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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : die positive Seite für verschuldete Studenten



Felsenbirne
01.02.2005, 10:28
Freude für alle Studenten mit Schulden.

Die Studiengebühren die ganz sicher eingeführt werden, bringen sehr vielen Student erhebliche Erleichterungen.

Mein Grundsatz:

Es ist nichts so schlecht, als dass es nicht für etwas gut wäre.


Das gilt nun für alle die Schulden haben und studieren.


Dafür will die Kreditanstalt für Wiederaufbau 650 Euro je Monat zur Verfügung stellen.

Zum Vergleich: Der Bafög-Höchstsatz beträgt 585 Euro.

Bafög und Studienkredit sollen sich nicht ausschließen,

sondern gemeinsam in Anspruch genommen werden können.


Der Studienkredit soll mit einem Zinssatz von etwa 5 Prozent Zins verzinst werden.

Würde der Staat das Ausfallrisiko der KfW übernehmen, könnte der Zinssatz bei 4 Prozent liegen

Um kostengünstig die Kreditvergabe zu organisieren soll die Abwicklung über eine Internetplattform laufen.

Die KfW will weder Sicherheiten noch eine Differenzierung der Kreditkonditionen nach Risiko vornehmen.

Wohl wird es an den Studienfortschritt gebunden sein.
Auch Belohnung für gute Abschlüsse sollen möglich sein, also Erlass der Schulden oder Teilerlass.

Das erste Jahr nach Studiumsabschluß soll tilgungsfrei sein.
Rückzahlung also erst später, dann aber in etwa 10 Jahren.


Die Geschäftsbanken, Volksbanken und Sparkassen haben schon erklärt, sie seien nicht bereit, das Risiko flächendeckender Studienkredite ohne Rückendeckung durch die KfW zu tragen.


„Hier liegt klassisches Marktversagen vor”,

Wenn überhaupt, seien die Geschäftsbanken nur bereit, „gute Risiken” zu finanzieren.

Da es keine Unterschied z.B. wegen verschiedener Fächer geben soll,

können also wenn das so greift, alle Studenten während der Studienzeit bis zu 1200, € monatlich zur Verfügung haben.

Also 500 € im Semester ( 1/2 Jahr ) bringt damit einen zusätzlichen Finanzierungsspielraum von rund 4000,- €


"Also es ist nichts so schlecht, als dass es nicht für etwas gut wäre."

Das gilt immer nicht nur hier.

Meist dauert es aber, bis man es merkt, für was es gut war.

auf die schnelle
01.02.2005, 10:49
Wenn die Rechnung aufgehen würde: Studium, nachher hochdotierten Job und somit ein leichtes, diesen Kredit wieder zurückzuzahlen, wäre es ja noch ok. Erst recht, weil bei der Vergabe durch die Bank für Wiederaufbau alle Schichten beglückt werden sollen - also mal gegen den Trend, nur Reiche können studieren.
Was aber, wenn nach erfolgreichem Studium unmittelbarer Weg in die Arbeitslosigkeit? Mit einem 1-Euro-Job oder als Aushilfskraft läßt sich dieser Kredit kaum tilgen.

Felsenbirne
01.02.2005, 11:04
@ auf die schnelle

Zu erst einmal registriere dich doch.
Ist wirklich kein Risiko siehst du doch an mir.

Ich nehme kein Blatt vor den Mund und werde auch so akzeptiert.

Eine Frage: Suchts du immer und überall nur das Negative?

Zu der Suche nach was ist wenn, das macht wenig Sinn.

Wer nur die 500 € Studiengebühren als Darlehen aufnimmt,

hat eine maximale Schuld von 5000,- €

Und wenn er nach dem Studium nichts hat, dann gilt wie überall wo nix ist da hat der Kaiser sein Recht verloren.

Also die Frage stellt sich nur für die, welche immer das Negative suchen.

Für alle positiv Denkenden ist die Lösung viel viel besser als ohne Studiengebühren und dadurch auch keinen Kredit für arme oder weniger begüterte.
Für Kinder armer Eltern die nie Kredit bekommen, weil sie nichts haben.

