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Thema: Barexinkasso ...

  1. #1
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    Standard Barexinkasso ...

    Hallo,

    ich habe hier im Forum einiges über Barex gelesen, der letzte Beitrag war irgendwie aus Mai 2017, danach kam nichts mehr, haben die nun eine Zulassung für Deutschland erhalten, dürfen die nun die Forderungen der Sigmakreditbank eintreiben?
    Ziehen die immer noch die gleich Masche durch mit den hohen Gebühren?

    Warum ich frage?
    Da ich dort ja auch einen Kredit habe und nun mit mehr als 2 Raten im Rückstand bin haben die geschrieben ich soll denen innerhalb von 2 Wochen einen akzeptablen Zahlungsvorschlag unterbreiten soll, dass kann ich ja nicht machen, ich stehe ja kurz vor der Privatinsolvenz, mein Anwalt wartet nur noch auf 2 Antworten von den Gläubigern dann geht es los.
    Außerdem stand drin das sie dazu berechtigt sind an meinen Arbeitgeber heranzutreten zwecks Lohnpfändung, kann man die erteilte Lohnabtretung widerrufen ?
    Ich gehe davon aus, selbst wenn sie die Pfändung durchziehen das Sie das gepfändete Geld in der Insolvenz zur masse zurückgeben müssen, zwecks Gleichbehandlung der Gläubiger, aus dem Grund der Gleichbehandlung darf ich ja keine Zahlungen mehr leisten.
    Also soll ich erstmal nichts tun? Die Pfändung würde ja spätestens mit Eröffnung der Insolvenz ungültig richtig?

    Ob eine Lohnpfändung ausgeschlossen ist weiß ich nicht, habe dazu im Arbeitsvertrag bzw. Tarifvertrag nichts gefunden, also gehe ich davon aus das die Geld bekommen werden.
    Wenn es ganz blöd läuft bin ich meinen Job los, durch die Pfändung könnte das Vertrauensverhältnis gestört sein zwischen den Arbeitgeber und mir habe täglich mit Bargeld zu tun im unteren vierstelligen Bereich, wenn die dann auch noch von der Insolvenz erfahren haben die mehrere Gründe für die Entlassung, zuzutrauen ist denen das, es sind schon Kollegen gekündigt worden für weniger...

    Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch.

  2. #2
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    Ja, die haben seit Januar 2017 eine Zulassung beim OLG Frankfurt.
    Ziehen die immer noch die gleich Masche durch mit den hohen Gebühren?
    Meinem Wissen nach ja. Vor allem mit diesen absurden 14% Verzugszinsen, die ja oft mehr als das doppelte des ursprünglichen Kreditzinses sind.

    Ich gehe davon aus, selbst wenn sie die Pfändung durchziehen das Sie das gepfändete Geld in der Insolvenz zur masse zurückgeben müssen
    Exakt, soweit das nun auch flott in Richtung PI geht. Insofern nützt denen das alles gar nichts.

    Wenn die PI beschlossene Sache ist und man nun alles einleitet in den nächsten Wochen würde ich gar nichts machen. Ich würde die Forderung anmelden, überzogene Gebühren und Zinsen dabei bestreiten und dann den IV den Ärger überlassen.

    Bzgl. Arbeitgeber: Wenn es sowieso absehbar ist, dann würde ich zeitnah den Betriebsrat (sofern vorhanden) ansprechen und mit diesem zusammen dann den Arbeitgeber. Es wirkt IMHO besser, wenn man selbst derjenige ist, der die Botschaft überbringt.

  3. #3
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    Vielen Dank für die Antworten.

    Mein Anwalt hatte auch die Sigmabank angeschrieben, die haben erstaunlicher weise geantwortet, abgetreten an Barex, die hohen Gebühren sind wohl auch wieder im Spiel mein Anwalt meinte er müsse das mal durchrechnen, da ist was Faul...
    Wir hatten heute nur kurz telefoniert, um mich auf den neusten Stand zu bringen, schriftlich bekomme ich alle Antworten am Ende der Woche.

