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Thema: Artikel: Wie ich bei der Schufa zum "deutlich erhöhten Risiko" wurde

  1. #11
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    Das ist doch Quatsch, es gibt in Deutschland genug Vertragsbeziehungen die du ohne eine Schufa Abfrage nicht eingehen kannst. Du argumentierst wie die Schufa - aber über kurz oder lang wird diese Argumentation wohl vom Gesetzgeber überprüft werden.
    Was genau willst Du damit jetzt sagen? Die "Interpretation" der Schufa-Abfrage obliegt noch immer dem jeweiligen Vertragspartner. Anscheinend vertrauen die Vertragspartner dieser Auskunft dahingehend, dass sie ein potentielles Geschäft im Zweifel lieber nicht eingehen.

  2. #12
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    Zitat Zitat von Euregios Beitrag anzeigen
    Und die SchuFa sagt dazu: "Mit der SCHUFA-Bonitätsauskunft erhalten Sie eine beweiskräftige Auskunft, um Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Geschäftspartner (z.B. dem Vermieter) aufzubauen. Sie wird auf einem speziellen Briefpapier mit Wasserzeichen gedruckt...."

    ... und ohne dieses 30 Euro teure Papier mit Wasserzeichen von der SchuFa gibt es vielfach keine Wohnung und andere Vertragsbeziehungen.

    Betroffen sind insbesondere auch Neubuerger (Fluechtlinge und EU Buerger, die von ihrem Freizuegigkeitsrecht Gebrauch machen). Es kann nicht sein, dass ein Privatunternehmen wie die SchuFa die Freizuegigkeitrechte der Buerger indirekt in diesem Umfang einschraenken kann.
    Es gibt in der EU nicht nur Freizügigkeit, sondern auch Vertragsfreiheit. Jeder Vermieter kann frei entscheiden, was er als Voraussetzung für ein Geschäft mit Dir (und Flüchtlingen und EU-Bürgern) haben möchte. Es gibt, wie bereits erwähnt, keinen Kontrahierungszwang und demzufolge auch keine Pflicht eine Wohnung (an Dich) zu vermieten.

  3. #13
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    Zitat Zitat von Daukind Beitrag anzeigen
    Die "Interpretation" der Schufa-Abfrage obliegt noch immer dem jeweiligen Vertragspartner. Anscheinend vertrauen die Vertragspartner dieser Auskunft dahingehend, dass sie ein potentielles Geschäft im Zweifel lieber nicht eingehen.
    Das führt m.E. wieder mehr in Richtung des Kernproblems: Weil der SCHUFA ein solches (offenbar nur z.T. berechtigtes) Vertrauen entgegengebracht wird, braucht es bessere Regelungen, dass die über mich beauskunfteten Daten richtig sind.

    Überfällig halte ich z.B. eine Offenlegung der Algorith-men zur Berechnung des "Scores".

    Vorstellbar halte ich auch eine Informationspflicht als Bringschuld von SCHUFA etc. bei Speicherung eines neuen Negativmerkmals.
    Geändert von Olaf K (12.03.2018 um 13:17 Uhr) Grund: das Algo-wort ist offenbar verboten und wird versternt... ? Nun mit Bindestrich

  4. #14
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    das halte ich beides für sehr gute Vorschläge !

    Die Schufa an sich ist nicht Schuld an der Wohnungsproblematik - es fehlen Millionen Wohnungen und das wird nicht durch die Schufa gelöst. Ebenso kann ein nicht zahlender Mieter einen Vermieter in den Ruin treiben, es ist sehr verständlich dass Vermieter sich da absichern wollen.

  5. #15
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    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    Das führt m.E. wieder mehr in Richtung des Kernproblems: Weil der SCHUFA ein solches (offenbar nur z.T. berechtigtes) Vertrauen entgegengebracht wird, braucht es bessere Regelungen, dass die über mich beauskunfteten Daten richtig sind.
    In der Regel werden die Daten wohl richtig sein. Wirtschaftsunternehmen zahlen jährlich zig Millionen an die Schufa für eben diese Daten. Das würden sie nicht tun, wenn diese überwiegend fehlerhaft sind.

    Überfällig halte ich z.B. eine Offenlegung der Algorith-men zur Berechnung des "Scores".
    Ich kann den Wunsch zwar nachvollziehen, halte es aber für lächerlich. Coca Cola wird sein Rezept auch nicht veröffentlichen.