Weder Sicherheiten, noch Arbeit ( Nebenjob ) noch reiche Eltern.

auf die schnelle
01.02.2005, 11:37
bin registriert, kann aber nur lesen, nicht antworten mit Reg-Nick.
Männer und Technik :-))

Gestern bei Phönix war Betrag genau zu diesem Thema, das man nur die Studiengebühren finanzieren kann, kam dabei nicht vor. Sondern das man nach Ende des Studiums im Schnitt ca. 32.000 Euro Schulden hat. Hab da schon viele künftige Forenleser gesehen.
Ich habe mein Studium alleine mit Jobben finanziert - ohne jede Zuschüsse - und war danach überqualifiziert und bekam keinen Job - verrückte Welt.

Felsenbirne
01.02.2005, 11:52
:) Wenn du in die FAZ von heute schaust. :)

Wirtschaft Seite 9 da steht sehr ausführlich was angedacht ist und dass die Politik eventuell das Ausfallrisiko ca 13 % übernimmt.

Soll heißen die Steuerzahler zahlen, wenn das Geld von den Schuldnern nicht zurückgezahlt wird. Gilt auch für Studienabbrecher.

Wenn die Presse nicht mit negativen Zahlen arbeitet, kann sie keine Schlagzeilen produzieren.

Wenn ein Flugzeug notlandet und es ist nix oder wenig passiert, heißt es, wenn es über der Stadt abgestürzt wäre, hätten das leicht 10.000 Tote sein können.

So ist die Zahl der angeblichen Verschuldung, in den Medien, zu werten mit der die Medien punkten.

Auch Herr Clement spricht heute bewußt von über 5 Mio Arbeitslosen um anschließend mit der Relativierung und in einem Jahr Erfolge zu verkaufen.

So sind sie halt, die negative Zahlen als Geschäftszweck nutzen.

Elke
01.02.2005, 19:19
Freude für alle Studenten mit Schulden.
Dafür will die Kreditanstalt für Wiederaufbau 650 Euro je Monat zur Verfügung stellen.

Zum Vergleich: Der Bafög-Höchstsatz beträgt 585 Euro.

Bafög und Studienkredit sollen sich nicht ausschließen,

sondern gemeinsam in Anspruch genommen werden können.


Der Studienkredit soll mit einem Zinssatz von etwa 5 Prozent Zins verzinst werden.

Die KfW will weder Sicherheiten noch eine Differenzierung der Kreditkonditionen nach Risiko vornehmen.

Das erste Jahr nach Studiumsabschluß soll tilgungsfrei sein.
Rückzahlung also erst später, dann aber in etwa 10 Jahren.

...können also wenn das so greift, alle Studenten während der Studienzeit bis zu 1200, € monatlich zur Verfügung haben.

Also 500 € im Semester ( 1/2 Jahr ) bringt damit einen zusätzlichen Finanzierungsspielraum von rund 4000,- €




Hallo,

sooo rosarot kann man die Geschichte meines Erachtens nicht malen.

Mal eine kleine Rechnung

Studium - Regelstudienzeit von 4,5 Jahren - wird eingehalten, man muss ja nicht mehr nebenbei arbeiten gehen.

von der kfw - Bank gibt es im Monat 650,00 €, vom Bafög Amt nochmal 585,00 €

das ergibt ein Soll bei der kfw - Bank von 35.100,00 €
und beim Bafög - Amt von 15.795,00 €
(denn 1/2 wird gewöhnlich zurück gefordert)

Macht rein rechnerisch NETTO offene Forderung von 50.895,00 €

Dann finanziert man nach dem Studium eine Wohnung(seinrichtung), man findet ganz schnell eine gut bezahlte Arbeit, braucht ein entsprechendes Auto, Kinder vielleicht auch (aber die sparen dann ein paar Euronen bei der Pflegeversicherung - das gleicht sich aber sicherlich aus)...

Da ist doch die Rückzahlung der lächerlichen 50.895,00 € (netto) überhaupt kein Problem.

Ach so, ich hab vergessen, dass man ja einen Partner hat, der im selben Studium war und auch nur 50.895,00 € (netto) verschuldet ist...


Wie gesagt, ich sehe es nicht so positiv


elke

Felsenbirne
02.02.2005, 11:20
Ach so, ich hab vergessen, dass man ja einen Partner hat, der im selben Studium war und auch nur 50.895,00 € (netto) verschuldet ist...


Wie gesagt, ich sehe es nicht so positiv




Hallo Milchmädchen

deine Rechnung beruht auf der Annahme es würde nun jeder das volle mögliche Kreditvolumen ausnutzen.

