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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : der 8.5.1945 Kriegsende



Felsenbirne
08.05.2005, 15:47
Für alle die heute in Not und Angst leben und nur finazielle Sorgen haben möchte ich aus meiner Vergangenheit daran erinnern, dass wir Angst hatten, Angst vor den Besatzern und uns in Tunnels verkrochen damit wir nicht erschossen wurden.

Ganz tief in einen Eisenbahntunnel und beherzte Bürger haben Bettlaken vor dem Tunnel aufgehängt zum Zeichen dass alle sich ergeben.

Und in den Monaten danach als wir nichts wirklich nicht zu essen hatten.

Meine Eltern fragten was ich mir wünsche da sagte ich einen Zentner Salat.

Wir hatten weder Brot noch Kartoffel und hatten Hunger.

Aber niemand hat damals aufgegeben obwohl wirklich bis 1948 der Währungsreform wirkliche Hungersnot bestand.

Alle die finanzielle Not haben denen möchte ich sagen,

ja es ist wirklich sehr schlimm und für alle möchte ich mitempfinden.

Aber Angst und Hungersnot, also wirklich nicht zu wissen was man morgen ist, ist viel schlimmer aber die Freiheit die mit den Amis kam und die Befreiung von der Diktatur war das Licht am Ende des Tunnels.

Auch ihr alle denkt ein wenig mehr an die Freiheit die ihr alle heute habt und dass es auch irgendwann in euerm Leben sehrwohl aufwärts geht.

Euch allen eine Bessere Zukunft wünschend

Ihre Felsenbirne

working-girl
09.05.2005, 07:31
>Wir hatten weder Brot noch Kartoffel und hatten Hunger.

da wart ihr aber gar nicht flexibel: meine Mutter hat auf dem Feld beim Bauern Kartoffeln, Steck-Rüben und Kohl geklaut und unter anderem wurde ein Pferd eines Besetzers "verarbeitet" ;-), aber "unsere" Straße hatte: zu essen


>Auch ihr alle denkt ein wenig mehr an die Freiheit die ihr alle heute habt >und dass es auch irgendwann in euerm Leben sehrwohl aufwärts geht.

Da schließe ich mich an, mit den Worten:
die Mutter meiner Oma hatte während/nach dem/des ersten Krieges 9 Kinder zu versorgen - war eben damals so mit der Großfamilie!!! - hat noch nebenbei in der Zigarrenfabrik gearbeitet. Opa war bei einer 6-Tage-Woche "Untertage" und spielte Freitag/Samstag in einer kleinen Wirtschaft Geige. Es gab ein Kotelett am Sonntag, das der Opa bekam und die Kinder "durften" mal am Knochen beißen.
Und ich muß ehrlich sagen: DAS empfinde ich als "arm" und Sch...-Leben und bin froh, daß ich heute und nicht damals geboren wurde.

Die Kindheit/Jugend meiner Mutter wurde vom Krieg geprägt: es gab VIELLEICHT mal eine Apfelsine zu Weihnachten, wo sie sich drauf freute (Handy? Auto? Biergärten? Sie war froh, dass sie ab und an mit dem alten Fahrrad fahren durfte). Brotsuppe: Suppe: darin wurde eine Scheibe Brot aufgelöst und mit viel Petersilie gewürzt usw.

Meine Mutter ist jeden Morgen 5 km zur Arbeit ("Pferdestrümpfe" nähen)gelaufen, immer mit der Angst, dass wieder Fliegeralarm kommt .....
Sie hat dann bei der Abwehr gearbeitet und saß dort und musste die Abwürfe der Bomben eingeben: in ihre Heimatstadt, auf das Gebiet, indem sie wohnte: mit der Angst: wenn ich nach Hause komme: leben meine Eltern noch???????? Habe ich noch ein Heim, oder muss ich auf der Straße leben, weil alles zerbombt wurde?

Es war MEHR als eine Sch......Zeit.

Das kann man natürlich nicht mit heute vergleichen, will und kann ich auch gar nicht: es herrscht heutzutage kein Krieg, aber versteht bitte auch, dass ich zum Teil meiner Mutter zustimmen MUSS, wenn sie sagt:
ich weiß gar nicht, was du (ich in den Fall) hier herumstöhnst: sei lieber glücklich, dass du diese Zeit damals nicht mitgemacht hast.
RICHTIG über Wochen musstest du noch NIE hungern, du hattest immer ein Dach über dem Kopf - egal, wie besch.... es dir zeitweilig gegangen ist
Mein Leben (ihres) war WIRKLICH ein Sch....Leben in wirklicher Armut, samt Kindheit/Jugendzeit. Und zum Dank bekommt sie als Trümmerfrau jetzt im Alter kaum Rente


Vielen von uns geht es wirklich nicht gut, geprägt von Sorgen um Geld, aber seien wir wirklich froh, dass WIR diese Zeit nicht erlebt haben und hoffen wir, dass diese Zeit NIE WIEDER kommt.

