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Thema: Ralf Heyl

  1. #1
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    Standard Ralf Heyl

    Hallo,

    ich habe schon mal hier geschrieben das ich Post vom Anwalt Ralf Heyl bekommen habe.

    Kurzfassung

    Postbank Konto habe ich 2007 gekündigt, soll mit ca 60 Euro im Minus gewesen sein.

    Kurz nach Weihnachten hat Ralf Heyl geschrieben das Er jetzt ca 300 Euro haben möchte.

    Ich habe Ihm geschrieben, das es nix gibt , da die Forderung verjährt ist.

    Ralf Heyl hat nun geschrieben, das er meint im Recht zu sein weil die Forderung Gemäß § 497 BGB erst nach 13 Jahren verjährt.

    Frage: Ich habe mir den Paragraphen durchgelesen , werde aber nicht richtig schlau daraus. Kann mir jemand helfen ?

    Meint Ihr es könnte Erfolg haben , wenn ich Ihm eine kleine Summe als Vergleich anbiete, damit die Sache aus der Welt ist , oder könnte das auch nach hinten losgehen ?

    Vielen lieben Dank

  2. #2
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    Zitat Zitat von Oliver1979 Beitrag anzeigen
    Postbank Konto habe ich 2007 gekündigt, soll mit ca 60 Euro im Minus gewesen sein.
    Ralf Heyl hat nun geschrieben, das er meint im Recht zu sein weil die Forderung Gemäß § 497 BGB erst nach 13 Jahren verjährt.
    Es kommt meines Wissens im Ernstfall darauf an ob es einen eingeräumter Dispo gab oder es eine geduldete Überziehung war. Bei erstem hat er recht, beim zweiten nicht. Behaupten tut er aber immer dasselbe.
    Zitat Zitat von Oliver1979 Beitrag anzeigen
    Ich habe Ihm geschrieben, das es nix gibt , da die Forderung verjährt ist.
    Dann würde ich es auch dabei belassen.
    Zitat Zitat von Oliver1979 Beitrag anzeigen
    Frage: Ich habe mir den Paragraphen durchgelesen , werde aber nicht richtig schlau daraus. Kann mir jemand helfen ?
    Da steht drin, dass die Verjährung von Verbraucherdarlehen 10 Jahre gehemmt ist bevor sie beginnt.
    Zitat Zitat von Oliver1979 Beitrag anzeigen
    Meint Ihr es könnte Erfolg haben , wenn ich Ihm eine kleine Summe als Vergleich anbiete, damit die Sache aus der Welt ist , oder könnte das auch nach hinten losgehen ?
    Keine Ahnung. Wenns ganz blöd läuft sagt er Nein und Du hast die Forderung anerkannt.

    Ich persönlich würde wie gesagt nichts mehr tun (außer einmal klar und deutlich bestreiten - hast Du ja wohl schon gemacht) und einem Mahnbescheid widersprechen sollte einer kommen. Ich glaube aber ehrlich gesagt kaum, dass er einen schickt. Heyl und diese Uraltkleinforderungen der Postbank sind eine Nerverending-Story. Keine Ahnung wo der die in dieser Masse immer herholt und warum der erst nach X Jahren anfängt Inkassopost zu verschicken. Ich habe allerdings zu solchen Sachen in dem Stadium noch nie einen Mahnbescheid gesehen (Muss aber nichts heißen!).

    Im Endeffekt ist es aber Dein Risiko. Wenn Du es nicht eingehen willst dann biete halt was an. Benutze dann aber zumindest Satzbausteine wie "Ohne Anerkenntnis der geltend gemachten Forderung" oder sowas.

    Abgesehen von der grundsätzlichen Verjährung ist bei 300 aus 60 Euro aber noch zusätzlich was nicht in Ordnung an der Höhe.

    Aber wie gesagt: Meiner Meinung wird da nur wie wild an Bäumen geschüttelt und geguckt was so kommt. Das Klagerisiko bei den Dingern halte ich für sehr gering (persönliche Meinung).
    Geändert von Caffery (12.01.2018 um 17:51 Uhr)

  3. #3
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    Verbraucherdarlehen beginnen erst bei 200€. Insofern kann selbst ein Dispo von 60€ nicht darunter fallen. Siehe §491 BGB.
    Meiner Meinung nach hat der liebe Anwalt da einfach nur Unrecht und nicht aufgepasst.

    Ich würde ihm schreiben, dass er falsch liegt und man das gerne vor Gericht ausdiskutiert und er deswegen doch bitte klagen soll.