Warum das auf einmal? Hat die Elke sich vorher nicht selbst Begrenzungen auferlegt?

Wenn nur der Status beibehalten wird, also nur die 500 € Studiengebühren als Kredit aufgenommen werden, sind es nach 9 Semestern 4.500 € und das ist eine sehr vernünftige Lösung.

Wer aber auch jetzt schon sein Konto überzieht und dafür bis zum 4 Fachen an Zinsen zahlen muß und weil die Bank dann zu macht, in die Inso getrieben wird, der kann es wirklich nur als Vorteil betrachten.

Und das ist es was ich meine.

Das ganze ist der positive Teil der Einführung von Studiengebühren.

TheEl
02.02.2005, 11:49
Sobald die Bürokraten ein Alibi haben die Studiengebühren zu verfünffachen, werden die es auch tun, dann wird die Rechnung von Elke noch deutlich nach oben abzurunden sein. Es bleibt doch nicht bei 100 oder 200 oder 500 Euro Studiengebühren pro Semester, das wird, weil ja jeder Kredit bekommt, schamlos ausgenützt werden, vermutlich nicht nur von den Bürokraten, nein auch von Vermietern, die in den Studenten dann nur noch Melkkühe sehen, die bis zur Maximalen abkassiert werden können. Bald wird dann neben jedem monatlichen KfW-Kredit zudem noch, wie jetzt ja teils auch, neben dem Studium tüchtig angeschafft werden müssen.

Daran ist absolut NICHTS erfreuliches.

Mal wieder verlagert der Staat, der schließlich das Bildungsmonopol inne und alleine deshalb eine gottverdammte Verpflichtung hat, auch Stätten der höheren Bildung zu schaffen und zu erhalten, seine bereits mehr als fünffach durch Steuergelder abgegoltenen Verpflichtungen gegenüber dem Volk (hier den Studenten) in schmierigster Art und Weise zurück. So geht’s nicht !

Wie kann man eigentlich ernsthaft in der systematischen Verschuldung junger Menschen, die noch Ihr Leben vor sich haben, die zudem der Garant für unsere Zukunft sind, etwas positives sehen ?

Ist denn wirklich erst Schluss, wenn auch noch das Atmen mit Zwangsgebühren belegt oder das spazieren auf dem Bürgersteig gebührenpflichtig wird ? Was denn noch ?

Mal abgesehen davon ist die KfW nichts anders als der verlängerte Arm des Steuersäckels, es wird also, wieder mal, nur Augenwischerei betrieben, bestehende Probleme nur verlagert und umgeschichtet, aber nicht gelöst, zum Schaden ALLER.

Deutschland, peinlich Vaterland

presto
02.02.2005, 12:02
"Ist denn wirklich erst Schluss, wenn auch noch das Atmen mit Zwangsgebühren belegt oder das spazieren auf dem Bürgersteig gebührenpflichtig wird ? Was denn noch ? "

nö. dann findet man sicher noch was anderes. eine zitrone hats da noch gut. nachdem der saft weg ist, hat sie noch die schale. aber nicht einmal das wird dem menschen gelassen, sondern man "zieht einem das fell über die ohren" zur komplettverwertung...
für das atmen zahlt man schon (tabaksteuer, einkommensteuer...)
für das spazierengehen auch: anliegerkosten, erschließungskosten, etc

ich wette, in einigen jahren - hoffentlich erlebe ich das nicht mehr - laufen teile der bevölkerung wieder mit gepuderter perücke über rote samtteppiche und werden von leibeigenen und lakaien bedient. erstere können lesen, schreiben, rechnen und sich dekadent benehmen, letztere leben mit plumpsklo in einer verlausten absteige. das war jahrhunderte lang so und wird nun auf ganz langsame, perfide art wieder kommen...

Felsenbirne
02.02.2005, 12:14
Sobald die Bürokraten ein Alibi haben die Studiengebühren zu verfünffachen, werden die es auch tun, dann wird die Rechnung von Elke noch deutlich nach oben abzurunden sein. Es bleibt doch nicht bei 100 oder 200 oder 500 Euro Studiengebühren pro Semester, das wird, weil ja jeder Kredit bekommt, schamlos ausgenützt werden, vermutlich nicht nur von den Bürokraten, nein auch von Vermietern, die in den Studenten dann nur noch Melkkühe sehen, die bis zur Maximalen abkassiert werden können.

