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Thema: Früher Ausstieg aus der Insolvenz

  1. #1
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    Standard Früher Ausstieg aus der Insolvenz

    Hallo,

    ich bin in der Wohlverhaltensphase und möchte die Möglichkeit wie im folgendem Link wahrnehmen:

    https://www.kanzlei-drkarsten.de/ins...der-insolvenz/

    Bei einem Schuldenstand von ca. 35.000 € möchte ich 10% anbieten, den ein Dritter unbeteiligter Sponsor mir zur Verfügung stellen kann.

    Ich möchte aber ungern einen Anwalt beauftragen wegen der hohen Kosten. Prinzipiell benötigt es hierfür doch keinen Anwalt? Ein Musterschreiben und die korrekte Auschlüsselung der Anteile für die einzelnen Gläubiger müsste doch ausreichen?

    Hat jemand Erfahrung hiermit bereits sammeln können hier?

    Vielen Dank im Voraus für Euer Feedback.

    Grüsse,

    Jens

  2. #2
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    Standard

    Der Beitrag und die dort genannten BGH Entscheidung sind aus dem Jahr 2011.
    Du kannst die Gläubiger anschreiben und fragen, ob Sie für eine einmalzahlung von Dritten in Höhe von X auf Ihre Rechte aus der Forderungsanmeldung verzichten und wenn das allemachen, ist es gutgegangen.
    Ich kenne keine Fälle, in denen so etwas gutgegangen ist - auch nicht im Rheinland oder Köln.
    Was soll die Maßnahme für Vorteile für Dich oder die Gläubiger bringen?

  3. #3
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    Standard

    Ich habe in diesem Jahr tatsächlich meinen allerersten Fall auf diese weise erfolgreich zum Abschluss gebracht. (von grob überschlagen 1000 Verfahren die ich in meinem Berufsleben schon mehr oder weniger intensiv begleitet habe)

    In dem Fall wurden lediglich drei Forderungen (von ursprünglich über 30) mit insgesamt unter 3000 Euro (von ursprünglich über 20000) zur Tabelle gemeldet. Auf Wunsch der Person habe ich nach dem Aufbehungsbeschluss (nach ca. 10 Monaten eröffnetem Verfahren)den Gläubigern im Endeffekt (nach Vorverhandlungen) eine 35% Quote (also etwa 1000 Euro) angeboten, wenn sie dafür der Einstellung des Verfahrens und der vorzeitigen Erteilung der RSB zustimmen. Alle drei haben zugestimmt. Vorher habe ich das Vorgehen mit dem Treuhänder und dem Gericht abgestimmt.
    Dann musste der Mensch noch die bis dahin angelaufenen Verfahrenskosten von ca. 1500 Euro berichtigen und durfte dann die sofortige Erteilung der RSB beantragen, was auch funktioniert hat.

    Bis zu dem Zeitpunkt hat die Person 0 Euro Vermögen und Einkommen ins Verfahren eingebracht, hatte keine abgeschlossene Ausbildung, hatte drei Kinder - aussicht auf Pfändbares also dauerhaft gleich Null. Die Gläubiger waren zwei große und bekannte (aber nicht allzu berüchtigte) Inkassobuden und eine Kommune.

    Der Mensch hat sich also etwa 3 Jahre ersparte WVP-Zeit mit 2500 Euro erkauft. Einen wirtschaftilichen Sinn dahinter habe ich persönlich nicht ganz gesehen - aber die Person wollte es so und ich wollte sowas auch schon immer mal machen

    Allerdings muss ich ehrlich sagen: Der Aufwand war vergleichsweise gewaltig und ich würde sowas so ohne Weiteres nur nochmal machen wenn ich entweder dafür bezahlt werde oder wenn der betreffende Einzelfall wirklich ganz ganz dolle mein Herz erwärmt. Zumal die Aussicht auf Erfolg ja auch bei einem 5-10% Angebot sehr gering sein dürfte - besonders wenn es viele Gläubiger gibt. Da hat der vom TE verlinkte Anwalt vermutlich aus Gründen der Mandantenakquise sich doch etwas sehr optimistisch geäußert
    Das Hauptproblem ist, dass alle zustimmen müssen. Da sehr viele Gläubiger zudem den Nachweis fordern, dass alle das Gleiche kriegen und es keine Möglichkeit der Zustimmungsersetzung (wie beim Schuldenbereinigungsplan) gibt, kann man das bei vielen Gläubigern praktisch vergessen. Es muss nur einer "rumzicken", dann hat man sich sehr viel Arbeit umsonst gemacht. Wenn man zum Beispiel sieben Gläubiger hat, sechs sagen zu 20% ja und nur einer Nein, dann funktioniert nichts weil mindestens vier von den sechs wollen den Nachweis wollen, dass alle nur 20% kriegen sonst geben sie die Zustimmung nicht.
    Geändert von Caffery (31.12.2020 um 15:12 Uhr)
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