  4. #4
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    Zitat Zitat von mepeisen Beitrag anzeigen
    Verbraucherdarlehen beginnen erst bei 200€. Insofern kann selbst ein Dispo von 60€ nicht darunter fallen. Siehe §491 BGB.
    Meiner Meinung nach hat der liebe Anwalt da einfach nur Unrecht und nicht aufgepasst.
    Nun, der eingeräumte Dispo lag wahrscheinlich (wenn es Deinen einen gab) über 200 Euro - was dann ja durchaus Spielraum für eine Diskussion darstellen würde...
    Zitat Zitat von mepeisen Beitrag anzeigen
    Ich würde ihm schreiben, dass er falsch liegt und man das gerne vor Gericht ausdiskutiert und er deswegen doch bitte klagen soll.
    ... dennoch würde ich mich auch auf diesen Standpunkt stellen.

  5. #5
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    was dann ja durchaus Spielraum für eine Diskussion darstellen würde...
    Mag sein. Dann stünde da aber noch die Frage im Raum, ob es jemals eine Mahnung gab und ob die Mahnung nachgewiesen werden kann...

    Denn nur in Verzug wird die 10 Jahre Hemmung ausgelöst. Wenn die Bank den Betrag zwar fällig gestellt aber nie angemahnt hat, ist da nichts mit Hemmung.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Caffery Beitrag anzeigen
    wenn es Deinen einen gab
    ...sollte natürlich "wenn es denn einen gab" heißen. Es ist wirklich stressig hier bei der "5 Minuten Deadline" gegen den Tippfehlerteufel anzukommen
    Zitat Zitat von mepeisen Beitrag anzeigen
    Mag sein. Dann stünde da aber noch die Frage im Raum, ob es jemals eine Mahnung gab und ob die Mahnung nachgewiesen werden kann...

    Denn nur in Verzug wird die 10 Jahre Hemmung ausgelöst. Wenn die Bank den Betrag zwar fällig gestellt aber nie angemahnt hat, ist da nichts mit Hemmung.
    Yap. Ich habe diese alten Heyl-Forderungen sehr oft von überraschten Ratsuchenden bei mir liegen. Die Geschichten die mir dazu erzählt werden sind oft sehr ähnlich. "irgendwann mal Postbankkonto gehabt" - "dann nicht mehr benutzt und irgendwann gekündigt" - "nie mehr was von gehört" - "dann mehrere Jahre später Post von Heyl bekommen".

    Auffällig ist daran, dass diese Forderungen die bei mir landen in den meisten Fällen so zwischen 6 und 11 Jahren alt sind.
    Nach einer Einrede folgt immer das gleiche Schreiben mit dem 497er von denen. Dann passiert lange nichts. Oft kommt dann lange Zeit später wieder ein Forderungsbrief. Einen Mahnbescheid habe ich in diesen Sachen allerdings noch nie gesehen.

    Vor 2-3 Jahen wollte ichs in einem Fall "mal wissen" und hab die so lange getriezt bis sie mir die Erledigung erklärt haben - aus Kulanz versteht sich.
    Auf Vergleiche lassen die sich in diesen Sachen auch sehr gerne ein - warum nur? *blinzel*

  7. #7
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    Noch zur Ergänzung: Zu den Geschichten der Leute gehört auch ziemlich grundsätzlich "Meiner Erinnerung nach wurde das Konto ausschließlich im Guthaben geführt."Die Hauptforderungen liegen in den allermeisten Fällen so zwischen 30 und 80 Euro.

    Mal ein kleiner Schwänk: Ich war nach meinem Anerkennungsjahr zunächst 1-2 Jahre (so 2004-2005) Freiberufler und habe mir damals ein Zweitgirokonto gemacht um die Einkommenssteuer zu "parken".

    Dies hatte ich bei der Postbank. Ich weiß noch, dass die damals sehr offensiv Girokontoneukunden angeworben haben. Es gab nach meiner Erinnerung eine für mich damals ziemlich stattliche Willkommensprämie - sowas war damals im Gegensatz zu heute eher ungewöhnlich. Bei einem Mindestgeldeingang war die Kontoführung umsonst. Einen quasi automatisch eingeräumten Dispo (wie ihn heute einige Banken wie z.b. die DKB haben) gab es aber bei denen nicht (hätte ich auch nicht gewollt).

    Ich weiß noch, dass ich damals immer genau monatlich diesen Mindestbetrag "rübergeschoben" habe um die verhindern, dass ich Kontoführungsgebühren zahlen muss. Diese waren nämlich nicht ohne, ich meine so 7-8 Euro (pro Monat in dem der Geldeingang unter der Mindestgrenze lag). Als ich eine Festanstellung annahm wurde das Konto obsolet und ich verbaselte es sehr schnell den Mindestbetrag rüberzuschieben. Als ich durch die hässliche Zahl bei "Kontoführungsgebühren" daran erinnert wurde kündigte ich das Konto umgehend.

