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Thema: Frage zum Ablauf der Regelinsolvenz

  1. #1
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    Standard Frage zum Ablauf der Regelinsolvenz

    Hallo an Alle,

    ich habe mal eine Frage zum allgemeinen Ablauf bei der Regelinsolvenz.

    Ich habe als Selbstständiger mit einer Einmann-Einzelfirma nur eine einfache Buchhaltung gemacht. Also Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Wenn ich jetzt Insolvenz anmelde, welche Unterlagen und Zeiträume wird der Insolvenzverwalter von mir haben wollen? Die Buchhaltung der letzten 3 Monate oder von Anfang an?

    Mein Auto muss ich wohl aus der Insolvenz rauskaufen da es zuviel Wert ist (ich schätze 1.500-2.000 €). Das sollte an sich ja kein Problem sein wenn man mit dem IV Raten vereinbaren kann. Wie sieht es denn aus mit Maschinen aus meiner Firma? Kann ich da auch was rauskaufen? Eine Maschine an die ich sehr hänge und ein Eigenbau ist würde ich ungern verlieren.

    Danke und Gruß

  2. #2
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    Und noch eine Frage. Macht es einen Unterschied im Ablauf der Insolvenz wenn ich die Firma abmelde vor der Insolvenz?

  3. #3
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    Kann man seine Beiträge hier nicht nachträglich nochmal bearbeiten? Hab leider nix gefunden daher nochmal ein neuer Post.

    Bei meinen Recherchen zur Vorbereitung meiner Regelinsolvenz ist mir aufgefallen, dass immer wieder davon gesprochen wird das man keinen Gläubiger vergessen darf auf die Gläubigerliste zu setzten da einem sonst die RSB verwehrt werden kann. Jetzt mal die Grundsätzliche Frage was sind denn alles Schulden die auf die Gläubigerliste müssen? Das ist mir an sich schon klar z.B. mein Privatdarlehen bei der Bank wo jetzt schon die 3. Mahnung kam weil ich die Rate nicht zahlen kann oder Versicherungen die ich seit Monaten nicht mehr zahlen kann. Aber was ist z.B. mit meiner Wohnungsmiete, Handy- und Internetvertrag, KFZ-Versicherung - das sind Dinge die ich natürlich weitergezahlt habe da ich ohne sie ja nicht auskomme. Da habe ich ja quasi keine Schulden weil ich auf Stand bin. Oder sind es schon Schulden weil ich Verträge da habe?

    Ich habe auch gelesen, das Schuldner die Gläubiger anschreiben um den aktuellen Stand der Forderungen einzuholen. Meine Schulden sind nicht so alt und ich kenne die Summen, nicht auf den Cent genau aber recht genau. Ich habe hier im Forum schon gesehen, dass man sogar nur 1€ angeben kann das würde an sich schon reichen um seinen Pflichten nachzukommen, da der IV sowieso die Gläubiger anschreibt.

    Es werden wohl noch so einige Fragen kommen, bin gerade über meinem Antrag.

  4. #4
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    Schulden entstehen aus den Verträgen, wenn bei Fälligkeit nicht rechtzeitig gezahlt wurde. Handy-Vertrag laufend bezahlt, keine Schulden aus dem Handy-Vertrag.

    Gewerbe abmelden vor Insolvenzantrag führt zu der Frage, ob mehr oder weniger als 19 Gläubiger vorhanden und genannt werden: Bei mehr als 19 Gläubigern, IN Verfahren und kein außergerichtlicher Schuldenbereinigungsplan und kein automatischer Schutz der Maschinen und des Autos als "für die Arbeit erforderlich".

    Anders wieder, wenn weniger als im Monatsschnitt 2.100 aus der selbständigen Tätigekit neben einer unselbständigen Tätigekeit erzielt wurde.

    Das sind mE alles Fragen, die sich schlecht im Forum richtig stellen und beantworten lassen.

    Wenn das Verfahren schnell in Gang gesetzt werden soll: Abmelden des Gewerbes, Maschinenpark verkaufen, arbeitssuchend melden, wenn keine unselbständige Arbeit verrichtet wird und den Antrag als ehemals Selbständiger mit mehr als 19 Gläubigern (oder Arbeitnehmer-Schulden) abgeben - da wird meist eröffnet im IN Verfahren.

