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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Im Netz der Geldwäschefahnder



Felsenbirne
18.11.2004, 13:52
"Führen Sie mehr als 15 000 Euro mit sich?"

die EU-Finanzminister beschlossen, die Schwelle für Überwachungsmaßnahmen einheitlich
auf nur 10 000 Euro herrunter zusetzen.
Das ist ein Drittel niedriger als bisher in Deutschland.


Diese Frage von drei Beamten ließ vor wenigen Tagen einen Geschäftsmann aus Deutschland stutzen, als er auf einem Inlandsflug zum nächsten umsteigen wollte. "Als dann gesagt wurde: ,Dies ist eine Kontrolle nach dem Geldwäschegesetz', war das gar nicht lustig - schließlich stand da jemand mit einer geladenen Kanone hinter ihm.


Dann sei er durchsucht worden, berichtet der Mann, als habe er einen Koffer voller Bargeld bei sich gehabt. Besonders regt dies den Reisenden auf, weil er nur innerhalb von Deutschland unterwegs war. "Ich kann ja noch verstehen, daß ich mich neulich bei der Einreise in Basel in einer Flughafenkabine bis auf die Unterwäsche untersuchen lassen mußte."

Aber die Frage lautet: "Wohin entwickeln wir uns eigentlich, daß so etwas schon innerhalb von Deutschland möglich ist?"

Fazit: "Orwell läßt grüßen."

Geldwäsche ist seit 1992 im deutschen Strafgesetzbuch eingeführt.

Geldinstitute wurden als Hilfssheriffs verpflichtet und müssen seither sämtliche Konten ihrer Kunden permanent nach Auffälligkeiten durchrastern.

Bei Kontrollen, sind alle mitgeführten Vermögenswerte von mindestens 15 000 Euro anzugeben. Auch Schmuck und Edelmetalle

Wer bei einer Kontrolle etwas verschweigt, muß bis zur Hälfte des Wertes als Bußgeld bezahlen.

Sind Bargeld oder Schmuck obendrein versteckt - etwa in der Unterwäsche oder der Verkleidung der Autotür -, wird zur Strafe der gesamte Wert fällig.

Ähnliche Befugnisse hat der Bundesgrenzschutz. Seit die Staaten der Europäischen Union im Rahmen des Schengener Abkommens die Schlagbäume an ihren Binnengrenzen weitgehend geöffnet haben, darf die Bundespolizei nach dem Bundesgrenzschutzgesetz auf Bahnhöfen und Flughäfen kontrollieren. Gegen diese sogenannte Schleierfahndung hat die Europäische Kommission in Brüssel mittlerweile Bedenken angemeldet. Doch auch die Polizeigesetze einzelner Bundesländer sehen eine solche "verdachts- und ereignisunabhängige Personenkontrolle" im Grenzgebiet sowie auf Durchgangsstraßen vor. Hinzu kommen die Kontrollbefugnisse der Finanzbehörden nach der Abgabenordnung.

Die EU hat mittlerweile dafür gesorgt, daß nach den Finanzdienstleistern weitere Berufsgruppen - etwa Rechtsanwälte und Versteigerer - in das Überwachungsnetz einbezogen wurden. Eine dritte Geldwäscherichtlinie aus Brüssel steht bevor. "Die Spur des Geldwäschers führt auf jedes Konto und jede Festplatte", beklagte schon vor zwei Jahren Thomas Fischer, Strafrichter am Bundesgerichtshof,

presto
18.11.2004, 15:31
ist doch ein weiterer beweis für narrenfreiheiten der exekutivgewalt in D.

kam letztens aus der werkstatt, mein auto hatte inspektion. auf dem heimweg eine 70er zone und fuhr exakt 70. plötzlich die winkerkelle.
auf meine frage, was ich falsch gemacht habe, bekam ich die lapidare antwort eines herren in grün: sie sind so exakt 70 gefahren, dass wir nun eine verkehrkontrollmaßnahme durchführen. haben sie was getrunken?
(hatte ich natürlich nicht. kontrolle ergab auch gar nichts zur beanstandung) aber das ganze programm folgte nun

ich habe es nicht glauben wollen. man hält sich genau an vorschriften und wird DESWEGEN auffällig und kontrolliert?

naja...

postman
18.11.2004, 18:22
Hallo Felsi,

schlimm isses, was da abläuft, ganz Deiner Meinung !!!!
Das Meiste was Du geschrieben hast, wußte ich in dieser brutalen Form auch noch nicht - danke für die Info !


@ presto : vielleicht lags an Deinem Äußeren, welcher Wachmeister hat schon
die einmalige Gelegenheit, den berühmten AL BUNDY- Überraschungsblick zu erhaschen .
Ich hoffe, Du hattest nicht Deinen "Perso" dabei ?! *gg*

RING-RING ( zweimal war doch jetzt richtig, oder...)

postman