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Rhodos
04.11.2004, 23:56
Montag, 11. Oktober:
Schönster Altweibersommer - Noch einmal Menschen in T-Shirt und
Sandalen in den Straßencafes und Biergärten. Bisher keine besonderen
Vorkommnisse in der Hauptstraße.
Dann plötzlich um 10:47 Uhr kommt der Befehl von Aldi-Geschäftsführer
Thomas Schwenzfeier.:
"Fünf Paletten Lebkuchen und Spekulatius in den Eingangsbereich!"
Von nun an überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst reagiert
Minimal-Geschäftsführer Martin O. eher halbherzig mit einem erweiterten
Kerzensortiment und Marzipankartoffeln an der Kasse.
15:07 Uhr: Edeka-Marktleiter Wilhelm T. hat die Mittagspause genutzt
und operiert mit Lametta und Tannengrün in der Wurstauslage.
16:02 Uhr: Die Filialen von Penny und Extra bekommen Kenntnis von
der Offensive, können aber aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht
gegenhalten und fordern ein Weihnachtsstillstandsabkommen bis zum
15.Oktober. Die Gespräche bleiben ohne Ergebnis.
Dienstag, 12. Oktober:
07:30 Uhr: Im Eingangsbereich von Karstadt bezieht überraschend
ein Esel mit Rentierschlitten Stellung, während zwei Weihnachtsmänner
vom studentischen Nikolausdienst vorbeihastende Schulkinder zu ihren
Weihnachtswünschen verhören. Zeitgleich erstrahlt die Kaufhausfassade
im gleißenden Schein von 260.000 Elektrokerzen. Die geschockte Konkurrenz
kann zunächst nur ohnmächtig zuschauen. Immerhin haben jetzt auch Karstadt,
C&A und Real den Ernst der Lage erkannt.
Mittwoch, 13. Oktober:
09:00 Uhr: Edeka setzt Krippenfiguren ins Gemüse.
09:12 Uhr: Minimal kontert mit massivem Einsatz von Rauschgoldengeln
im Tiefkühlregal. 10:05 Uhr: Bei Karstadt verirren sich Dutzende Kunden
in einem Wald von Weihnachtsbäumen.
12:00 Uhr: Neue Dienstanweisung bei Extra: An der Käsetheke wird
mit sofortiger Wirkung ein "Frohes Fest" gewünscht. Die
Schlemmerabteilung von Real kündigt für den Nachmittag Vergeltungsmaßnahmen
an.
Donnerstag, 14. Oktober:
07:00 Uhr: Karstadt schaufelt Kunstschnee in die Schaufenster.
08:00 Uhr: In einer eilig einberufenen Krisensitzung fordert der
aufgebrachte Penny- Geschäftsführer Walter T. von seinen Mitarbeitern
lautstark: "Weihnachten bis zum Äußersten" und verfügt den pausenlosen
Einsatz der von der Konkurrenz gefürchteten CD: "Weihnachten mit
Mireille Matthieu" über Deckenlautsprecher. Der Nachmittag bleibt ansonsten
ruhig.
Freitag, 15. Oktober:
08:00 Uhr: Anwohner der Hauptstraße versuchen mit Hilfe einer
einstweiligen Verfügung die nun von Karstadt angedrohte Musikoffensive
"Heiligabend mit den Flippers" zu stoppen.
09:14 Uhr: Ein Aldi- Sattelschlepper mit Pfeffernüssen rammt den
Posaunenchor "Adveniat", der gerade vor Karstadt zum großen
Weihnachtsoratorium ansetzen wollte.
09:30 Uhr: Aldi dementiert. Es habe sich bei der Ladung nicht um
Pfeffernüsse, sondern Christbaumkugeln gehandelt.
18:00 Uhr: In der Stadt kommt es kurzfristig zu ersten Engpässen in der
Stromversorgung als der von Tengelmann beauftragte Rentner Erwin Z.
mit seinem Flak- Scheinwerfer Marke "Varta Volkssturm" den Stern von
Bethlehem an den Himmel zeichnet.
Sonnabend, 16. Oktober:
Die Fronten verhärten sich; die Strategien werden zunehmend aggressiver.

10:37 Uhr: Auf einem Polizeirevier meldet sich die Diabetikerin
Anna K. und gibt zu Protokoll, sie sei soeben auf dem Minimal-Parkplatz
zum Verzehr von Glühwein und Christstollen gezwungen worden. Die
Beamten sind ratlos.
12:00 Uhr: Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt, Edeka und
Minimal die Einkaufszone mit Schneekanonen. Das Ordnungsamt mahnt
die Räum- und Streupflicht an. Umsonst!
14:30 Uhr: Teile des Stadtbezirks sind unpassierbar. Eine
Hubschrauberstaffel des Bundesgrenzschutzes beginnt mit der Bergung von
eingeschlossenen: Menschen wie Du und ich, die nur mal in der schönen
Herbstsonne bummeln wollten.
In diesem Sinne: Frohes Fest !!

jutta
05.11.2004, 07:29
HoHoHo, auch in, ich glaube Bielefeld wars, kann man auf einem vorweihnachtlichen Markt in aller Ruhe schon Geschenke und Deko kaufen.
Na, wenn es denn keiner aushalten kann, dann mal rin in den Vorweihnachtsmarktbummel.
Weihnachten, was ist da gleich noch mal passiert?

Da kommen mir doch gleich auch noch Gedanken zu der sogenannten Abschaffung des 3. Oktober.
Eigentlich wird der doch gar nicht abgeschafft, er wird nur verlegt auf einen eh freien Tag in der Woche.
Auch die anderen sogenannten kirchlichen u. gesetzlichen "Feiertage" könnten meiner Meinung nach auf einen Sonntag verlegt, bzw. ganz gestrichen werden.
Oder, wenn es denn ein kirchlicher Festtag ist, alle, die wirklich zu ihrem christlichen Glauben stehen bekommen an diesem Tag frei. Diejenigen, die sowieso nichts mit der Kirche am Hute haben bzw. andersgläubig sind, können dann diesen Tag nicht selbstverständlich in ihren Ferienkalender mit einbauen.
Denn wieviele Menschen in dieser Republik kennt eigentlich die Bedeutung der einzelnen kirchlichen Feiertage? Und warum wird eigentlich am Sonntag "nicht" gearbeitet (nicht stimmt eigentlich ja so nicht, da es vielfach gar nicht anders geht, als zu arbeiten)?

Jetzt ist gut, sonst wird das Ganze hier zu lang
Schönes Wochenende
Jutta

Elke
05.11.2004, 10:54
Seit gut einer halben Stunde beschießen Karstadt, Edeka und
Minimal die Einkaufszone mit Schneekanonen.

Das Karstadt sich das noch leisten kann *kopfschüttel*

Viele Grüße
Elke

Adonis
05.11.2004, 19:26
Das Karstadt sich das noch leisten kann *kopfschüttel* Elke

Daran sieht man, dass der Witz schon etwas älter ist :-))