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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Immoblienkredit im Inso



SandraV
07.03.2005, 15:14
Hallo Kollegen!
Ich habe eine Klientin, die mit ihrem Mann einen Kredit für ihr Haus (in dem die Familie nach wie vor wohnt) unterschrieben hat. Sie ist aber nicht Eigentümerin (das Haus gehört ihrem Mann)!!! Ihr Mann zahlt die Raten regelmäßig weiter. Sie hat noch andere Schulden und möchte jetzt Insolvenz anmelden.
Frage: Wie geht man mit diesem Kredit im Verfahren um? (Es handelt sich immerhin um eine Summe von über 150.000 €.) Gibt es irgendwelche Erfahrungen in dieser Beziehung?

Klaus
07.03.2005, 18:48
Ich hatte die Konstellation zwar noch nicht, bin aber der Meinung, dass es für deine Klientin -wenn sie denn die Insolvenz anstrebt- wenig Spielraum gibt hinsichtlich der Forderungsanmeldung. Wenn Sie Kreditnehmerin ist (und das wird sie sein, Banken lieben es, die Ehefrau mit in die Haftung zu nehmen, auch wenn sie nicht (Mit)-Eigentümer sind), muss sie im Gläubigerverzeichnis die Forderung mit aufnehmen . Als einzige Frage, die aber wahrscheinlich nicht im Vorfeld zu klären sein wird, bleibt: wie verhält sich das Kreditinstitut. Wenn die Ehefrau im Prinzip ohne Einkommen ist, muss die Bank eigentlich alles so weiterlaufen lassen. Der Ehemann als Kreditnehmer zahlt, die Sicherheit der Grundschuld besteht weiter, lediglich die "formale" Sicherheit der persönlichen Haftung der Ehefrau geht für die Bank flöten...wo ist das Problem?

Heiko
08.03.2005, 07:31
Hallo,

der Klaus hat es richtig getroffen. In aller Regel lässt sich die Angelegenheit mit der Bank vorher besprechen. Diese hat keine Interesse daran, ihre Forderung anzumelden. Natürlich muss die Forderung in der Gläubigerliste angegeben werden.

Der Treuhänder fordert die Bank auf ihre Forderung anzumelden. Diese unterlässt es, da sie ansonsten angeben müsste, dass sie eine sicherheit dagegen stehen hat, welche sie nicht verwerten möchte.

Diese Konstellation hatte ich jetzt mehrfach gehabt und ist ohne Probleme durchgelaufen.

gruß

heiko

MdC
13.03.2005, 19:54
Hallo,
habe den thread erst viel zu spät gelesen, daher verspätete versuchte Antwort:

Sehe es genauso, da die Bank kein Interesse daran haben dürfte. Ob sie überhaupt kündigen darf (!), bsp. wegen wegfallender Sicherheiten, ist strittig.
So zumindest der gute Reifner in seinem Kreditrechtswälzer, der mal wieder einer Aktualisierung bedarf...

Gruss aus Nds
MdC