PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : GmbH & Co KG



Günne
24.11.2004, 12:55
Liebe KollegInnen,

Ehepaar hat vor 30 Jahren GmbH & Co KG gegründet, die Ehefrau als KG-Inhaberin und der Ehemann als Mitgesellschafter in der GmbH. Die Stammeinlage von damals 25.000,-- DM wurde seinerzeit auch von der KG, also der Ehefrau, bezahlt, später allerdings wohl an eine Bank ausbezahlt (bei der nun immer noch der Großteil der unten genannten privaten Restschulden ist). Genau ist das nicht klargeworden.
Ursprünglich waren es auch 25.000,-- DM, im Zuge der Euro-Umstellung wurde es dann wohl auf 26.000,-- € notariell umgeschrieben.
Die GmbH ist seit mindestens Juni zahlungsunfähig (Wegfall eines großen Auftraggebers). Es gibt einen gekündigten Kredit bei einer Sparkasse mit ca. 17.000,-- €, Restforderungen aus abgerechnetem Leasingvertrag Auto von 7000,-- €, Sozialversicherungsbeiträge bei einer BKK wegen des als Geschäftsführers angestellten Ehemannes von 1200,-- € und diverse kleine Lieferanten. Die BKK hat noch keinen InsO-Antrag gestellt. Die GmbH & Co KG hat also mindestens 25.000,-- € Schulden, keine Einkünfte mehr und keinerlei Vermögen.
Die Eheleute werden seit ca. 8 Monaten von diversen Steuerberatern, angeblich spezialisierten Beratungsstellen etc. beraten. Gescheites heraus kam dabei nicht.
Ich habe Ihnen geraten, nun umgehend Insolvenz für die GmbH & Co KG zu stellen, da sonst Insolvenzverschleppung mit allen bekannten Folgen droht.

An privaten Schulden existieren noch rund 350.000,-- € (hauptsächlich bei der Bank, die seinerzeit die Stammeinlage erhalten hat), also werden beide dann noch ein Verbraucher-Inso beantragen, wenn alles soweit ist. Nennenswertes Einkommen oder Vermögen ist nicht da, d.h. die Stammeinlage kann nicht bezahlt werden.

Im Nachhinein bin ich mir etwas unsicher geworden. Was wird der Insolvenzverwalter wohl tun ? Wird er die gesamte Stammeinlage fordern ? Gibt´s da irgendwelche Umgehungsmöglichkeiten ? Was ist übler, die fehlende Einlage oder die drohende Insolvenzverschleppung ?

Bin für Anregungen o. Bestätigungen dankbar,

Günne

Bernd
24.11.2004, 18:57
Eine GmbH & Co KG ist keine GmbH sondern eine Kommanditgesellschaft.

Diese besteht aus dem (vollhaftenden) Komplementär (= die GmbH) und beschränkt haftenden Kommanditisten, die die Einlage nicht in die GmbH, sondern in die KG einzahlen. Handelnd ist die KG.

Die GmbH muss natürlich auch ihre Stammeinlage haben. Die DM 50.000,-- Stammeinlage für eine GmbH sind schon länger (ich glaube seit den 80ern vorgeschrieben. Für alte GmbH's gab es eine Übergangsfrist, das ursprünglich vorgeschriebene Kapital von DM 25000|-- auf 50.000,-- aufzustocken. Wenn die Stammeinlage in die GmbH nicht eingebracht worden ist, der GmbH-GF das aber erklärt hat, kann dieser Probleme kriegen.

Da die GmbH ja nicht handelnd ist, sondern lediglich als Teilhaber fungiert, dürfte es sich hier vermutlich um eine Zahlungsunfähigkeit der KG handeln.
Kläre doch nochmal die genauen Verhältnisse.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube das Problem Insolvenzverschleppung stellt sich für eine KG in der Form nicht.

orlando
24.11.2004, 20:15
Hallo Günne,
halte es da mit Bernd, hier müsste zunächst sachaufklärung her.
Meistens (aber nicht immer) ist es so, dass die KG das operative geschäft führt (und die entsprechenden verbindlichkeiten begründet), die GmbH "lediglich" als persönlich haftender gesellschafter fungiert.
In dieser struktur wird meist das stammkapital der gmbh an die KG ausgeliehen, was an sich in ordnung ist.
Bei der gmbH & co kg besteht eine antragspflicht für die KG (verstoß strafbewährt vgl. § 130 b HGB und ggfls. schadenersatzträchtig vgl. § 130 a HGB - beide i.V.m. § 161 HGB).
Da der laden ja gt 30 jahre lief, könnte es in der beratungssitu in der tat schwierig werden, das ganze auf "unkoschere" entnahmen zu prüfen.
Andererseits kommt im hinblick auf kommanditeinlage der kg sowie stammkapitalzahlung der gmbh die aufbewahungspflicht der unterlagen der ganzen angelegenheit etwas entgegen.
Wenn sich keine haftungsansprüche gegen die an dem gesellschaftsrechtlichen konstrukt beteiligten natürlichen personen ergeben, wäre eine privatinso - "halt nur" - wg. vermutlich vorliegenden bürgschaften nötig.
soviel mal vorab
mfg
orlando