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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frohe Weihnachten !



isa
22.12.2004, 18:49
Denkt euch ich habe das Christkind gesehen,
es war beim Finanzamt zu betteln und flehn.
Denn das Finanzamt ist gerecht und teuer,
verlangt vom Christkind die Einkommensteuer.

Das Amt will noch wissen, ob es angehen kann,
dass das Christkind so viel verschenken kann.
Das Finanzamt hat so nicht kapiert,
wovon das Christkind dies finanziert.

Das Christkind rief: "Die Zwerge stellen die Geschenke her",
da wollte das Finanzamt wissen, wo die Lohnsteuer wär.
Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben,
und die Erlöse wären anzugeben.

"Ich verschenke das Spielzeug an Kinder"
wollte das Christkind sich wehren,
dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären.
Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben,
wäre dieses jetzt besser zu sagen.

"Meine Zwerge besorgen die Teile,
und basteln die vielen Geschenke in Eile"
Das Finanzamt fragte wie verwandelt,
ob es sich um innergemeinschaftliche Erwerbe handelt.

Oder kämen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz,
von einem illegalen Spendenkonto aus der Schweiz.
"Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld",
Ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt."

"Aus allen Ländern kommen die Sachen",
mit den wir die Kinder glücklich machen."
Dieses wäre ja wohl nicht geheuer,
denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer.

Das Finanzamt von diesen Sachen keine Ahnung,
meinte dies wäre ein Fall für die Steuerfahndung.
Mit diesen Sachen, welch ein Graus,
fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus.

Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein,
und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.

Ich wünsche Euch frohe und besinnliche Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr.

Silvia
22.12.2004, 21:55
Hempels ha'm ein Häuschen mit 'nem Garten drumherum,
Grade Büsche, grade Bäume, da wächst keine Primel krumm.
Der Weg ist streng geharkt und militärisch knapp bepflanzt,
Gesäumt von Rasen, wo kein Hälmchen aus der Reihe tanzt.
Am Zaun, die Hecke ist auf Stacheldrahtlänge gestutzt,
Und Namensschild und Klingel werden jeden Tag geputzt.
Ein Heer von Gartenzwergen hält die Wacht in Reih' und Glied.
Und wer davor steht, der nimmt Haltung an und sagt, wenn er das sieht:

Ach wie nett, ach wie adrett!
Aber wie, aber wie, aber wie, aber wie, aber wie
Sieht 's aus bei Hempels unterm Bett?

Frau Hempel hat 'nen Pudel, der so aussieht, wie sie:
Hinterlistig, dick und falsch, ein selten abscheuliches Vieh.
Der trägt ein Glitzerschleifchen in den Löckchen und ich schwör.
Die zwei haben ein Verhältnis und den gleichen Frisör!
Herr Hempel hat ein Auto, das er schier abgöttisch liebt,
Das er wäscht und wachst und wienert, und unter das er sich schiebt,
Durch das er saugend robbt, vor dem er lechzend niederkniet.
Und jeder sagt, der Herrn und Frau, Pudel und Auto Hempel sieht:

Ach wie nett, ach wie adrett!

Und bricht plötzlich gänzlich unvermittelt über Hempels Haus
Die Nächstenliebe rein und schrill die Wei-hei-nachtszeit aus,
Gehn in den Bäumen knallbunte Lichtergirlanden an,
Schön grell wie die Neonreklamen auf der Reeperbahn.
Die Tür mit Sternen überladen und tannenbekränzt.
Die elektrische Kerze uncl das Kinderauge glänzt
Vor Strohherzen im Fenster, dem Symbol der Menschlichkeit!
Ja, da stehst du sprachlos da und schauderst vor Gemütlichkeit!

Ach wie nett, ach wie adrett!

Da liegt 'ne weiße Weste mit 'nem großen schmierigen Fleck,
Ein Meineid und ein Schafspelz und ein Stecken voller Dreck.
Der Block, auf dem er seine anonymen Briefe schreibt,
Der Trenchcoat, wenn's ihn wieder in den Stadtpark treibt,
Das Fernglas, mit dem er in fremde Autofenster giert,
Das Heft, in dem er sich die kecken Parksünder notiert,
Seine Schmuddelpornos, sein Toupet, von vor dem Kopf ein Brett,
Falsche Fünfz'ger und ein Flachmann liegen unter Hempels Bett!

Woher weiß ich das so genau? Vom Liebhaber von Hempels Frau!
Manchmal kommt der drunter vor, und dann bemerkt er kokett:
"Also hier sieht 's ja aus, wie bei Hempels unterm Bett!"

Reinhard Mey

presto
23.12.2004, 07:52
man trage alles im leben mit humor...

