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Thema: Kontosperrung bei Verfahrenseröffnung

  1. #1
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    Standard Kontosperrung bei Verfahrenseröffnung

    Hallo Forum,

    mein VI wurde Ende Dezember eröffnet, dessen Antrag ich mithilfe eines Schuldnerberatungsvereins beantragt habe, der zum Ende des Jahres leider seine Dienste eingestellt hat. Nun tauchen Probleme auf und ich habe keinen Ansprechpartner mehr, bzw. fehlen mir offensichtlich Infos und trotz vielen Lesens heute im Forum habe ich noch keinen wirklichen Durchblick.

    Das Verfahren ist wie gesagt eröffnet und es ist ein IV bestellt, der sich auch schon schriftlich bei mir gemeldet hat.
    Ich stehe in Lohn und Brot und mein pfändbarer Teil wird ab diesem Monat direkt an den IV abgeführt vom Arbeitgeber.
    Ich habe ein normales Girokonto auf dem keine Pfändung ist und das auf Guthabenbasis geführt wird.

    Auf diesem Konto befinden sich 1500€, von denen per Überweisung und Lastschrift zum 1. unsere Fixkosten gebucht werden sollten, was leider nicht passiert ist. Ich habe dann versucht Geld abzuheben, was auch nicht ging, aber die Karte hat der Automat mir zurück gegeben. Offensichtlich ist das Konto nach Verfahrenseröffnung gesperrt, was mir nicht bewusst war und mir in der Beratung auch nicht gesagt wurde. Nein es ist kein P-Konto, in der Beratung wurde gesagt, das brauche ich nicht.

    Nun habe ich heute rumtelefoniert um rauszubekommen, warum das Konto gesperrt ist, bzw. wie ich an das Geld komme, um unseren Lebensunterhalt zu sichern.
    Bei der Bank bekam ich weder am Schalter noch bei der Hotline eine Auskunft warum, mir wurde lediglich der Antrag auf Umstellung in ein P-Konto in die Hand gedrückt.

    Der IV hat meine Akte leider noch gar nicht studiert und der zuständige Sachbearbeiter bei ihm war krank.
    Auf meine Nachfragen sagte er nur, er könne kein Konto frei geben, das wäre in Bremen, wo wir wohnen, nicht möglich.

    Ich habe jetzt viel über diese Freigabe gelesen, zumal der Treuhänder ja den pfändbaren Teil vom Arbeitgeber bekommt und sonst nur Kindergeld auf das Konto geht, gelesen und auch über die Möglichkeit des P-Kontos, wobei dessen Notwendigkeit sich mir noch nicht erschließt.

    Was muss ich jetzt tun, damit ich an dieses Geld komme?

    Bin dankbar für jeden Anhaltspunkt, wie es weiter gehen muss.
    MfG RubyGloom

  2. #2
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    Hi,
    wenn der Verwalter das Konto nicht freigibt, musst Du es in ein P-Konto umwandeln.

    Wenn die Kontoeingänge 1133,80 € übersteigen, solltest Du eine Bescheinigung zur Erhöhung des Grundfreibetrags von Deiner Schuldnerberatungsstelle bei der Bank zur Umwandlung vorlegen.

    Sollte aber der hiervon bescheinigte Freibetrag nicht ausreichen, müsstest Du beim Insolvenzgericht einen höheren Freibetrag beantragen.

    Gruß
    Ingo

  3. #3
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    Hallo und danke erstmal für die Antwort.

    Da meine Schuldnerberatung zum Jahresende 2017 als Verein liquidiert wurde, können mir diese keine Bescheinigung ausstellen.

    Die Eingänge übersteigen 1133,80€ und ich habe 2 Unterhaltsberechtigte Personen.
    Da der pfändbare Teil direkt mit dem Arbeitgeber vom IV abgerechnet wird, hieß es, ein P-Konto ist nicht nötig.
    Antrag liegt hier aber und kann von mir umgehend ausgefüllt werden.

    Gibt es einen Unterschied zwischen diesem Grundfreibetrag und meinen Pfändungsfreibetrag laut Pfändungstabelle?

    Kann auch der Arbeitgeber, der ja den pfändbaren Teil berechnet und weitere Einkünfte habe ich nicht, dies bestätigen ?

    Danke und Gruss

  4. #4
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    Hi,
    Zitat Zitat von RubyGloom Beitrag anzeigen
    Gibt es einen Unterschied zwischen diesem Grundfreibetrag und meinen Pfändungsfreibetrag laut Pfändungstabelle?
    Kann auch der Arbeitgeber, der ja den pfändbaren Teil berechnet und weitere Einkünfte habe ich nicht, dies bestätigen ?
    der Arbeitgeber kann den Bonus von 60% des den Grundfreibetrag übersteigenden Einkommens bescheinigen, nicht jedoch das Kindergeld.

