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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rücknahme des Regelinsolvenzantrages?



Max04
08.12.2004, 12:12
Hallo,
ich bin ganz neu hier im Forum und habe mehrere Fragen an Euch. Aber erst einmal ein paar Informationen über mich. Ich habe im Sommer einen Regelinsolvenzantrag gestellt (war selbständig mit einem Ladengeschäft). Ich habe mich von einer Schuldnerberatungsstelle beraten lassen. Der Insolvenzverwalter hat mich gleich beim ersten Kontakt auf meine Mitwirkungspflichten hingewiesen. Ich stand mit der Abwicklung meines Geschäftes allein da und mußte aus verschiedenen Gründen immer wieder Kontakt aufnehmen mit dem Insolvenzbüro. Die Mitarbeiter haben fast immer am meine Mitwirkungspflichten erinnert und so von Anfang an Druck aufgebaut. Bei den verschienden Problemen, die ich zu bewältigen hatte, konnte mir selbst die Schuldnerberatung nicht weiterhelfen. Daraufhin habe ich nach mehreren Wochen einen Fachanwalt f. Insolvenzrecht aufgesucht.
Dieser gab mir gleich von Anfang an zu verstehen, dass der Insolvenzantrag ein Fehler war. Meine Frau und ich haben ein Haus gehabt, das wir zum Glück
und mit Glück gut veräußern konnten. Meine Frau macht noch einen Gewinn. und geht schuldenfrei aus der Sache heraus (Gütertrennung). Ich bin im Moment selbständig als Handelsvertreter (§84 HGB) und komme im Moment gerade so hin. Allerdings ist meine Frau mit unserer Tochter zu Ihren Eltern gezogen, da sie mir immer wieder zu verstehen gab, dass es unter diesen Umständen keine gemeinsame Zukunft mehr geben kann. Ich habe mir eine kleine Wohnung gemietet. Nun sagt mir mein Rechtsanwalt, dass das mit meiner Restschuldbefreiung (es sind einige Dinge passiert, auf die ich zu einem späteren Zeitpunkt zurückkommen werde) fraglich ist. Wenn der IV etwas finden will, wird er mir die Restschuldbefreiung versagen ...
Ich bin 42 Jahre alt, habe mal BWL studiert und kann vielleicht sogar in nächster Zeit einen besseren Job bekommen, evtl sogar als Angestellter (ein bisschen Glück braucht man ja auch dazu!). Meine Anwalt sagt nun (natürlich inoffiziell), dass mein Leben sowieso kaputt ist (Familie weg usw.). Einen normalen guten Job mit einem Verdienst über der Pfändungsfreigrenze ist schwer zu bekommen. Also sagt er, dass ich darüber nachdenken soll, den I-Antrag zurück zu ziehen, das Geld aus dem Immobilienverkauf evtl einzustecken und dann erst einmal so, ohne Insolvenzantrag, weiter zu machen. Bei einem möglichen neuen Insolvenzverfahren könnte man sich den Insolvenzverwalter aussuchen (wäre dann angeblich einfacher).
Mein Problem dabei: Mache ich mich strafbar? Ist es nicht auch schwieriger oder sogar unmöglich, mit einer eV eine Arbeit zu bekommen?
Dann noch eine letzt Frage. Ist eine EU-Insolvenz eine noch bessere Möglichkeit? Die Höhe der Kosten ist ja auch eine hohe Hürde!
Ich kann im Moment gar nicht mehr klar denken. Wenn mir die Restschuldbefreiung versagt wird, ist die Situation so wie ohne Insolvenzantrag. Für Eure Meinung wäre ich Euch sehr dankbar.

Bela
08.12.2004, 12:33
Hm. Wie hoch sind denn Deine Schulden? Also den Antrag kannst Du nur zurückziehen wenn noch nicht eröffnet ist und den IV aussuchen geht auch nicht der wird Dir zugeteilt! Ist Dein Anwalt wirklich ein Fachanwalt?

Max04
08.12.2004, 12:37
Hallo, vielen Dank für die Reaktion. Mein Anwalt ist tatsächlich ein Fachanwalt f. Insolvenzrecht. Meine Schulden belaufen sich auf ca. 160.000 bis 190.000 Euro.

