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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : InsO und Mietkauf eines Hauses



Pettersson
23.11.2004, 13:37
Hallo Leute....,

wir sind in einem Fall mitten in der InsO Vorbereitung, da teilt mir ein Gläubiger (Bank) mit, dass man gar nicht verstehen könne warum plötzlich Zahlungsunfähigkeit besteht. Die Betroffene habe im Frühjahr noch 3.500 € Grunderwerbssteuer an das Finanzamt abgeführt. Man wolle wissen was aus dem Haus geworden ist.

Da war ich natürlich platt denn von einem Haus wusste ich auch nichts. Bei mir hatte die Betroffene Mietzahlung als Belastung angegeben.

Im nächsten Gespräch erklärte sie mir, dass sie ein Haus auf Mietkauf erwerben möchte und die laufende Ratenzahlung aus dem nichtpfändbaren Einkommen begleicht. Das wäre doch das selbe wie eine Mietbelastung. Einige Gläubiger hätten schon versucht sich ins Grundbuch einzutragen was aber gescheitert ist.

Welche Erfahrung habt Ihr mit Mietkauf? Kommt die damit durch?


Pettersson

Nicolas
01.12.2004, 08:06
Hallo Petterson,

eine ähnliche Konstellation hatte ich hier auch mal, wobei wir das VIV dann nicht weiter betrieben haben, weil das Pärchen nicht wieder gekommen ist.

Laut Vertrag hätte damals in etwa einem Jahr das Haus übertragen werden sollen. Dann wäre mit der Miete der gesamte Kaufpreis gezahlt gewesen. Bis dahin waren sie zwar Besitzer des Hauses (mit allen Lasten und Pflichten) aber nicht Eigentümer.

Um das Haus möglicherweise durch das VIV zu bringen, war die Überlegung, mit dem Eigentümer zu vereinbaren, dass die Mietzahlungen über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, dass die Übertragung nicht mehr in Insolvenzverfahren fällt. Die Frage wäre hier gewesen, ob der Insolvenzverwalter, nicht einfach warten würde, bis das Haus übertragen wird.

Letztlich hat ein Gläubiger aber den Anspruch auf Übertragung des Hauses gepfändet, also kein Grundbucheintrag, sondern ein Pfändungsbeschluss gegenüber dem jetzigen Eigentümer als Drittschuldner. Damit war der Traum geplatzt.

Gruß.Nicolas