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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prinzipfrage: Flunkern bei Ratenzahlungen?



Unregistriert
28.09.2004, 15:50
Hallo,

ich habe hier mal eine Moralische / Prinzipfrage:

Als bei mir das letzte mal (ist schon eine Weile her) der GV anstand, wollte
der Gläubiger keine Ratenzahlung annehmen, nach dem Motto
"Dein Problem, klär das mit dem GV".
Ein paar Tage später hab ich wieder angerufen und hab gemeint:
"So, und jetzt? Der GV hat keinen Erfolg gehabt! Nehmen Sie jetzt
die 150 Euro pro Monat?" (Gesamtschuld 700 Euro) Woraufhin mir das auch
ohne Murren zugestanden wurde.

Wo ich geflunkert habe? Ich war nicht zu Hause als der GV anklopfte (Ich bin schliesslich Berufstätig), also hat der sein nettes Brieflein dagelassen und wollte
sich 2 Wochen später nochmal melden.

Ist sowas eigentlich "erlaubt", bzw. ist es verboten? ;)

Gruss,

andreas

Adonis
28.09.2004, 15:55
Hallo,
ich habe hier mal eine Moralische / Prinzipfrage: Ist sowas eigentlich "erlaubt",
bzw. ist es verboten? ;)

Hallo,

also, wenn die Gläubiger immer ehrlich und moralisch einwandfrei zu den
Schuldnern wären, dann wäre es sicherlich moralisch nicht korrekt.

Aber in einem Land wo Inkassounternehmen Adressermittlungsgebühren in
Rechnung stellen, obwohl dieselbige nachweislich niemals stattgefunden hat, in
einem Land wo Rechtsanwaltskanzleien ohne Vollmacht arbeiten, in einem Land
wo Ratenzahlungsgebühren berechnet werden (zu einem Zeitpunkt wo sich eben
rechtlich nicht haltbar waren), JA in einem solchen Land halte ich ein derartiges
Vorgehen für genauso legetim und legal, wie es die Gläubigerseite mit den
Schuldnern macht.

Es geht längst nicht mehr darum, Forderungen gegenüber dem Ursprungsgläubiger
zurückzuzahlen, es geht vielmehr ums Überleben.

Und da ist meiner Ansicht nach alles erlaubt.

Unregistriert
28.09.2004, 15:56
Sie haben doch in ihrem Beitrag "Telefonanschluss" erwähnt, dass sich ihre Schulden auf 2000€ belaufen?
Jetzt sind es wieder 700€ mehr.
Also haben sie noch weitere Schulden und sie sollten mal gleich mit der Wahrheit rausrücken wenn ihnen geholfen werden soll.
Mfg

Unregistriert
28.09.2004, 16:14
Sie haben doch in ihrem Beitrag "Telefonanschluss" erwähnt, dass sich ihre Schulden auf 2000€ belaufen?
Jetzt sind es wieder 700€ mehr.
Also haben sie noch weitere Schulden und sie sollten mal gleich mit der Wahrheit rausrücken wenn ihnen geholfen werden soll.
Mfg

Hallo, ich schrieb, dass sich meine Schulden auf etwa 10.000 Euro *beliefen*, davon
noch 2000 übrig sind.

Obige Geschichte ist schon seit geraumer Weile erledigt, die 700 Euro sind
bezahlt und es gab wg. dieser "Flunkerei" auch keine Probleme. Deswegen
auch der Topic "Prinzipfrage".

Vielleicht wird ihnen aufgefallen sein, dass ich nicht nach "Hilfe" bei der
tatsächlichen Schuldentilgung gefragt habe, sondern eher bei Problemen
die als "Kollateralschaden" von Schulden auftreten.

Beim schreiben fällt mir jetzt natürlich auf, dass das Forum in dieser Hinsicht
ungeschickt gewählt ist, und das vielleicht besser in "Life" passen würde? In
dem Fall würde ich gerne einen Admin bitten das korrekt zu verschieben.


Gruss,

Andreas

Felsenbirne
28.09.2004, 18:09
Davon abgesehen, dass nun mal die Schulden da sind und der GV halt schon da war.

Zu keiner Zeit ist oder kann es verboten oder nur unredlich sein, seinem Gläubiger Ratenzahlung anzubieten.

Wann auch immer diese Vereinbarung aus welchem Grunde auch immer greift ist sie rechtens und statthaft.

Durch eine späte Ratenzahlungsvereinbarung und natürlich deren Einhaltung kommt der Gläubiger zu seinem Recht. nämlich seinem Geld.

Wie das mit den Kosten für das Mahnverfahren und die ZV ist, ist damit ja nicht automatisch erledigt, sondern der Gläubiger kann ja nach wie vor seine Kosten geltend machen.

Wenn er das unterläßt, ist das nicht das Problem des Schuldners.

boris_hb
28.09.2004, 18:29
... Und da ist meiner Ansicht nach alles erlaubt.

... und mit derselben Begründung geht der Inkassoterror immer weiter. Das darf man den Inkassos, RAen etc. dann aber nicht zum Vorwurf machen, denn das ist dann ja scheinbar gewollt. Wer dann aber am Ende am längeren Hebel sitzt, ist hinlänglich bekannt.

Insofern würde ich das pauschal nie so sagen.

Im vorliegenden Fall ist aber doch sowieso gar nicht geflunkert worden: Die Aussage "Der GV hatte keinen Erfolg" ist doch richtig :-) Ob er da war oder nicht - Erfolg hatte er tatsächlich (noch) nicht.

TM
29.09.2004, 22:21
denke, dass dies zwei gegensätzliche Begriffe sind, der eine ist schuldlos an seiner Moral, solange er selbst keine Schulden hat, der Gläubiger hat Moral, solange er keine Schuldner hat. Der Schuldner hat Moral solange er für seine Schulden aufkommt. Die Banken haben Moral solange sie Geld sehen, aber man habe mal einen Anspruch in Geld gegen eine Bank, dann sucht man vergebens nach Moral, diese wird dann ersetzt durch die AGB's.

... Euch fällt dazu sicher noch viel mehr ein, meint TM schmunzelnd

isa
30.09.2004, 18:07
Na, ich muss zugeben, dass ich die Frage nicht ganz verstanden habe.
Das Ergebnis ist doch, dass GL sein Geld bekommen hat.
Was soll daran nicht moralisch sein ??
Welches Prinzip wäre verletzt ??
Ich denke, dass der Weg total in Ordnung war und dazu geführt hat, dass Schulden getilgt wurden, was m.E. das wichtigste hierbei sein sollte.