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Thema: Richtige Wahl der Schuldner Beratung. Erfahrungen?

  1. #1
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    Standard Richtige Wahl der Schuldner Beratung. Erfahrungen?

    Hallo zusammen,

    suche eine geeignete Beratung und habe drei in der engeren Auswahl.
    Habe nun die Qual der Wahl.
    Gibt es Stellen wo man sich erkundigen kann? Sowas wie eine Verbraucher Beratung?

    Folgende drei sind am Start:

    1. Rechtsanwalt Christoph Schickner
    72119 Ammerbuch

    2. Rechtsanwalt Johannes Dietze
    Stuttgart

    3. Rechtsanwältin Kipke, Hamburg

    Hat evtl. jemand mit einem der genannten Erfahrungen?

    Lieben Gruß
    Susanne

  2. #2
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    Was spricht gegen eine caritative Schuldnerberatung oder den RA um die Ecke? Wird das Verfahren recht kompliziert, was willst du erreichen?

  3. #3
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    Standard

    Kenne die genannten Anwälte nicht. Du weißt aber schon, dass es sich hier um Anwälte und nicht um Schuldnerberatungsstellen handelt?

    Beratung durch einen Anwalt ist meist teuer, weil Beratungshilfe nicht gewährt wird. Auch die fachliche Qualität ist oftmals nicht so gut wie bei den anerkannten Schuldnerberatungsstellen.

    Probleme können entstehen, wenn Insolvenzantrag gestellt werden soll und keine persönliche Beratung durch den Anwalt stattgefunden hat. Einige Gerichte akzeptieren dann nicht die anwaltliche Bescheinigung, weil die persönliche Beratung gesetzlich vorgeschrieben ist.

    Adressen von Schuldnerberatungsstellen kannst du z.B. hier recherchieren:
    http://www.forum-schuldnerberatung.d...atungsstellen/

  4. #4
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    Das mit der fachlichen Qualität würde ich so jetzt nicht unterschreiben. Schuldnerberatungen punkten bei Standardfällen. Bei Problemen oder Sonderkonstellationen ist der Anwalt in der Regel die bessere Anlaufstelle.

    Letztlich würde ich einen Anwalt für all die Fälle empfehlen in denen zumindest theoretische eine Vergleichsmöglichkeit besteht (hohes Einkommen, hilfreiche Verwanmdte etc.) oder bei denen die Wartezeit der karitativen Netto mehr kostet als der Anwalt (Besserverdiener).

    Kommt es darauf nicht an und liegen keine rechtlichen Probleme vor macht es mehr Sinn eine Schuldnerberatung zu beauftragen.

    Die Kollegin Kipke ist mir persönlich nicht bekannt. Allzu hoch kann ihre Fallzahl in Hamburg aber eigentlich nicht liegen, sonst hätte ich schon mal eine Akte von ihr gehabt.