  5. #5
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    Also ich habe mehr als 19 Gläubiger daher kann ich in die Regelinsolvenz.

  6. #6
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    Hallo @storno!

    Deine Frage zum allgemeinen Ablauf der Regelinsolvenz möchte ich ergänzen:

    1. Das Amtsgericht - Insolvenzgericht - setzt einen Insolvenzverwalter ein, der u. U. zuerst beauftragt wird, ein Gutachten zu fertigen.
    2. Sehr wichtig ist auch die vollständige Vorlage der Geschäftsbücher für den Zeitraum der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist.

    VG Adlerauge
    Wer viel Geld hat, kann spekulieren. Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren. Wer kein Geld hat, muss spekulieren. (André Kostolany)
    Das Einzige, was man auf dieser Welt ohne Geld machen kann, sind Schulden. (Heinz Schenk)

  7. #7
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    Wann muss ich die Bücher vorlegen? Spricht mich da der Insolvenzverwalter an oder muss ich die schon bei Abgabe des Insolvenzantrages mitschicken?

  8. #8
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    Wird das Gewerbe dann schon abgemeldet sein?
    Welches Insolvenzgericht soll über den Antrag entscheiden?

  9. #9
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    Hallo @storno!

    in meinem ersten Beitrag wollte ich Dir zum Ablauf des Regelinsolvenzverfahren ein paar Zeilen - aus meiner persönlichen Erfahrung - schreiben, leider brach das Foren-Programm immer wieder ab und so blieb es erst mal bei diesen Zeilen. (Nun habe ich im Textprogramm geschrieben und kopiere es in den Beitrag, in der Hoffnung, daß es funktioniert!?)

    Mit Eingang eines Insolvenzantrags beginnt das sogenannte Insolvenzeröffnungsverfahren oder Insolvenzantragsverfahren.
    Das Gericht prüft zunächst die Zulässigkeit des Antrags.
    Ist der Insolvenzantrag zulässig, bestellt das Gericht (meist) einen Gutachter, wenn sich der/die zuständige(r) Richter(in) nicht bereits aus der Akte ein umfassendes Bild machen kann.
    Der Gutachter wird in der Regel beauftragt, innerhalb einer bestimmten Frist in einem Sachverständigengutachten zu prüfen, ob tatsächlich ein Insolvenzgrund gegeben ist.

    Hierzu werden i. d. Regel folgende Unterlagen vom Gutachter (der auch später Insolvenzverwalter sein kann) angefordert:
    - Kontoauszüge sämtlicher Bankkonten der letzten sechs Monate
    - Kassenbuch der letzten sechs Monate
    - Liste der Außenstände (Debitoren) mit Namen und Adressen der Schuldner sowie - Kopien sämtlicher Rechnungen und soweit erforderlich, Angaben zur Einbringlichkeit der Forderungen
    - (laufende) Mietverträge über Geschäfts-/Wohnräume
    - vorhandene betriebswirtschaftliche Auswertungen der letzten drei Jahre

    Das Gutachten gibt dann dem Insolvenzgericht eine Stellungnahme dazu ab, ob aktuell Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder bereits Überschuldung vorliegt.
    Ferner wird die Frage beantwortet, ob die Kosten eines Insolvenzverfahrens voraussichtlich gedeckt sein werden. (ggf. Stundungsantrag)
    Entscheidend ist, ob das Verfahren eröffnet werden kann oder der Antrag mangels Masse abgewiesen werden muss.

    Wenn Du möglicherweise durch eine Schuldnerberatung oder einen Fachanwalt für Insolvenzrecht betreut werden kannst, ist vieles natürlich einfacher.
    Denke bitte auch daran, dass ein Insolvenzverwalter Dir nicht unbedingt „beratend“ zur Seite steht – das ist nicht seine Aufgabe. Es ist also gut, wenn man sich rechtzeitig um alles kümmert. Dieses Forum ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit.

    Weiterhin viel Erfolg!
    Adlerauge
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