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Thema: Gläubiger

  1. #1
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    Standard Gläubiger

    Hallo zusammen,
    ich für meinen Teil kann nicht nachvollziehen warum Gläubiger sich nicht auf einen außergerichtlichen Vergleich einlassen sondern auf ein Insolvenzverfahren bestehen, darum mal die eine und andere Frage.

    Müssen alle Gläubiger dem außergerichtlichen Vergleich zustimmen oder gibt es da so etwas wie eine Mehrheiten Regelung, z.B. 5 dafür 2 dagegen und dann kommt es zum außergerichtlichen Vergleich?

    Kennen die Gläubiger die genauen Informationen die zum monatlichen Betrag führen, der an sie abgeführt wird?

    Wissen die einzelnen Gläubiger, wie viele Gläubiger es insgesamt gibt?


    Was ich im Zusammenhang mit Gläubigern auch absolut nicht verstehe: Ich habe insgesamt 5 Gläubiger, von denen ich 2 bis zum Beginn des Insolvenzverfahrens noch bezahlt habe. Beiden anderen 3 Gläubigern war es mir genau genommen immer wichtig meine Schulden zu tilgen. Ich habe denen immer wieder angeboten eine Summe X pro Monat zu bezahlen, dies aber unter der Voraussetzung, dass es so ist, dass der Betrag der Schulden festgelegt wird und ich nicht mehr durch irgendwelche Zinsen erhöht wird, auf dieses wollte sich aber kein Gläubiger einlassen.

  2. #2
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    Zitat Zitat von arreis Beitrag anzeigen
    Müssen alle Gläubiger dem außergerichtlichen Vergleich zustimmen oder gibt es da so etwas wie eine Mehrheiten Regelung, z.B. 5 dafür 2 dagegen und dann kommt es zum außergerichtlichen Vergleich?
    Wenn ein außergerichtlicher Einigungsversuch im Rahmen der Insovenzordnung durchgeführt wird - der vor jeder VerbraucherInsO pflicht ist - reicht es wenn eine Kopf-und Summenmehrheit der Gläubiger zustimmt. Die ablehnende Minderheit kann dann mit Hilfe des Gerichts (Schuldenbereinigungplan) zur Zustimmung gezwungen werden.
    Das geht wie gesagt nur beim AEV einer geeigneten Stelle oder Person im Rahmen der Insolvenzordnung. Es geht nicht wenn Du oder irgendjemand der keine geegnete Stelle nach § 305 InsO ist mal so einen Vergleich schreibt. Die meisten Gläubiger achten da auch drauf. Normale Vergleiche werden von daher mit deutlich deutlich höherer Wahrscheinlichkeit abgelehnt.
    Zitat Zitat von arreis Beitrag anzeigen
    Kennen die Gläubiger die genauen Informationen die zum monatlichen Betrag führen, der an sie abgeführt wird?
    Wissen die einzelnen Gläubiger, wie viele Gläubiger es insgesamt gibt?
    Im Rahmen eines AEV einer geeigneten Stelle wird all dies allen Gläubiger mitgeteilt.

    Wenn jemand einfach nur einen Vergleich schreibt wissen die natürlich auch nicht mehr als vorher - woher auch?

    Zitat Zitat von arreis Beitrag anzeigen
    Was ich im Zusammenhang mit Gläubigern auch absolut nicht verstehe: Ich habe insgesamt 5 Gläubiger, von denen ich 2 bis zum Beginn des Insolvenzverfahrens noch bezahlt habe. Beiden anderen 3 Gläubigern war es mir genau genommen immer wichtig meine Schulden zu tilgen. Ich habe denen immer wieder angeboten eine Summe X pro Monat zu bezahlen, dies aber unter der Voraussetzung, dass es so ist, dass der Betrag der Schulden festgelegt wird und ich nicht mehr durch irgendwelche Zinsen erhöht wird, auf dieses wollte sich aber kein Gläubiger einlassen.
    Wie gesagt - wenn der Schuldner selbst das macht hat das in der Regel auch keinen Effekt.

    Drum sag ich ja immer: Lasst euch helfen! Dieses alleine an Inkassos rumprötteln bringt in aller aller Regel nichts. Auch wenn man sich noch so viel Mühe gibt.
    Geändert von Caffery (02.06.2018 um 10:22 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Arreis.
    Ich verstehe es auch nicht!
    Der Vergleich war bei mir auch gescheitert.
    Danach wurde ich vom Gläubiger angeschrieben,er wäre bereit für ein Vergleich.
    Ich habe die Welt nicht mehr verstanden.
    Und mich gefragt,warum der Vergleich abgewiesen wurde.
    Ich habe die Insolvenz von einem Rechtsanwalt machen lassen