(hier war mal ein bild von www.tommo.de (http://www.tommo.de/))

mist... hat der anbieter der seite doch glatt die verlinkung auf seine bilder verändert... hier was als ersatz:


Köln, dpa

Wer an diesem 24.12 zum Himmel oder durch den Kamin
schaut, wird nicht viel zu sehen bekommen. Dies ist sicher,
seit der Bundesgrenzschutz heute morgen offiziell bekannt gab,
dass ein ca. 340 Jahre alter, dicklicher Mann in der Nähe des
Grenzüberganges Görlitz bei dem Versuch des widerrechtlichen
Überfliegens der "grünen Grenze" zur Landung gezwungen wurde.
Noch bevor die internationale Weltpresse davon ausreichend
Kenntnis nehmen konnte, wurde der rotgekleidete bärtige Mann
schon dem Haftrichter vorgeführt. Dieser entschied in einem
Schnellverfahren, dass von einer Anklage zu Gunsten einer
schnellen Abschiebung abgesehen werden könne, verfügte
allerdings die Beschlagnahmung seines etwas eigenartigen
Gefährts. Es soll samt Inhalt später zu Gunsten humanitärer
Projekte in einigen Entwicklungsländern aufgeteilt werden.

Schon kurz nach 13h Ortszeit setzten zwei Grenzschutzbeamte
den immer wieder in einem schwer verständlichen Dialekt
schimpfenden alten Mann in eine Maschine der Lufthansa, welche
ihn auf direkten Weg nach Warschau brachte. Dort gab er vor
den laufenden Kameras der wegen eines Kongresses anwesenden
Weltpresse eine Pressekonferenz, in der er ankündigte, niemals
wieder deutschen Boden zu betreten. Er habe sich mit dem
derzeit in München weilenden Christkind schon in soweit
verständigt, als dass dieses den Boykott voll und ganz
unterstütze. Weiterhin äußerte er in den jetzt in der ganzen Welt
gesendeten, bewegenden Bildern seine schwere Enttäuschung
und erklärte das deutsche Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" als
von der Weihnachtszeit verbannte "Naziknotte". Darüber hinaus
verlangte er seine in Deutschland beschlagnahmten Rentiere
wieder zurück.

Im weiteren Verlauf des Tages äußerten verschiedene Stellen im
In- und Ausland ihr Befremden über die Behandlung einer
international geschätzten Persönlichkeit, während der Papst
seine für den Februar angekündigte Reise nach Deutschland
spontan absagte. Dem Vernehmen nach soll Papst Johannes Paul der II.
einen enormen Wutanfall erlitten haben und eine pauschale
Exkommunikation weiter Teile Deutschlands in Betracht ziehen.
In New York sprach sich der bekannte Freund des nun als S. Klaus
erkannten Mannes, K. Ruprecht, während eines Treffens mit Vertretern
der amerikanischen Geschenkindustrie, für Sanktionen bis hin zu
einem Weihnachtsboykott gegen Deutschland aus.

Wie in diplomatischen Kreisen am Abend bekannt wurde, soll es auch
im Europarat zu einem Eklat bislang ungeahnten Ausmaßes gekommen
sein, als Bundesaußenminister Fischer das Verhalten der deutschen
Behörden als "maßvoll in der Anwendung der Mittel" verteidigte, und
auf das Fehlen jeder Art von Papieren hinwies. Für Ende der Woche
ist außerdem eine Sondersitzung der UNO angesetzt, in der über
Sanktionen gegen Deutschland beraten werden soll. Die arabischen
Länder quittierten die Vorgehensweise Deutschlands wiederum mit
Begeisterung und betrachteten sie als einen Schritt in die richtige
Richtung gegen die weltweite Überschätzung jüdisch-christlicher
Symbolik.

Die Ausländerbeauftragte der rot-grünen Bundesregierung
Marieluise Beck sprach in der am nachmittag außerplanmäßig
angesetzten Debatte des Bundestages davon, dass "Ohne Papiere keine
andere Vorgehensweise möglich sei, schließlich könne ja jeder in
diesen Tagen behaupten, er sei der Weihnachtsmann". Die Regierung
habe daher umsichtig und völlig korrekt gehandelt. Oppositionsführer
Wolfgang Schäuble sprach dagegen von einer "beispiellosen Verrohung
der deutschen Behörden als Folge des Rot-Grünen Chaos" und "einem
fürchterlichen Signal an die deutsche Jugend, der nun auch die
letzten Perspektiven geraubt werden".

Ganz andere Töne wurden aus der CSU laut, in der nun einige
Abgeordnete des Bayerischen Landtages die gänzliche Abschaffung der
Weihnachtsfeiertage vorschlugen, da mit künftigen Besuchen des
Weihnachtsmannes kaum gerechnet werden könne. Dies sei besonders mit
Sicht auf die Wirtschaftslage ein wahrer Segen. Diese Statements
wurden aber am Abend zurückgezogen, nachdem ein Machtwort aus der
bayerischen Staatskanzlei dem Treiben ein Ende machte.

Bundeskanzler Schröder, der sich für einen Kurzbesuch in Jerusalem
aufhielt, sprach von "einer schrecklichen Angelegenheit, die er
zutiefst bedaure", aber "leider können in der Behandlung von
Asylbewerbern, auch denen mit langen Rauschebärten, keine Ausnahmen
gemacht werden."