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Thema: Warnung vor der Advanzia Bank (MasterCard Gold)

  1. #1
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    Standard Warnung vor der Advanzia Bank (MasterCard Gold)

    Hallo zusammen,

    ich möchte heute eine Warnung vor der Advanzia Bank aux Luxemburg aussprechen.

    Das ganze Geschäftsmodell der Advanzia Bank ist meiner Meinung nach darauf ausgelegt, ahnungslose Verbraucher "auszunehmen".

    Zunächst läuft das Geschäftsmodell der Advanzia Bank laut Medienberichten in aller Regel dergestalt ab, dass Verbraucher, die zuvor nie etwas mit der Advanzia Bank zu tun hatten, von der Advanzia Bank die besagte "goldene MasterCard" und eine sogenannte Aktivierungskarte erhalten. Sendet der Verbraucher die unterschriebene Aktivierungskarte an die Advanzia Bank zurück, wird die zuvor erhaltene Kreditkarte aktiviert (siehe hierzu: https://www.welt.de/welt_print/artic...nzia-Bank.html).

    Den Verbrauchern wird dann in aller Regel zunächst ein geringer Kreditkartenrahmen eingeräumt. Dies, obwohl die Advanzia Bank auf der Aktivierungskarte keinerlei Angaben zur finanziellen Situation des Verbrauchers wünscht. Mangels Angaben zur finanziellen Situation der Verbraucher ist es der Advanzia Bank bereits objektiv unmöglich, eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchzuführen, die gemäß § 505a Absatz 1 BGB eigentlich verpflichtend ist. Zahlt der Verbraucher den zunächst geringen Kreditrahmen regelmäßig zurück, erhöht die Advanzia Bank in der Regel ständig den Kreditrahmen. Auch dies geschieht ohne jede Kreditwürdigkeitsprüfung, was einen Verstoß gegen § 505a Absatz 2 BGB darstellt.

    Nun aber zum eigentlich Relevanten:

    Die Kreditkartenverträge sind als sogenanntes wucherähnliches Rechtsgeschäfts sittenwidrig und daher nichtig.

    Kreditverträge können gemäß § 138 Absatz 1 BGB sittenwidrig sein, wenn zwischen Leistung und Gegenleistung ein „auffälliges Missverhältnis“ besteht und der Kreditgeber die schwächere Lage des anderen Teils bewusst zu seinem Vorteil ausnutzt oder sich leichtfertig der Erkenntnis verschließt, dass der Kreditnehmer sich nur wegen seiner schwächeren Lage auf die drückenden Bedingungen einlässt (vgl. BGH, Urt. vom 11. Januar 1995 – Az. VIII ZR 82/94 m. w. N.; OLG Stuttgart, Urt. vom 21. Dezember 2009 – Az. 6 U 110/09; Palandt, BGB, 76. Auflage 2017, § 138 Rn. 25).

    Ein solches den Vorwurf der Sittenwidrigkeit begründendes „auffälliges Missverhältnis“ ist nach der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs stets dann zu bejahen, wenn der Vertragszins den marktüblichen Effektivzins um das "Doppelte vom Üblichen", also relativ um 100% oder absolut um 12 Prozentpunkte übersteigt (vgl. BGH, Urt. vom 29. Juni 2007 – Az. V ZR 1/06; BGH, Urt. vom 02. Juli 2004 – Az. V ZR 213/03; BGH, Urt. vom 19. Januar 2001 – Az. V ZR 437/99; BGH, Urt. vom 20. Juni 2000 – XI ZR 237/99; BGH, Urt. vom 08. November 1991 – Az. V ZR 260/90; BGH, Urt. vom 11. Dezember 1990 – Az. XI ZR 69/90; BGH, Urt. vom 13. März 1990 – Az. XI ZR 252/89; BGH, Urt. vom 20. Februar 1990 – Az. XI ZR 195/88).

    Der effektive marktübliche Zinssatz ist für die Zeit nach dem Monat Juni 2003 dem in den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank veröffentlichten deutschen Beitrag der „EWU-Zinsstatistik“ zu entnehmen (vgl. OLG Köln, Beschl. vom 03.05.2016 – Az. 13 U 33/16; AG Brandenburg, Urt. vom 23. Februar 2011 – Az. 34 C 44/10; Münchener Kommentar, BGB, 7. Auflage 2015, § 138 Rn. 119). Im Falle von Kreditkartenverträgen ist die Zinsstatistik der Kategorie „Effektivzinssätze Banken DE / Neugeschäft / Revolvierende Kredite und Überziehungskredite an private Haushalte“ als marktüblicher Vergleichszinssatz heranzuziehen. In diese Statistik fließen sowohl Überziehungskredite einschließlich eingeräumter und nicht eingeräumter Überziehungen, Kontokorrentkredite und seit Juni 2010 auch sogenannte revolvierender Kredite, also auch Kreditkarten. Entsprechend der Zeitreihe SUD112 in der Kategorie „Effektivzinssätze Banken DE / Neugeschäft / Revolvierende Kredite und Überziehungskredite an private Haushalte“ beläuft sich der Vergleichszinssatz seit Dezember 2016 auf 8,54% (vgl. Webseite der Deutschen Bundesbank). Der effektive Jahreszinssatz der "MasterCard Gold" der Advanzia Bank beläuft sich dagegen auf bis zu 22,90% (vgl. AGB der Advanzia Bank).

