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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : IV sitzt auf dem Geld! Keine Kraft, kein Geld & keine Lust mehr ... (vorsicht lang!)



arch_claudia
18.03.2005, 11:28
Hallo!

Ich frag mich gerade, in was für einem Film ich eigentlich seit nun 6 Monaten "mitspiele". Ich fühl` mich komplett an der Nase herumgeführt!

Vor ca. 6 Monaten machte mein (jetziger) IV meine Konten dicht und teilte mir mit, daß er von nun an eine Kopie von meinen Rechnugnen und eine Aufstellug meiner Kunden bzw. der in Aussicht stehenden Aufträgen haben wolle. Ich arbeite übrigens (noch) als selbstständige Architektin.

Auf mein Farge, wie ich denn nun meinen Lebensunterhalt bestreiten solle, sagte er : "Lassen Sie uns darüber reden, wenn Geld auf Ihrem Notar-Under-Konto ist."
Wunderbar! Also habe ich fein weitergearbeitet, Rechnungen gestellt, ...!
Meine Frage auf Unterhalt o.ä. wurde jedesmal umgangen, aufgeschoben, abgewiegelt, ...!

Auf mein Drängen, und da ich wirklich keinen Cent zur Verfügung hatte, habe ich ihn gedrängt, doch endlich mal eine verbindliche Auskunft darüber zu tätigen, wann ich mit Geld aus meiner Arbeit zu rechnen hätte.
Neue Antwort: "Dazu muß erstmal das Verfahren eröffnet werden, aber das schaff` ich noch in diesem Jahr!" Super, ein Lichtblick!

Also, das Verfahren wurde natülich erst Ende Januar eröffnet! Aber immerhin, ich meinte ein Fünkchen Hoffnung am Horizont zu ahnen, dann kann ich ja demnächst mal wieder von meinem Geld meine Brötchen kaufen.

Tja, leider falsch gedacht!
Nun hieß es, daß man noch mal die Umsätze ansehen müsse (es war übrigens nie dei Rede davon, daß ich meine Selbstständigkeit aufgeben solle). Über den Kontostand auf meinem Notar-Under-Konto ließ er mich auch nach mehrfachem Nachfragen stets im Unklaren. Als mein IV nun im Urlaub war, hat mir seine Kollegin die Kontoauszüge zugefaxt und siehe dar, mehr als 4.000 euro auf dem Konto, toll, wenn da mal nicht auch Geld für mein Leben drin ist!

Tja, auch dies war ein Irrtum!
Nun müssen wir die Gläubigerversammlung abwarten! Mein IV rechnet, ...., und rechnet, ... und "Frau C., über Ihren Unterhalt müssen wir noch sprechen, mehr als 800,00 Euro sind da im Moment nicht drin! Aber dafür kann ich mich auf der GV einsetzen!" Ja, danke schön!
Was gibt es da zu verhandeln, wenn die Taschen seit Monaten leer sind. Selbst wenn er mir 200 Euro angeboten hätte, ich hätte einwilligen müssen, denn ich brauche Geld, und wenn es nur ein paar Cent sind!

Aber, auch dieses Geld ward bis heute nicht gesehen, obwohl die Gläubigerversammlung bereits stattgefunden hat!

Neuester Spitzentrumpf meines IV ist übrigens, daß alle Leistugnen, die ich vor Eröffnung des Verfahrens geleistet und in Rechnung gestellt habe, nun an die Spaßkatze gehen, da ich an sie meine Forderungen abgetreten habe!
Super, das wäre doch mal im Vorfeld eine Info wert gewesen!

Ich könnte kotzen (schuldigung!). Ich arbeite für mein Büro, schreibe zig Bewerbungen, fahre zu Baustellen, betreue Bauherren, arbeite freiberuflich für kleines Geld für Kollegen, ..., alles um nicht von ALG II leben zu müssen, und habe seit 6 Moanten keinen Pfennig/ Cent von meiner Arbeit gesehen!

Ich frag`mich echt, was ich hier mache!
Fühl´mich völlig verarscht von meinem IV und hasse dieses Gefühl der Abhängigkeit von Freunden und Familie, die ich um 10 Euro fürs Benzin oder 20 Euro für ein wenig Wurst, Käse, Milch, ... anbetteln muß!

Alles, obwohl Geld auf dem Konto liegt! Versteh`das einfach nicht und weiß auch nicht, ob ich wirklich so weitermachen will, kann, soll, ....!

Eigentlich denk ich ja, daß sich nun bald die Verhältnisse ordnen werden und ich (ein bisschen, man wird ja beschieden) Geld für meine Arbeit bekomme, ...! Aber, wer weiß, vielelicht ist das ja auch nur ein Wahn im Rahmen meines immer mehr verkümmernden Optimismus.

