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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ansprüche der Hilfsbedürftigen manipulativ und unseriös "kleingerechnet"



Felsenbirne
21.12.2004, 09:40
Hartz schützt nicht vor Armut"


Das neue Arbeitslosengeld II, in dem von Januar an Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengefaßt werden, reicht nach Ansicht des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (DPWV) nicht aus, um das Existenzminimum zu sichern. Tatsächlich sei der Regelsatz um 19 Prozent zu niedrig berechnet worden, sagte die DPWV-Vorsitzende Barbara Stolterfoht am Montag in Berlin. Sie warf der Bundesregierung vor, bei der Berechnung des Regelsatzes von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II die Ansprüche der Hilfsbedürftigen manipulativ und unseriös "kleingerechnet" zu haben.

Silvia
21.12.2004, 09:53
....Insbesondere Kinder zählten zu den größten Verlierern der Arbeitsmarktreformen. Sie müssten Kürzungen von 10,5 Prozent und 12,5 Prozent in Kauf nehmen. Schulkinder beispielsweise haben künftig monatlich nur 1,33 Euro für Schulmaterialien und 1,56 Euro für Spielzeug....


http://www.netzeitung.de/arbeitundberuf/318005.html


Nur das der paritätische Wohlfahrtsverband natürlich liebend gerne auf 1 € Jobber zurückgreift.......
Für mich absolut verlogen....

spartacus
21.12.2004, 13:52
... Sie warf der Bundesregierung vor, bei der Berechnung des Regelsatzes von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II die Ansprüche der Hilfsbedürftigen manipulativ und unseriös "kleingerechnet" zu haben ...


Jeder halbwegs gebildete Mensch kommt beim Nachrechnen auf gleiches Ergebnis, es wurde ein manipuliertes Zahlenwerk geschaffen, als Grundlage und Rechtfertigung für eine Gesetzgebung, die nicht mehr verfassungskonform ist. Selbst ohne mathematische Grundkenntnisse kann eigentlich jeder erkennen, dass vorsätzlich ein Armenhaus geschaffen werden sollte, eine neue "Klasse" in diesem Land. Der Menschen in der Wegwerfgesellschaft bunt verpackter Illusionen wird nun selbst entsorgt.

Klar ist doch eins, Millionen Menschen werden auf Jahre hinweg nicht mehr im wirtschaftlichen Prozess benötigt und diese gilt es nun billigst zu entsorgen, dazu bedarf es der gesellschaftlichen Ächtung, der "Arbeitslose" als fauler Blutsauger, die längst angelaufene Propaganda zeigt ja schon Wirkung in Massen verwirrter und verunsicherter Menschen. Zum (Zwangs-)Arbeitslager ist es doch nur noch ein ganz kleiner Schritt und ich bin mir sicher, auch das würde die Billigung der Massen finden, soweit hat es die Propaganda schon gebracht.

Dabei geht es keineswegs mehr darum, diesen Millionen von Menschen nun 19 % mehr Regelsatz zuzubilligen, das ist eine Selbstverständlichkeit, es geht längst um eine Grundsatzfrage, wer sind wir eigentlich ?

Silvia
21.12.2004, 21:01
Klar ist doch eins, Millionen Menschen werden auf Jahre hinweg nicht mehr im wirtschaftlichen Prozess benötigt und diese gilt es nun billigst zu entsorgen, dazu bedarf es der gesellschaftlichen Ächtung, der "Arbeitslose" als fauler Blutsauger, die längst angelaufene Propaganda zeigt ja schon Wirkung in Massen verwirrter und verunsicherter Menschen. Zum (Zwangs-)Arbeitslager ist es doch nur noch ein ganz kleiner Schritt und ich bin mir sicher, auch das würde die Billigung der Massen finden, soweit hat es die Propaganda schon gebracht.


Als die Sozialdemokraten die Arbeitslosen und Sozialhilfe-Empfänger zu faulen Schmarotzern erklärten und ihnen die Leistungen kürzten, habe ich geschwiegen --- ich war ja nicht arbeitslos.

Als Otto Schily den Migranten alle Rechte nahm und sie brutal und rücksichtslos in sogenannte sichere Drittstaaten abschieben ließ, habe ich geschwiegen --- ich war ja kein Migrant.

Als sie von den Studierenden ein Studiengeld abverlangten, habe ich nicht protestiert --- denn ich war ja kein Student und war davon auch nicht betroffen.

Als sie die über 50jährigen entließen und auch keine Lehrlinge mehr einstellten, habe ich geschwiegen ---
ich war ja kein Lehrling und noch keine Fünfzig.

Als sie das Solidarprinzip in der Sozialversicherung kündigten und die Kranken und Schwachen schröpften, habe ich nicht protestiert --- ich war ja gesund und fühlte mich stark.

Als sie die Rentenkassen ausplünderten und den Rentnern nur Almosen ließen, habe ich nicht protestiert ---
ich war ja kein Rentner.

Wenn sie mir etwas wegnehmen, dann werde ich protestieren. Allerdings umsonst, denn dann werden alle anderen schweigen!!!


(überarbeitete und ergänzte Fassung einer Vorlage aus dem Internet)
in Anlehnung an Martin Niemöller