Also so ein Schwachsinn! aus dem Vermietermarkt wie er mal bestand und dem nun in vielen Städten schon vorhanden Mietermarkt kann zum Beispiel niemand mehr zusätzlichen Nektar ziehen.

Ich bin von 500 € pro Semester ausgegangen, der Versuch mit kleineren Zahlen noch größere zu begründen ist doch unseriös.

Wie kann man eigentlich ernsthaft in der systematischen Verschuldung junger Menschen, die noch Ihr Leben vor sich haben, die zudem der Garant für unsere Zukunft sind, etwas positives sehen ?

Weil jeder nun wirklich mehr Spielraum bekommt, das ist der wirklich große Vorteil. Jeder kann und muß selbst haushalten, jetzt und in Zukunft.



Wir haben noch gelernt sparsam zu leben und zu haushalten und ohne 1 DM Kredit durch zu kommen.

Mußten unser Studium durch Jobben und Schulgeld bezahlen.

!956 war das Schulgeld 200,- DM pro Semester. Da verdiente der Arbeiter etwa 300,- DM Brutto im Monat.

Diese Erziehung zum Sparen muß sich nun auch die inteligente Jugend autodidakt beibringen. Sparsam zu sein trotz Kredit.

Elke
03.02.2005, 13:18
deine Rechnung beruht auf der Annahme es würde nun jeder das volle mögliche Kreditvolumen ausnutzen.

Vielleicht nicht jeder, nur sehe ich da durchaus Gefahren drin. Nicht jeder denkt so wie DU, nur für die Studiengebühren einen Kredit. Da ist man ganz schnell bei der vollen Kreditsumme und dann bist Du bei o. g. Zahlen. Du kannst nicht davon ausgehen, dass jeder die Erfahrung hat, die DU vielleicht gemacht hast.

Schule Ende - ab zum Studium - was kostet die Welt.

Es wird immer wieder darüber diskutiert, dass für die Bildung was getan werden muss. Nur bezahlen will Bildung keiner, der Student will ja was lernen, also soll er dann auch dafür bezahlen, egal woher der Student das Geld nimmt...

Ich find es nach wie vor nicht gut.

gernleser
03.02.2005, 13:42
Der Profit des Staates ist bei besser GEBILDETEN einfach: höhere Einnahmen

Wozu also noch mehr abzocken und die letzten heiligen Kühe schlachten, ich denke es reicht langsam.
Wo der Politiker seine Hand drauf hatbzw. der STAAT, da wird nach und nach die Schraube angezogen, man nennt das im Strafrecht Diebstahl, nur dass die Hansels hier den Hals nicht voll genug bekommen, weil sie nicht mit Geld auskommen können im Selbstbedienugsladen Deutschland.
Jeder vernünftige Unternehmer wäre schon längst hundertfach pleite, wenn er so wirtschaften würde.
Deshalb ist TheEL und Presto auch wenig hinzuzufügen.

Wenn man nicht (STAAT) in die letzten gewinnbringenden Ressourcen wie Bildung investiert sondern nur versucht überall herauszuziehen, dann

AMEN

Die Begierlichkeit des Staates und die Arroganz seiner Mächtigen ist leider UNERSÄTTLICH und Vernunft ein FREMDWORT

gernleser

Bernd
03.02.2005, 18:12
Die Sache ist doch ganz einfach:

Jeder Hochschulabsolvent erhält zusammen mit seiner Diplomurkunde den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Den braucht er dann nur noch auszufüllen und abzugeben.

Im Ernst: Die Einführung von Studiengebühren muss man im Zusammenhang mit allen anderen Maßnahmen zu Sozialabbau und neoliberalem Umbau der Gesellschaft sehen. Das ist ja schließlich keine einzelne isolierte Maßnahme.

Meine 15-jährige Tochter hat das noch am selben Abend, als sie den Beschluss im Fernsehen sah begriffen:

Ein Freund von Ihr auf dem Gymi mit lauter 1 er und 2er wird wohl mit Studiengebühren nicht studieren können, weil der Vater, bei dem er lebt arbeitslos ist und schlicht das nicht zahlen kann. (Naja da haben also mal wieder die falschen Leute Kinder bekommen...)
Ihre Meinung: Das ist ja dann wieder wie im 19. Jahrhundert, wo nur die Kinder der Reichen was werden konnten!

