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Thema: Rückwirkende Familienversicherung ?

  1. #1
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    Standard Rückwirkende Familienversicherung ?

    Hallo zusammen,

    was haltet ihr denn von dem Sachverhalt:

    Eheschließung September 2015

    Ehefrau sozialversicherungspflichtig beschäftigt, Ehemann gibt vor, ebenfalls beschäftigt zu sein, hält sich tatsächlich aber nur mit "Gelegenheitsjobs", teilweise "geringfügig beschäftigt" und ??? über Wasser. Da getrennte Konten vorliegen und der Ehemann dann tagsüber auch "seine" Post abfängt etc. kommt das Ganze erstmal nicht raus.

    Nach Klärung einiger Angelegenheiten erfolgt die Wiederaufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und sodann auch die Nachberechnung der Krankenkassenbeiträge, zunächst mal mit einem Betrag von über Euro 10.000,-.

    Eine Idee wäre es nun, zu versuchen, rückwirkend die Beiträge zu reduzieren, indem eine "Familienversicherung" über die Ehefrau ab Tag der Eheschließung beantragt wird ?

    Meint ihr, das hat Aussicht auf Erfolg bzw. worauf ist zu achten ?

    2 kleine Haken gibt es noch:

    1. Ehefrau hat vor wenigen Monaten ihre eigene gesetzliche Krankenkasse gewechselt, so dass man ja quasi die rückwirkende Familienversicherung bei der nicht mehr aktuellen Kasse beantragen müsste ? Der Ehemann selbst hat wiederum eine ganz andere gesetzliche Krankenkasse, bei der er aktuell versichert ist.

    2. Der Ehemann hat ein Kind aus früherer Ehe, welches über ihn familienversichert ist aber nicht bei ihm lebt. Da wird ja kaum möglich sein, dieses Kind auch rückwirkend in die Familienversicherung der neuen Ehefrau aufzunehmen.

    D.h. es gibt insgesamt 3 verschiedene gesetzliche Krankenkassen, die in den Sachverhalt verwickelt sind.


    Vielleicht hat ja jemand ne Idee oder Erfahrungen in dem Bereich ??

    Danke, Gruß,

    Dirk

  2. #2
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    Puhhh. Vermutlich ist die Ehefrau Deine Klientin, oder? Kannst du sicher sein, dass Dir ihr Gatte bei dem zu betreibenden Aufwand wirklich folgt?

  3. #3
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    Hi! Nee, umgekehrt, die Ehefrau hat den Ehemann mit einer gewissen Vehemenz hierher geschleppt und drängt nun auf Klärung.

    Ich frag mich aber auch, ob der Ehefrau selbst irgendein finanzieller Nachteil drohen könnte, wenn sie sich bei ihrer aktuellen und der vorherigen Krankenkasse meldet und mitteilt, dass sie versäumt hat, die Familienversicherung für ihren Ehemann zu beantragen ? Ich seh da aber bislang keinen Ansatz, ob das was passieren könnt und würd sagen, wir versuchen das einfach mal.

    Wollte nur vorab mal rumhören, wie da die Rechtslage wäre.

    In der Konstellation "familienversichertes Kind", bei der die Kindesmutter vergessen hatte, das Kind nach Scheidung und Trennung bei ihrer Kasse zu melden und auf den Namen des Kindes ca. 15.000,- aufgelaufen waren, hatte die rückwirkende Meldung letztens gut funktioniert. Aber da war es natürlich auch einfach, anzugeben, dass das Kind in dem Zeitraum kein Einkommen hatte, usw. ...

  4. #4
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    Moin, moin,

    ich finde es ziemlich schwer zu der Problemstellung eine Einschätzung abzugeben. Formal kann die KV sich wohl darauf berufen, dass der Bescheid rechtskräftig ist. Letztlich ist aber die Frage ob sie etwas davon hat, eine Forderung zu verwalten die nicht beigetrieben werden kann.
    Prinzipiell können KV's natürlich auch warten bis Rente gezahlt wird und dann eine Aufrechnung versuchen.
    Ich habe aktuell einen Fall bei dem sich die Eltern getrennt hatten und die Kindsmutter nicht auf die Schreiben der KV regiert hat, mittlerweile ca. € 13.000,- Rückstand für eine freiwillige Versicherung eines Kindes.
    Die Versicherung hat sich aber nach einem Anruf von mir offen dafür gezeigt, die KV rückwirkend in eine Familienversicherung umzuwandeln.
    Es gibt aber auch KV's die wesentlich weniger gesprächbereit sind. Hier könnte es sinnvoll sein sich an die aufsichtführende Stelle zu wenden.

    Lg aus Mittelhessen
    Geändert von nobird99 (22.08.2017 um 16:20 Uhr)
    Schuldnerberatung ist ein breites Feld, Sachverhalte können Auswirkungen in unterschiedlichen Bereichen haben - daher gilt: Die Qualität der Hilfe/Beratung ist vom dem Umfang der Informationen zum Sachverhalt abhängig.

  5. #5
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    Zitat Zitat von nobird99 Beitrag anzeigen
    Formal kann die KV sich wohl darauf berufen, dass der Bescheid rechtskräftig ist.
    Hier kann man ggf. mit dem § 44 SGB X weiterkommen.

  6. #6
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    Die Familienversicherung setzt keinen Antrag voraus, sondern tritt wg. Gesetz in Kraft:

    §10 SGB V: (1) Versichert SIND der Ehegatte, ...

    Daher haben die Krankenkassen unter Nachweis der im folgenden genannten Voraussetzungen die Familienversicherung des Ehegatten oder auch Kindes auch rückwirkend festzustellen.

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