Ich hatte eine Super-Kindheit, verwöhnt ohne Ende (Prinzesschen eben) und habe danach meinen finanziellen Abflug gemacht und "durfte" auch mal die anderer Seite des Lebens kennen lernen. Im Grunde genommen war das gar nicht mal so schlecht: ich sehe einiges anders und habe ein offenes Ohr für die Probleme anderer bekommen (früher war ich einfach zu egoistisch). Heute gebe ich gerne von dem, was ich habe ab und sehe den Menschen und nicht den "Penner" auf der Straße, denn ohne meinen finanziellen Hintergrund hätte ich verdammt schnell auch soweit "abstürzen können

Heute ärgere ich mich nicht, dass ich mir den teuren Biergarten eben nicht so oft leisten kann, sondern freue mich: einfach des Lebens. Dann sitze ich eben mit einer Flasche Wasser vom Aldi auf einer Parkbank NEBEN dem Biergarten ;-) ! Die Sonne, die scheint, ist die gleiche!

> Euch allen eine Bessere Zukunft wünschend

Da schließe ich mich natürlich auch an

Nette Grüße

Sheila (die "unserer" Felsenbirne mal Recht geben muss")

oderwie
09.05.2005, 12:01
Irgendwie haben Sie alle Recht ! Mögen diese Schrecken nie wieder auf uns
zu kommen.
Aber: Jeder definiert seine Not anders...
Respektlosigkeit ist leider wieder Hoch angesiedelt...
Wenn unser Organismus zu viel Blut verliert, folgt dem Schock
der Tod...
Ich vergleiche unseren Staat mit unserem Körper, m.E. verliert
er zu viel "Blut" = Geld ?! aus seinem Kreislauf. Seit Jahrzehnten
wird es knapper, die Menschen verzweifeln immer mehr.
Wann dämmert es den Verantwortlichen !
Ulla Schmidt möchte von Arbeitgebern die Sozialabgaben 2 Wochen
früher haben, warum wohl !!
Wenn "das alles" so weiterläuft wird die neu zu gründende
Partei der Schuldner parlamentarische Mehrheit haben, über deren
Abkürzung sich keiner Gedanken zu machen braucht.

Felsenbirne
09.05.2005, 12:39
Aber: Jeder definiert seine Not anders...

Das ist ja auch richtig und gut so, nur wer sich verschließt auch Probleme anderer zu verstehen, kann werder sein Problem, seine Not lindern, lösen noch dem Gemeinwohl dienen, weil er blockiert ist.

Wenn "das alles" so weiterläuft wird die neu zu gründende
Partei der Schuldner parlamentarische Mehrheit haben, über deren
Abkürzung sich keiner Gedanken zu machen braucht.

Und mit einer Partei die nicht nach neuen und anderen Lösungen sucht, vorallem statt auf Wirtschaftswachstum auf Verwaltung setzt kann es nicht werden.

Mit wirklichen Impulsen und einer deutlichen Reduzierung der Kosten der Staatsdiener und Pensionäre und vor allem auf billige Energie setzt kann " D " wieder den kleinen Leuten mehr Geld in die Taschen spülen und ein anderes Klima schaffen.

In Deutschland ist das Klima wesentlich wichtiger als alles andere.

Nach 45 und vor 48 war es auch wirklich mehr als beschissen aber jeder kämpfte trotzdem.

Heute kämpft ja auch niemand mehr wirklich, sondern versucht allenfalls zu reagieren.

Er richtet sich notfalls auf ALO II ein und das gab es damals nicht.

Wer nichts tat, hatte weder Wohnraum noch Bleibe, noch etwas zu essen.

Was ganz schlimm war und nicht wieder kommen darf,

nur wenn Bequemlichlkeit auf niedrigstem Niveau platzgreift,

kann kein Ziel gesetzt und auch keines erreicht werden.

Unregistriert der Sechste
11.05.2005, 16:42
*gelöscht*



Der Tag der Befreiung wird kommen aber er ist ganz sicher nicht der 8. Mai 1945!

† Matthias Hofmann
11.05.2005, 17:10
*gelöscht*



Der Tag der Befreiung wird kommen aber er ist ganz sicher nicht der 8. Mai 1945!
Ich habe mir mal erlaubt, die Befreiung vorwegzunehmen und das Forum von diesem Beitrag befreit. Ich bin mir sicher, daß es für Rechtsaußen-Propaganda ein eigenes Forum gibt.

Matthias Hofmann