    Gruß
    Ingo

  5. #5
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    Guten Morgen,

    für das Kindergeld liegt ein aktueller Bescheid vor, bzw. wird dies vorraussichtlich ab diesem Monat auf das Konto meiner Frau überwiesen.
    Mit dem Arbeitgeber besteht ein gutes Verhältnis, bzw. der HR-Abteilung, deshalb die Frage, ob diese das auch bestätigen können, da das zuständige Gericht 30km entfernt ist.
    Der Betrag laut Pfändungstabelle reicht für das Konto aus, da sonst eben keine Einkünfte/Einnahmen.

    Kann ich, nachdem meine Schuldnerberatung geschlossen ist und mir offiziell nicht mehr helfen kann, einfach zu einer anderen Beratungsstelle gehen?

    Danke und Gruss

  6. #6
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    Hi,
    Zitat Zitat von RubyGloom Beitrag anzeigen
    Kann ich, nachdem meine Schuldnerberatung geschlossen ist und mir offiziell nicht mehr helfen kann, einfach zu einer anderen Beratungsstelle gehen?
    natürlich. Viele Beratungsstellen bieten auch offene Sprechstunden für Kurzberatungen an.

    Gruß
    Ingo

  7. #7
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    Ich habe mir mal eine P-Kontobescheinigung über das Internet schicken lassen. Wenn du bei google "kostenlose P-KOntobeschinigung" eingibst findest du die Seite des Anwaltes. Da hat bei mir tadellos funktioniert und wurde auch bei der BAnk akzeptiert.

  8. #8
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    Hallo,

    habe jetzt eine Bescheinigung über die Sockelbeträge und das Kindergeld.
    Kontoumstellung auf P-Konto ist weggeschickt.

    Antrag beim Amtsgericht über den eigentlichen Pfändungsfreibetrag laut Tabelle kann nicht gestellt werden, da es keine Pfändung auf dem Konto gibt.
    Es ist das Insolvenzgericht zuständig, aber welchen Antrag muss ich da stellen ?
    Wie lange dauert so eine Gerichtsentscheidung?

    Der Vermieter weiss für diesen Monat Bescheid, aber ist natürlich nicht erfreut über die Verzögerung.
    Andere Überweisungen/Lastschriften werden wohl Gebühren verursachen.

    Jetzt habe ich die Infos zum P-Konto nochmals studiert und habe noch Fragen:

    Es sind aktuell 1500€ auf dem Konto. Gehalt aus Dezember.
    Mein Gehalt kommt am Monatsende, der pfändungsfreie Betrag laut Tabelle, der vom Arbeitgeber überwiesen wird sind 2300€.
    Nun habe ich gelesen, dass auf einem P-Konto nur Beträge in Höhe der Bescheinigungen (2400€) in einem Monat abgehoben werden können und Restbeträge automatisch in die Insolvenzmasse fliessen.

    Die 1500€ werden diesen Monat für die laufenden Fixkosten (Miete, Versicherung, Telefon) benötigt.
    Mit dem Gehalt am Monatsende überschreite ich ja jeden Monat die Bescheinigungsgrenze.
    Was kann/muss ich tun um diesen Monat die 1500€ verbrauchen zu können und nächsten Monat die kompletten pfändungsfreien Beträge?

    Termin bei einem anderen Schuldnerberater habe ich am 18.

    Danke und Gruss

  9. #9
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    Hi,
    Zitat Zitat von RubyGloom Beitrag anzeigen
    Es ist das Insolvenzgericht zuständig, aber welchen Antrag muss ich da stellen ?
    dort kannst Du auch den nicht formgebundenen einen Antrag stellen, dass das der Freibetrag für Januar zuzgl. des Guthabens aus Dezember freigegeben wird.

    Zitat Zitat von RubyGloom Beitrag anzeigen
    Mit dem Gehalt am Monatsende überschreite ich ja jeden Monat die Bescheinigungsgrenze.
    Dann muss das Insolvenzgericht den Freibetrag nach der Tabelle bestimmen.

    Gruß
    Ingo

  10. #10
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    Hallo,

    und danke erstmal für die Hilfe, ich konnte mich jetzt nochmal direkt durch einige Themen arbeiten.

    Wenn ich das aber jetzt nicht völlig falsch verstanden habe, muss ich zwei Anträge bei Gericht stellen:

    1. wegen Doppelpfändung, also Kontofreigabe, da nur unpfändbare Bezüge eingehen nach § 850k Abs. 4 ZPO

    2. Erhöhung der Pfändungsfreigrenze laut Pfändungstabelle nach § 850c ZPO

    Oder erledigt sich 1 mit 2 bzw. kann man das in einen Antrag schreiben?

    Über Antwort oder einen Link zum Nachlesen oder was auch immer, wäre ich dankbar.

    Gruss

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