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Thema: Umzug - Kaution hinterlegen in der Insolvenz?

  1. #11
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    Danke für deine Antwort camilla.
    Der Vermieter hat bereits wegen Eigenbedarf gekündigt vor ein paar Tagen, wir müssen also raus.
    Wir haben auch schon gefragt ob er jemanden weiß der momentan vermietet. Er hört sich um, macht uns aber keine große Hoffnung.
    Wir waren gestern die besagte Wohnung gucken und dieser Vermieter möchte eine Bonitätsauskunft haben.
    Diese sieht aber mittlerweile so besch*** aus, das wir ihm dann auch direkt sagen könnten was Sache ist.
    Tun wir das, ist das Ding sowieso durch, denn unsere Schulden sind nicht aus Mietschulden entstanden.
    Unsere laufenden Kosten, wie Miete und Strom haben wir nämlich IMMER bezahlt.
    Nun ist die einzige Möglichkeit, diesen Vermieter irgendwie davon zu überzeugen, das für ihn eine Bescheinigung von unserem jetzigen Vermieter worin dieser bestätigt das es nie Probleme mit Mietzahlungen gab und wir unsere Miete immer pünktlich gezahlt haben, sinnvoller ist, als eine Bonitätsauskunft.
    Keine Ahnung wie ich das anstellen soll und ob das klappt
    Denn Fakt ist leider auch, das es ja fast unmöglich ist, heute eine Mietwohnung zu finden, wo nicht eine Schufa/Bonitätsauskunft gewünscht ist.

  2. #12
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    Vorsicht bei Insolvenz und Mietvertrag!!

    Bei mir wäre die Insolvenz eigentlich problemlos abgelaufen. Ich habe seit 15 Jahren in einer Wohnung gewohnt und die Miete pünktlich bezahlt. Kaution war ebenfalls hinterlegt. Nie hätte ich damit gerechnet, daß:

    - Trotz untadeligem Mietverhältnis der Vermieter bei Insolvenzeröffnung ein außerordentliches Kündigungsrecht bekommt!!
    Dieses Recht bekommt der Vermieter ausdrücklich vom Insolvenzverwalter schriftlich mitgeteilt!

    Ich war entsetzt und habe nachgefragt. Der Grund ist anscheinend, daß der Insolvenzverwalter die Mietzahlung einstellen kann und zuerst mal die Kaution aufgebraucht wird.

    Ein zweiter erschreckender Punkt war (gehört eigentlich nicht zu diesem Thema), daß der Insolvenzverwalter versucht hat, meine Fahrzeuge zwangsabmelden zu lassen um die Kfz-Steuerguthaben kassieren zu können. Ich habe ihm erklärt, daß auf der Straße abgestellte, abgemeldete Fahrzeuge relativ schnell von Ganoven ausgeschlachtet würden und die entstehenden Kosten folglich zusätzlich ins Insolvenzverfahren fließen würden. Er hat dann die zusätzliche Arbeit gescheut und es ist nichts passiert.

    Der Insolvenzverwalter weiß, daß bei Problemen immer das Sozialamt einspringen muß (Obdachlosigkeit nach Wohnungskündigung, oder der Staat allgmein bei z.B. Entfernung zwangsabgemeldeter Fahrzeuge, usw.). Ich habe damit gedroht, derartige Aktionen öffentlich zu machen, dann blieb er ruhig.

    Ich hatte die Kaution für meine Wohnung als Kredit vom Sozialamt bekommen und dann in monatlichen Raten zurückbezahlt. So hat der Vermieter damals nichts von meiner Pleite erfahren.

  3. #13
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    Hör auf,so einen Unsinn zu verbreiten.
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  4. #14
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    Also soweit ich informiert bin, bekommt ein Vermieter nicht automatisch Informationen darüber, das man einen Insolvenzantrag gestellt hat, wenn man keine Mietschulden hat.
    Oder bin ich hier falsch informiert?
    Wenn ich in einem bestehenden Mietverhältnis bin, wie wir jetzt, und es keine Mietschulden gibt, warum sollte ein TH denn den Vermieter darüber informieren?
    Dafür gibt es doch keinen Grund, oder?