Also am Besten auch gleich jedem mit ALG2-Bescheid gleich den Antrag auf Sterilisation beilegen!

Felsenbirne
03.02.2005, 18:26
Hallo Elke natürlich ist die Gefahr, dass der junge Mensch sich verschuldet,

Aber auch die Chance, dass der, welcher auch nun nicht zurecht kommt aus dieser Schuldenfalle die durch völlig überzogene Zinsen und Gebühren entstehen sich wieder befreien kann.

Und wenn letztendlich dadurch die Zahl der Insolvenzen nur um 1 % reduziert würde, wäre es eher ein Gewinn.

TheEl
04.02.2005, 01:26
@Felsenbirne

ich schätze Sie und Ihr Engagement in diesem Forum durchaus, vieles, auch Ihre kritische Haltung zum Restschuldverfahren, nur bei aller Sympathie vermag ich Ihnen einfach in diesem Punkt nicht mehr zu folgen, irgendetwas von dem was Sie uns sagen wollen, gewiss sogar gutgemeint, dringt nicht recht durch.

Felsenbirne
05.02.2005, 13:04
Zu erst mal danke für jede kritische Bemerkung aber noch mehr für positive Signale.

Ich war immer ein Querdenker und deshalb muß ich oft nachbereiten was ich denke.

Zum Thema , warum hat Deutschland ein so schlechtes Verhältnis zwischen Abiturienten und Studierenden?

Wenn es bis heute an den Studiengebühren liegen würde, müßte wir doch einfach Spitze sein. In fast keinem Land können die Studenten mit geringeren Kosten studieren.

Jeder OECD- Vergleich zeigt, dass ausgerechnet in den Ländern mit erheblich höheren Studiengebühren, sich weit mehr Abiturienten für eine akademische Ausbildung entscheiden.


Wenn man aber die Mittel für die Hochschulen kürzt und die Zahl der Studierenden hoch halten will, ( rot-grüne Vernebelungspolitik) dann muß man damit rechnen, dass dann auch nur Mittelmaß und nichtausreichende Studienbedingungen dabei raus kommen.

Wer also Studiengebühren nur als sozialen Mechanismen oder Auswahlkriterien ansieht

und die Möglichkeit einer günstigen Kreditfinanzierung, nicht nur der relativ läppischen Studien-Gebühren ( weniger also 100,-€ im/Monat zu 600,- € Kredit / Monat),
nicht mit einbezieht, versperrt den Blick dafür, dass genau mit einer vernünftigen Kreditfinanzierung, besser Studienbedingungen

und was noch wichtiger ist, über die damit auch zu installierenden besser fördernden Stipendien am Schluß nur effektivere Ergebnisse raus kommen können.

Weniger Bummler und frühere Aussonderung derjenigen die nicht geeignet sind aber auch weit bessere Studienbedingungen.

Bei den Anderen, Beispiel USA funktioniert es auf jeden Fall.

Und die, welche z. Z. praktisch nicht studieren können, weil schon jetzt das Geld nicht reicht, denen wird wirklich geholfen. Weil sie ein wenig Luft bekommen.

Unregistriert999
06.02.2005, 18:43
Was ist eigentlich, wenn man schon Schulden und eine negative Schufa hat, kann man dann trotzdem das Geld für die Studiengebühren bekommen?

fiesemotte
07.02.2005, 08:24
Hi,

Ihr alle vergesst eines:Laut den Hartzverbrechen entscheidet der Fallmanager darüber was aus den Kindern wird. Ne ganz im Ernst: Berufsberatung für Schüler, wo einer in der Familie ALG II erhält, darf nicht mehr von der allgemeinen Berufsberatung des AA gemacht werden sondern obliegt dem Fallmanager. Der Fallmanager ist der Gott und infolge dessen wird es kaum noch Studenten geben, die aus den normalen Bevölkerungskreisen kommen. Bildung wird unbezahlbar bzw. nicht mehr erlaubt, so einfach ist das.
Fiesemotte :mad: :mad: :mad: :mad:

fit-for-future
09.02.2005, 16:03
ja, ich sehe es ähnlich, dass sich viele der jungen Menschen, der Gefahr der Rückführung des Studienkredits, wahrscheinlich wird es dafür naoch eine tolle Wortschöpfung geben, bewußt sind.
Das Problem in der Deutschland liegt aus meiner Sicht auf einer ganz anderen Ebene (vielleicht so gewollt, ein Narr der böses dabei denkt). Das gesamte, sowohl vorschulische, wie schulische als auch universitäre System ist darauf ausgerichtet, uns zu guten Befehlsempfängern = Arbeitnehmern auszubilden.
Ja, ich nehme derzeit auch Sozialleistungen in Anspruch, und hab nen Problem daraus zu kommen. Nen normalen Job find ich nich, war 15 Jahre selbständig, und wenn ich mich irgendwo vorstelle heißt es, überqualifiziert. Heißt für mich denkt zuviel :) .
Nun haste nen SB im JobCenter, wobei die Bezeichnung völlig falsch ist, da es sich um eine Instituion des öffentlichen Rechts handelt, der eben zum Job geht. Um es klar zu stellen, ich möchte das nicht unbedingt machen, weil diese Menschen ja auch nur Befehle ausführen und keine Entscheidungsfreiheit haben.
Anstelle, dass man das Unternehmertum fördert und auch die Menschen dahingehend ausbildet, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, werden diese Menschen die sich für diesen Weg entscheiden, wenn sie nicht pfiffig genug sind, drangsaliert und zwangsgeregelt (Beispiel Handwerksordnung, der deutsche braucht in den meisten Fällen einen Meisterbrief, während es dem Kollegen aus der EU gestattet ist, wenn er denn einen Betrieb in seinem Heimatland hat, sich ohne denselben auch in Deutschland selbständig zu machen) wird.
Die Frage die sich doch stellt ist die: Wer trifft denn für die politschen Entscheidungen in diesem Land (Bildung = Länder- bzw. Bundeshoheit). Um es mit einem wg. Steuerhinterziehung vorbestraften bekannten älterem Deutschen Politiker, Otto Graf L., zu sagen: "das Parlament ist mal voller mal leerer, aber immer voller Lehrer". Und wo soll bei diesen Menschen unternehmerischer Verstand herkommen. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich jetzt eine Berufsgruppe pauschal angreife, es gibt Ausnahmen, die Definition eines solchen ist doch: geht in die Schule, macht seinen Abschluss, wird ins Leben entlassen, kommt mit dem Leben nicht zurecht und geht zurück zur Schule.
Und der "Fallmanager", welch "hochtrabende Bezeichnung :) " kennt nur dieses System.
Achso noch ein letztes zum Thema "Fallmanager": Zielsetzung seitens Herrn Clement war es, dass sich jeder "Fallmanager" nur um 75 zu betreuende Klieenten, wie es neudeutsch heißt, zu kümmern hat. Tatsache ist aber, nach Aussage meiner "Fallmanagerin", dass sie 600 "Klieenten" zu betreuen hat. Auf mein Angebot, sie im Rahmen eines 1€ Jobs bei Ihrer Arbeit zu unterstützen (die notwendige Ausbildung und Erfahrung hab ich um wieder im gehobenen öffentlichen Dienst zu arbeiten) mußte sie mir leider mitteilen, dass die Mittel der Bundesanstalt, dafür nicht vorgesehen sind, und sie mir lachend mitteilte ich könne aber eine Weiterbildung im Bereich Elektroverschrottung oder Krankenpflege machen. Einen 1€ Job in der Gartenpflege, wolle Sie mir nicht zu muten.

Sorry, das verstehen wer will, ich nicht mehr, hatte jetzt nich unbedingt was mit den Studiengebühren zu tun, aber ich wollts einfach mal loswerden

Felsenbirne
30.06.2005, 11:51
Inzwischen ist das mit den Studiengebühren konkretisiert.

Es sollen nachgelagerte Studiengebühren werden und weiter Studenten die Bafög erhalten werden keine Studiengebühren zahle.

Nachgelagert soll heißen erst nach Abschluß des Studiums wird die Studiengebühr fällig je nach der Verdienstmöglichkeit im Beruf nach Studiumsabschluß.

Also die Aufregung war um sonst.

Und solange Kindergartengebühren verlangt werden, ist es nur richtig, dass die zukünftigen Groß oder Besserverdiener auch ein bißchen an den sehr hohen Kosten ihres Studiums, zu Lassten der arbeitenden Bevölkerung, beteiligt werden.