  5. #5
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    Zitat Zitat von Ebenezer Arvigenius Beitrag anzeigen
    Das mit der fachlichen Qualität würde ich so jetzt nicht unterschreiben. Schuldnerberatungen punkten bei Standardfällen. Bei Problemen oder Sonderkonstellationen ist der Anwalt in der Regel die bessere Anlaufstelle.
    Also ich will hier ja keinem auf die Hufen treten aber seriöse Anwälte haben nach meinem Empfinden im Insolvenzgeschäft das riesen Problem, dass sie einige "Kollegen" haben die sich zwar hervorragend im Bereich der Suchmaschinenoptimierung auskennen aber nicht selten weder bei Standardfällen noch bei "Problemen und Sonderkonstellationen" bereit oder in der Lage sich irgendwas zu tun. Nimms bitte nicht persönlich - ich bin mir aufgrund Deiner Beiträge hier sicher, dass die Leute bei Dir persönlich bestens aufgehoben wären und kenne auch persönliche viele Anwälte die sehr zu empfehlen sind - aber fast niemand der akut betroffen ist hat die Möglichkeit in Deiner Branche auf die Schnelle die Spreu vom Weizen zu trennen.
    Ich zumindest habe laufend Leute bei mir sitzen die eine sehr teure und weitestgehend inhaltslose "Behandlung" Deiner Kollegen schon hinter sich hatten - die zwar telefonisch nie zu erreichen sind, dafür einem im Internet aber quasi ins Gesicht springen.
    Zitat Zitat von Ebenezer Arvigenius Beitrag anzeigen
    Letztlich würde ich einen Anwalt für all die Fälle empfehlen in denen zumindest theoretische eine Vergleichsmöglichkeit besteht (hohes Einkommen, hilfreiche Verwanmdte etc.)
    *öhm* Siehe oben. Das klingt zudem beim ersten Lesen so als ob karitative Beratungsstellen "nur Nullplan können" (wogegen ich persönlich mal protestieren möchte!) und auch ein wenig danach, dass es Anwälte natürlich lieber haben wenn die Leute sich ihre Dienste auch leisten können
    Ich würde mich gerne darauf einigen, dass es sowohl bei Anwälten, als auch bei Beratungsstellen solche und solche gibt.
    Der größte Unterschied ist aus meiner Sicht, dass der "Versuch" bei einer karitativen Beratungsstelle immer umsonst ist - während man bei Anwälten meist schon Geld los ist bevor man gemerkt hat ob sie was können.
    Zitat Zitat von Ebenezer Arvigenius Beitrag anzeigen
    oder bei denen die Wartezeit der karitativen Netto mehr kostet als der Anwalt (Besserverdiener).
    Mit dem Argument kann ich was anfangen.

  6. #6
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    Hi,
    Zitat Zitat von Ebenezer Arvigenius Beitrag anzeigen
    Letztlich würde ich einen Anwalt für all die Fälle empfehlen in denen zumindest theoretische eine Vergleichsmöglichkeit besteht (hohes Einkommen, hilfreiche Verwanmdte etc.).
    auch nicht immer. Ich kenne zwar auch Beratungsstellen, die eher nur für Nullpläne zu empfehlen sind, aber ich wage mal zu vermuten, dass ein Gläubiger bei einem Anwaltsschreiben eher mehr heraushandeln wollte, als bei eine Beratungsstelle, für die der Schuldner ja nichts zahlen muss - gedacht: kann.

    Gruß
    Ingo

  7. #7
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    Mhh, ich erlebe beides, da ich sowohl in einer Schuldnerberatungsstelle in Niedersachsen tätig bin und auch als "Person" aus Hamburg tätig werden darf. Dusselige Stellen und unmögliche Internet-Kollegen, denen die RAK auf die Füße treten muss, weil vieles ihrer Tätigkeit und "Werbung" mehr Fragen als Antworten hervorruft, habe ich erleben dürfen oder müssen.

    RA(in??) Kipke - da ist wohl ein Ehepaar in HH tätig - kenne ich auch noch nicht, "wir" sind auch nicht so sonderlich viele Fachanwälte, die sich eine Beratung und Vertretung von Schuldnern "leisten" können, die sich die üblicherweise geforderten Gebühren nicht leisten können.

    Richtig ist, dass das Auftreten als Schuldnervertreter die Frage aufwirft, "warum" der sich das leisten kann. Aber auch darauf gibt es Antworten
    Geändert von imker (11.01.2018 um 21:18 Uhr)

  8. #8
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    Ich kenne den ein oder anderen Anwalt (also andere als die genannten), die auf ihren Homepages so Sätze stehen haben wie "Gemeinnützige Schuldnerberatungen sind nicht anerkannt und dürfen nicht selbst mit den Gläubigern verhandeln. Stattdessen müssen Sie zusätzliche Personen hinzu ziehen, die man auch extra bezahlen muss."
    So etwas ist hart an der Grenze (oder drüber hinaus) und wer so etwas auf seine Homepage schreibt, der ist für mich einfach nur unseriös.