    Und wenn ich ein neues Mietverhältnis eingehe, so wie wir es jetzt müssen, aber noch nicht in der Insolvenz sind und wir einen Vermieter finden (sollten) der keine Bonitätsauskunft oder Schufa verlangt, muss ich dem das ganze ja auch nicht auf die Nase binden, oder sehe ich das falsch?
    Weil, wenn ich das tue, dann finde ich sicherlich keine neue Wohnung mehr

  5. #15
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    Erst einmal, bei einreichen eines Insolvenzantrages gibt es kein Sonderkündigungsrecht des Vermieters. Das ist nur blöder Unsinn. Da hilft ein Blick in die InVV.
    Zum Rest sollte man sich auch nicht äussern.
    Der IV meldet sich in vielen Fällen bei deinen Vermieter,Stromanbieter,ect,auch wenn keine Schulden da vorliegen.Er erklärt gegenüber deinen Vertragspartner seinen Nichteintritt in den Verträgen. Macht er das nicht,musste er für Schulden aufkommen,die du vielleicht nach Eröffnung machst. Also nix schlimmes. Vermeiden kannst du es nicht.
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  6. #16
    konsumbefreit Gast

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    Zitat Zitat von Fam2009 Beitrag anzeigen
    Also soweit ich informiert bin, bekommt ein Vermieter nicht automatisch Informationen darüber, das man einen Insolvenzantrag gestellt hat, wenn man keine Mietschulden hat.
    Doch.

    Oder bin ich hier falsch informiert?
    ja.

    Wenn ich in einem bestehenden Mietverhältnis bin, wie wir jetzt, und es keine Mietschulden gibt, warum sollte ein TH denn den Vermieter darüber informieren?
    Weil der Insolvenzverwalter (und nicht "TH") seine Nichteintritt in das Vertragsverhältnis erklärt. Er regeneriert nämlich nicht nur Masse zur Befriedigung der Ansprüche der Gläubiger, sondern muss im Zweifelsfall auch Verbindlichkeiten aus dere Masse bestreiten.

    Dafür gibt es doch keinen Grund, oder?
    Doch, siehe oben.

    Und wenn ich ein neues Mietverhältnis eingehe, so wie wir es jetzt müssen, aber noch nicht in der Insolvenz sind und wir einen Vermieter finden (sollten) der keine Bonitätsauskunft oder Schufa verlangt, muss ich dem das ganze ja auch nicht auf die Nase binden, oder sehe ich das falsch?
    Musst Du nicht, siehst Du richtig.
    Geschieht aber mit grosser Wahrscheinlichkeit von selbst, siehe oben.

    Weil, wenn ich das tue, dann finde ich sicherlich keine neue Wohnung mehr
    Sicher macht es die Sache nicht einfacher, aber auch nicht unmöglich.


    EDIT: Joshua war fixer, damit ist alles erklärt.

  7. #17
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    Zitat Zitat von Fam2009 Beitrag anzeigen
    Danke für deine Antwort camilla.
    Der Vermieter hat bereits wegen Eigenbedarf gekündigt vor ein paar Tagen, wir müssen also raus.
    So einfach ist das nicht für den Vermieter. Ich gehe zwar davon aus, dass Vermieter heutzutage meist eine wasserdichte Eigenbedarfskündigung vorlegen, aber prüfen sollte man durchaus mal lassen. Und dann gibt es durchaus Möglichkeiten, zumindest den Auszugstermin ziemlich zu strecken. Mit zwei kleinen Kindern ist der Versuch über die sog. Sozialklausel in einen Widerspruch zu gehen, durchaus nicht völlig sinnlos. Er kann zumindest einen Zeitgewinn bringen. Und wenn man eh pleite ist, kann man es auch ruhig auf die Räumungsklage ankommen lassen. Das ist allerdings ein psychologisches Problem.

    Helfen tut einem in solchen Situationen ohnehin erst jemand, wenn man mit zwei Kindern real vor der Situation steht, auf der Straße zu landen.

    Ich würde auch mal überlegen, ob der einzige Verdiener in der Familie nur in einer Gegend arbeiten kann, wo die Wohnungssituation so ungünstig ist. Es gibt ja genug Gegenden in Deutschland, wo Vermieter dankbar sind, überhaupt Mieter zu finden.

    Zitat Zitat von Fam2009 Beitrag anzeigen
    Nun ist die einzige Möglichkeit, diesen Vermieter irgendwie davon zu überzeugen, das für ihn eine Bescheinigung von unserem jetzigen Vermieter worin dieser bestätigt das es nie Probleme mit Mietzahlungen gab und wir unsere Miete immer pünktlich gezahlt haben, sinnvoller ist, als eine Bonitätsauskunft.
    Als Vermieter mit einigermaßen Verstand wüsste ich, dass manche vorherigen Vermieter alles unterschreiben würden, um lästige Mieter loszuwerden. Aber probieren kann man es ja.

