtl. eher in der Wohlverhaltensphase beginnen könnte (wenn das Gröbste also durch ist).

    Der TE hat auch insoweit Recht und es ist ihm insoweit zuzugestehen, dass er sich über seine Lebensplanung Gedanken macht, auch über die Rente.

    Der Kommentar von Daukind ist völlig überflüssig gewesen. Ohne die Hintergründe zu kennen, kann man dem TE nicht einmal etwas vorwerfen. Selbst wenn man es könnte, bringt das nun auch nichts mehr. Auch unabhängig davon ist die ganze Welt verschuldet; die Schulden der Staaten, der Unternehmen und der privaten Haushalte sind auf einem Rekordhoch. Es braucht nicht viel, um die Leistungsfähigkeit der Schuldner abhanden kommen zu lassen.

    Ich derweil fühle mich erheblich geschädigt, weil der Kommentator Daukind seine Fähigkeiten in der Zeit, in der sein Kommentar erstellt worden ist, auch für die Gesellschaft hätte produktiv einsetzen können. Das Ansinnen des TE finde ich tendenziell allerdings gut, da wir in Deutschland in der Zukunft hochqualifizierte Menschen sehr gut gebrauchen können.

    Meine private Meinung zum TE: Auch mal die Jahresfrist nach 296 Abs. 1. Satz 2 und 3 anschauen und mit einem Anwalt über den ganzen Fall sprechen! Es muss eine auf den Einzelfall bezogene Lösung her. Da ist viel mehr einzuschätzen, als es hier möglich wäre (Gläubiger, Höhe der Forderungen, usw.)

  3. #23
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    Zitat Zitat von camilla Beitrag anzeigen
    Also die Regeln der Insolvenz sollen schon gelten, aber bitteschön nicht für dich.
    Du möchtest schuldenfrei werden, in fünf Jahren und nimmst dafür gleich mal neue Schulden in kauf, weil du würdest dir dafür das Geld ja von Freunden "leihen"
    Ja, das Leben ist hart. https://openjur.de/u/227356.html

  4. #24
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    Zitat Zitat von VibrantCuriosity Beitrag anzeigen
    Der Kommentar von Daukind ist völlig überflüssig gewesen. [...]
    Ach ja. In unserer Gesellschaft ist so vieles überflüssig. Den Spiegel möchten natürlich die Wenigsten vorgehalten bekommen. Und wieso sollte man auch sein Dasein, sein bisheriges (und ggf. kommendes) Handeln und Tun kritisch hinterfragen, wenn man als 28-jähriger ohne Berufserfahrung mit Helfertätigkeiten 9 Euro 30 die Stunde verdienen kann und währenddessen davon träumt bisher auf Pump konsumiertes Geld nicht mehr zurückzahlen zu müssen, da einem der Staat (da wären wir wieder bei der ominösen Gesellschaft) ja die Möglichkeit bietet innerhalb von 5 kurzen Jahren eine Restschuldbefreiung zu erlangen. Wenn da nur nicht diese blöden Obliegenheiten und Pflichten wären....

    Ich derweil fühle mich erheblich geschädigt, weil der Kommentator Daukind seine Fähigkeiten in der Zeit, in der sein Kommentar erstellt worden ist, auch für die Gesellschaft hätte produktiv einsetzen können. Das Ansinnen des TE finde ich tendenziell allerdings gut, da wir in Deutschland in der Zukunft hochqualifizierte Menschen sehr gut gebrauchen können.
    Wenn Du dich (erheblich) geschädigt fühlst, weil ich der Gesellschaft über einige Minuten keinen produktiven Dienst erwiesen habe, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Du also auch einer der gescheiterten Existenzen bist, die auf die Gesellschaft (und deren Nutzen für Dich) angewiesen sind. Na dann herzlichen Glückwunsch. Ich bin sicher, Du bist dazu berufen dem TE zu erklären, wie er es künftig schafft mehr als den Mindestlohn zu verdienen und der Altersarmut zu entkommen.

  5. #25
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    Zitat Zitat von Daukind Beitrag anzeigen
    Ach ja. In unserer Gesellschaft ist so vieles überflüssig.
    Stimmt, danke für die Einsicht. ;-)

    Zitat Zitat von Daukind Beitrag anzeigen
    Den Spiegel möchten natürlich die Wenigsten vorgehalten bekommen. Und wieso sollte man auch sein Dasein, sein bisheriges (und ggf. kommendes) Handeln und Tun kritisch hinterfragen, wenn man als 28-jähriger ohne Berufserfahrung mit Helfertätigkeiten 9 Euro 30 die Stunde verdienen kann und währenddessen davon träumt bisher auf Pump konsumiertes Geld nicht mehr zurückzahlen zu müssen, da einem der Staat (da wären wir wieder bei der ominösen Gesellschaft) ja die Möglichkeit bietet innerhalb von 5 kurzen Jahren eine Restschuldbefreiung zu erlangen. Wenn da nur nicht diese blöden Obliegenheiten und Pflichten wären....
    Das habe ich aus dem Thread nicht herauslesen können. Der Hintergrund der Verbindlichkeiten ist einerseits unklar und andererseits moralisch irrelevant. Wenn wir das geltende Recht ab sofort so ausgestalten wollen, dass es mit dem Moralkompass aller Menschen übereinstimmt, wird es fürchterlich.

    Zitat Zitat von Daukind Beitrag anzeigen
    Wenn Du dich (erheblich) geschädigt fühlst, weil ich der Gesellschaft über einige Minuten keinen produktiven Dienst erwiesen habe, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Du also auch einer der gescheiterten Existenzen bist, die auf die Gesellschaft (und deren Nutzen für Dich) angewiesen sind. Na dann herzlichen Glückwunsch.
    Davon abgesehen, dass dieser Absatz absichtlich überspitzt gewesen ist: Deiner Meinung ist zuzustimmen und ich danke für die Glückwunsche. Ich muss nur irgendwie vor 19 Uhr aus diesem Büro raus, dann kann es noch was werden mit meinem Leben.

    Ist aber unwahrscheinlich. :-)

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