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Thema: Inso-Tagebuch von Jens

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Standard Inso-Tagebuch von Jens

    Inspiriert vom User Piefke und seinem Inso-Tagebuch möchte ich alle interessierten Leser an dem Verlauf einer Inso von Anfang bis Ende teilhaben lassen. Ich starte also hier und heute
    mein Inso-Tagebuch
    und hoffe, dass es euch interessiert und dass ich der "Nachwelt" damit etwas schönes hinterlassen kann. Meine Vorstellung ist, dass das ggf. mehrere User so machen und jeder Ratsuchende einen unmittelbaren Eindruck aus erster Hand gewinnen kann, wie eine Inso abläuft.

    Nach einer früheren Selbständigkeit habe ich einige Jahre versucht, die daraus verbliebenden Schulden abzutragen. Das ist mir unter dem Strich nicht gelungen. Ich habe zwar keine Schulden mehr, die unmittelbar mit der Gewerbetätigkeit zusammenhängen, aber durch Umschuldung etc.pp. ist die Summe der Verbindlichkeiten höher als ich in absehbarer Zeit zurückzahlen kann.
    Ich habe mit seeeehr viel ;-) Vorbereitungszeit die Antragsformulare heute fertiggestellt. Dank wertvoller Tips meiner Schuldnerberaterin bei der Diakonie füge ich hoffentlich alle notwendigen Anlagen bei, damit möglichst keine Rückfragen nötig sind.
    Ich beantrage die Regelinsolvenz. Zwar sind wie gesagt keine unmittelbaren Schulden aus der Selbständigkeit mehr vorhanden, aber es sind mehr als 25 Gläubiger und schließlich war ich mal selbständig.

    Ich möchte euch bitten, Kommentare nur bewusst zu verwenden und den Thread nicht vollzumüllen!

    Es geht also morgen los mit dem Absenden der Formulare per Einschreiben/Rückschein.

    Gruß
    Jens
    Bei meinen Beiträgen handelt es sich ausdrücklich nicht um Beratung, sondern um das Mitteilen eigener Erfahrung
    In Regelinso - Verfahren von 03-12/2013 - WVP bis 03/2019

  2. #2
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    Der Inso-Antrag ist unterwegs! Juhee!
    Anstatt des Einschreibens mit Rückschein habe ich allerdings die kostengünstigere Variante des Einwurf-Einschreibens gewählt. Wer genau die Sendung entgegennimmt ist mir beim Insolvenzgericht egal. Und auch bei Einwurf-Einschreiben kann ich im Internet die Sendung verfolgen.
    Zusätzlich zum reinen Insolvenzantrag habe ich noch ein paar Kopien mitgeschickt. Meine Schuldnerberaterin bei der Diakonie meinte, das würde Rückfragen vermeiden.

    Ich habe in Kopie
    - einen aktuellen Kontoauszug
    - den Wohnungs-Mietvertrag
    - die Geburtsurkunde meines Kindes
    - Versicherungsschein Lebensversicherung und in der Vergangenheit vereinbarte Ausschlüsse
    - An- und Abmeldungen des ehemaligen Gewerbes
    - Lohnabtretungen
    - Kfz-Schein
    - bisherige PfÜbs (für den Vollstreckungsschutz)
    mitgeschickt.

    Bezüglich der Muster-Anträge auf Vollstreckungsschutz bis zur Verfahrenseröffnung, die sich hier auch im Ratgeber-Teil finden, gibt es noch was zusagen: In NRW (ich weiß nicht, ob es in anderen Bundesländern anders aussieht) hat der Schuldner kein Antragsrecht auf Vollstreckungsschutz. Ein überkorrekt arbeitender Rechtspfleger oder Richter müsste diesen Antrag streng genommen zurückweisen. Das richtige Mittel ist hier die Anregung auf Vollstreckungsschutz. In der Praxis dürfte es egal sein, es ist ja zu deuten was gemeint ist.

    Jetzt warte ich auf die Zustellung des Antrags.
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  3. #3
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    Update vom 23.03.2013:
    Mein Einwurfeinschreiben mit dem Insolvenzantrag war eigentlich schon am nächsten Tag bei Gericht, ohne das ich davon etwas mitbekommen habe. Da das Gericht nämlich Großkunde der Deutschen Post ist, vermerkt nicht der Zusteller den Zugang des Einwurfeinschreibens in seiner Liste. Sondern das Gericht bekommt von der Post eine Liste mit allen Einschreiben des Tages und hat dann eine Woche Zeit, die Liste nach Prüfung unterschrieben zurückzugeben. Dadurch habe ich eine Woche lang auf das Online-Tracking meines Einschreibens gestarrt und mich gewundert, dass dort immer nur "Befindet sich in Zustellung..." stand. :-) Nach einer Woche änderte sich der Status dann plötzlich auf "Zugestellt". Einwurfeinschreiben und Onlinetracking erscheinen mir also bei Großkunden nicht sinnvoll.

