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Thema: Insolvenz NUR wegen Ust.-Schulden beim FA?

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  1. #1
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    Ausrufezeichen Insolvenz NUR wegen Ust.-Schulden beim FA?

    Liebe Leute,

    ich muss diese schwere Entscheidung nun innerhalb der nächsten 1-2 Tage hinter mich bringen,
    bitte dringend um Rat und muss dazu ein wenig ausholen weil meine Situation wohl nicht gerade üblich ist:


    Bin Jungunternehmer der ohne Berufserfahrung Hals über Kopf im Jahr 2016 mit einem Gewerbe angefangen hat (Online Marketing), habe aber einige Fehler gemacht und nun zeitig nicht mehr genug Rücklagen um die baldige Umsatzsteuer 2016 leisten zu können. Außer dem Finanzamt habe ich 0,0 Gläubiger, generell nie Schulden gehabt, aber einen negativen Schufa-Eintrag wegen einem alten Rechtsstreit mit einer Krankenkasse weswegen ich keine Aussichten auf einen Kredit habe.

    Zum Jahreswechsel 2018 ziehe ich offiziell nach Zypern, meine Selbstständigkeit läuft dort noch weiter und ich verdiene nach wie vor Einkommen, das ist nicht das Thema, aber da ich ein Insolvenzverfahren für Deutschland mit deutschem Wohnsitz eröffnen muss, MUSS ich diese Entscheidung noch jetzt vor Ende des Jahres tätigen. (Ansonsten müsste ich mich nächstes Jahr wieder hier melden und wäre dann auch hier steuerpflichtig, was absolut keinen Sinn machen würde, da ich weder hier lebe, noch hier arbeite, noch jemals wieder hier sein möchte.)

    Wie komm ich zu Umsatzsteuerschulden? Mit besseren Zeiten geplant, wenig Gewinn gemacht, zu hohe Ausgaben völlig falsch kalkuliert und v.a. durch mentale und private Probleme einen echten Hänger gehabt, weswegen es zuletzt nicht mehr so gut lief. Aber ich weiß schon: Eine Stundung auf Umsatzsteuer wird unmöglich. Bei mir wird es sich um circa 10,000€ bis 25,000€ handeln. Maximal sofort zahlen könnte ich aber höchstens 2-5,000€. Krediit wird auch nichts, privat kenne ich nicht genug liquide Leute, komme aus einer typischen Arbeiterfamilie wo jeder relativ pleite ist.

    WICHTIG: Ich MUSS meine Selbstständigkeit, sowie mein Leben im Ausland zu 100% weiterführen und daran gibt es keinen Weg vorbei. Für mein Leben kommt nichts außer dem Unternehmertum in Frage. Ich habe weder eine Ausbildung, noch ein Studium und bin bewusst diesen Weg gegangen. Ich bin mir zu 100% sicher dass ich das Geld schon in kurzer Zeit (in 8-24 Monaten) vollständig zurückzahlen kann. In Deutschland möchte ich nie wieder leben, weswegen ich "hoffe", dass eine Insolvenz langfristig für das Leben im Ausland keine Folgen hat.


    Darum meine Fragen:

    1) Führt überhaupt ein Weg an der Insolvenz in Deutschland vorbei?

    2) Hat die Insolvenz in Deutschland international Folgen irgendeiner Art? (Ausdrücklich erwähnt sei: Ich möchte die Schulden voll und ganz in 8-24 Monaten zurückzahlen)

    3) Welche Art der Insolvenz käme hierfür in Frage? (Ich melde meinen Wohnsitz und mein Gewerbe noch dieses Jahr, d.h. innerhalb der nächsten 1-2 Tage schriftl. ab, bin also kein tätiger Unternehmer mehr. Könnte ich den Antrag dann als Privatinsolvenz stellen?)
    Geändert von fahrradkarsten (29.12.2017 um 04:50 Uhr)

  2. #2
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    zunächst einmal solltest du verbindlich ermitteln in welcher Höhe die Umsatzsteuer fällig wird.
    Das dürfte ja eigentlich nicht so schwer sein.
    Woran scheitert das bislang? Zwischen 10.000 Euro und 25.000 ist ja gewaltig Spielraum

    Hat das Finanzamt schon geschätzt? Zur Abgabe aufgefordert?

    Dann solltest du realistisch feststellen wie viel du wirklich sofort zahlen kannst.
    Der Betrag sollte so hoch wie irgend möglich sein.