    Er meinte außerdem das die sich Warm anziehen können wenn es so ust, wie genau er das meint keine Ahnung, aber wenn er das sagt ist das Ernst, damals in einer Gerichtsverhandlung hat der sich mit dem Anwalt der Gegenseite tierisch in die Wolle bekommen, der Richter und ich haben uns nur mit großen Augen angesehen, ein Bild für die Götter

  4. #4
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    abgetreten an Barex
    Habt ihr das also schriftlich? Bei Abtretungen wird das Inkasso in eigenem Namen tätig, ergo: Keine Inkassogebühren meiner Meinung nach. Da gibt es eigentlich auch nichts durchzurechnen. 0,00€ ;-)
    Da braucht man normalerweise auch nicht schauen, ob die es mit den Gebühren übertreiben (was sie regelmäßig aus RVG-Sicht durchaus tun).
    Auch würde ich eine Beschwerde beim OLG Frankfurt empfehlen, wenn sie weiterhin dieses merkwürdige Spiel mit den 14% Zinsen und den übertriebenen RVG-Gebühren abziehen, sowie wenn es sich eigentlich um eine Abtretung handelt.

    Vermutlich meint er das mit der Abtretung. Wenn dein Anwalt das durchfechten möchte, könnte er sich mit Dr. Dieter Zimmermann aus Darmstadt oder Dr. Jäckle aus Münster austauschen. Die haben ebenfalls ggf. Material und sind interessiert, dass da mal was durchgefochten wird.

    Ganz grundsätzlich musst du natürlich die ursprüngliche Hauptforderung und deren gebührenirrsinn mal trennen.

    Als letztes noch einen Tipp für deinen Anwalt: Personengleichheit bei der Sigma und der Barex. Führt meiner Meinung nach zu einer konzerninternen Forderung bzw. verbundenen Unternehmen, völlig egal ob nun abgetreten wurde oder nicht. Siehe §2 RDG. Keine Rechtsdienstleistung, also auch aus diesem Argument heraus, 0,00€. Wenn du Details brauchst, schicke mir über das Forum hier in meinem Profil eine eMail mit Kontaktdaten deines Anwalts ;-)

  5. #5
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    Standard "Schweizer Kredite" - Fidium Finanz AG, Sigma, Barex

    Zitat Zitat von mepeisen Beitrag anzeigen
    ... OLG Frankfurt .... Spiel mit den 14% Zinsen und den übertriebenen RVG-Gebühren...

    Personengleichheit bei der Sigma und der Barex. ...
    Warum denn nicht, schliesslich gehen "Schweizer Kredit"geber auch ein hohes Risiko ein. Keine SchuFa, es genuegt pfaendbares Arbeitseinkommen, was z.B. bei Privatinsolvenz oder Arbeitslosigkeit keine Sicherheit mehr ist.

    Irgendwie muessen die "Personen" bei Sigma und der Barex ja ihr Geld verdienen. Und da sind 14% Zinsen und RVG Gebuehren im Vergleich zu dem, was in anderen Laendern ablaeuft , wie Brasilien oder UK (bis zu 2000% Zinsen), noch vertretbar und fair.

    Wer bei Sigma (oder frueher Fidium Finanz) einen Schweizer Kredit aufnimmt, sollte wissen, auf was er sich einlaesst. Solange die Raten bezahlt werden, alles OK, aber bei Default wird eben das volle Programm abgezogen.

    Ich habe im Rahmen meiner Masterarbeit eine Studie ueber sog. Payday Loans und Bad Credit Rating Cards gemacht. Dort ist eine Ausfallrate von 30 bis 70% bereits einkalkuliert. Hohe Zinsen, und solange noch irgend etwas pfaendbar ist oder zu Geld gemacht werden kann (z.B. Pensionsruecklagen) wird eben gnadenlos vollstreckt. Das ist deren Geschaeftskonzept, und wem das nicht passt, der soll eben bei der Sparkasse nach einen Kredit fragen.