    Aus dem von der Advanzia Bank geforderten Zinssatz (22,90% p.a.) und dem marktüblichen Vergleichszinssatz (8,54% p.a.) folgt derzeit ein relativer Zinsunterschied in Höhe von 168,15% bzw. ein absoluter Zinsunterschied von 14,36 Prozentpunkte. Damit liegt nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein sittenwidriger Zinssatz vor!

    Diese Auffassung hat übrigens bereits der bekannte Verbraucherrechtler Prof. Dr. Udo Reifner vertreten (VuR, 2009, 170) und zur Advanzia Bank Folgendes ausgeführt:

    „Wohin das Geschäft driftet, zeigt die Advanzia Bank aus dem luxemburgischen Munsbach. Sie bietet die „gebührenfreie Mastercard Gold” an. Allerdings handelt es sich hier um wucherische Kredite . . .Wird der offene Saldo der Monatsabrechnung nicht bis spätestens 20 Tage nach Erhalt der Rechnung manuell überwiesen, berechnet der Anbieter bonitätsabhängig mindestens 17,90 % p. a. an Effektivzinsen für getätigte Einkäufe. Bei Bargeldverfügungen wird der Effektivzins grundsätzlich ab Transaktionsdatumberechnet, er liegt z. Zt. bei 25,94 %. Auf Guthabenbasis kann das Kreditkartenkonto nicht geführt werden. Hinzu kommt, dass die Rechnungen per E-Mail verschickt werden.” Die Wuchergrenze in Deutschland liegt aktuell bei etwa 16 % p. a. Sie wirkt hier nicht, weil die Kreditnehmer sich nicht wehren, sondern Schulden mit neuen Schulden tilgen.“

    Ihre sittenwidrigen Forderungen treibt die Advanzia Bank zudem mit Geschäftsgebaren bei, die meiner Meinung nach rechtswidrig sind. In meinem Fall hat die Advanzia Bank, obwohl ich der Forderung zuvor mehrfach schriftlich widersprochen hatte, einen SCHUFA-Eintrag veranlasst und zudem durch ihr Inkassounternehmen, die TESCH Inkasso Forderungsmanagement GmbH aus Wiehl einen weiteren SCHUFA-Eintrag veranlasst. Das Landgericht Düsseldorf hat diese rechtswidrige Geschäftsgebaren mit Einstweiligen Verfügungen gegen die Advanzia Bank (Az. 8 O 369/16) und die TESCH Inkasso Forderungsmanagement GmbH (Az. 8 O 384/16) quittiert.

    Ich habe zudem gegen die Advanzia Bank und die Tesch Inkasso Forderungsmanagement GmbH Strafanzeige unter anderem wegen Wuchers, Verleumdung und versuchter Nötigung erstattet. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat in der Folge "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" für ein strafbares Verhalten der Verantwortlichen der Advanzia Bank, vertreten durch Marc Hentgen und Gregor Sanner, bejaht und ein entsprechendes Strafermittlungsverfahren eingeleitet, welches unter dem Aktenzeichen 20 Js 9890/16.
    Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft Köln ein Strafermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen der TESCH Inkasso Forderungsmanagement GmbH, vertreten durch Robert Weidmann, eingeleitet, welches unter dem Aktenzeichen 952 Js 11068/16 geführt wird. Weitere Behörden sind ebenfalls informiert.

    Bei Fragen kommt gerne auf mich zu.

    Viele Grüße
    Peter

  2. #2
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    Aha. Du gibst also Geld aus, welches Du nicht hast, nicht zurückzahlen kannst und andere sind schuld? Was kann die Advanzia dafür, dass Du über keinerlei Disziplin verfügst?

  3. #3
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    Hallo Daukind,

    ich finde es doch schade, dass Du, ohne den Sachverhalt zu kennen, ins Blaue hinein substanzlos irgendetwas behauptest.