    Man kann mit dem Finanzamt reden, auch über Umsatzsteuer.
    Vor allem wenn ein Batzen bezahlt wird und man einen realistischen, nicht allzu langen Abzahlungsplan vorlegt

  3. #3
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    Wenn du im Ausland lebst und nur beim FA Schulden hast gibt es erstmal keinen Grund Insolvenz anzumelden, wenn du bereit bist die Steuern auch noch zu bezahlen gibt es diesen Grund zweimal nicht.

    Wenn du ins Ausland ziehst und dem FA einen vernünftige Zahlungsplan anbietest wird da keiner durchdrehen - auch bei Umsatzsteuer nicht, das machen die nur wenn du weiterhin in D selbstständig bist, weil sie dann Angst haben das du weitere Steuerschulden ansammelst.

    Ach so, und ich würde anfänglich keinen Betrag zahlen der so hoch wie möglich ist, ich würde den hohen Betrag durch drei Teilen und über drei Monate anbieten, denn wenn du dich nicht an die Zahlungen hältst wird es doof, da lieber Sonderzahlungen leisten und früher mit der Sache durch sein.
    Geändert von Inso? (29.12.2017 um 09:49 Uhr)

  4. #4
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    Hört sich alles toll an. In Deutschland klappt die Selbstständigkeit nicht, dann zieht man nach Zypern um, alles klappt und man zahlt sogar seine Schulden zurück. Ein schönes Weihnachtsmärchen.
    Ohne genug Geld funktioniert keine Selbstständigkeit. Nirgendwo auf der Welt.
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  5. #5
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    Naja wenn du Deutscher bist würde ich mich wegen tatsächlich ernsthaft um Klärung bemühen

    https://www.anwalt.de/rechtstipps/de...en_056594.html

    Wenn zypern so toll ist und da das klappt was in Deutschland nicht funktioniert hat ,dann frage ich mich wieso so viele zurück kommen https://auswandern-info.com/zypern.html

  6. #6
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    Zitat Zitat von rike3 Beitrag anzeigen
    Naja wenn du Deutscher bist würde ich mich wegen tatsächlich ernsthaft um Klärung bemühen

    https://www.anwalt.de/rechtstipps/de...en_056594.html

    Wenn zypern so toll ist und da das klappt was in Deutschland nicht funktioniert hat ,dann frage ich mich wieso so viele zurück kommen https://auswandern-info.com/zypern.html
    Nur das du keinen Pass brauchst wenn du nach Zypern willst, scheint dir nicht aufgefallen zu sein. Steuerschulden verjähren im übrigen auch.

  7. #7
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    Hey danke für eure vielen Nachrichten. Wie erwähnt geht es hier ausdrücklich NICHT um eine Steuerflucht. Ich will einfach nur eine Möglichkeit finden wie ich weiterhin selbstständig im Ausland lebend und seiend, meine Steuerschuld in Deutschland Stück für Stück begleichen kann, ohne hier je wieder zurückkehren zu müssen. Der Wille hier weg zu gehen hat auch nichts mit der Situation zu tun. Und ich habe mich zum 31. ordnungsgerecht abgemeldet sowie mein Gewerbe zu heute abgemeldet, d.h. alle klaren, offiziellen Signale sind rausgegangen, das ist alles offiziell geklärt und umgesetzt. Im Detail sieht das Ganze eigentlich wie folgt aus:

    Ich hatte mich früh genug einfach nicht ausreichend mit der Sachlage und dem Steuerrecht in Deutschland auseinandergesetzt, weswegen ich erst sehr spät A) erkannt habe, dass ich die Ust. ja über all die Zeit aufbewahren musste, B) es in der Zukunft auch mal wieder schlechter laufen könnte, man also über die Zeit nicht wieder genug Geld ansammelt (!) und C) ich hohe Kosten für den Steuerberater sowie die Firmeneröffnung im Ausland stemmen muss. Im Grunde genommen kann man sagen, habe ich durch diese beiden in C) angemerkten Schritte genau das Geld bezahlt das ich eigentlich für die Ust. zurückgelegt habe.

    Zu euren Fragen:

    Zitat Zitat von camilla Beitrag anzeigen
    Woran scheitert das bislang? Zwischen 10.000 Euro und 25.000 ist ja gewaltig Spielraum

    Hat das Finanzamt schon geschätzt? Zur Abgabe aufgefordert?
    Mein Steuerberater meldet sich seit dem 7. Dezember nicht mehr auf meine Emails. Ich erwarte augenblicklich noch eine Schätzung seiner Seite. Das Finanzamt hatte mich mehrere Male dazu aufgefordert, ja. Geschätzt haben sie noch nicht. Frage hier zu: Was passiert, wenn sie eine Schätzung durchgeführt haben? Gilt dann etwa die Schätzung und nicht meine tatsächliche Schuld? Oder kann ich dann immer noch meine tatsächliche Steuerschuld nachreichen und die zahlen, plus der möglichen Strafzahlungen?