Was für`n Sch...!

Ich mußte mir das hier mal von der Seele schreiben, denn wenn man einem "AUßenstehenden" davon erzählt, glaubt das eh niemand.
Außerdem möchte man ja den Freunden, die man noch hat, auch nicht ständig mit Faktem aus dem skurillen Leben eines Insolventen berichten.

Ich weiß auch nicht, ob mein IV mich wirklich an der Nase herumführt und ob das alles so seine Richtigkeit hat.

Freu`mich, wenn Ihr dazu etwas zu sagen habt!


Liebe Grüße, Claudia

Bela
18.03.2005, 11:34
InsO §§ 35, 36; ZPO § 850i

Einkünfte, die ein selbständig tätiger Schuldner nach der Insolvenzeröffnung erzielt, gehören in vollem Umfange ohne einen Abzug für beruflich bedingte Ausgaben zur Insolvenzmasse. Er kann jedoch gemäß § 850i ZPO beantragen, daß ihm von seinen durch Vergütungsansprüche gegen Dritte erzielten Einkünften ein pfandfreier Anteil belassen wird.

Na also wenn er Dein Gewerbe weiterlaufen läßt muß er auch mit Geld rüberkommen. Stelle doch (siehe oben) einen Antrag bei Gericht.

fit-for-future
18.03.2005, 11:46
Hallo Claudia,

ja an manchen Tagen ist das Leben des Insolvenzlers sehr frustrierend.

Ich würde auch wie von Bela beschrieben vorgehen, auch wenn da die Angst mitspielt, wenn ich meinem IV jetzt ans Bein pi...., ich muss ja noch sechs Jahre mit ihm Leben.

Aber beantworte dir doch mal die andere Frage, was passiert denn, wenn die restlichen Freunde jetzt nein sagen und außerdem machst du grad neue Schulden von denen du nicht weißt wie du sie zurückzahlen sollst. Ich erinnere dich an deinen thread von gestern.

Es kann nicht im Sinne der Inso sein, dass man obdachlos wird oder verhungert ...

Viel Glück
Tom

arch_claudia
18.03.2005, 13:17
Hallo Claudia,

... Es kann nicht im Sinne der Inso sein, dass man obdachlos wird oder verhungert ...



An manchen Tagen hab`ich so meine Zweifel, worin wirklich der Sinn liegt und was der Gesetzgeber sich so im Detail über die praktische Seite der Insolvenz gedacht hat.
Hat er wirklich an die praktishe Seite gedacht????
Immerhin ist JEDER Insolvente von der Phase ohne Ansprüche und Geld zwischen Antragstellung und Verfahrenseröffnung betroffen und die Idee, daß dann ggf. das (ehem.) Sozialamt hilft, ist ja wohl auch eher theoretisch und leicht romantisch.

Nachdem ich nun aber mit meinem Hund draußen war, mir die frische Frühlingsluft hab um die Nase wehen lassen und ein wenig über meinen Frust und die Kommentare von Bela und Tom nachgedacht habe, werde ich wohl nächste Woche den Versuch starten, einen Beratungsschein beim Amtsgericht zu beantragen und mir einen Termin bei einem Anwalt geben zu lassen, um so ein paar Dinge in Sachen Inso klären zu lassen.

Ich hab`den Eindruck, mein IV weiß nicht so ganz genau, was er eigentlich tut. Aber da seine "Kunden" ja i.d.R. zum ersten Mal ihre Erfahrungen mit der Inso machen und dies aber sein Fachgebiet ist, fällt Inkompetenz erstmal nicht auf.

Es ist schon eine gewaltige Umstellung vom Leben als Selbstständiger zum Leben als Insolventer. Die Tatsache, daß Du eigentlich nichts mehr selbst entscheiden und regeln kannst, ist für mich ziemlich gewöhnungsbedürftig!

Dank Euch! :)
Mag gar nicht dran denken, wie`s mir ohne dieses Forum ginge! Eure Tips & "Tritte" helfen gewaltig weiter! Dank Euch sehr herzlich und bin froh, daß hier so viele Leute aktiv sind und man sich gegenseitig helfen kann!