  6. #6
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    Warum denn nicht
    Weil es logisch keinen Sinn ergibt, warum das "hohe Risiko" am Anfang nur 7% wert ist als Kreditzins und am Ende bei Verzug plötzlich 14%. Wenn man Geld, was man für 7% verzinst verleiht, selbst mit 14% Zins einkauft (so die Argumentation der Barex, also die "Wiederbeschaffung" würde die 14% bedingen), müsste man auf Dauer ja ständig miese machen.

    Wenn sie von vornherein mit 25% Zinsen Kredite ausgeben würden, würde vielleicht ein höherer Verzugszins irgendwie rein logisch kaufmännisch irgendeinen Sinn ergeben.

    Aber all das ändert auch nichts an dem zweiten Argument: Personengleichheit bei Signa und Barex. Damit gemäß §2 RDG im Prinzip meiner Meinung nach ein verbundenes Unternehmen: Ergo: Keine Erlaubnis, Kosten nach dem RVG zu begründen und zu verlangen.

    Irgendwie muessen die "Personen" bei Sigma und der Barex ja ihr Geld verdienen
    Es steht diesen Personen frei, das auf gesetzeskonforme Weise zu tun. So wie diverse Anbieter beispielsweise einfach von vorn herein 20% Zinsen auf ihre Revolver-Kreditkarten aussprechen.

    Wer bei Sigma (oder frueher Fidium Finanz) einen Schweizer Kredit aufnimmt, sollte wissen, auf was er sich einlaesst.
    Und das ist das Argument, munter gegen Gesetze zu verstoßen?

    Vergessen wir übrigens nicht, wo das ganze teilweise seinen Ursprung nimmt. Bei einem auch mittlerweile im Fernsehen werbenden Kreditvermittler aus Deutschland, der so ähnlich wie ein Autobauer heißt, und der personell ebenfalls mit dem Bankhaus und den Inkasso verbandelt ist. Man kommt um den Verdacht nicht herum, dass dieses Firmenkonstrukt auch dazu dient, sich bis zu einem gewissen Grad der deutschen Überwachung (BaFin u.ä.) und der deutschen Gerichtsbarkeit zu entziehen. Das ist jedenfalls mein persönlicher Eindruck.
    Warum, kann jetzt jeder für sich mal überlegen.

  7. #7
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    Standard Schweizer Kredite sind Vertrauenskredite

    Zitat Zitat von mepeisen Beitrag anzeigen
    ... Und das ist das Argument, munter gegen Gesetze zu verstoßen? ... Man kommt um den Verdacht nicht herum, dass dieses Firmenkonstrukt auch dazu dient, sich bis zu einem gewissen Grad der deutschen Überwachung (BaFin u.ä.) und der deutschen Gerichtsbarkeit zu entziehen....
    Sigma - also "Schweizer Kredite" sind sog. Vertrauenskredite. Die bekommen auch problematische Klientele (SchuFa Eintrag usw.).

    Der Kreditgeber arbeitet auf Vertrauensbasis, hat nur eine fragwuerdige Sicherheit, die Abtretung Lohn/Gehalt. Klar wird bei dem Konstrukt versucht, deutsche Regeln zu unterlaufen, Schweiz und Liechtenstein sind nicht einmal in der EU. Deutsche Gerichtsbarkeit ist bei Vertrauenskrediten nur bedingt hilfreich, wer einen Kredit bei der Mafia/Kredithai aufnimmt, weiss, dass er zu zahlen hat, und sich nicht auf gesetzlichen Schuldnerschutz berufen kann.

    Sigma "bricht zwar keine Beine", kann aber mit Hilfe der Barex und spezialisierten Rechtsanwaelten sehr unangenehm sein, und hat schon viele Verbraucherinsolvenzen vermasselt.

    Mein Rat, am besten Finger von den Schweizer Krediten lassen, und wenn aufgenommen, ordnungsgemaess zurueckzahlen.

  8. #8
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    So Sigma hat nun endgültig den Vertrag gekündigt, einen Tag später kam der Brief von Barex :

    Hauptforderung per 29.03.2018 2964,71
    Kosten für Aktenlage und Zahlungsaufforderung : 281,30
    zzgl 9,5 % Verzugszinsen (Keine 14% wie sonst aber sind die +9,5% immer noch zu hoch?)