    Zitat Zitat von joshua64 Beitrag anzeigen
    Hört sich alles toll an. In Deutschland klappt die Selbstständigkeit nicht, dann zieht man nach Zypern um, alles klappt und man zahlt sogar seine Schulden zurück. Ein schönes Weihnachtsmärchen.
    Ohne genug Geld funktioniert keine Selbstständigkeit. Nirgendwo auf der Welt.
    Du machst es Dir hier sehr einfach ohne die Hintergründe zu kennen. Ich wohne in erster Linie nur hier um meine Freundin finanziell im Studium zu untersützen. Ich wollte nicht mal hier wohnen und bin schon vor fast 4 Jahren das erste mal außerhalb Deutschlands wohnend gewesen. Nun haben mich aber diverse Fehler und auch Probleme in diesem Land dazu bewegt, in die Situation zu kommen, in der ich gerade stecke. Bitte lieber nur melden wenn du etwas Produktives zum Thema beitragen kannst.

    Nochmal vielen Dank für eure schnellen Meldungen. Das hieße also, ihr würdet in meiner Situation erstmal zusehen dass ihr mit dem FA verhandelt und guckt ob ihr das notfalls dann eher über einen Zahlungsplan und später mit Sonderzahlungen schnell abstottern könnt? Noch ganz wichtig, ich bin mit dieser Sache total alleine und nicht gerade erfahren. Sollte ich mir zu dieser Sache einen spezialisierten Anwalt suchen, der mir längeren Spielraum verschaffen kann und mich vertritt? Wenn ja, wie finde ich sowelche spezialisierten Anwälte? Eine Insolvenz zu vermeiden und die Steuerlast in 2018/2019 zu begleichen, ist mein Ziel.
    Geändert von fahrradkarsten (30.12.2017 um 14:27 Uhr)

  8. #8
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    PS: Gerade durch den Schritt in's Ausland werde ich voraussichtlich dazu in der Lage sein, monatlich ab Januar in einem höheren, vierstelligen Bereich Rückzahlungen zu tätigen. Ich denke bei einer Steuerschuld von 15,000€ könnte ich schon Mitte 2018 raus aus der Sache sein, das wäre ja bereits früher als ein Insolvenzverfahren überhaupt angelaufen wäre ... Daher denke ich doch auch, dass es dem FA eigentlich lieber sein muss, als mich in die Insolvenz zu drängen, wo sie ihr Geld dann ggf. nicht wieder sehen müssten bzw. würden.

    (Grundsätzlich verstehe ich den staatlichen Ansatz nicht, Menschen in die Insolvenz zu drängen, die eine Perspektive haben die jeweilige Steuerschuld begleichen zu können und das auch aktiv wollen. Mich in die Insolvenz zu drängen würde insbesondere bei erfolgloser Zeit im Ausland eher vor Existenzprobleme stellen, weil mir nichts anderes als die Selbstständigkeit bleibt, um erfolgreicher arbeiten, mehr erreichen und damit letztendlich schneller meine eigene Situation verbessern zu können)
    Geändert von fahrradkarsten (30.12.2017 um 14:33 Uhr)

  9. #9
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    Vielleicht klingt meine Frage angesichts Deiner teils tiefschürfend-erkenntnissschwangeren Darstellungen ein wenig naiv:

    Aber was hältst Du denn davon, in einer Excel-Tabelle einfach mal alle Einnahmen und vielleicht auch die Ausgaben zu erfassen, um dann mittels einer Rechenformel für Addition bzw. Subtraktion der Zahlen zu sorgen?

  10. #10
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    Wieso willst du die Steuerlast 2018/19 begleichen =
    Offensichtlich hat das FA wennich das richtig verstanden habe ja noch nicht mal einen Steuerbescheid erlassen .Deswegen würde ich erst einmal mit dem FA abklären, wer denn den Bescheid bekommt wenn du wegziehst.Wird der an den Steuerberater geschickt der sich seit Anfang 12/17 nicht mehr meldet oder geht der damit du auch evtö.Rechtsmittel rechtzeitig einlegen kannst an deine neue Adresse

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