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Thema: Inkasso will vollstreckungsbescheid erwirken

  1. #1
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    Standard Inkasso will vollstreckungsbescheid erwirken

    Hallo,

    Ich liege grade im Krankenhaus und mein Mann sagte mir grade, daß Post vom Amtsgericht gekommen. Mit einem Mahnbescheid. Ein Inkasso, mit dem ich keinen Vertrag oder Dienstleistungsvertrag habe, will einen Titel erwirken für eine Leistung, die die mir gar nicht erbracht haben und dessen Forderung mir nicht bekannt ist.

    Geht sowas? Kann ein Inkasso eine nicht vom Gericht bestätigte und berechtigte Forderung überhaupt kaufen und darauf dann einen Titel erwirken???

    Ich werde natürlich sofort Widerspruch dagegen einlegen. Das ist ein Ding.

    Lg Melli

  2. #2
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    Zitat Zitat von Melli25 Beitrag anzeigen
    Ich liege grade im Krankenhaus und mein Mann sagte mir grade, daß Post vom Amtsgericht gekommen. Mit einem Mahnbescheid. Ein Inkasso, mit dem ich keinen Vertrag oder Dienstleistungsvertrag habe, will einen Titel erwirken für eine Leistung, die die mir gar nicht erbracht haben und dessen Forderung mir nicht bekannt ist.
    Wenn Du Dir da so sicher bist ist die Sache ja klar.
    Zitat Zitat von Melli25 Beitrag anzeigen
    Geht sowas? Kann ein Inkasso eine nicht vom Gericht bestätigte und berechtigte Forderung überhaupt kaufen und darauf dann einen Titel erwirken???
    Klar, das kannst Du auch. Wenn die Gegenseite (in diesem Falle Du) den Bescheiden im automatisierten Mahnverfahren (sowas was Dir jetzt vorliegt) nicht widerspricht kann das jeder.
    Zitat Zitat von Melli25 Beitrag anzeigen
    Ich werde natürlich sofort Widerspruch dagegen einlegen. Das ist ein Ding.
    Mach das. Die Frist dafür ist 2 Wochen ab Eingang des Schreibens (Datum auf dem gelben Umschlag). Oben links kommt das Datum von heute hin, das Kreuzchen gehört gesetzt bei "Ich widerspreche dem Anspruch insgesamt", dann gehört noch eine Unterschrift drunter und fertig ist die Laube.
    Am besten per Fax (samt Sendebericht) an das zuständige Mahngericht oder per Einwurfeinschreiben.

    PS: Sollte der Sache wider Erwarten doch eine unstrittige Forderung zu Grunde liegen, würde die o.g. Vorgehensweise die Sache natürlich u.U. nicht unwesentlich verteuern.
    Geändert von Caffery (08.06.2018 um 18:20 Uhr)

  3. #3
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    Zitat Zitat von Melli25 Beitrag anzeigen
    Ein Inkasso, mit dem ich keinen Vertrag oder Dienstleistungsvertrag habe, will einen Titel erwirken für eine Leistung, die die mir gar nicht erbracht haben und dessen Forderung mir nicht bekannt ist.
    Naja, für den Schuldner, in dem Fall dich, erbringen die ja auch keine Leistung. Die Leistung erbringen Sie für den Gläubiger. Der Gläubiger hat dann auch den „Dienstleistungsvertrag“ mit denen.

    Ist dir der Gläubiger auch unbekannt?

    Zitat Zitat von Melli25 Beitrag anzeigen
    Geht sowas? Kann ein Inkasso eine nicht vom Gericht bestätigte und berechtigte Forderung überhaupt kaufen und darauf dann einen Titel erwirken???
    Hat das Inkassobüro die Forderung denn wirklich gekauft? Ist Antragsteller wirklich das Inkassobüro oder stellt es den Antrag im Auftrag von xy?

    Der Titel wird ja gerade eben erwirkt, um vom Gericht quasi die Forderung „bestätigen“ zu lassen. Besser gesagt, einen vollstreckbaren Titel zu erlangen.
    Geändert von mucel (08.06.2018 um 22:19 Uhr)

  4. #4
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    Ist dir der Gläubiger auch unbekannt?
    @TE: Kleine Ergänzung: Der taucht bei aufgekauften Forderungen eigentlich dann rechts unterhalb der ganzen Beträge im "Fließtext" auf. Dort also mal schauen bzw. nachschauen lassen und dann noch mal in sich gehen.

  5. #5
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    Zitat Zitat von mepeisen Beitrag anzeigen
    Der taucht bei aufgekauften Forderungen eigentlich dann rechts unterhalb der ganzen Beträge im "Fließtext" auf.
    Es sei denn...

