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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tod in der WVP



RoBe
13.04.2005, 13:49
Hallo miteinander,
Mein Klient ist leider während der Wohlverhaltensperiode verstorben. Seine Frau, selbst im Insolvenzverfahren will wissen, was zu tun sei.
Da mir das noch nicht untergekommen ist, die Frage in die Runde, ob jemand damit schon mal Erfahrungen gemacht hat.
Ich vermute mal, Insoverfahren wird abgebrochen, Forderungen laut Verzeichnis leben wieder auf und Erben müssten ausschlagen. Sonst noch etwas zu bedenken?
Gruß
Rolf

pepek
13.04.2005, 14:32
hallo RoBe,

hatte ähnlichen fall, allerdings verstarb der klient vor dem schlusstermin. daraufhin wurde das bisherige regelinso in ein nachlassinso übergeleitet, schuldner nun die erben. 3 monate später war der schlusstermin und ein monat darauf wurde das verfahren nach § 207 eingestellt (ca. 3 jahre nach dem tod).

leider hatte ich damals nicht die verfahrensbevollmächtigung übernommen (war noch unklar bei regelinso), so dass ich das ganze nur über die entsprechenden veröffentlichungen mitbekommen habe.

bei antragstellung wurde auch verfahrenskostenstundung beantragt und bewilligt, daher irritiert mich die einstellung mangels masse nach § 207. müsste dann der erbe bzw. erbengemeinschft neuen stundungsantrag stellen?? sicher eine gute frage für die verfahrencracks wie orlando, dirkho u.a.

gruss
pepek

RoBe
14.04.2005, 14:12
... Insogericht bestätigte die Auffassung, dass das Verfahren eingestellt wird ohne RSB. Die Umwandlung in Nachlassinsolvenzverfahren ginge nur wenn der Schlußtermin noch nicht vorbei wäre.
Konsequenzen: Forderungen leben wieder auf --> Erben müssen Erbe ausschlagen.
Interessantes Nebenergebnis des Gesprächs: Da die Ehefrau des Verstorbenen ebenfalls im Insoverfahren steht, entstand die Frage nach der (Risiko-)Lebensversicherung des Verstorbenen in Bezug auf ihr Verfahren. Der Richter vertrat die Ansicht, die Versicherungssumme, die sie als Begünstigte des LV Vertrages erhält, ist kein Vermögen, dass sie von Todes wegen erhält (sie erhält es wegen eines Vertrages). Die LV muss also nicht zu 50% an die Gl ausgekehrt werden. Würde sie die LV erhalten, weil als Begünstigter der Versicherungsnehmer, also der Verstorbene, eingetragen ist, wäre es Erbe und müsste verteilt werden...
Gruß
RoBe, der jetzt erst mal guckt was in seinem Versicherungsvertrag steht!