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Thema: Kann Restschuldbefreiung wegen Fehler rückgängig gemacht werden?

  1. #11
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Finde ich eine interessante Aussage eines Praktikers. Es kann moralisch OK sein im Insolvenzverfahren Vermögen zu vergessen.
    Diese Aussage hat der Praktiker doch gar nicht so getroffen. Die Aussage war (sinngemäß): Urteilten, bevor man alle relevanten Fakten kennt, ist pfui-bäh.

    Und da gebe ich ihm Recht.

  2. #12
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    Naja, genauso wie man Gläubiger vergessen kann, kann man durchaus auch vergessen dass man irgendwo noch Schulden eintreiben kann. Warum sollte es da einen Unterschied geben?
    Das es jetzt im Nachhinein eingetrieben werden soll ist moralisch eher verwerflich. Ich persönlich würde wohl die ganze Sache komplett vergessen und kein Fass mehr deswegen aufmachen.

  3. #13
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Finde ich eine interessante Aussage eines Praktikers. Es kann moralisch OK sein im Insolvenzverfahren Vermögen zu vergessen.
    Zitat Zitat von FinLaure Beitrag anzeigen
    Diese Aussage hat der Praktiker doch gar nicht so getroffen. Die Aussage war (sinngemäß): Urteilten, bevor man alle relevanten Fakten kennt, ist pfui-bäh.
    So wie FinLaure schreibt, war es gemeint. Einem das Wort im Munde zu verdrehen (oder auf dem Bildschirm ) ist ebenfalls pfui-bäh (schönes Wort!).

    Die unterschwellige Interpretation von "Vergessen" ist allerdings interessant. Etwas zu vergessen ist doch eigentlich erst einmal nur menschlich. (Es soll Menschen geben, die vergessen sogar den eigenen Hochzeitstag oder das Geburtsdatum ihres Kindes.)

    Etwas absichtlich zu "vergessen" ist nach meinem Verständnis aber kein vergessen, sondern eine Lüge bzw. Falschangabe - vor Gericht / im Insolvenzantrag sogar strafbar. Da brauchen wir (hoffentlich) nicht ernsthaft über die moralische Verwerflichkeit bzw. "pfui-bäh" zu diskutieren, oder?

  4. #14
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    Man könnte ja, einfach nur so, weil heute Freitag ist, auch mal davon ausgehen, dass es so ist, wie die TE schrieb. Dass sie es tatsächlich einfach vergessen hat. Und schwups - gibt es gar keinen Grund, sich hier die Köpfe einzuschlagen. Was die TE nun tut, entscheidet sie ganz allein. So einfach kann es manchmal sein

  5. #15
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    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    So wie FinLaure schreibt, war es gemeint. Einem das Wort im Munde zu verdrehen (oder auf dem Bildschirm ) ist ebenfalls pfui-bäh (schönes Wort!).

    Die unterschwellige Interpretation von "Vergessen" ist allerdings interessant. Etwas zu vergessen ist doch eigentlich erst einmal nur menschlich. (Es soll Menschen geben, die vergessen sogar den eigenen Hochzeitstag oder das Geburtsdatum ihres Kindes.)

    Etwas absichtlich zu "vergessen" ist nach meinem Verständnis aber kein vergessen, sondern eine Lüge bzw. Falschangabe - vor Gericht / im Insolvenzantrag sogar strafbar. Da brauchen wir (hoffentlich) nicht ernsthaft über die moralische Verwerflichkeit bzw. "pfui-bäh" zu diskutieren, oder?
    Nun dann solltest du das auch klar so schreiben.

    Und klar da vergisst jemand einen Titel, obwohl er betrogen worden ist und sich auch noch ausführlich mit dem Gerichtsvollzieher darüber unterhalten hat, wenn er die Angaben zu seiner Insolvenz machen muss. Praktischerweise findet sich der Titel genau dann wieder wenn man nach erteilter Restschuldbefreiung wieder problemlos verwertet werden kann - und schwupps fällt einem auch noch die Geschichte ein.

    Soll sogar Menschen geben die bei einer Insolvenz ihre Immobilien vergessen.

  6. #16
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen


    Soll sogar Menschen geben die bei einer Insolvenz ihre Immobilien vergessen.
    Es soll sogar Männer geben, die ihre Frauen an Autobahnraststätten vergessen und denen das erst auffällt, wenn sie 300km weiter, von der Polizei „rausgewunken“ und auf den Verlust hingewiesen werden.

  7. #17
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    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    ...

    Zum Ausgangsfall: Die Forderung ist/war eigentlich Insolvenzmasse und ich frage mich, ob hier nicht sogar noch eine Nachtragverteilung gem. § 203 InsO möglich wäre...? Wäre interessant, ob das Gericht in so einem Fall eine Anordnung gem. § 203 Abs. 3 InsO (formelle Überlassung an den Schuldner) treffen würde.
    Nach § 203 II InsO wäre theoretisch eine Nachtragsverteilung möglich. Aber bei einem Antrag wäre ja erstmal die Frage, ob der Titel wirklich einbringlich wäre. Man würde wahrscheinlich ein Sachverständigengutachten analog einer Eröffnung in Auftrag geben. Da würde man den ehemaligen InsoVerwalter nehmen. Das kostet natürlich was. Dann kommt es darauf an, wie viele Gläubiger vorhanden sind. denn auch für eine weitere Verteilung würde der Verwalter eine Vergütung erhalten. Ganz zu schweigen für eine Geltendmachung durch Vollstreckung. Also wahrscheinich würde man insgesamt zum Ergebnis kommen, das freizugeben. Es sei denn, es war ein Stundungsverfahren. Dann wäre eine Verteilung nicht notwendig etc. Dann könnte man es doch anordnen.Wobei dann wiederum die Gefahr besteht, dass die Kosten nicht gedckt sind.

    @TE: Nein, die RSB kann längstens ein Jahr nach Erteilung widerrufen werden (§ 303 InsO).

    Zur moralischen Debatte: Wenn es sich tatsächlich so verhält, wie die TE es mitgeteilt hat, hätte der Insolvenzverwalter mangels Verwertungsaussichten den Titel eh an den Schuldner freigegeben. Macht das Verschweigen nicht besser, aber die tatsächliche Situation wäre wahrscheinlich keine andere.

  8. #18
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    @ Graf Wadula

    Danke für die Einschätzung.

    Will man nun eine moralisch und rechtlich korrekte Variante, könnte man nicht folgendermaßen verfahren?
    1. Vollstrecken (wenn man denn unbedingt den Schuldner nicht "davon kommen lassen" will)
    2. im Erfolgsfall: Mitteilung des Erlöses an das Insolvenzgericht verbunden mit der Anfrage, ob der gepfändete Betrag im Wege der Nachtragsverteilung verteilt und zur Verfügung gestellt werden soll oder oder dem TE überlassen wird.

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