    Ach... ich hatte grade die Vision von einem weißen Haus in einem Dorf an einem Bach in Rheinland-Pfalz

  6. #6
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    So, ich hab das jetzt gesehen und ja, das Inkasso möchte für sich selbst erwirken.

    Es hatte die Forderung vor kurzem gekauft von eprimo.

    Wie soll man mit denen denn jetzt die Rechtmäßigkeit der Rechnung prüfen? Das verstehe ich nicht.
    Davon ab habe ich keine offenen Rechnungen bei eprimo offen.

    Lg Melli

  7. #7
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    Zitat Zitat von Melli25 Beitrag anzeigen

    Wie soll man mit denen denn jetzt die Rechtmäßigkeit der Rechnung prüfen? Das verstehe ich nicht.
    Davon ab habe ich keine offenen Rechnungen bei eprimo offen.

    Lg Melli
    Wenn schon ein Mahnbescheid vorliegt, mußt du, wenn du die Forderung bestreitest, einen Widerspruch einlegen.
    Dann wird die Rechtmäßigkeit der Forderung in einem Gerichtsverfahren, wenn denn das Inkassobüro klagt, geprüft bzw. festgestellt. Dann ergeht halt ein Urteil zu deinen Gunsten oder zu Gunsten des Inkassobüros. Manchmal auch ein Vergleich.

    Für eine direkte Klärung mit dem Inkassobüro fehlt dir bei einem bereits vorliegenden Mahnbescheid die Zeit. Und nicht drauf einlassen, wenn das Inkassobüro während des laufenden Mahnverfahrens Verhandlungsbereitschaft zeigt. Wenn sie dann den Titel haben, ist es mit der Verhandlungsbereitschaft ganz schnell vorbei!

    Wie hoch ist denn die Ursprungsforderung, wie hoch sind die sonstigen geforderten Kosten und wie setzen die sich zusammen?

  8. #8
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    Bei der von Dir dargelegten Geschichte würde ich in jedem Fall zu einem Komplettwiderspruch raten. Schon alleine deswegen, weil sich weitergehende Handlungsoptionen im Prinzip erledigt hätten wenn Du es nicht tust. Natürlich setzt Du Dich damit im worst case einem Zivilklagerisiko aus für den Fall, dass der Anspruch vom Grundsatz her doch gerechtfertigt sein sollte.

    Eine weitere Option wäre dann ein Teilwiderspruch samt zweckgebundener Teilzahlung zur "Klaglosstellung". Dafür könnte man (mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhandenen) überhöhten Inkassokosten und sonstigem Spesenkäse widersprechen. Dies würde das Klagerisiko gegen Null senken - allerdings auch Geld kosten von dem Du Dir ja sehr sicher zu sein scheinst, dass Du es auch vom Grundsatz her nicht schuldest da Du sagst nie Rückstände bei denen gehabt zu haben. Von daher betrachtet wäre ja ein Komplettwiderspruch die einzige konsequente Reaktion.

    Nur mal so zu allgemeinen Information: Bei Eprimo und seinem Vertragsinkasso kam es scheinbar schon in der Vergangenheit zu "Unregelmäßigkeiten" in der Forderungsbeitreibung.

    https://www.op-online.de/offenbach/o...t-3442092.html

  9. #9
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    Davon ab habe ich keine offenen Rechnungen bei eprimo offen.
    Das ist doch der Wichtigste Punkt. Sicherheitshalber noch mal alle Kontoauszüge durchgucken: unbemerkte Rücklastschriften oder Rück-Überweisungen, ggf. auch die Verwendungszwecke eines Dauerauftrags nochmal prüfen.

    Wenn man wirklich nichts offen hat, dann Komplettwiderspruch und fertig. Wenn dann geklagt wird kann man sicher beispielsweise anhand der Kontoauszüge nachweisen, dass man keinerlei offene Forderung hat. Wenn Eprimo "frei erfundenen Unfug" verkauft an Inkassos, ist das deren Problem.

  10. #10
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    Naja meist steht doch im Mahnbescheid ein Datum wann die behauptete offene Hauptforderung entstanden sein soll

    Dann prüf mal
    - ob vielleicht eine Rückbuchung war,
    - ob du umgezogen bist und eine Schlussrechnung nicht gezahlt wurde

    Und wenn du tatsächlich dort Kunde warst /bist hast du doch sicherlich auch einen Internetzugang zu denen auf https://www.eprimo.de/service/account/auth/login .Wenn ja würde ich mich da mal einwählen und schauen ob du dort anhand der Zahlungen /Rechnungen was findest

    Und wenn ja würde ich auch mal prüfen, ob vielleicht die Verjährungseinrede greift

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