    Vorstellbar halte ich auch eine Informationspflicht als Bringschuld von SCHUFA etc. bei Speicherung eines neuen Negativmerkmals.
    Das wiederum halte ich für einen sehr guten Vorschlag.

    Zitat Zitat von camilla Beitrag anzeigen
    Die Schufa an sich ist nicht Schuld an der Wohnungsproblematik - es fehlen Millionen Wohnungen
    Wo sind denn die Millionen Obdachlose?

  6. #16
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    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    Überfällig halte ich z.B. eine Offenlegung der Algorith-men zur Berechnung des "Scores".
    Zitat Zitat von Daukind Beitrag anzeigen
    Ich kann den Wunsch zwar nachvollziehen, halte es aber für lächerlich. Coca Cola wird sein Rezept auch nicht veröffentlichen.
    Keine schlechte Analogie. Immerhin ist Coca Cola gesetzlich verpflichtet, Angaben zu Inhaltsstoffen und Nährwertgehalt auf jeder Flasche/Dose zu machen. Eine Balance des Gesetzgebers zwischen den Interessen des Herstellers und des Verbrauchers. Ich kann mich somit problemlos informieren, dass Cola ungesundes und vitaminfreies Zuckerwasser ist und mich dem Wasserhahn zuwenden. Das Rezept taucht nicht auf, aber immerhin die Zutaten in der Reihenfolge der Menge. Und durch die Nährwertangaben kann ich die gut 10g Zucker pro 100g erfahren. Man kann nun darüber streiten, ob noch einige detailliertere Angaben nicht sinnvoll wären. Meines Wissens müssen noch Allergene aufgeführt werden nach dem Motto "kann Spuren von Erdnüssen enthalten".

    In Analogie hierzu wäre durchaus im Sinne des Verbraucher- und Datenschutzes die gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung weiterer Inhalte der "Score-Formel" möglich, ohne dass die Gesamtformel offenbart werden müsste. Klar, dass die SCHUFA kein Interesse daran hat. Bei steigendem Problembewusstsein und Druck der wählenden Öffentlichkeit könnte der gewählte Gesetzgeber aber durchaus etwas tun.

    Die SCHUFA verknüpft im Score konkrete personenbezogene Daten (Negativmerkmal) mit allgemeinen Statistischen Werten und erteilt hieraus mit dem Score-Wert eine wiederum personenbezogene Wertung. Über mich persönlich wird eine Art Wertgutachten erstellt - vergleichbar in etwa mit einer Schulnote im Zeugnis, das später Auswirkungen auf meine Bewerbungsbemühungen um einen Ausbildungs-, Studien- oder Arbeitsplatz hat. Immerhin weiß ich aber, wie ich meine Schulnote beeinflussen kann und die Noten sind einigermaßen nachprüfbar (sollten es jedenfalls...). Bei der SCHUFA bleibt (zu viel) im Verbogenen.
    Geändert von Olaf K (12.03.2018 um 15:08 Uhr)

  7. #17
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    Zitat Zitat von Olaf K Beitrag anzeigen
    Keine schlechte Analogie. Immerhin ist Coca Cola gesetzlich verpflichtet, Angaben zu Inhaltsstoffen und Nährwertgehalt auf jeder Flasche/Dose zu machen. Eine Balance des Gesetzgebers zwischen den Interessen des Herstellers und des Verbrauchers. Ich kann mich somit problemlos informieren, dass Cola ungesundes und vitaminfreies Zuckerwasser ist und mich dem Wasserhahn zuwenden. Das Rezept taucht nicht auf, aber immerhin die Zutaten in der Reihenfolge der Menge. Und durch die Nährwertangaben kann ich die gut 10g Zucker pro 100g erfahren. Man kann nun darüber streiten, ob noch einige detailliertere Angaben nicht sinnvoll wären. Meines Wissens müssen noch Allergene aufgeführt werden nach dem Motto "kann Spuren von Erdnüssen enthalten".
    Die "Inhaltsangaben" des Schufa-Scores sind ja bekannt. Allerdings nicht deren (positive und/oder negative) Gewichtung bei der Ermittlung der unterschiedlichen Score-Werte

    Die SCHUFA verknüpft im Score konkrete personenbezogene Daten (Negativmerkmal) mit allgemeinen Statistischen Werten und erteilt hieraus mit dem Score-Wert eine wiederum personenbezogene Wertung.
    Nein. Sobald unerledigte Negativmerkmale vorhanden sind werden keine Score-Werte übermittelt. Erledigte Negativmerkmale wiederum wirken, analog zu sonstigen und positiven Merkmalen (bspw. Anzahl Kreditkarten, Alter, Dauer der Vertragsbeziehungen) auf den statistischen Score der Vergleichsgruppe ein.