    Am heutigen Samstag entdeckte ich dann unter Insolvenzbekanntmachungen.de meinen Eintrag. Das Verfahren wurde am Donnerstag eröffnet! Damit sind zwischen Antragseingang und Eröffnungen knappe 14 Tage vergangen - sehr schnell, wie ich finde. Postalisch habe ich noch nichts bekommen, das dürfte in den nächsten Tagen folgen. Auch der Insolvenzverwalter zählt nicht zu "den üblichen", die ich hier für meinen Landkreis immer wieder lese. Es handelt sich eigentlich um einen Fachanwalt für Steuerrecht. Ich bin gespannt, ob der auch Inso kann :-)

    Bis bald
    Jens
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  4. #4
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    Update vom 26.03.2013:
    Per gelbem Umschlag kam heute, also ca. 3 Wochen nach der Abgabe der Antragsformulare, vom Gericht der Beschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Das ist der gleiche Text wie er auch im Internet veröffentlicht wurde, also nichts neues. Sehr wahrscheinlich war das einer der letzten gelben Umschläge, die ich in meinem Leben erhalte ;-)
    Mit dabei lag auch ein zweiter Beschluss über die Stundung der Verfahrenskosten. Die Verfahrenskosten für das dreiteilige Insolvenzverfahren (Eröffnungsverfahren, Hauptverfahren und anschließendes Restschuldbefreiungsverfahren) sind gestundet.
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  5. #5
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    Update vom 29.03.2013:
    Mit normaler Post kam gestern das "Begrüßungsschreiben" des Insolvenzverwalters. Enthalten ist ein Merkblatt über meine Pflichten wie Meldung des Wohnsitzes und des Arbeitgebers und bei Einkommensänderungen. Ob ein persönliches Gespräch stattfinden soll, will er mir überlassen - er selbst sieht dafür bisher keine Notwendigkeit. Ich solle mich einfach melden, wenn mir danach sei. Das klingt sehr entspannt und freut mich. Dann will er noch, dass ich schnellstmöglich die noch nicht erledigten Einkommensteuererklärungen abgebe und will wissen, ob es bei den Zwangsvollstreckungen der letzten Monate zu Zahlungen an die Gläubiger gekommen ist. Die Zwangsvollstreckungen der letzten Zeit waren alle erfolglos, so daß hier für ihn nichts zurückzuholen ist. Die Einkommensteuererklärung mache ich fertig und schicke sie ihm, denn im eröffneten Verfahren ist der IV zur Abgabe der Steuererklärungen berechtigt und verpflichtet, ich selber habe damit nichts zu tun außer die Unterlagen bereitzustellen.
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  6. #6
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    Update vom 15.04.2013:
    Letzte Woche habe ich beim IV angerufen, weil ich eine handvoll Fragen hatte. Ich habe mich bei ihm für sein Angebot eines persönlichen Treffens bedankt, wir sind dann aber zu dem Schluß gekommen, dass wir meine Fragen auch telefonisch klären können. Dabei hat sich herausgestellt, dass er von meinem Fall eigentlich gar keine Ahnung hatte, er musste sich erstmal die Akte holen - und ich bin sicher, das war das erste Mal, dass er da überhaupt reingeguckt hat. :-)
    Ob ich PayPal nachmelden soll oder nicht wusste er auch nicht. Er hat mich dann noch darum gebeten, dass ich Nachmeldungen und Ergänzungen zum Insolvenzantrag nur ihm schicke und nicht an das Insolvenzgericht, weil die dann jedesmal die Akte rauskramen müssen und sowieso nur ihm alles weiterleiten. Das könne man auch abkürzen. Nun, in dieser Sache werde ich ihm nicht folgen, denn es hat in der Vergangenheit bereits Urteile gegeben, wo Schuldner die Unterlagen tatsächlich nur an den IV geschickt haben und damit auf die Nase gefallen sind. Gläubiger haben die Versagung der RSB beantragt und das Gericht hat es dem Schuldner in einzelnen Fällen als grob fahrlässig zugerechnet, dass er nur den IV und nicht zusätzlich das Gericht informiert hätte. Das Risiko gehe ich nicht ein, ich schicke weiterhin alle Nachmeldungen und Ergänzungen sowohl an das Insolvenzgericht als auch an den Insolvenzverwalter. Meinen Account bei PayPal habe ich jetzt nachgemeldet.
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