Bela
08.12.2004, 12:49
Aber Deine Insolvenz ist definitiv eröffnet? Wie stellst Du Dir das vor von 160000€ Schulden herunter zu kommen? und in welcher Zeit? Sorry aber Du hast doch schon leider alles verloren! Kann es noch schlimmer kommen? Deine Schufa ist eh jetzt kaputt und mit der Inso bist Du Deine Schulden doch auch nach 6 Jahren los! Warum soll Dir die Restschuldenbefreiung versagt werden? Erläuter das doch bitte einmal.

Max04
08.12.2004, 13:27
Die Insolvenz steht wohl kurz vor Eröffnung! Ich habe meinem Anwalt meine offenen-Posten-Liste gezeigt. Er hat dann meine ehemaligen Kunden angeschrieben, um die Forderung anzumahnen, um danach die Beträge an den IV zu übermitteln. Mein IV hat dann ein Schreiben von einem Kollegenanwalt erhalten (Anwalt meines Kunden) mit einer Durchschrift meines Anwaltes.
Jetzt hat der IV meinen Anwalt angeschrieben, dass unter Bezugnahme des Beschlusses des Insolvenzgerichtes, dass Verfügungen des Schuldners über sein Vermögen ohne Zustimmung des IV rechtlich nicht wirksam sind. Im übrigen hättte ich auch jedwede Befugnis verloren, Forderungen einzuziehen.
Jetzt will er wissen, welche Forderungen zwischenzeitlich gegenüber Dritten geltend gemacht wurden. Im Übrigen habe ich auch keine Zustimmung des IV zu solchen Handlungen erhalten. Der IV geht davon aus, dass damit eindeutig die mit dem amtsgerichtlichen Beschluss verbundenen Rechtswirkungen erläutert wurden. Desweiteren hat mein Anwalt gegen einen ehemaligen Kunden von mir Gläubigerinsolvenzantrag gestellt.

Bela
08.12.2004, 14:06
Hm also solange noch nicht eröffnet bist solltest Du auch noch handeln können wie Du möchtest? Ist der IV als Gutachter eingesetzt worden? Das sich jetzt noch ein Anwalt um Deine offenen Forderungen kümmert halte ich allerdings für Geldschneiderei! Was soll das? und was kostet das? WIe hoch sind die offenen Posten? Ich hoffe es sagt noch jemand anders hier im Forum was dazu! Irgendwie habe ich das Gefühl das bei Dir was nicht richtig läuft:confused:

arch_claudia
08.12.2004, 15:09
Hallo, Max!

Leider muß ich mich Bela anschließen!
Wie willst Du von Deinen Schulden runterkommen, Du sagst doch selbst, daß Du mehr recht als schlecht als Handelvertreter durchkommst?!?
Die Nummer mit Deinem Anwalt finde ich auch sehr merkwürdig, kann ich zwar nicht begründen, aber irgendwie "stinkt" das.

Mein Antrag (Gläubigerantrag und späterer Eigenantrag) ist ebenfalls in der Schwebe zwischen Antragstellung und Verfahrenseröffnung.
Ich habe vom Gericht allerdings die Info bekommen, daß ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde und er nun meine Geldeingänge im Auge behält, d.h. Notar-under-Konto, etc...
Seine Aufgabe ist die Erstellugn eines Gutachtens und die Sicherung der Masse. D.h. natürlich (leider) auch, daß ich nicht über mein Geld verfügen kann. Er hat auch den Part übernommen, offene Forderugnen einzutreiben.

Ich könnte mir auch gut vorstellen, daß man es bei Gericht erstmal gut begründen muß, warum man plötzlich meint, wieder zahlungsfähig zu sein! Schließlcih hast Du ja vor kurzem noch gemeint, daß dies nicht so ist!

Tja, merkwürdig! Mir scheint auch, daß Dein Anwalt aus Deiner Notlage Geld schinden will und zudem wenig von seinem Handwerk versteht!

Mal schau`n was die andern so meinen!

Liebe Grüße und ert mal die Gedanken ordnen! :)

Claudia