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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zu gesamtschuldnerischer Haftung im VIV



Micha J.
30.05.2005, 14:18
Folgende Fallkonstellation: Eheleute nahmen 2 Ratenkredite gesamtschuldnerisch auf. Mittlerweile wurde Ehe geschieden, Ex-Mann hat VIV beantragt, EX-Frau hat nach der Trennung weiterhin Raten gezahlt.

Frage: Kann die Ex-Frau die bislang gezahlten Raten im Inso-Verfahren des Ex-Mannes als Insoforderung geltend machen und wenn ja, in welcher Höhe? Danke für Eure Hinweise!

RoBe
30.05.2005, 16:03
Hallo Micha.
Nach BGB (§ kann ich gerade nicht nachgucken) kann derjenige der mehr als die Hälfte (bei zwei Schuldnern) des in gesatmschuldnerischer Haftung abgeschlossenen Kredites zurückgezahlt hat, den "zu viel" gezahlten Betrag vom anderen zivilrechtlich zurückfordern.
Gruß
Rolf

resa
03.06.2005, 08:21
Gesamtschuldner haften zu gleichen Teilen im Innenverhältnis. Bei Leistung über dem jeweiligen Teile geht die Forderung des Gläubigers auf diesen Schuldner über. Er kann Ausgleich verlangen. Dies sollte in Plänen und bei der Antragstellung immer berücksichtigt werden.

liebe Grüße....

orlando
08.06.2005, 21:40
soweit das BGB, aber in bezug auf gesamtschuld(ausgleich) sollte die insolvenzrechtliche lage ventiliert werden:
1). der gläubiger kann im insolvenzverfahren den gesamtbetrag geltend machen, bis zu seiner vollständigen befriedigung
2) der mitverpflichtete gesamtschuldner (also der ohne insolvenzverfahren) kann seine ausgleichsforderung im insolvenzverfahren des anderen mitverpflichteten nur geltend machen, wenn der gläubiger (also der hauptgläubiger !) seine forderung nicht geltend macht
3). wenn der eine gesamtschuldner restschuldbefreit wird, ist der "innenregreß" abgeschnitten

1) § 43 InsO; 2) § 44 InsO 3) § 301

Im AGV, und insbesondere im GSBV (sofern letzteres möglicherweise sinnvoll sein könnte) kann aufgrund struktur 2) es einiges an "bastelaufwand" erfordern)

mfg
orlando

RoBe
09.06.2005, 11:11
Hallo Orlando,
Deine Antwort verwirrt mich

2) der mitverpflichtete gesamtschuldner (also der ohne insolvenzverfahren) kann seine ausgleichsforderung im insolvenzverfahren des anderen mitverpflichteten nur geltend machen, wenn der gläubiger (also der hauptgläubiger !) seine forderung nicht geltend macht

Ich nehme ein Beispiel: Gesamtschuldnerischer Kredit 10.000; Schuldner 1 zahlt bis zur Eröffnung des Insoverfahrens 7500 zurück; Schuldner 2 hat nichts gezahlt und beantragt Insoverfahren.
Ich würde jetzt erwarten, dass das Gl Verzeichnis die Bank mit den noch offenen 2500 und den Schuldner 1 mit dem mehr als 5000 bezahlten Betrag, also auch 2500 aufweist.
Warum sollte Schuldner 1 seine Forderung nur dann geltend machen, wenn die Bank die Forderung nicht anmeldet? :confused:

orlando
09.06.2005, 22:12
Hallo RoBe,

ich hab mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt ....
Gesamtforderung meint nicht die nominalforderung, sondern natürlich die noch offene forderung.
In Deinem beispiel ist es rechtlich genau so, wie Du dargestellt hast.
mfg
orlando