Liebe Grüße, Claudia

Unregistrierter Gast
18.03.2005, 15:08
Für die Beantragung eines Selbstbehaltes wird vermutlich folgender Zweizeiler an das Insolvenzgericht ausreichen:
"Ich beantrage die Festsetzung eines Selbstbehaltes zur Deckung meines Lebensunterhaltes in Höhe von 939,99 €."
Falls Unterhaltsverpflichtung für Kind und Kegel besteht, entsprechend benennen und höheren Betrag einsetzen. Evt. sollte die Beantragung rückwirkend zumindest zum Zeitpunkt der Eröffnung des Verfahrens gestellt werden. Bei rückwirkenden Anträgen haben allerdings viele Rechtspfleger "Bauchschmerzen", da Bedürftigkeit für zurückliegende Zeiträume nicht ohne weiteres gegeben ("Sie leben ja noch !"). Sinnvoll ist sicherlich immer die Erwähnung der Aufnahme eines Darlehens nach Eröffnung innerhalb der Familie, um die Lebenshaltungskosten decken zu können.

Etwas schwieriger ist der Antrag auf Freigabe eines bestimmten, monatlich gleichbleibenden Betrages zur Deckung der Kosten des Gewerbes analog zu § 850i ZPO (Pfändungsschutz bei sonstigen Vergütungen). Möglich ist dies zumindest bei monatlich gleichbleibenden Belastungen (Kfz, Miete gewerblich u.a.). Falls ein Nachweis nicht möglich oder Gericht hier nicht mitspielen will ist zumindest der detailierte monatliche Antrag auf Pfandfreigabe möglich.

† Matthias Hofmann
19.03.2005, 07:38
Hallo!

Ich frag mich gerade, in was für einem Film ich eigentlich seit nun 6 Monaten "mitspiele". Ich fühl` mich komplett an der Nase herumgeführt!

Vor ca. 6 Monaten machte mein (jetziger) IV meine Konten dicht und teilte mir mit, daß er von nun an eine Kopie von meinen Rechnugnen und eine Aufstellug meiner Kunden bzw. der in Aussicht stehenden Aufträgen haben wolle. Ich arbeite übrigens (noch) als selbstständige Architektin.

Auf mein Farge, wie ich denn nun meinen Lebensunterhalt bestreiten solle, sagte er : "Lassen Sie uns darüber reden, wenn Geld auf Ihrem Notar-Under-Konto ist."
Wunderbar! Also habe ich fein weitergearbeitet, Rechnungen gestellt, ...!
Meine Frage auf Unterhalt o.ä. wurde jedesmal umgangen, aufgeschoben, abgewiegelt, ...!

Auf mein Drängen, und da ich wirklich keinen Cent zur Verfügung hatte, habe ich ihn gedrängt, doch endlich mal eine verbindliche Auskunft darüber zu tätigen, wann ich mit Geld aus meiner Arbeit zu rechnen hätte.
Neue Antwort: "Dazu muß erstmal das Verfahren eröffnet werden, aber das schaff` ich noch in diesem Jahr!" Super, ein Lichtblick!

Also, das Verfahren wurde natülich erst Ende Januar eröffnet! Aber immerhin, ich meinte ein Fünkchen Hoffnung am Horizont zu ahnen, dann kann ich ja demnächst mal wieder von meinem Geld meine Brötchen kaufen.

Tja, leider falsch gedacht!
Nun hieß es, daß man noch mal die Umsätze ansehen müsse (es war übrigens nie dei Rede davon, daß ich meine Selbstständigkeit aufgeben solle). Über den Kontostand auf meinem Notar-Under-Konto ließ er mich auch nach mehrfachem Nachfragen stets im Unklaren. Als mein IV nun im Urlaub war, hat mir seine Kollegin die Kontoauszüge zugefaxt und siehe dar, mehr als 4.000 euro auf dem Konto, toll, wenn da mal nicht auch Geld für mein Leben drin ist!

Tja, auch dies war ein Irrtum!
Nun müssen wir die Gläubigerversammlung abwarten! Mein IV rechnet, ...., und rechnet, ... und "Frau C., über Ihren Unterhalt müssen wir noch sprechen, mehr als 800,00 Euro sind da im Moment nicht drin! Aber dafür kann ich mich auf der GV einsetzen!" Ja, danke schön!
Was gibt es da zu verhandeln, wenn die Taschen seit Monaten leer sind. Selbst wenn er mir 200 Euro angeboten hätte, ich hätte einwilligen müssen, denn ich brauche Geld, und wenn es nur ein paar Cent sind!

Aber, auch dieses Geld ward bis heute nicht gesehen, obwohl die Gläubigerversammlung bereits stattgefunden hat!

Neuester Spitzentrumpf meines IV ist übrigens, daß alle Leistugnen, die ich vor Eröffnung des Verfahrens geleistet und in Rechnung gestellt habe, nun an die Spaßkatze gehen, da ich an sie meine Forderungen abgetreten habe!
Super, das wäre doch mal im Vorfeld eine Info wert gewesen!