    Personenbezogenes Scoring kann die Schufa ja nicht, da ihr keinerlei Informationen über bspw. Gehalt, Einkommen, Vermögen, etc. vorliegen.

  8. #18
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    Zitat Zitat von Daukind Beitrag anzeigen
    Was genau willst Du damit jetzt sagen? Die "Interpretation" der Schufa-Abfrage obliegt noch immer dem jeweiligen Vertragspartner. Anscheinend vertrauen die Vertragspartner dieser Auskunft dahingehend, dass sie ein potentielles Geschäft im Zweifel lieber nicht eingehen.
    warten wir ab wie lange die Schufa dieses Spiel noch spielen kann. Im Bereich des Mietwohnungsmarktes wird das in absehbarer Zeit Geschichte sein.


    Und nur mal so, in so gut wie jeder Schufa Auskunft von mir die ich mir angeschaut habe waren Fehler drin - und mit Fehler meine ich nicht eine noch nicht gelöschte Bankverbindung oder eine veraltete Adresse. Ich meine Adressen an denen ich nie gewohnt habe, Bankverbindungen die ich nie hatte oder auch Kredite die ich nie hatte. Teilweise musste ich einen Anwalt bemühen um die Daten löschen zu lassen - weil die Schufa mir natürlich nicht geglaubt hat.

  9. #19
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    Zitat Zitat von Inso? Beitrag anzeigen
    warten wir ab wie lange die Schufa dieses Spiel noch spielen kann. Im Bereich des Mietwohnungsmarktes wird das in absehbarer Zeit Geschichte sein.
    Hat Dir das deine Glaskugel verraten?

    Und nur mal so, in so gut wie jeder Schufa Auskunft von mir die ich mir angeschaut habe waren Fehler drin - und mit Fehler meine ich nicht eine noch nicht gelöschte Bankverbindung oder eine veraltete Adresse. Ich meine Adressen an denen ich nie gewohnt habe, Bankverbindungen die ich nie hatte oder auch Kredite die ich nie hatte. Teilweise musste ich einen Anwalt bemühen um die Daten löschen zu lassen - weil die Schufa mir natürlich nicht geglaubt hat.
    Erschreckend, dass die Schufa mit so grundlegend falschen Informationen Abermillionen verdient und so gut wie jedes Unternehmen ihr gutes Geld für diese - wie ja jeder weiß - fehlerhaften Informationen liefert...

  10. #20
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    Zitat Zitat von Daukind Beitrag anzeigen
    Hat Dir das deine Glaskugel verraten?
    Warten wir es einfach ab.



    Zitat Zitat von Daukind Beitrag anzeigen
    Erschreckend, dass die Schufa mit so grundlegend falschen Informationen Abermillionen verdient und so gut wie jedes Unternehmen ihr gutes Geld für diese - wie ja jeder weiß - fehlerhaften Informationen liefert...
    In der Tat erschreckend das ein Unternehmen das keinerlei Skrupel hat mit falschen Daten Geld zuverdienen derart angesehen ist. Liegt wahrscheinlich daran das die wichtigsten Unternehmen die dort Auskünfte einholen auch Eigentümer der Schufa sind.

    Vermieter dürften in aller Regel noch nicht einmal wirklich verstehen was die Schufa ist. Aber nur mal zum nachdenken (nicht für dich du weisst ja alles über die Schufa). Wenn 800 Mitarbeiter Daten zu über 67 Millionen Einzelpersonen und über 5 Millionen Firmen verwalten - und mit Hilfe von Software im Jahr ca. 140 Millionen Auskünfte erteilen - wie wahrscheinlich ist es das dort Fehler überhaupt bemerkt werden?

    Und das weisst du ja wahrscheinlich, wie viele der 67 Millionen Einzelpersonen schauen sich jedes Jahr ihre Daten an? Und lassen die Fehler dann korrigieren? Die verborgene Fehlerquote dürfte schon gewaltig sein - interessiert aber die Eigentümer nicht, denn das Geschäft läuft ja,

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