    Ja, Anwälte können genauso wie kostenpflichtige Schuldnerberatungen einfach nur die richtige Wahl sein. Der Vorteil an einer Anwaltsberatung ist sicherlich der Umgang mit besonderen Konstellationen. Beispielsweise bei noch ausstehenden Rechtsstreitigkeiten bzw. wenn der Schuldner selbst noch Geld einzuklagen hat. Ich persönlich finde allerdings, dass man sich als Schuldner das beste aus zwei Welten schnappen sollte. Wenn ich ohnehin nichts anzubieten habe oder ein gewonnener Rechtsstreit nichts ändert an der Insolvenz, dann brauche ich den Rechtsstreit nicht führen. Wenn ich realistische Chancen habe, mit gewonnenem Rechtsstreit die Gläubiger zu bezahlen o.ä., dann lasse ich Schuldnerberatung und Anwalt Hand-in-Hand arbeiten. Dann hole ich mir die Schuldnerberatung die ich brauche und die Anwaltsvertretung, die ich brauche.

    "warum" der sich das leisten kann.
    Manchmal gibt es auch Gönner in der Familie, die die Anwaltskosten bezahlen. Das Geld muss nicht immer vom Schuldner selbst kommen. Aber die Frage stellt sich durchaus, ja.

    Umgekehrt: Wenn sich solche Anwälte dann auf die Schultern klopfen, hat das ein Geschmäckle. Der typische H4-Empfänger, der eh kein Geld hat, der wird (normalerweise) nie als Fall vom Anwalt angenommen, weil er ohnehin kein Geld hat. Aber derjenige, der noch nicht mittellos ist und der auch Masse anzubieten hat für eine Verhandlung, bei dem ist die Einigungschance auch deutlich höher. Wenn dann so ein Anwalt auf der Homepage schreibt, dass er öfter zum Erfolg kommt als eine gemeinnützige/kostenlose Schuldnerberatung, dann ist das in meinen Augen auch höchst unseriös. Einfach weil er von vornherein ein anderes Clientel hat.


    Denn eines ist mal ganz grundsätzlich klar: einen Anwalt, der auch mal das Zustandekommen der Schulden durchleuchtet, der mal einen Haushaltsplan aufstellt und Nachsorge betreibt, den habe ich noch nicht gesehen. Habt ihr Praktiker so einen schon mal gesehen?

  9. #9
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    Zitat Zitat von Ebenezer Arvigenius Beitrag anzeigen
    Das mit der fachlichen Qualität würde ich so jetzt nicht unterschreiben. Schuldnerberatungen punkten bei Standardfällen. Bei Problemen oder Sonderkonstellationen ist der Anwalt in der Regel die bessere Anlaufstelle.
    Vorab: Ich weiß, dass es auf dich persönlich nicht zutrifft. Deshalb schrieb ich "oftmals".

    Denn meine Erfahrung ist leider genau anders herum: Die Anwälte, die über offensive Internetwerbung oder über die Vermittlung gewerblicher "Schuldnerberatung" oder "Schuldnerhilfevereine" tätig werden, sind oftmals mit Glück gerade einmal für Standardfälle gut. Ich sitze regelmäßig in Austauschrunden mit Insolzvenzrichtern und Insolvenzverwaltern und das Augenrollen über die von diesen Anwälten vorbereiteten Insolvenzanträge und schlecht informierten Schuldner ist geradezu typisch.

    Natürlich ist auch nicht jede anerkannte Schuldnerberatungsstelle Gold wert. Aber ich erwarte von einer caritativen Beratungsstelle, dass sie nicht auf das Durchschleusen von Fallzahlen angewiesen ist, rechtlich schwierige Fälle erkennt und diese entweder mit Hinzuziehung juristischer Fachkompetenz löst oder an einen Anwalt verweist. Wir verweisen dann an Insolvenzfachanwaltskanzleien, die von unserem Gericht auch regelmäßig als Verwalter bestellt werden. Da geht dann fachlich auch nichts schief.

    Bei dem Beitrag der TE macht mich stutzig, dass die genannten Anwälte über ganz Deutschland verteilt sind. Wenn Anwalt, dann Fachanwalt aus der Region.

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