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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : nochmal GmbH & Co KG



Günne
25.11.2004, 11:27
Liebe Kollegen,

erst mal vielen Dank für die erhellenden Antworten.

Zur Sachaufklärung:

Handelnd war immer die KG, diese ist nun auch zahlungsunfähig.

Bei der Gründung waren die Eheleute je zu 50 % an der GmbH beteiligt, die Frau zu 100 % an der KG. Einlage in die GmbH hätten sie mit zus. 50.000,-- DM leisten müssen, haben aber nur weniger bezahlt. Dieses Geld wurde dann an die KG verliehen, wie Orlando schrieb. Da die GmbH & Co KG dann rund 500.000,-- € Schulden angesammelt hatte, wurde die verliehene Einlage von der Bank kassiert, für den Rest haften die Eheleute nun privat.
Später wurden dann die Anteile der Frau an der GmbH auf 56 % Prozent erhöht, wohl aus dem Grunde, dass der Mann angestellt werden konnte. Im Zuge dessen wurden die 50.000,-- DM Stammkapital dann umgeschrieben auf 26.000,-- €. Das einzige, was jetzt vom Stammkapital übrig ist, sind quasi die paar Prozent, die die Ehefrau mehr übernommen hat, also rund 600,-- €, da sie die im Zuge der Erhöhung einbezahlt hat. Der Steuerberater hat die beiden natürlich darauf hingewiesen, dass die Einlage irgendwann bezahlt werden muss. Obwohl die GmbH & Co KG auch über Jahre Gewinne eingefahren hat, ist dies nicht passiert.
Bei der BKK laufen keine weiteren Schulden mehr auf, da der als Geschäftsführer angestellte Ehemann sich nun arbeitslos gemeldet hat und keinen Lohn mehr von der Fa. bezieht. Die werden also derzeit keinen Inso-Antrag stellen.
Besprochen haben wir nun, dass für die Fa. Insolvenz angemeldet wird, auch auf das Risiko hin, dass der Verwalter das Geld nachfordert.

Wäre diese Forderung denn dann im sich anschließenden Verbraucher-Inso-Verfahren evtl. als ausgenommene Forderung zu betrachten ? Oder könnte man erst mal so tun, als ob sie ganz normal wäre, was ich mir kaum vorstellen kann ? Angeschmiert ist ja nun die Sparkasse und die Leasinggesellschaft, da ja die (haftende) GmbH faktisch nichts hat, aber eigentlich ja was haben müsste. Für die Sparkassen-Verbindlichkeiten haben die beiden natürlich gebürgt, aber auch da ist, wie schon geschrieben, nichts zu holen.
Was kann es für rechtliche Konsequenzen haben, wenn die Einlage nicht gezahlt wurde ?

orlando
01.12.2004, 21:06
Hallo Günne,
soweit noch stammkapital ausstehen sollte, ist dies grds. eine gesellschaftsrechtliche forderung und nicht eine solche, aus vorsätzlich begangener unerlaubter handlung.
Relevant bei einer verspäteten insolvenzantragstellung für die gesellschaften (konkret hier eher bzgl. der KG, da dort das operative geschäft verortet ist) könnten allenfalls ansprüche aus einer haftung aus insolvenzverschleppung sein. ABER: die begründung solcher ansprüche auch unter dem gesichtspunkt der vorsätzlich begangenen unerlaubten handlung ist nicht ganz so leicht.
Einschätzung: augen zu und durch
mfg
orlando