  4. #4
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    Die AEV's werden im Regelfall schon deshalb abgelehnt weil sie eine Klausel enthalten, dass nur der pfändbare Betrag verteilt wird.
    In meiner Zeit damals haben wir dies grundsätzlich abgelehnt und ein Gegenangebot mit festen Raten unterbreitet.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Ex Inkassomitarbeiterin 2 Beitrag anzeigen
    Die AEV's werden im Regelfall schon deshalb abgelehnt weil sie eine Klausel enthalten, dass nur der pfändbare Betrag verteilt wird.
    Das ist so pauschal gesagt einfach nicht richtig.
    Ich z.b. mache praktisch immer AEVs mit festen Raten und Anpassungsklausel oder mit einem Einmalangebot.
    Einen "schnöden" flexiblen AEV verschickt mal in aller Regel nur dann wenn man will, dass er scheitert.
    Geändert von Caffery (02.06.2018 um 13:29 Uhr)

  6. #6
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    Zitat Zitat von Caffery Beitrag anzeigen
    Ich z.b. mache praktisch immer AEVs mit festen Raten
    PS: Natürlich in den Fällen wo pfändbares Einkommen vorhanden ist...

  7. #7
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    Dann wurden wir wohl fast immer nur von den anderen Schuldnerberatungen angeschrieben.
    99% waren schnöde AEV's.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Ex Inkassomitarbeiterin 2 Beitrag anzeigen
    99% waren schnöde AEV's.
    Ich kann ja immer nur von mir und meinem Dunstkreis reden. Wenn kein pfändbares Einkommen vorhanden und keine Einmalzahlung von dritter Seite möglich ist gibts nen schnöden flexiblen Nullplan. Das gabs ich den letzten Jahren in unserer Beratungsstelle in etwa 70% der Fälle. In etwa 10 % gabs ein Einmalangebot und in 20% einen festen Ratenplan mit Anpassungsklausel. Ich arbeite übrigens weiß Gott nicht in einer Gegend die von Villenvierteln dominiert wird

    Ich persönlich mache nur ganz selten flexible Pläne bei pfändbarem Einkommen - mit dem impliziten Ziel das dieser scheitert. Entweder weil der RS dies wider meiner Beratung ausdrücklich wünscht oder aber wenn die Überschuldung trotz intensiver Recherche derart unübersichtlich ist, dass ein gelungener Plan bei weitem zu viele Folgerisiken hätte.

    Obwohl ich 99% für nicht ganz realistisch halte ahne ich was Du in etwa meinst: Ich höre und lese aber auch häufig von Fällen bei denen ich überhaupt nicht verstehe wie da ein AEV scheitern konnte bzw. wie dieser Mensch ins Verfahren "gelotst" wurde. Hier im Forum war z.b. vor ein paar Monaten mal jemand dessen pfändbares Einkommen schon vor Eröffnung in 3-4 Jahren zur kompletten Tilgung seiner Gesamtverschuldung ausgereicht hätte.

    Oder ein Mann der mich von ein paar Wochen auf der Arbeit anrief wurde von einem kommerziellen Kollegen für viel Geld ins Verfahren gelotst - er hatte fast 1000 Euro pfändbares Einkommen aber nur knapp 30000 Euro Schulden. Nach knapp 2 Jahren bekam er seine Schlussrechnung und wollte dann man von mir "eine zweite Meinung hören" ... da fiel mir nicht viel zu ein.

    Ich für meinen Teil verstehe meine Arbeit in der Insolvenzberatung so: Meine Stelle wird vorrangig finanziert weil ich Eröffnungen verhindern soll - nicht um Verfahren am Fließband in die Welt zu setzen. Natürlich muss dies im Einzelfall auch Sinn machen und ökonomisch sein - ich mache also nicht für jeden Nullplan einen riesen Aufriss. Aber sobald eine außergerichtliche Einigung theoretisch möglich, sinnvoll und gewünscht ist versuche ich so einiges damit das auch gelingt - wie auch die meisten Kollegen in meinem Dunstkreis.
    Geändert von Caffery (02.06.2018 um 17:57 Uhr)

  9. #9
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    Mal aktuelle Zahlen des statistischen Bundesamtes für Schuldnerberatungsstellen in 2017:

    50% der Beratungsfälle endeten in der Insolvenz
    23% wurden ohne Entschuldung beendet (Abbruch)
    20% konnte eine außergerichtliche Entschuldung erreicht werden
    5% wurden weitervermittelt
    2% wurde ein gerichtlicher Schuldenbereinigungsplan zur Entschuldung durchgeführt

    https://www.destatis.de/DE/PresseSer...8_188_635.html

    ... klingt nicht nach 99% schnöden, flexiblen AEV...

  10. #10
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    Zitat Zitat von Ex Inkassomitarbeiterin 2 Beitrag anzeigen
    Die AEV's werden im Regelfall schon deshalb abgelehnt weil sie eine Klausel enthalten, dass nur der pfändbare Betrag verteilt wird.
    In meiner Zeit damals haben wir dies grundsätzlich abgelehnt und ein Gegenangebot mit festen Raten unterbreitet.
    Das wusste ich nicht, deshalb musste ich nie eine AEV abgeben!
    Man lernt nie aus!

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