    Moral von der Geschicht: Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass der Grund für diese vielen Kleinforderungen darin liegt, dass viele Leute damals diese "Willkommensprämie" mitgenommen haben und das Konto in Vergessenheit geriet. Bis die Postbank dann von sich aus kündigte wurden jeden Monat die saftigen Gebühren berechnet.

    Vorgenanntes spricht also eher dafür, dass in den meisten Fällen kein Dispo, und demnach auch kein Verbraucherdarlehen vorliegen dürfte.

    Geschichte vorbei... und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie noch heute
    Geändert von Caffery (13.01.2018 um 13:14 Uhr)

  8. #8
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    Zitat Zitat von Caffery Beitrag anzeigen
    ...sollte natürlich "wenn es denn einen gab" heißen. Es ist wirklich stressig hier bei der "5 Minuten Deadline" gegen den Tippfehlerteufel anzukommen

    Yap. Ich habe diese alten Heyl-Forderungen sehr oft von überraschten Ratsuchenden bei mir liegen. Die Geschichten die mir dazu erzählt werden sind oft sehr ähnlich. "irgendwann mal Postbankkonto gehabt" - "dann nicht mehr benutzt und irgendwann gekündigt" - "nie mehr was von gehört" - "dann mehrere Jahre später Post von Heyl bekommen".

    Auffällig ist daran, dass diese Forderungen die bei mir landen in den meisten Fällen so zwischen 6 und 11 Jahren alt sind.
    Nach einer Einrede folgt immer das gleiche Schreiben mit dem 497er von denen. Dann passiert lange nichts. Oft kommt dann lange Zeit später wieder ein Forderungsbrief. Einen Mahnbescheid habe ich in diesen Sachen allerdings noch nie gesehen.

    Vor 2-3 Jahen wollte ichs in einem Fall "mal wissen" und hab die so lange getriezt bis sie mir die Erledigung erklärt haben - aus Kulanz versteht sich.
    Auf Vergleiche lassen die sich in diesen Sachen auch sehr gerne ein - warum nur? *blinzel*
    Danke für deinen Beitrag!
    Den 497er habe ich heute auch wieder in der Post gehabt.
    Jetzt weiß ich wie ich mich verhalte.
    Vielen Dank

  9. #9
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    Zitat Zitat von devop911 Beitrag anzeigen
    Den 497er habe ich heute auch wieder in der Post gehabt.
    Jetzt weiß ich wie ich mich verhalte.
    Naja, ich wollte aber nicht den Eindruck von Grundsätzlichkeit erwecken. Es kommt im Endeffekt schon auf den Einzelfall an. Dieser (mir zumindest) etwas abtrus anmutende Paragraph ist grundsätzlich schon genauso gemeint und wird selbstverständlich auch von Banken und deren Vertretern bei der Durchsetzung von Forderungen angewendet und durchgesetzt - wenn er denn auf den Einzelfall anzuwenden ist, ist da nichts zu machen.
    Abgesehen vielleicht beim Thema Hemmung der Verjährung von (Verzugs)zinsen.

    Also nicht, dass hier jemand aufgrund meiner Ausführungen auf die Idee kommt Gläubiger die ihm mit dem 497er kommen nicht mehr ernst zu nehmen...

  10. #10
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    Zitat Zitat von Caffery Beitrag anzeigen
    Naja, ich wollte aber nicht den Eindruck von Grundsätzlichkeit erwecken. Es kommt im Endeffekt schon auf den Einzelfall an. Dieser (mir zumindest) etwas abtrus anmutende Paragraph ist grundsätzlich schon genauso gemeint und wird selbstverständlich auch von Banken und deren Vertretern bei der Durchsetzung von Forderungen angewendet und durchgesetzt - wenn er denn auf den Einzelfall anzuwenden ist, ist da nichts zu machen.
    Abgesehen vielleicht beim Thema Hemmung der Verjährung von (Verzugs)zinsen.

    Also nicht, dass hier jemand aufgrund meiner Ausführungen auf die Idee kommt Gläubiger die ihm mit dem 497er kommen nicht mehr ernst zu nehmen...
    Hey, ich projeziere dass natürlich auf meinen Fall, den § auf alle Forderungen anzuwenden kommt mir nicht in den Sinn.
    Bei mir ist es der Selbe Fall den du erörtert hast:
    -Postbank (kein Kredit, kein Dispo)
    -Umgezogen, nie wieder Post bekommen von der Postbank
    -Konto im Minus wegen Kontoführungsgebühren, 2014 seitens der PB gekündigt.
    -Am 31.12.2017 ist die Verjährung( der üblichen 3 Jahre) in Kraft getreten.
    -Heyl schickt den §497 los (HF: 67€)

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