    Es geht hier nicht um Geld, welches man nicht hat und nicht zurückzahlen kann. Dass der tatsächlich in Anspruch genommene Kredit bzw. die tatsächlichen Umsätze zurückgezahlt werden müssen, sollte selbstverständlich sein.

    Dass aber die überhöhten, wucherähnlichen und damit sittenwidrigen Zinsen der Advanzia Bank nicht bezahlt werden müssen, darauf wollte ich mit meinem Posting hinweisen. Das hat mit fehlender Disziplin gar nichts zu tun...

  4. #4
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    Zitat Zitat von PeterMeyer1970 Beitrag anzeigen
    Hallo Daukind,

    ich finde es doch schade, dass Du, ohne den Sachverhalt zu kennen, ins Blaue hinein substanzlos irgendetwas behauptest.

    Es geht hier nicht um Geld, welches man nicht hat und nicht zurückzahlen kann. Dass der tatsächlich in Anspruch genommene Kredit bzw. die tatsächlichen Umsätze zurückgezahlt werden müssen, sollte selbstverständlich sein.

    Dass aber die überhöhten, wucherähnlichen und damit sittenwidrigen Zinsen der Advanzia Bank nicht bezahlt werden müssen, darauf wollte ich mit meinem Posting hinweisen. Das hat mit fehlender Disziplin gar nichts zu tun...
    Verstehe ich nicht. Bei der Advanzia entstehen absolut keine Gebühren und man hat bis zu 7 Wochen kostenloses Zahlungsziel, es sei denn natürlich man begleicht die Rechnungssumme nicht komplett oder hebt Bargeld ab. Beides wird selbstverständlich ausführlich in den AGB erläutert. Und für beides gibt es nur einen Grund: Man gibt Geld aus, welches man nicht hat.

    Ich finde es schade, dass (angeblich) mündige Bürger Verträge eingehen und dann nach Regulierung heulen...

  5. #5
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    @Daukind
    arbeitet nicht die CreFo mit advancia ?

  6. #6
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    Zitat Zitat von telefonica Beitrag anzeigen
    @Daukind
    arbeitet nicht die CreFo mit advancia ?
    Meines Wissens wird ggf. eine Auskunft bei der Crefo eingeholt. Das Kreditkartenkonto wird i.d.R. der Schufa gemeldet.

  7. #7
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    Ich verstehe deine Warnung auch nicht
    Denn das mit den Zinsen kann man alles nachlesen bevor man so was beansprucht und aktiviert https://www.advanzia.com/AGB/binaryw...1-111111111111

  8. #8
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    Zitat Zitat von rike3 Beitrag anzeigen
    Ich verstehe deine Warnung auch nicht
    Denn das mit den Zinsen kann man alles nachlesen bevor man so was beansprucht und aktiviert https://www.advanzia.com/AGB/binaryw...1-111111111111
    Ich glaube, du überschätzt hier etwas die Bereitschaft (und vermutlich auch die Fähigkeit) vieler Verbraucher, die Vertragsbedingungen vorher sorgfältig zu lesen (und zu verstehen). Insofern sind gesetzliche Regelungen sinnvoll, die Grenzen der Zulässigkeit festlegen. Offenbar gibt es in dem vorliegenden Fall Anhaltspunkte dafür, dass Grenzen (ggf. sogar strafrechtliche) überschritten sein könnten.

    Ob strafrechtliche Ermittlungen auch zu Anklage und Verurteilung führen, bleibt abzuwarten. Da zunächst die Unschuldsvermutung gilt, sollte man hier mit vorschnellen Veröffentlichungen vorsichtig sein.

  9. #9
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    Die Karte ist dafür bekannt das sie sehr oft von Leuten mit Geldschwierigkeiten genommen wird. Und die wissen worauf sie sich einlassen. Das Thema ist schon seit 2012 in einschlägigen Foren. Trotzdem gibs die Karte mit den Konditionen immer noch.
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    Verdammt
    Vergöttert

  10. #10
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    Zitat Zitat von joshua64 Beitrag anzeigen
    Die Karte ist dafür bekannt das sie sehr oft von Leuten mit Geldschwierigkeiten genommen wird. Und die wissen worauf sie sich einlassen. Das Thema ist schon seit 2012 in einschlägigen Foren. Trotzdem gibs die Karte mit den Konditionen immer noch.
    ...und auf der anderen Seite wird die Karte auch von vielen Reisenden und Vielfliegern genommen, weil man in der Tat absolut keine Gebühren für z.B. Fremdwährungseinsatz etc zahlt. Wer natürlich dann die monatliche Kreditkartenrechnung in Raten begleicht, der muss auch mit den Zinsen leben.

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