    Insgesamt: 3246,01

    Der Zinssatz liegt über den gesetzlichen Verzugszins da die Gläubigerin als reine Kreditbank ohne Kundeneinlagen höhere Refinanzierungskosten hat.

    Ich soll sofort Zahlen, oder die legen die Lohnabtretung bei meinem AG offen, können sie gerne machen, werden allerdings nicht bekommen, da war jemand schneller.
    Es gibt zwar eine Lohnpfändung aber diese wird nicht ausgeführt, das hat mein Anwalt geregelt, die Pfändung erhielt ich Anfang März und auf der Lohnabrechnung für April war von der Pfändung nichts zu sehen.
    Außerdem soll ich für die Zahlung einen beigelegten Zahlschein nutzen, war aber keiner dabei ...

    Sollte ein Mahnbescheid kommen, soll ich die 9,5% widersprechen? Bzw. muss ich überhaupt noch was machen wenn die Insolvenz demnächst Startet?
    Der Insolvenzantrag ist eingereicht, ich gehe davon aus das es Mitte Mai bzw. Anfang Juni losgeht.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Slotsareshit Beitrag anzeigen
    Kosten für Aktenlage und Zahlungsaufforderung : 281,30
    m.E. zu hoch. Da würde ich beim Mahnbescheid 120,50 Euro draus machen.
    Zitat Zitat von Slotsareshit Beitrag anzeigen
    zzgl 9,5 % Verzugszinsen (Keine 14% wie sonst aber sind die +9,5% immer noch zu hoch?)
    Natürlich zu hoch. 5% + Basiszins gehören dahin. (aktuell 4,12%)
    Zitat Zitat von Slotsareshit Beitrag anzeigen
    Der Zinssatz liegt über den gesetzlichen Verzugszins da die Gläubigerin als reine Kreditbank ohne Kundeneinlagen höhere Refinanzierungskosten hat.
    Ja ne - is klar
    Zitat Zitat von Slotsareshit Beitrag anzeigen
    Sollte ein Mahnbescheid kommen, soll ich die 9,5% widersprechen?
    Würde ich in jedem Falle tun. Wie auch den überhöhten Kosten. Da werden auch bald noch mehr Kosten kommen wenn in Kürze eine feine Münchener Kanzlei (viel Spaß mit denen - die haben einen sehr eigenen Sinn für Humor) eingeschaltet wird. Den Kosten würde ich dann komplett widersprechen (Kostendoppel).
    Zitat Zitat von Slotsareshit Beitrag anzeigen
    Bzw. muss ich überhaupt noch was machen wenn die Insolvenz demnächst Startet?
    Den Teilwiderspruch würde ich in jedem Falle trotzdem machen. Nicht nur aus "erzieherischen Gründen". Man weiß ja nie was so passiert - vielleicht kommst Du ja ungeahnt an Geld und hast denn geringere Insolvenzforderungen - oder das Verfahren endet nicht mit der RSB.
    Zitat Zitat von Slotsareshit Beitrag anzeigen
    Der Insolvenzantrag ist eingereicht, ich gehe davon aus das es Mitte Mai bzw. Anfang Juni losgeht.
    Na dann viel Spaß!
    Geändert von Caffery (12.04.2018 um 18:39 Uhr)

  10. #10
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    Der Zinssatz liegt über den gesetzlichen Verzugszins da die Gläubigerin als reine Kreditbank ohne Kundeneinlagen höhere Refinanzierungskosten hat.
    Das ist logischer Unsinn. Die können per se nicht mehr verlangen als sie über Kreditzinsen auch einnehmen. Ansonsten würden sie das Geld, was sie verleihen, nicht zu einem günstigeren Zinssatz anbieten können.
    Und ob sie nun 9,5% oder 14% nehmen, macht nicht den ganz großen Unterschied. Es ist immer noch mehr als das doppelte des derzeit erlaubten Verzugszinses.

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