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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Insolvenzverfahren mit RSB in Italien?



Kerstin
13.05.2005, 07:52
Hi,

eine Klientin von mir überlegt, ob sie nach Italien zurückgeht, wo ihr Mann langfristig in einer Klinik ist. Beide Eheleute sind verschuldet, als Ausweg bleibt eigentlich nur ein Insolvenzverfahren.

Hat jemand Infos zu der italienischen Entsprechung des V-InsO, gibt es eine RSB, was kostet das, wie lange dauert das...?

Viele Grüße

Kerstin

Dirk HO
13.05.2005, 13:12
Hallo,

kurz und knapp am Freitag mittag:

Um welche Schulden geht es denn ? Nur deutsche Gläubiger ? Oder irgendwas spezielles italienisches ?

Und wie wär´s damit, dass zumindest sie (nen Wohnsitz für ihn kann man wohl kaum annehmen, oder...?) mit dem Umzug nach Italien noch wartet, bis das Verfahren hier eröffnet wurde... ?! (is natürlich nur im Interesse der Klientin und nicht im Interesse der deutschen Staatskasse)

Gruß,

Dirk

Kerstin
17.05.2005, 12:01
Hallo,

bisher sind für die Ehefrau nur deutsche Schulden (Hauptgläubiger eine deutsche Bank) bekannt, der Ehemann hat möglicherweise weitere Schulden, hat seit einigen Jahren keinen Wohnsitz mehr in D und wird ihn wohl auch nicht wieder haben.

Er hat möglicherweise weitere Schulden (auch in I), dass ist aber nicht vorrangiges Problem der Beratung.

Die Insolvenzanmeldung für die Ehefrau in D sollte kein Problem sein, sie kann ja nach Abschluß des Verfahrens nach I umziehen. Aber da es ja teilweise im Ausland schnellere Verfahren gibt (siehe Frankreich) wollte ich fragen, ob ihr was zu dem Thema wisst.

Auch stellt sich mir die Frage, wie es im Zuge der immer weiter fortschreitenden Durchsetzbarkeit von Pfändungsmaßnahmen im europäischen Ausland aussieht mit den Pfändungsfreigrenzen etc.

Die im Netz gefundenen Seiten sind leider auf italienisch und meine Sprachkenntnisse im iatlienischen beschränken sich auf das Bestellen von Essen und Getränken.

Viele Grüße

Kerstin

Claus Triebiger
18.05.2005, 07:30
Hallo,


nein, in Bella Italia gibt es keine Restschuldbefreiung für Privatpersonen. Also kann ma Deiner Klientin nur raten, das Insolvenzverfahren in Verbindung mit dem Restschuldbefreiungsverfahren auf jeden Fall in Deutschland anhängig zu machen. Wenn sie dann anschließend nach Italien geht, ist das nicht schädlich.

Im deutschen Insolvenzverfahren müssen auf jeden Fall ausländische Gläubiger beteiligt werden, ansonsten müssen italienische Gericht die deutsche Restschuldbefreiung trotz EU-Verordnung nicht anerkennen.

mfg
Claus Triebiger