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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aussergerichtlicher Vergleich



MdC
02.11.2004, 11:41
Hallo Kolleg(Inn)en,

habe hier einen Fall, bei dem ich gerne mal eure Einschätzung / Hinweise hätte:

Junger Mann, suchtmittelabhängig, 6 Gläubiger.

Mit Stiftungsmitteln konnte den Gl. ein überaus guter Vergleich angeboten werden (30 %).

Alle Gläubiger haben zugestimmt, Geld wurde ausgezahlt, alles bestens.

Nun kommt ein Gl und schreibt, dass er 2 Forderungen hatte, aber nur eine im Vergleich berücksichtigt wurde und die zweite daher nicht erfasst sei. Will nun noch einmal 450€ haben.

Problem war, dass wir den Gläubiger nur unter einem AZ angeschrieben haben, zwischenzeitlich aber erfahren haben, dass es noch ein weiteres AZ gab (mit eben dieser 2ten Forderung).

M.E. müsste die zweite Forderung aber i.S. einer Verwirkung angegangen werden können, schließlich hat der Gl. doch eine gesamte Liste im AGEV bekommen und hätte bereits dort eine 2te Forderung benennen können.
Im AGEV war zudem formuliert: "...zur Abgeltung aller Forderungen"

Wie seht ihr das ?

Gruß aus Hildesheim,
mdc

Bernd
02.11.2004, 16:45
Kommt drauf an, was in deinem Vergleichstext drin steht. Wenn da explizit auf die Forderung mit diesem AZ Bezug genommen wird, hat der Gl. Recht. Das ist natürlich eine fiese Methode.
Aufgrund entsprechender Erfahrung steht in meinen Vergleichstexten immer drin: "Mit der Erfüllung des Vergleichs sind alle Forderungen des Gl. gegen den Sch. erledigt"

Dies hilft aber auch nicht, wenn z.B. ein Anwalt zwei verschiedene Gl. vertritt und der mit dem zweiten Gl. auch erst nach Erfüllung rausrückt. Auch das hab ich schon gehabt.