Adonis
30.06.2005, 12:08
Hallo,

ich halte es für grundlegend verkehrt, schon daqvon auszugehen, dass jeder nach
dem Studium einen gut bis hochdotierten Arbeitsplatz bekommt.

Ich selbst habe im näheren Freundeskreis zwei promovierte, die seit fast 2 Jahren
ohne Arbeitsstelle sind. Beide haben ihren abschluss mit magma cum laude bestanden.

Arbeitsplatz ? Gut dotiert ? eher weniger. Aber ein wissen die beiden schon jetzt:
Wann ihr ALG II gezahlt wird, denn den Bescheid dafür haben sie beide schon bekommen.

Ich halte es für absolut unverantwortlich, sein Studium zum größten Teil auf zurück-
zuzahlenden Fremdkapital aufzubauen. Noch unverantwortlicher, ja fast schon
utopisch, dürfte es sein, davon asuzugehen, nach dem erfolgreichen Abschluss
eines Studiums einen Arbeitsplatz zu bekommen.

oderwie
30.06.2005, 12:10
Hallo,
welches Bildungs-(Schul)System hat eigentlich Finnland. Weiß jemand, wo
es herkommt ? :D

Felsenbirne
30.06.2005, 12:24
Hallo,

ich halte es für grundlegend verkehrt, schon daqvon auszugehen, dass jeder nach
dem Studium einen gut bis hochdotierten Arbeitsplatz bekommt.

Niemand geht davon aus wie kommst du da drauf?


Ich halte es für absolut unverantwortlich, sein Studium zum größten Teil auf zurück-
zuzahlenden Fremdkapital aufzubauen.

Wieso denn das. soll denn weiter die Küchenhilfe bei MEC Pommes mit ihren Abgaben bei 1000 € im Monat für die Studenten aufkommen?

Noch unverantwortlicher, ja fast schon
utopisch, dürfte es sein, davon asuzugehen, nach dem erfolgreichen Abschluss
eines Studiums einen Arbeitsplatz zu bekommen.

Bitte die Beamten, die Richter, die Anwälte, die Vorstände der Banken, die Pfarrer, die Lehrer, die Professoren, die Botschafter, die Apotheker, und Zahnärzte die überall richtig Geld verdienen und das nur weil sie studieren konnten sollen nichts dazu beitragen, dass sie in so guter Position sind?

Immerhin haben wir von den 38 Mio Berufstätigen die in Arbeit sind ca 5 Mio studierte und das Verhältnis wird sich noch wesentlich zu Gunsten der Akademiker oder Ingenieure erhöhen.

Adonis
30.06.2005, 13:54
Ich halte es für absolut unverantwortlich, sein Studium zum größten Teil auf zurück-
zuzahlenden Fremdkapital aufzubauen.
Wieso denn das. soll denn weiter die Küchenhilfe bei MEC Pommes mit ihren Ab-
gaben bei 1000 € im Monat für die Studenten aufkommen?

JA ! Bildung dient dem Allgemeinwohl und sollte auch so bezahlt werden.
Sobald wir in der BRD die Ausübung eines Studiums nicht mehr von öffentlichen
Geldern finanzieren wird das zwangsläufig dazuführen, dass nur noch wohlhabende
und bessersituierte Personen studieren können, und so wird die Bildung langsam
aber sicher nicht mehr Allgemeingut, sondern Luxus. Und das darf nicht sein.

In diesem Land ist ohnehin schon vielzuviel davon abhängig woher eine Person
kommt und wie ihre finazielle Situation ist, so dass wir ruhig langsam aber sicher
mal dagegen steuern sollten.

Sobald das Studium davon aghängig gemacht wird, wer es sich leisten kann, wird
das unweigerlich dazu führen, dass nicht mehr Bildung jedem zugute kommt, sondern
einer gewissen "Elite", die es ohnehin schon leichter im Leben hat.

Felsenbirne
30.06.2005, 14:47
Nachgelagert

wenn nach dem Ende des Studiums der, der wirklich gut verdient davon dann mit etwa 5 % seiner Studienkosten belegt wird ist das nicht mehr wie gerecht?

Solange Kindergartengebühren verlangt werden kann es doch nicht sein dass der Studienplatz der pro Student etwa 200.000,- € kostet das alles kostenlos ist.

Und der Nutznießer auch nach dem Studium daran sich nicht beteiligen brauch.

Das ist im wahrsten Sinne asozial.