Ich könnte kotzen (schuldigung!). Ich arbeite für mein Büro, schreibe zig Bewerbungen, fahre zu Baustellen, betreue Bauherren, arbeite freiberuflich für kleines Geld für Kollegen, ..., alles um nicht von ALG II leben zu müssen, und habe seit 6 Moanten keinen Pfennig/ Cent von meiner Arbeit gesehen!

Ich frag`mich echt, was ich hier mache!
Fühl´mich völlig verarscht von meinem IV und hasse dieses Gefühl der Abhängigkeit von Freunden und Familie, die ich um 10 Euro fürs Benzin oder 20 Euro für ein wenig Wurst, Käse, Milch, ... anbetteln muß!

Alles, obwohl Geld auf dem Konto liegt! Versteh`das einfach nicht und weiß auch nicht, ob ich wirklich so weitermachen will, kann, soll, ....!

Eigentlich denk ich ja, daß sich nun bald die Verhältnisse ordnen werden und ich (ein bisschen, man wird ja beschieden) Geld für meine Arbeit bekomme, ...! Aber, wer weiß, vielelicht ist das ja auch nur ein Wahn im Rahmen meines immer mehr verkümmernden Optimismus.

Was für`n Sch...!

Ich mußte mir das hier mal von der Seele schreiben, denn wenn man einem "AUßenstehenden" davon erzählt, glaubt das eh niemand.
Außerdem möchte man ja den Freunden, die man noch hat, auch nicht ständig mit Faktem aus dem skurillen Leben eines Insolventen berichten.

Ich weiß auch nicht, ob mein IV mich wirklich an der Nase herumführt und ob das alles so seine Richtigkeit hat.

Freu`mich, wenn Ihr dazu etwas zu sagen habt!


Liebe Grüße, Claudia
Sie sollten mal persönlich mit Ihrem Rechtspfleger/Ihrer Rechtspflegerin beim Insolvenzgericht reden. Das sollte kurzfristig Abhilfe schaffen. Was der Verwalter da treibt, ist definitiv nicht in Ordnung (gut, aus seiner Sicht schon...). Sie sind nicht verpflichtet, für ihn zu arbeiten, wenn er dafür aus der Insolvenzmasse nichts freigibt. Man könnte auch über eine Betrugsanzeige nachdenken, wenn er so tut, als würde er zahlen und Sie fröhlich weiterschaffen läßt.

Matthias Hofmann

arch_claudia
21.03.2005, 13:37
Habe heute früh die Mitarbeiterin meines IV angemailt, sie möge mir doch die aktuellen Kontoauszüge zufaxen, da ich diese für einen Termin beim Rechtspfleger des Inso-Gerichts benötige.

Keine Stunde später rief mein IV an, ich solle mich mal dringend bei ihm melden!

Nun, eben habe ich mit ihm gesprochen. "Sie wollen jetzt zum Rechtspfleger gehen bezüglich Ihres Unterhaltes???" Tja, gut erkannt ... !

Habe übrigens meinem IV wiedermal unrecht getan :rolleyes: ! Er wollte ja schon seit längerem meinen Unterhalt an mich überweisen, aber der arme Mann wußte nicht wohin!!! Nun geht`s (komisch)! Hat eben also eine Bankverbindung bekommen und will morgen das Geld an mich überweisen! Mal schau`n wann es ankommt!

Schön zu wissen, daß er den Rechtspfleger so gerne hat :D !

Bin wahnsinnig erleichtert, daß nun (hoffentlich) wenigstens ein bisschen Geld fließt!



Dank`Euch für Eure Unetrstützung!

Liebe Grüße, Claudia

Bela
21.03.2005, 13:38
Glückwunsch! Ich trinke Bier.....

arch_claudia
21.03.2005, 13:40
Danke!!!!

Ich bleib erst mal beim Wasser, wer weiß, wann das Geld wirklich da ist!!! :D

fit-for-future
21.03.2005, 13:43
drück dir weiter die Daumen, Claudia ...

... man/frau darf sich auch als Insolaner/in eben nicht alles gefallen lassen

Traumtänzer
21.03.2005, 14:50
Alles Gute Claudia!

Vielleicht kannst du in einem follow-up mal posten was er dir gelassen hat bzw. woran er sich bei der errechnung des dir zustehenden Betrages orientiert hat (Pfändungstabelle, oder gibt's für Regel-Insulaner Sonderkonditionen?). Wäre interessant zu wissen da der eine oder andere (wie ich z. B.) vielleicht mal vor dem gleichen Problem steht.

Danke!

tt