  8. #18
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    Zitat Zitat von joshua64 Beitrag anzeigen
    Hör auf,so einen Unsinn zu verbreiten.
    Nicht gerade ein sinnvoller Beitrag!

    Meine Insolvenz lief noch nach dem alten Recht, sie ist seit einiger Zeit abgeschlossen. Ich glaube nicht, daß sich bezüglich Mietverträgen etwas geändert hat.

    Im Insolvenzverfahren erklärte mir der IV ausdrücklich, daß mein Vermieter wie z.B. auch Telekommunikationsfirmen nun ein Sonderkündigungsrecht bekäme. Auf meinen Einwand, nun könnte mich der Vermieter ja trotz Mieterschutz rausschmeißen, antwortete der IV: "Warum sollte der Insolvenzverwalter das tun, er bekommt doch seine Miete vom Sozialamt."

    Das Schreiben des IV an meinen Vermieter habe ich vor ein paar Tagen (Jahresende) in den Schredder gesteckt (und den anderen Justiz-Sch.... ebenfalls). Dabei habe ich es nochmals kurz überflogen. Ich erinnere mich daran, daß es am Schluß die Bitte des IV enthielt, das Mietverhältnis auch weiterhin aufrechtzuerhalten.

    Das Problem ist also: Scheinbar haben selbst Rechtsberater und Rechtsverdreher keine Ahnung. (Sonst müßte man ja nicht so viel prozessieren).

  9. #19
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    Mit dem alten Recht kenne ich mich nicht aus. Heute steht in der Insolvenzordnung:

    § 112 Kündigungssperre

    Ein Miet- oder Pachtverhältnis, das der Schuldner als Mieter oder Pächter eingegangen war, kann der andere Teil nach dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens nicht kündigen:
    1.
    wegen eines Verzugs mit der Entrichtung der Miete oder Pacht, der in der Zeit vor dem Eröffnungsantrag eingetreten ist;
    2.
    wegen einer Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Schuldners.
    Der Vermieter darf also nicht einmal dann kündigen, wenn der Mieter (in der Zeit vor dem Eröffnungsantrag) die Miete nicht gezahlt hat. Ein Sonderkündigungsrecht hat er nicht. Noch nicht einmal ein normales aus den o. g. Gründen.

    Auch der Insolvenzverwalter kann die Wohnung des Schuldners nicht kündigen.

    § 109 Schuldner als Mieter oder Pächter

    (1) [...] Ist Gegenstand des Mietverhältnisses die Wohnung des Schuldners, so tritt an die Stelle der Kündigung das Recht des Insolvenzverwalters zu erklären, dass Ansprüche, die nach Ablauf der in Satz 1 genannten Frist fällig werden, nicht im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden können.
    Dies ist der Grund für den berühmten Brief, den die Treuhänder/Verwalter in aller Regel den Vermietern schicken. Tun sie dies nicht, könnten Ansprüche geltend gemacht werden (z. B. wenn der Schuldner weiterhin die Miete nicht zahlt).

    Anders verhält es sich bei gewerblichen Mietverträgen. Dies ist strikt zu unterscheiden.

  10. #20
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    Die Kündigungssperre stand schon in der ersten Fassung der InsO vom 05.10.1994 so.

    http://www.bgbl.de/banzxaver/bgbl/st..._1420330961914

    Also galt sie für alle Verfahren die seit der Einführung des Inso-Rechts durchgeführt wurden.

    Gruß
    Exberliner
    Lassen sich die Umstände nicht mehr ändern, dann sollte man die Einstellung zu Ihnen ändern.

    Wenn das Leben Dir Zitronen anbietet, frag nach Tequilla und Salz und ruf' mich an!

    Schuldnerzitat:"... teile ich mit, dass ich zur Abgabe der e.V. nicht erscheinen werde, denn ich besitze überhaupt nichts - nicht mal die Lust, den Termin wahrzunehmen."


    Im Übrigen ist dies keine Rechtsberatung im Sinne des § 1 RBerG, sondern nur das Mitteilen eigener leidvoller Erfahrungen.

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