Das Totschlagargument nur Reiche könnten dann studieren, bleibt falsch auch wenn es noch so oft wiederholt wird.

Noch einmal,

Nachgelagert wird gezahlt und nur einen kleinen,

nein einen winzigen Anteil dessen was der Student gekostet hat.

Und überall in der Welt wo Gebühren verlangt werden ist der Anteil der Studenten höher als in Deutschland wo es fast kostenlos ist.

Also der beste Gegenbeweis gegen das Totschlagargument

nicht angemeldet
30.06.2005, 15:20
>Solange Kindergartengebühren verlangt werden kann es doch nicht sein >dass der Studienplatz der pro Student etwa 200.000,- € kostet das alles >kostenlos ist.

Frage in den Raum:

Was ist mit denjenigen, die eine Weiter- Ausbildung zum Meister, Techniker oder sonstiges machen? Die zahlen auch seit Jahren diese oft recht teuren Seminare.

Wanderer
30.06.2005, 15:45
Das Gejammere gegen die eigene Studienfinanzierung kann ich langsam nicht mehr hören. Anders als ein Poster annimmt, ist ein Studium mittlerweile faktisch zumindest ein Teil einer Berufsausausbildung. Das hat mit Bildung im klassischen Sinne nichts zu tun und ist ein höchst eigennütziges Unterfangen.

Ein Hochschulstudium abgeschlossen zu haben, ist übrigens die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, die es überhaupt gibt. Davon auszugehen, dass wir ein hoch verschuldetes akademisches Proletariat bekommen werden, widerspricht allen Erfahrungen. Außerdem sichert ein Hochschulstudium mit ziemlicher Sicherheit ein Einkommen, das deutlich überdurchschnittlich ist.

Problematisch kann es nur für die werden, die aufgrund Abiturs, das den Leuten heutzutage manchmal regelrecht hinterhergeschmissen wird, von geistigen Fähigkeiten bei sich ausgehen, die sie definitiv nicht haben. Die werden bei dem Versuch, sich im Wirtschaftsleben zu etablieren, häufig scheitern. Aber nicht mal das müssen sie. Wenn sie schlau genug sind, studieren sie für das Lehramt, werden Beamte, gehen dann in die Politik und versauen als Abgeordnete und Minister hochbezahlt unseren Staat.

Es gibt übrigens ein unschlagbares Argument gegen das Gejammere über die Unmöglichkeit einer eigenen Finanzierung des Studiums. Auch in den USA und den meisten anderen uns vergleichbaren Staaten, wo es keine Förderung wie in Deutschland gibt, kann nahezu jeder, der ausreichend begabt ist, auch studieren. Allerdings ist das mit einem Problem verbunden. Vor dem dann häufig sogar "geschenkten" Studium qua Stipendium steht die Leistungsbereitschaft. Geld gibt es anderswo gegen Grips oder zumindest Fleiß. Das ist allerdings eine Anforderung, die jeden politisch korrekten Deutschen empört aufjaulen lässt.

Es ist zumindest bislang für den normalen Deutschen offensichtlich ein Riesenproblem, dass das Leben anstrengend und risikobehaftet sein kann, dass Leistung und Erfolg Spaß machen können, dass man auch mal scheitern kann, ohne dass das Leben dann zuende ist.

Die Versorgungs- und Vollkaskomentalität ist leider längst nicht überwunden. Es ist natürlich schön, alles geschenkt zu bekommen. Aber diese Geisteshaltung ist auch immer mit Unmündigkeit und Abhängigkeit verbunden.

FG Wanderer

Felsenbirne
30.06.2005, 16:00
Wanderer

Wunderbar hast du das auf den Punkt gebracht.

Wenn ich denke dass die welche studierten von den kleinsten und ärmsten über Jahrzehnte finanziert wurden und dann auch noch bei der Rentenversichrerung die Studienzeit angerechnet bekamen.

Dass diese Ungerechtigkeit wenigstens abgeschaft wurde.

Wenn nun wirklich auch an den Hochschulen es möglich wird, dass sich die Hochschulen ihre Studenten aussuchen können dann sind wir da wo es eigentlich hin gehen sollte.

Nämlich Leistung, Fleiss und die Fähigkeit zu eigenem Denken werden gefordert und gefördert.

Und nicht wie bei Arbeitslosen weder fördern noch fordern