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Thema: Gehört ein Fahrzeug zum Hausrat ?

  1. #1
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    Standard Gehört ein Fahrzeug zum Hausrat ?

    Da ich obdachlos bin überlege ich mir ein ultrabilliges Wohnmobil oder Auto im Wert von um die 1000 EUR anzuschaffen um nicht mehr im Freien schlafen zu müssen.


    Ich frage mich nun aber ob so ein Fahrzeug zum Hausrat gehört ?
    Da ich logischerweise ansonsten nicht über so viel 'Hausrat' verfüge frage ich mich ob ich da das Fahrzeug reinrechnen lassen könnte. Oder wird es mir dennoch weggenommen ?

    Meine Schulden betragen über 50.000 EUR
    Viel ändern würde der Verkauf des Autos für die Gläubiger also nicht.


    Stimmt eigentlich der Freibetrag von 3000 EUR in Sachen Hausrat noch ?

  2. #2
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    Vermutlich kommst Du mit einer 1 -Zimmer Wg. günstiger weg.
    Ein ultrabilliges Womo kann am Ende des Tages ziemlich teuer werden.

  3. #3
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    Ein ultrabilliges Womo kann am Ende des Tages ziemlich teuer werden.
    Wenn man es ständig bewegen würde. Die Instandhaltung kostet halt auch einiges.
    Was einem bewusst sein sollte: Irgendwo abstellen ist nicht. Und die Kosten für Dauer-Camping sollte man vorher mal erfragen. Dazu kommen erhöhte Gas-Kosten u.ä. Das kann mancherorts durchaus billiger sein als eine günstige 1 Zimmer-Wohnung. Muss es aber nicht.

    Viel ändern würde der Verkauf des Autos für die Gläubiger also nicht.
    Bei 1000€ Wert würde es ohnehin wohl nicht versteigert, da nach Abzug der Gebühren für Transport usw. wohl kaum bis nichts übrig bleiben würde.

    Informiere dich halt mal, ob es nicht sinnvoller ist, einfach eine günstige 1 Zimmer Wohnung zu bekommen. Viele Gemeinde/Städte haben Anlaufstellen für Obdachlose, wo man dann auch erst mal mit einfachem Bett versorgt wird, für die Neugründung eines Hausstandes.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Forest Beitrag anzeigen
    Stimmt eigentlich der Freibetrag von 3000 EUR in Sachen Hausrat noch ?
    Einen bestimmten Freibetrag gibt es bei Pfändungen nicht. Es kommt lediglich darauf an, ob der Gegenstand grundsätzlich pfändbar ist und ob eine Verwertung (Versteigerung) wirtschaftlich möglich ist und einen Übererlös für den Gläubiger erwarten lässt.

    Ein Goldbarren mit Wert 3.000,- würde auf jeden Fall gepfändet, ein PKW/Wohnmobil mit gleichem Wert dagegen eher nicht (sehr hohe Kosten für Abholung, Stellplatz, Versteigerung - niedrige Angebote wg. Erwerb des Ersteigerers ohne jegliche Gewährleistung)

  5. #5
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    Ein Wohnmobil ist nach § 811 Abs. 1 Nr. 1 ZPO unpfändbar, wenn es vom Schuldner ständig zum Wohnen benutzt wird. Es könnte jedoch nach § 811a ZPO eine Austauschpfändung in Betracht kommen, was bei einem Wert von 3.000,-- Euro sicherlich nicht zutrifft.

  6. #6
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    Wow. Danke für eure informativen Antworten !
    Ich dachte echt immer dass es einen Freibetrag gäbe den man minimal besitzen darf. Alleine schon um Dinge von emotionalem Wert (z.B. Ehering, Taufkette...) vor Zugriff zu schützen.

    Die Tatsache dass ich offiziell ein Wohnmobil besitzen dürfte ist natürlich eine grandiose Neuigkeit für mich ! Damit hätte ich nicht gerechnet.

    Ja, die Kosten beschäftigen mich natürlich auch permanent. Ich hatte früher viel mit Autos zu tun und weiss deshalb was da Sache ist.
    Aber eine Wohnung kann ich mir definitiv nicht leisten.
    In Sachen Steuer und Versicherung sind so 'uralt' Fahrzeuge teilweise günstig.
    Beunruhigend finde ich vielmehr mögliche Reperaturkosten.


    Über Parkmöglichkeiten mache ich mir dagegen keine Sorgen. Ich habe fast 18 Monate meiner Obdachlosigkeit in meinem früheren Auto gelebt bevor ich dieses zum Überleben verkaufen musste.
    Wenn man erst mal alle kostenlose Parkplätze einer Stadt kennt gibt's wenig Probleme solange man darauf achtet ca. jede Woche den Standort zu wechseln.
    Und wenn man furchtlos ist fährt man einfach ins Ausland wo Zigeuner ihre Luxuswohnwagen überall parken. Da fällt man dann kaum mehr auf.
    Bei Amsterdam habe ich teilweise sogar in Tiefgaragen mit günstigen Tagestarifen übernachtet.
    Und wenn ich mal erwischt wurde habe ich den Betreffenden einfach gesagt was Sache ist. Die haben mich dann schlimmstenfallst weggescheucht. Eine Geldstrafe oder Anzeige bekam ich jedenfalls nie !

  7. #7
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    Wenn man erst mal alle kostenlose Parkplätze einer Stadt kennt
    Dein Rückschluss, dass man auf den kostenlosen Parkplätzen dann auch campen darf, ist in vielen Bundesländern oder Gemeinden/Städten schlichtweg FALSCH.
    Du solltest dich hier ebenfalls informieren.

  8. #8
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    Danke. Mir ist bewusst dass man vielerorts nicht campen darf...Übrigens ist es auch mit dem Zelt verboten außerhalb von Campingplätzen zu zelten...Fast in ganz Europa !
    Aber als Obdachloser hat man nunmal keine Wahl.
    Mir ist schon bewusst dass es vielen in der Gesellschaft lieber wäre ich würde mich in Luft auflösen. Dann sieht doch die Welt gleich viel freundlicher aus und man hat nicht dies komischen Leute um sich herum die Probleme haben mit ihrem Leben klarzukommen.


    Damit will ich sagen dass ich absolut keine Schuldgefühle habe irgendwo verbotenerweise zu campen. Ich habe mehrfach die Behörden um Hilfe gebeten weil ich selbst mit meiner Situation krankheitsbedingt nicht klarkomme. Ich habe sie nicht bekommen : mir wurde dabei teilweise sogar ins Gesicht gesagt dass mein Situation zu kompliziert sei und man für eine Lösung zu viele Ressourcen aufwenden müsste.

    Ich bin nunmal leider kein Boris Becker oder eine hübsche Frau.

  9. #9
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    Du wirst doch irgendwo Deutschlandweit eine Wohnung finden?
    Zumal das Sozialamt für die Kosten aufkommen würde.

  10. #10
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    Aber als Obdachloser hat man nunmal keine Wahl.
    Doch, du hast eine Wahl. Du bist nicht gezwungen, dich in die Illegalität zu begeben. Auch nicht für ein kleines bisschen.

    Ich habe mehrfach die Behörden um Hilfe gebeten weil ich selbst mit meiner Situation krankheitsbedingt nicht klarkomme
    Das ist doch nur eine Ausrede. Keine Krankheit der Welt zwingt einen, in einem Wohnmobil zu leben. Keine Krankheit der Welt zwingt einen, wild zu campen statt dort, wo es erlaubt ist.

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